Mittwoch, 10. November 2010

Der heimliche Aufmarsch

Sarrazin hat es vor gemacht, andere Politiker schieben ständig nach. Rassismus wird wieder alltagsfähig und das Tätervolk applaudiert.
Nationalismus wird Gegenstand von Stammtischen, manche reden schon wieder von jüdischer Weltverschwörung.
Das Ausgrenzen von Menschen anderer Religion, anderer Hautfarbe und anderen Denkens ist „In“ und wird jetzt immer häufiger auch öffentlich vollzogen.

Medien geißeln linke Aktivisten als „Hassbrenner“ und Chaoten, die Polizei verprügelt wehrlose Demonstranten, ein Nebelschleier aus Tränengas hängt über der Stadt.

Ein neues Modelabel etablierte sich vor Jahren, vor allem in den neuen Bundesländern und Ostberlin, aber auch in BaWü und Bayern. „Thor Steinar“ Kleidung für das „nationale Jungvolk“, überall kann man dieser getragenen „Meinungsfreiheit“ nun begegnen. Die Bestellung ist einfach: Internet.

Während die Medien schweigen wurden seit dem Mauerfall bis zum Jahre 2005 mind. 130 Menschen in Deutschland aus faschistischen und rassistischen Motiven ermordet.
Seit 2005 kamen etliche weitere dazu.

Von den über 130 Straftaten fanden sogar mehrere in Polizeigewahrsam statt. Oury Jalloh starb 2005 in einer Polizeizelle in Dessau. Er verbrannte, gefesselt am Boden der Gefängniszelle. Die Freisprüche wurden dieses Jahr vom BGH kassiert, die Verhandlungen werden wieder aufgenommen. Doch dies macht niemanden mehr lebendig.

Jeden Monat gibt es in Deutschland über 1500 Straftaten mit rechtem Hintergrund, ein großer Teil davon sind Gewaltdelikte.

Seid konsequent und schreitet ein.
Wehret den Anfängen


Die nachfolgende Liste versucht den Opfern ein Gesicht zu geben:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/toedlicher-hass-137-todesopfer-rechter-gewalt-0166


Quelle:

www.netz-gegen-nazis.de

Kommentare:

  1. Wenn ich daran denke, dass in unserer Filiale so viele Sarazzins und Heisings in Bodenstapeln vorhanden sind, dass sie sich bestimmt bis zum Weihnachtsgeschäft 2011 nicht verkaufen, wird mir ganz anders.
    Stellt Hugendubel so seine Meinung dar? Echt Peinlich. Dabei gibt es bereits schon Buchhändler in unserer Stadt, die sich so etwas erst gar nicht ins Regal stellen, sondern nur auf Nachfrage bestellen. Sehr lobenswert!
    Ein Kollege hat bereits recht sarkastisch vorgeschlagen, ein Regal braun zu streichen und sämtliche Titel, dieser Spezies, dort zu präsentieren.

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  2. Danke für diesen Artikel!

    und für alle Münchner unter uns:

    http://www.muenchen-ist-bunt.de/

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  3. @ Bibi Blocksberg. Ich bin ganz sicher nicht Sarrazins Meinung. Aber es gibt so wahnsinnig viele Büche rund Autoren, deren Meinung ich nicht teile oder deren Positionen ich für bedenklich halte. Sobald mich ein Kunde auf meine PERSÖNLICHE Meinung anspricht, teile ich sie ihm mit. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, daß es uns als Buchhändlern nicht zusteht, zu "missionieren". Wir verkaufen ja van Helsing und einigen anderen Quatsch ebenfalls!

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  4. @Anonym 13.46

    Versuche nicht zu missionieren, enthalte mich auch meiner Meinung, wenn ein Kunde zu einem dieser Bücher greift.
    Leider habe ich einen Kollegen, der den Kunden erst mal erzählt, wie recht diese Autoren haben und dass er ja bereits das ein oder andere gelesen hat und voll dahintersteht. DAS ist voll daneben! Und wir haben einige Kunden aus der Politik, die er dann "bequatscht"...kein tolles Aushängeschild für H.

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  5. @ Bibi: Oh je! Das ist wirklich ekelhaft. Man sollte seine persönliche Meinung wirklich nur auf Nachfrage äußern! Vielleicht kann ja FL mal das Gespräch mit ihm suchen. Die politische oder sonstige Einstellung hat schleißlich am Arbeitsplatz garnichts zu suchen, oder?

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  6. Wie wär’s mit nem neuen NonBook Segment?
    Hitlerdolche, Eiserne Kreuze, Hakenkreuzfahnen und Npd T-Shirts? Macht bestimmt auch ziemlich viel Schotter!!!
    Zitat: Es muss ja nicht die eigene Meinung repräsentieren ne, wenigstens die Scheiße verkauft sich.
    So etwas nennt man dann "Firmenkultur".

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  7. @ Anonym 10.11.10; 16:16: Findest Du Deinen Kommentar angebracht? Dieser Austausch zwischen Bibi und mir hatte eigentlich nicht unbedingt etwas mit "Firmenkultur" zu tun. Aber Du kannst natürlich versuchen, auch den Sarrazin der GL anzulasten!

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  8. Über Sarrazins Äußerungen lässt sich vortrefflich streiten. Ich bin in Neukölln aufgewachsen und kann (so leid es mir aquch tut) dem GRUNDTENOR zustimmen. Seine Argumentationsschiene ist aber zum Haare raufen - aber so kennen ihn die Berliner.

