Arbeitgeber nutzen letzte Chance auf Tarifvertrag nicht
Freitag, 11. Oktober 2024
"Wir sind keine Arbeitnehmer*innen zweiter Klasse!"
Freitag, 27. September 2024
Gewerkschaften und Friedensbewegung
Gespräch mit der Gewerkschafterin Ulrike Eifler
Wo gibt es momentan Friedensinitiativen in den Gewerkschaften und was machen sie?
Es gibt eine ganze Reihe: In Hanau haben IG Metall und Verdi 2022 und 2023 ihre Warnstreiks gemeinsam mit
der Hanauer Friedensplattform organisiert. Der Verdi-Bezirk Stuttgart hat mit
der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Juni eine Gewerkschaftskonferenz für den Frieden
durchgeführt, die eine nicht unerhebliche Wirkung auf die gewerkschaftliche
Debatte hatte. Die Landesmitgliederversammlungen der GEW in Berlin und Hamburg
haben beschlossen, den Aufruf »Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg« zu
unterstützen. Die GEW in Bayern hat gerade ein ganzes Seminar zur Zeitenwende
veranstaltet. Der Arbeitskreis Internationalismus bei der IG Metall in Berlin
organisiert Diskussionen zum Stellenwert der Gewerkschaften in der
Friedensbewegung. Rund um den 1. September gibt es natürlich auch überall
Veranstaltungen. Ich selber werde zum Beispiel bei Verdi in Siegen sprechen.
Das bestätigt meinen Eindruck: Es gibt viele Appelle und
Petitionen, oft werden sie von den gleichen Aktiven unterschrieben. Dann gibt
es Seminare und zu den großen Jahrestagen, wie dem Antikriegstag am 1.
September, eine Reihe von Veranstaltungen und vielleicht auch Demonstrationen.
Druck erzeugt das nicht.
Das reicht
natürlich nicht aus. Das Problem ist, dass wir in der gesamten
Nachkriegsgeschichte eine Trennung hatten zwischen der Friedensfrage und der
sozialen Frage. Auf den Ostermärschen und am 1. September haben die
Gewerkschaften über Frieden gesprochen und in den Tarifrunden über
Tarifpolitik. Aber dass beides zusammengehört, dass jeder Euro, der in
Rüstungshaushalten versenkt wird, für eine gute Bildung, Sozialpolitik,
Familienpolitik und jetzt auch für den sozial-ökologischen Umbau fehlt – das
haben wir nicht thematisiert. Und das hängt natürlich auch damit zusammen, dass
wir seit 80 Jahren in Frieden leben und es nicht unbedingt die Notwendigkeit
dafür gab. Das muss sich jetzt ändern.
Es gab zwei gewerkschaftspolitische Friedenskonferenzen im
letzten und in diesem Jahr, die Sie federführend mitorganisiert haben. Gibt es
seit letztem Jahr einen Fortschritt beim friedenspolitischen Engagement der
Gewerkschaften?
Die
Friedensbewegung ist organisatorisch geschwächt. Mit SPD und Grünen haben sich
zwei wichtige Pfeiler aus der Friedensbewegung der letzten Jahrzehnte
verabschiedet. Auch Die Linke zaudert in der Friedensfrage. Das wirkt sich
natürlich auch auf die Frage aus, wie sich die Gewerkschaften in der
Friedensbewegung positionieren. Vor diesem Hintergrund können unsere
Friedenskonferenzen ein Ort der Verständigung sein. Aber sie können den Aufbau
von Strukturen nicht ersetzen. Nichtsdestotrotz haben die Konferenzen ein
Zeichen gesetzt. In Stuttgart konnten wir die Teilnehmerzahl im Vergleich zum
letzten Jahr verdoppeln: Insgesamt 1.000 Teilnehmer vor Ort und online machen
deutlich, wie stark das Bedürfnis nach Orientierung und Debatte ist.
