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Freitag, 27. September 2024

Gewerkschaften und Friedensbewegung

 Gespräch mit der Gewerkschafterin Ulrike Eifler




Wo gibt es momentan Friedensinitiativen in den Gewerkschaften und was machen sie?

Es gibt eine ganze Reihe: In Hanau haben IG Metall und Verdi 2022 und 2023 ihre Warnstreiks gemeinsam mit der Hanauer Friedensplattform organisiert. Der Verdi-Bezirk Stuttgart hat mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Juni eine Gewerkschaftskonferenz für den Frieden durchgeführt, die eine nicht unerhebliche Wirkung auf die gewerkschaftliche Debatte hatte. Die Landesmitgliederversammlungen der GEW in Berlin und Hamburg haben beschlossen, den Aufruf »Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg« zu unterstützen. Die GEW in Bayern hat gerade ein ganzes Seminar zur Zeitenwende veranstaltet. Der Arbeitskreis Internationalismus bei der IG Metall in Berlin organisiert Diskussionen zum Stellenwert der Gewerkschaften in der Friedensbewegung. Rund um den 1. September gibt es natürlich auch überall Veranstaltungen. Ich selber werde zum Beispiel bei Verdi in Siegen sprechen.

Das bestätigt meinen Eindruck: Es gibt viele Appelle und Petitionen, oft werden sie von den gleichen Aktiven unterschrieben. Dann gibt es Seminare und zu den großen Jahrestagen, wie dem Antikriegstag am 1. September, eine Reihe von Veranstaltungen und vielleicht auch Demonstrationen. Druck erzeugt das nicht.

Das reicht natürlich nicht aus. Das Problem ist, dass wir in der gesamten Nachkriegsgeschichte eine Trennung hatten zwischen der Friedensfrage und der sozialen Frage. Auf den Ostermärschen und am 1. September haben die Gewerkschaften über Frieden gesprochen und in den Tarifrunden über Tarifpolitik. Aber dass beides zusammengehört, dass jeder Euro, der in Rüstungshaushalten versenkt wird, für eine gute Bildung, Sozialpolitik, Familienpolitik und jetzt auch für den sozial-ökologischen Umbau fehlt – das haben wir nicht thematisiert. Und das hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir seit 80 Jahren in Frieden leben und es nicht unbedingt die Notwendigkeit dafür gab. Das muss sich jetzt ändern.

Es gab zwei gewerkschaftspolitische Friedenskonferenzen im letzten und in diesem Jahr, die Sie federführend mitorganisiert haben. Gibt es seit letztem Jahr einen Fortschritt beim friedenspolitischen Engagement der Gewerkschaften?

Die Friedensbewegung ist organisatorisch geschwächt. Mit SPD und Grünen haben sich zwei wichtige Pfeiler aus der Friedensbewegung der letzten Jahrzehnte verabschiedet. Auch Die Linke zaudert in der Friedensfrage. Das wirkt sich natürlich auch auf die Frage aus, wie sich die Gewerkschaften in der Friedensbewegung positionieren. Vor diesem Hintergrund können unsere Friedenskonferenzen ein Ort der Verständigung sein. Aber sie können den Aufbau von Strukturen nicht ersetzen. Nichtsdestotrotz haben die Konferenzen ein Zeichen gesetzt. In Stuttgart konnten wir die Teilnehmerzahl im Vergleich zum letzten Jahr verdoppeln: Insgesamt 1.000 Teilnehmer vor Ort und online machen deutlich, wie stark das Bedürfnis nach Orientierung und Debatte ist.

Wie groß ist denn der Einfluss von diesen kritischen Gewerkschaftern und Initiativen in den Apparat hinein? Auf dem letzten Verdi-Bundeskongress wurde die Debatte um Krieg und Frieden ja z. B. buchstäblich abgewürgt.

Die Bundesregierung versucht die Zeitenwende mit allen Mitteln durchzusetzen. Das führt zu widersprüchlichen Diskussionen in der gesamten Gesellschaft und letztlich auch in den Gewerkschaften. Es sind Erfolge auf den Gewerkschaftstagen von Verdi, dem DGB und der IG Metall erzielt worden, die uns Beinfreiheit geben, die Friedensfrage zu diskutieren.

Können Sie Beispiele nennen, wo sich die Antimilitaristen mit ihren Positionen durchsetzen konnten? Zum Beispiel beim Gewerkschaftstag der IG Metall 2023?

Freitag, 26. Juli 2024

Streik bei Hugendubel in Hannover

 Buchhändler*innen streiken im Schulbuchgeschäft

 

Streikparole: "Mein Lieblingsbuch? Unser Tarifvertrag!"

Keine Lohnerhöhung? Keine Inflationsausgleichsprämie? Kein Tarifvertrag?

Dann gibt es halt Streik für mehr Lohn!


Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres stürmen Eltern regelmäßig die
Innenstädte, um ihre Kinder mit Schulbüchern auszustatten. Das könnte in
diesem Jahr eng werden. Grund dafür: Die Gewerkschaft ver.di ruft für
Freitag, den 26. Juli, zu einem ganztägigen Streik bei Hannovers größtem
Buchhändler auf. Die Belegschaft der Hugendubel-Filiale am Kröpcke
kämpft mit ihrer Gewerkschaft für die Anerkennung des niedersächsischen
Einzelhandelstarifs durch die Unternehmensleitung.


„Während eine Verkäuferin im tarifgebundenen Einzelhandel nach dem
neuen Abschluss über 20 Euro die Stunde verdient und von Weihnachts-
und Urlaubsgeld profitiert, liegen die Löhne bei Hugendubel teilweise um
bis zu 30 Prozent darunter“, erklärt Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci
den Auslöser für den Streik.

