Montag, 19. Juni 2017

Ein Antisemit auf der Bestenliste

Biedermänner & Brandstifter (6):  Der Fall Sieferle






Zusammen mit der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichte NDR Kultur bisher regelmäßig die "Sachbücher des Monats". Nun hat NDR Kultur die Zusammenarbeit mit der Jury bis auf weiteres ausgesetzt. Mit der Empfehlung von "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle in der Juni-Liste hat die Jury - so der NDR in einer Pressemitteilung - "eine gravierende Fehlentscheidung getroffen, die für NDR Kultur nicht tragbar ist. Nach Einschätzung von NDR Kultur und anderen Kritikern äußert der Autor in seinem Buch rechtslastige Verschwörungstheorien, von denen sich die Redaktion entschieden distanziert. Auch die Jury distanziert sich von Buch und Verlag und bedauert dessen Nominierung."


Der Jury der renommierten Sachbuch-Liste gehören Wissenschaftler und Journalisten an, die monatlich allein auf Qualitätskriterien beruhende Literaturempfehlungen abgaben. Jeder Juror kann 20 Punkte verteilen, die üblicherweise auf mehrere Titel verteilt wurden. Nun hat das Jury-Mitglied und SPIEGEL-Redakteur Johannes Saltzwedel seine 20 Punkte auf einen Titel, nämlich das Buch von Sieferle kumuliert, damit er den Einzug in die Besten-Liste schafft. Was ihm auch gelang: Sieferles Machwerk schaffte es auf Platz neun. 

Mittwoch, 14. Juni 2017

"Nicht betteln, nicht bitten. Nur mutig gestritten!"

"Allgemeinverbindlichkeit" und die Geschichte der Gewerkschaften

Bildergebnis für gerd arntz zusammenhalt
Gerd Arntz, Fabrikbesetzung in Frankreich, (1936) Holzschnitt 

"Nicht betteln, nicht bitten. Nur mutig gestritten. Nie kämpft es sich schlecht für Arbeit und Recht" ( "Arbeit" im Ursprungstext "Freiheit", 19. Jhd.), oft zitiert bei Streikversammlungen.. "Allgemeinverbindlichkeit" ist die gleiche Falle wie das "Tarifeinheitsgesetz" (Nahles): Im ersten Fall werden es einige aktive Belegschaften schon richten, im zweiten Fall ist es ein Streikverbot für eine aktive Minderheit und verstößt daher wesentlich gegen Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz (Koalitionsfreiheit/Streikrecht).

Die Aktion der KollegInnen des Münchner Einzelhandels (Übergabe einer Resolution zur Allgemeinverbindlichkeit im Bayerischen Landtag, Anm. d. Red.) war insofern richtig, weil sie spektakulär auf einen Missstand hinweist, der für einen Sozialstaat unerträglich ist: Die Massenflucht einiger Kapitalfraktionen (je nach Branche unterschiedlich) aus den Tarifverträgen. Wer Lust hat, weiterzulesen, hier ein kurzer geschichtlicher Exkurs und eine Schlussfolgerung, die möglicherweise nicht allen gefällt:

Mittwoch, 7. Juni 2017

Handelskonzerne wollen "Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft"


Bundesverwaltungsgericht stärkt Sonntagsschutz - Konzerne wollen totale Freigabe


 Bildergebnis für sonntagsallianz


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 17.05.2017  (BVerwG 8 CN 1.16) zu Sonntagsöffnungen. Das Gericht stellte fest, dass eine Verordnung der Stadt Worms, mit der Sonntagsöffnungen am 29. Dezember 2013 in Worms genehmigt worden waren, rechtswidrig ist und änderte damit ein Urteil der Vorinstanz. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt mit der Entscheidung seine bisherige Rechtsprechung, wonach Sonntagsöffnungen nur dann zulässig sind, wenn dafür ein hinreichend gewichtiger Sachgrund besteht, der selbst prägend für den Sonntag ist. ver.di hatte gegen die Verordnung der Stadt Worms geklagt.

Auch in Augsburg wurde eine Sonntagsöffnung untersagt, für Potsdam wird demnächst ein ähnliches Urteil erwartet. Vorher hatte ein gericht bereits die Sonntagsarbeit bei Amazon in Bad Hersfeld untersagt. "Das ist ein guter Tag für den Sonntagsschutz. Das Gericht hat eindeutig bestätigt, dass für jede Sonntagsöffnung ein wirklich hinreichender Anlass existieren muss. 