Wie groß ist denn der Einfluss von diesen kritischen
Gewerkschaftern und Initiativen in den Apparat hinein? Auf dem letzten Verdi-Bundeskongress
wurde die Debatte um Krieg und Frieden ja z. B. buchstäblich abgewürgt.
Die
Bundesregierung versucht die Zeitenwende mit allen Mitteln durchzusetzen. Das
führt zu widersprüchlichen Diskussionen in der gesamten Gesellschaft und
letztlich auch in den Gewerkschaften. Es sind Erfolge auf den
Gewerkschaftstagen von Verdi, dem DGB und der IG Metall erzielt worden, die uns
Beinfreiheit geben, die Friedensfrage zu diskutieren.
Können Sie Beispiele nennen, wo sich die Antimilitaristen mit ihren Positionen durchsetzen konnten? Zum Beispiel beim Gewerkschaftstag der IG Metall 2023?
Freitag, 26. Juli 2024
Streik bei Hugendubel in Hannover
Buchhändler*innen streiken im Schulbuchgeschäft
Streikparole: "Mein Lieblingsbuch? Unser Tarifvertrag!"
Keine Lohnerhöhung? Keine Inflationsausgleichsprämie? Kein Tarifvertrag?
Dann gibt es halt Streik für mehr Lohn!
Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres stürmen Eltern regelmäßig die
Innenstädte, um ihre Kinder mit Schulbüchern auszustatten. Das könnte in
diesem Jahr eng werden. Grund dafür: Die Gewerkschaft ver.di ruft für
Freitag, den 26. Juli, zu einem ganztägigen Streik bei Hannovers größtem
Buchhändler auf. Die Belegschaft der Hugendubel-Filiale am Kröpcke
kämpft mit ihrer Gewerkschaft für die Anerkennung des niedersächsischen
Einzelhandelstarifs durch die Unternehmensleitung.
„Während eine Verkäuferin im tarifgebundenen Einzelhandel nach dem
neuen Abschluss über 20 Euro die Stunde verdient und von Weihnachts-
und Urlaubsgeld profitiert, liegen die Löhne bei Hugendubel teilweise um
bis zu 30 Prozent darunter“, erklärt Gewerkschaftssekretär Mizgin Ciftci
den Auslöser für den Streik.
„Den vielen Frauen im Buchhandel sitzt die Angst vor Altersarmut spürbar im Nacken“, kritisiert Ciftci das Lohnniveau beim inhabergeführten Unternehmen mit Sitz in München. „Wir fordern den Arbeitgeber auf, seine Gutsherrenmentalität endlich abzulegen und den Beschäftigten mit einem Tarifvertrag soziale Sicherheit zu
gewährleisten.“
Die knapp zweistündige Streikkundgebung beginnt am Freitag, 26. Juli, ab
10 Uhr am Kröpcke.
Samstag, 13. Juli 2024
Tschüss Trittbrettfahrer*innen!
Industriegewerkschaft BCE erkämpft Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder
Bei den Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie-Industrie haben IG BCE und Arbeitgeber einen zusätzlichen freien Tag nur für Gewerkschaftsmitglieder vereinbart.
Erstmals wurden damit neben den allgemeinen Gehaltssteigerungen um 6,85 Prozent exklusive Vorteile für Gewerkschafter in einem großen Flächentarifvertrag festgeschrieben. Sie müssen dem Arbeitgeber ihre Mitgliedschaft aber anzeigen und erhalten bei Mitgliedsjubiläen noch zusätzlich einen zweiten Tag frei.
Ziel der Vereinbarung sei die Steigerung der Tarifbindung, teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Streng genommen gelten Tarifabschlüsse generell ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber wenden sie aber meist für alle Beschäftigten an, was gelegentlich zu Ärger über "Trittbrettfahrer" geführt hat, die Vorteile genießen, ohne Mitgliedsbeiträge an die Gewerkschaften zu zahlen. Diese betragen bei der IG BCE rund ein Prozent des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Einkommens.