 „Den vielen Frauen im Buchhandel sitzt die Angst vor Altersarmut spürbar im Nacken“, kritisiert Ciftci das Lohnniveau beim inhabergeführten Unternehmen mit Sitz in München. „Wir fordern den Arbeitgeber auf, seine Gutsherrenmentalität endlich abzulegen und den Beschäftigten mit einem Tarifvertrag soziale Sicherheit zu
gewährleisten.“

Die knapp zweistündige Streikkundgebung beginnt am Freitag, 26. Juli, ab
10 Uhr am Kröpcke.

Samstag, 13. Juli 2024

Tschüss Trittbrettfahrer*innen!

 Industriegewerkschaft BCE erkämpft Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder

ein Trittbrettfahrer sein - Redewendungen Bilder - illustriert

 

Bei den Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie-Industrie haben IG BCE und Arbeitgeber einen zusätzlichen freien Tag nur für Gewerkschaftsmitglieder vereinbart.

Erstmals wurden damit neben den allgemeinen Gehaltssteigerungen um 6,85 Prozent exklusive Vorteile für Gewerkschafter in einem großen Flächentarifvertrag festgeschrieben. Sie müssen dem Arbeitgeber ihre Mitgliedschaft aber anzeigen und erhalten bei Mitgliedsjubiläen noch zusätzlich einen zweiten Tag frei.

Ziel der Vereinbarung sei die Steigerung der Tarifbindung, teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Streng genommen gelten Tarifabschlüsse generell ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber wenden sie aber meist für alle Beschäftigten an, was gelegentlich zu Ärger über "Trittbrettfahrer" geführt hat, die Vorteile genießen, ohne Mitgliedsbeiträge an die Gewerkschaften zu zahlen. Diese betragen bei der IG BCE rund ein Prozent des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Einkommens.

Gewerkschaftsmitglieder bekommen Bonus-Tag

Freitag, 21. Juni 2024

Danke für nichts!

Zur aktuellen Gehaltsentwicklung bei HugendubelDanke für nichts - Tasche - Jutebeutel - PÖBELWERK

Vergangene Woche fand abends nach Feierabend eine schwach besuchte Mitarbeiter*innenversammlung des Unternehmers in München in der Filiale am Stachus statt. Aus den kleineren Filialen war praktisch niemand da, einige Kolleg*innen aus den Zentralen Diensten kamen, die Personalabteilung war befehlsgemäß vollzählig angetreten.

Hauptredner: Herr Dr. Maximilian Hugendubel.

Viele dürften gekommen sein, um Neuigkeiten zu erfahren.Was ist mit der Inflationsausgleichprämie? Gibt es eine Lohnerhöhung?

Angesichts der Reallohnverluste der Beschäftigten bei Hugendubel in den letzten Jahren sind das eminent wichtige Punkte für die Kolleginnen und Kollegen, von den viele mittlerweile finanziell auf dem Zahnfleisch daherkommen.

Sehen wir uns zunächst die Lohnentwicklung bei Hugendubel seit 2021 an:

Montag, 8. April 2024

Die längste und härteste Tarifrunde im Handel?

 Gegen Tarifdiktat, gegen Unterwerfung - für Existenzsicherung im Alter

Online-Gesprächsrunde mit Silke Zimmer (ver.di Handel)

Dienstag, 16.04.2024 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr


Die Beschäftigten im Handel kämpfen seit vielen Monaten für nachhaltige, tabellenwirksame Entgelterhöhungen und geben nicht auf. Zahlreiche Absagen von Verhandlungsterminen seitens des Arbeitgeberverbandes kennen nur eine Antwort: weitere Streiks und Aktionen.

Silke Zimmer, das für den Handel zuständige Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, sagt dazu: „Die Verhandlungen ziehen sich nun seit über elf Monaten hin. Das Verhalten der Arbeitgeber ist nicht akzeptabel. Sie handeln nach dem Motto: ‚Friss oder stirb.‘“

Ein hohes Maß an prekärer Beschäftigung, sei es Teilzeit, Befristung oder niedrige Einkommen prägen den Lebensalltag unserer Kolleg*innen im Handel. Wie kann es sein, dass Arbeitgeber*innen die Lebenssituation ihrer Beschäftigten so ignorieren und dabei vergessen, wer die Gewinne erarbeitet? Woher nehmen die Kolleg*innen in den Handelsbetrieben die Kraft für diesen langen Verhandlungszeitraum? Und wie können wir in ver.di unsere Kolleg*innen unterstützen?

Über diese und weitere Themen wollen wir mit Silke Zimmer sprechen.

Die Teilnahme ist digital oder vor Ort im Bildungszentrum Gladenbach möglich.


Link:  Die längste und härteste Tarifrunde im Handel?



Samstag, 30. März 2024

Donnerstag, 28. März 2024

Streik am Ostersamstag!

 


Streik am Ostersamstag in München

Wir treffen uns um 12:00 Uhr vor Zara/Theatinerstraße


V.i.S.d.P. Dominik Datz, ver.di-FB Handel München

Mittwoch, 27. März 2024

Osterstreiks bei Hugendubel in Hannover, München und Würzburg

 

 

Streik bei Hugendubel in München, Hannover und Würzburg am Gründonnerstag

 

Treffpunkt in München am Donnerstag, 28. März um 8:45 Uhr

Lidl Lager Anzing, Gewerbepark 1, 85646 Anzing

 

Beginn ca. 09:00 Uhr Demozug mit abschließender Kundgebung,  Ende: ca. 11:00 Uhr

Anfahrt:

Anfahrt mit S-Bahn Linie 2 – Station Poing (MVV Zonen M,1,2)
von dort verkehrt ein Shuttle Bus direkt zum Veranstaltungsort
 
 
 
Streik bei Hugendubel in München und Würzburg am Ostersamstag