    Auf Kirsten Heisig lass ich aber definitiv nichts kommen! Ich kenne viele aus der Politik/Polizei/Schule, die mit ihr auf Versammlungen (Schule/öffentlich) zu tun hatten. Und diese Frau hatte absolut recht und ihr Engagement sollte nicht von irgendwelchem Multi-Kulti-Traum-Gequatsche im Nachhinein geschmälert werden!

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  9. Ich dachte, dass sei hier ein Hugendubel-blog???
    Jetzt wieder Sarazzin und ganz viel Gelaber...

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  10. Richtig! Ein Hugendubel-Blog.
    Warum man hier nicht über Sarazzin sprechen sollte, weiß ich nicht...

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  11. Hallo,
    in der alten Zeit, als ich noch eigenmächtig Schaufenster und Tische gestaltete, ohne mich nach fotokopierten 360° Anleitungen a la Tiptoi richten zu müssen, lagen als kleiner Gimmick neben fragwürdigen Büchern (die aufgrund von buchhändlerischem Selbstverständnis natürlich vorrätig sein sollten) immer auch solche konträrer Standpunkte. Ebenfalls aus Zunftehre.
    Im Falle Sarrazin wäre das vielleicht "Hubert Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren" oder
    "Walter Krämer: So lügt man mit Statistik".
    Also Vorgehen heute: macht dem Dispatcher diesen Vorschlag, der fragt die Abteilungsleitung, die fragt die Filialleitung, die fragt die Regionalleitung und falls das unterwegs nicht als zu unwichtig auf der Strecke bleibt, kriegt ihr 2 Wochen nachdem der Tisch umdekoriert wurde vielleicht ein OK.
    Gut, was?
    Interessanterweise blieben den Kunden immer die Besonderheiten im Gedächtnis.
    "Sie hatten da mal ein Schokomuffinbuch auf diesem Tisch..."
    Es war ein Tisch zum Thema "Ironwoman läuft sich topfit und hungert dabei.".

    Heute ist es tröstlich zu wissen, dass gerade diese Abteilungen, die ich bei den Kunden auf diese Weise etabliert habe, uns in der "Optimierungsphase" umsatzmäßig den Arsch retten.
    So, nun war das wieder ein Hugendubelthema.
    Liebe Grüße

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  12. @ Anonym 10.November 19:31

    Neukölln ist verbreiteter, als die meisten wahrhaben wollen. Das Problem ist im Hugendubel-Kernland vielleicht besser versteckt, aber im DBH-Imperium an vielen Stellen zu sehen!
    Doch Sarrazin ist eine politische Null und zeigt keine einzige Lösung auf. In einem Jahr wird keiner mehr von ihm sprechen und wer andere Menschen zusammenschlägt, weil sie ihm auf irgendeine Art zu "fremd" vorkommen, brauchte ihn nicht als Vortänzer. Für solche Klientel ist das Buch auch einfach zu dick...
    Wie weit eine Firmenkultur dazu taugt, das Sortiment zu bestimmen, darf bezweifelt werden. Bei Sarrazin sind sich vielleicht 90% der Buchhändler einig, bei anderen Autoren wohl weniger. Wer bewertet denn die Autoren bzw. deren Aussagen? Die Geschäftsführung, FL, Verdi? Das kann nicht klappen. Also nehmen wir den Umsatz mit, denn Amazon kennt keine Firmenkultur.

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  13. @ Sir Vivor
    Es ist schon Ehrfurcht gebietend, was für Hierarchieebenen durchlaufen werden müssen, um flexibel auf Anforderungen der Sortimentsgestaltung reagieren zu können. Ein Entscheidungsweg wie das Rückenmark eines Brontosaurus, sozusagen Flaggschiff-Stil. Da ist Egon aber beeindruckt, ganz nüchtern & sachlich, echt.

    Die Kunden, die Hugendubel kennen, die sind ja jetzt so überaus gut informiert, die wissen schon, daß sie einen interessant gestalteten Tisch, zu einem Thema, das vielleicht gerade erst im Entstehen ist, woanders erwarten dürfen. Man hatte uns ja mal die Befugnis gegeben sowas zu entscheiden und mit zu gestalten. Befugnis eben wieder entzogen, Pech gehabt (was ist eigentlich aus der Idee „Lean Management“ geworden)?

    Ich als alter Egon habe schon den Eindruck, daß diese Firma den Menschen - als Kunde, oder als Mitarbeiter - zunehmend als Störfaktor empfindet. Ob sich dadurch so viel Geld einsparen läßt, daß es sich für Hugendubel unter dem Strich AUSZAHLT, das bezweifle wohl nicht nur ich. Schließlich sind wir ein Dienstleister, und das bleiben wir wohl auch, weil das eben so erwartet wird – oder etwa nicht?

    Was den Clash of Civilizations angeht, so kann ich mich erinnern, daß das früher nicht das zentrale Problem war. Bevor Huntington seine Thesen formulierte, standen noch andere Fragen im Mittelpunkt, es ging z.B. auch um das Thema Freies Unternehmertum versus Planwirtschaft. Aber das hat sich dann irgendwann von selbst erledigt. Vielleicht geht es aber momentan auch ein bißchen um Weltbild- bzw. Buchhandelskultur. Bleibt spannend.

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