Gewerkschaftsmitglieder bekommen Bonus-Tag
Freitag, 21. Juni 2024
Danke für nichts!
Zur aktuellen Gehaltsentwicklung bei Hugendubel
Vergangene Woche fand abends nach Feierabend eine schwach besuchte Mitarbeiter*innenversammlung des Unternehmers in München in der Filiale am Stachus statt. Aus den kleineren Filialen war praktisch niemand da, einige Kolleg*innen aus den Zentralen Diensten kamen, die Personalabteilung war befehlsgemäß vollzählig angetreten.
Hauptredner: Herr Dr. Maximilian Hugendubel.
Viele dürften gekommen sein, um Neuigkeiten zu erfahren.Was ist mit der Inflationsausgleichprämie? Gibt es eine Lohnerhöhung?
Angesichts der Reallohnverluste der Beschäftigten bei Hugendubel in den letzten Jahren sind das eminent wichtige Punkte für die Kolleginnen und Kollegen, von den viele mittlerweile finanziell auf dem Zahnfleisch daherkommen.
Sehen wir uns zunächst die Lohnentwicklung bei Hugendubel seit 2021 an:
Mittwoch, 24. April 2024
Zusammen kämpfen: Beschäftigte von Hugendubel, Zara und Massimo Dutti streiken in München
Freitag, 12. April 2024
++ Betriebsversammlung am 17. April in München ++
Montag, 8. April 2024
Die längste und härteste Tarifrunde im Handel?
Gegen Tarifdiktat, gegen Unterwerfung - für Existenzsicherung im Alter
Online-Gesprächsrunde mit Silke Zimmer (ver.di Handel)
Dienstag, 16.04.2024 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr
Die Beschäftigten im Handel kämpfen seit vielen Monaten für nachhaltige, tabellenwirksame Entgelterhöhungen und geben nicht auf. Zahlreiche Absagen von Verhandlungsterminen seitens des Arbeitgeberverbandes kennen nur eine Antwort: weitere Streiks und Aktionen.
Silke Zimmer, das für den Handel zuständige Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, sagt dazu: „Die Verhandlungen ziehen sich nun seit über elf Monaten hin. Das Verhalten der Arbeitgeber ist nicht akzeptabel. Sie handeln nach dem Motto: ‚Friss oder stirb.‘“
Ein hohes Maß an prekärer Beschäftigung, sei es Teilzeit, Befristung oder niedrige Einkommen prägen den Lebensalltag unserer Kolleg*innen im Handel. Wie kann es sein, dass Arbeitgeber*innen die Lebenssituation ihrer Beschäftigten so ignorieren und dabei vergessen, wer die Gewinne erarbeitet? Woher nehmen die Kolleg*innen in den Handelsbetrieben die Kraft für diesen langen Verhandlungszeitraum? Und wie können wir in ver.di unsere Kolleg*innen unterstützen?
Über diese und weitere Themen wollen wir mit Silke Zimmer sprechen.
Die Teilnahme ist digital oder vor Ort im Bildungszentrum Gladenbach möglich.
Link: Die längste und härteste Tarifrunde im Handel?
Sonntag, 31. März 2024
Streikaktion am Karsamstag in München
Samstag, 30. März 2024
Laut im Ton für mehr Lohn
Donnerstag, 28. März 2024
Streik am Ostersamstag!
Mittwoch, 27. März 2024
Osterstreiks bei Hugendubel in Hannover, München und Würzburg
Streik bei Hugendubel in München, Hannover und Würzburg am Gründonnerstag
Treffpunkt in München am Donnerstag, 28. März um 8:45 Uhr
Lidl Lager Anzing, Gewerbepark 1, 85646 Anzing
Beginn ca. 09:00 Uhr Demozug mit abschließender Kundgebung, Ende: ca. 11:00 Uhr
Anfahrt:






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