Dienstag, 9. November 2010

Gute Arbeit !?

Arbeit ist gesellschaftlich gesehen eine Lebensnotwendigkeit.
Sie ist so zu organisieren, dass sie von den Arbeitenden nicht vorwiegend als Last empfunden wird, sondern als Quelle des Wohlbefindens, der Persönlichkeitsbildung und eines erhöhten Selbstwertgefühls.
Mehr Arbeitsqualität bedeutet auch mehr Lebensqualität.
Aus guten Arbeitsbedingungen resultieren mehr Motivation und auch mehr Leistungsbereitschaft.

Was ist gute Arbeit?

Arbeit ist aus Sicht der Beschäftigten dann gut, wenn die berufliche Zukunft sicher ist und das Einkommen als ausreichend und leistungsgerecht empfunden wird.
Gute Arbeit bedeutet aber auch, in einem guten Team von Kolleg/Innen zu arbeiten, eine förderliche Arbeitsgestaltung mit Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Gute Arbeit endet, wenn körperliche und psychische Belastungen ein normales Maß übersteigen.

Schlechte Arbeit schlägt den Beschäftigten auf die Gesundheit nieder, beschneidet die persönliche Entwicklung und zwingt oft zum frühzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben.

Die Unternehmer sollten sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein und erkennen, dass gute Leistung ihren Ursprung in der Arbeitszufriedenheit hat.
Gute Arbeit ist untrennbar mit Respekt, Anerkennung, Wertschätzung und fruchtbarer Kommunikation mit den Arbeitnehmer/Innen verbunden.


DGB-Index Gute Arbeit:

Der „DGB-Index Gute Arbeit“ ist ein Instrument des DGB.
Er wurde gemeinsam von DGB und Einzelgewerkschaften entwickelt und beschreibt die Arbeitsqualität in Deutschland und in den Betrieben aus Sicht der Beschäftigten. Der Index wird seit 2007 einmal jährlich durch eine bundesweite Repräsentativerhebung ermittelt.
Entscheidend ist dabei ausschließlich das Urteil der Arbeitnehmer/Innen.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (2009 waren es 7930) aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen, Betriebsgrößen und Beschäftigungsverhältnissen, gewerkschaftlich Organisierte wie Nicht-Mitglieder, wurden schriftlich nach ihrer Sicht der Arbeitsgestaltung befragt.


Die Ergebnisse der Umfrage „Gute Arbeit“ 2009:

In den Augen der Arbeitnehmer/Innen gibt es zurzeit fast dreimal so viel Schlechte Arbeit wie Gute Arbeit.
Im Bundesdurchschnitt liegen die Arbeits- und Einkommensbedingungen bei einem Indexwert von 58 im unteren Mittelfeld.

In Deutschland arbeiten die Beschäftigten unter sehr unterschiedlichen Bedingungen.
12 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Gute Arbeit, 33 Prozent Schlechte Arbeit, 55 Prozent Mittelmäßige Arbeit.
Gute Arbeit gewährleistet eine hohe Bindung an den Betrieb. 48 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Schlechter Arbeit möchten den Arbeitgeber wechseln, allerdings nur 5 Prozent mit Guter Arbeit.

Die Vollzeit-Beschäftigten arbeiten im Durchschnitt 44 Stunden in der Woche. Auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeiten haben die Arbeitnehmer/Innen nur wenig Einfluss.
Brisant: 80 Prozent der Beschäftigten sind im letzten Jahr mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen, 50 Prozent davon mehrmals.

Nur jeder zweite Beschäftigte erwartet unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen, seine Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben zu können.
Außerdem sieht sich eine Mehrheit der Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen außerstande, überhaupt oder ausreichend zusätzlich für das Alter vorzusorgen.
Katastrophal: Mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer/Innen werden nicht von der Rente leben können, die sie aus ihrer Berufstätigkeit beziehen.


Wer den Index-Wert für seine Arbeitssituation selbst ermitteln möchte, kann dies hier tun:

http://www.mein.index-gute-arbeit.de/



Quellen:

www.dgb-index-gute-arbeit.de
www.verdi.de

Kommentare:

  1. Danke für Euren heutigen Artikel.
    Habe gerade den Test des DGB gemacht und folgender Index trifft auf mich zu (wäre interessant zu wissen, was sich bei den anderen KollegInnen so ergibt):

    Der Index des von Ihnen beschriebenen Arbeitsplatzes beträgt 31 Punkte.
    Das heißt: Sie haben schlechte Arbeits-/Einkommensbedingungen.

    Verbesserungsmöglichkeiten bestehen besonders in folgenden Bereichen:

    * Qualifizierungs- & Entwicklungsmöglichkeiten
    *
    * Aufstiegsmöglichkeiten
    * Einfluss- & Gestaltungsmöglichkeiten
    * Informationsfluss
    * Führungsstil
    * Betriebskultur
    * Sinngehalt der Arbeit
    * Arbeitsintensität
    * Gestaltung der emotionalen Anforderungen
    * Gestaltung der körperlichen Anforderungen
    * Berufliche Zukunftsaussichten / Arbeitsplatzsicherheit
    * Einkommen

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  2. Sehr interessanter Artikel und Test.
    Bei mir kam dieses Ergebnis heraus:

    Der Index des von Ihnen beschriebenen Arbeitsplatzes beträgt 70 Punkte.
    Das heißt: Sie haben mittelmäßige Arbeits-/Einkommensbedingungen.

    Verbesserungsmöglichkeiten bestehen besonders in folgenden Bereichen:

    * Qualifizierungs- & Entwicklungsmöglichkeiten
    * Informationsfluss
    * Betriebskultur
    * Einkommen

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  3. Der Index des von Ihnen beschriebenen Arbeitsplatzes beträgt 27 Punkte.
    Das heißt: Sie haben schlechte Arbeits-/Einkommensbedingungen.

    Verbesserungsmöglichkeiten bestehen besonders in folgenden Bereichen:
    Qualifizierungs- & Entwicklungsmöglichkeiten

    Aufstiegsmöglichkeiten
    Einfluss- & Gestaltungsmöglichkeiten
    Informationsfluss
    Führungsstil
    Betriebskultur
    Arbeitsintensität
    Gestaltung der emotionalen Anforderungen
    Gestaltung der körperlichen Anforderungen
    Berufliche Zukunftsaussichten / Arbeitsplatzsicherheit
    Einkommen

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  4. Der Index des von Ihnen beschriebenen Arbeitsplatzes beträgt 38 Punkte.
    Das heißt: Sie haben schlechte Arbeits-/Einkommensbedingungen.

    Verbesserungsmöglichkeiten bestehen besonders in folgenden Bereichen:
    Qualifizierungs- & Entwicklungsmöglichkeiten
    Aufstiegsmöglichkeiten
    Einfluss- & Gestaltungsmöglichkeiten
    Führungsstil
    Betriebskultur
    Sinngehalt der Arbeit
    Arbeitsintensität
    Gestaltung der emotionalen Anforderungen
    Gestaltung der körperlichen Anforderungen
    Berufliche Zukunftsaussichten / Arbeitsplatzsicherheit
    Einkommen

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  5. Interessanter Test :-)

    Verbesserungsmöglichkeiten bestehen besonders in folgenden Bereichen:

    * Qualifizierungs- & Entwicklungsmöglichkeiten
    *
    * Aufstiegsmöglichkeiten
    * Einfluss- & Gestaltungsmöglichkeiten
    * Informationsfluss
    * Führungsstil
    * Betriebskultur
    * Arbeitszeitgestaltung
    * Arbeitsintensität
    * Gestaltung der körperlichen Anforderungen
    * Berufliche Zukunftsaussichten / Arbeitsplatzsicherheit
    * Einkommen

    Sehr gute Ergebnisse gab es nur bei Kollegialität (dank an meine wunderbaren Kolleginnen!) und Sinngehalt (ja, ich finde immer noch das meine Arbeit nützlich für die Gesellschaft ist).

    Mittlere Ergebnisse bei Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten und Gestaltung der emotionalen Anforderungen.

    Die restlichen Ergebnisse waren eher unterirdisch.

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