Ökonomische Interessen der Händler oder das Interesse, einkaufen zu gehen, reichen alleine nicht aus. Leider genehmigen bundesweit viele Kommunen Sonntagsöffnungen, die absehbar rechtswidrig sind, weil oft nur Scheinanlässe für die Ladenöffnungen herhalten müssen. Diese Missachtung der Gesetze und der Rechtsprechung muss ein Ende haben.

Freitag, 26. Mai 2017

Donnerstag, 25. Mai 2017

Mittwoch, 24. Mai 2017

Heute Streik!

Streik im Einzel- und Buchhandel und bei den Versicherungen - Teil 1







Heute Streik im Handel, Buchhandel und bei den Verlagen

Deutliches Signal vor der zweiten Tarifrunde
 
 
 
Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen bei Buchhandel und Verlagen in Bayern am kommenden Montag traten zahlreiche Beschäftigte in den Ausstand. Neben den Kolleginnen und Kollegen aus dem Handel beteiligten sich auch Beschäftigte von Hugendubel und dem Fachverlag Hüthig Jehle Rehm am Streik. Am Stachus gibt es ab 11:00 Uhr  eine Kundgebung aller Streikenden.
 



Dienstag, 23. Mai 2017

Ausrufezeichen!

"Wer zuhause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und läßt andere kämpfen für seine Sache,
der muß sich vorsehen:

Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage.

Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will,
denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."

(Bertolt Brecht)

Mittwoch, 17. Mai 2017

„Harte Arbeit verdient kräftige Lohnerhöhungen“

Zentrale Streikkundgebung in Nürnberg mit Frank Bsirske


Über 2.500 Beschäftigte aus 90 Betrieben im bayerischen Handel folgten am 16.05.2017 dem Streikaufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). 2.000 Streikende machten sich zur zentralen Streikkundgebung nach Nürnberg auf. Besondere Unterstützung erfuhren die Handelsbeschäftigten vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske: „Die Arbeit im Handel ist hart: Personalknappheit, oft unfreiwillige Teilzeit und niedrige Löhne gehören zum Alltag der Beschäftigten, gleichzeitig steigen Umsätze und Gewinne der Unternehmen. Eine kräftige Lohnerhöhung ist mehr als überfällig.“

Aufgerufen wurden Beschäftigte aus ausgewählten Betrieben der Unternehmen Amazon, Adveo, Alliance Healthcare, Dehner, Esprit, Feneberg, H&M, Hugendubel, Karstadt, Kaufhof, Kaufland, Lidl, Marktkauf, MediaMarkt, Metro C&C, netto, Norma, Phoenix Pharmahandel, real,-, Selgros, V-Markt, Wöhrl und Zara.

Dienstag, 16. Mai 2017

Heute: Streik!

Warnstreiks bei Handel und Buchhandel in Bayern







Montag, 15. Mai 2017

Deine Rechte beim Streik




Speziell im Arbeitskampf kommt es auf jede und jeden an! Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht zu streiken. Dies ist in Artikel 9 III des Grundgesetzes garantiert.
Der Streik ist immer das letzte Mittel, um berechtigte Forderungen der Gewerkschaften durchzusetzen; daher ist es gerade dann notwendig, dass möglichst alle zum Streik aufgerufene Arbeitnehmer sich am Streik beteiligen.

Hier eine Zusammenfassung deiner Rechte im Arbeitskampf:

1. Jede Kollegin und jeder Kollege – egal, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht - darf an einem (Warn)Streik teilnehmen. Der Arbeitgeber darf das nicht verhindern. Benachteiligungen wegen der Streikteilnahme sind unwirksam.

Freitag, 12. Mai 2017

Macron oder die Uberisation der Gesellschaft

Ein Kommentar

Vom Rothschild-Banklehrling zum französischen Staatspräsidenten: Der Kapitalismus legt gelegentlich die letzten Rückstände von Scham ab. Zwischenzeitlich ist beispielsweise das « System » Goldman Sachs so politikvernetzt, dass es keine « Lobby » im eigentlichen Sinn mehr braucht. Der Vorhof, der ohnehin die entscheidenden ökonomischen und sozialen Daten setzt, hockt schon lange mittendrin.

Ob als Milliardär oder als Banken-Vertreter, man braucht nicht mehr das Gehör des Kaisers, man ist es lieber selbst. Das unterscheidet übrigens unsere fortschrittliche Demokratie vom Reich der Kaiser im « Heiligen römischen Reich deutscher Nation »: Fugger, Welser, Medicis konnten unendlich reich sein, Kaiser konnten und wollten sie nicht werden (höchstens eine Königsfrau, wie Catharine de Medici).

Samstag, 29. April 2017

Wir sind viele, wir sind eins: Heraus zum 1. Mai!

Internationaler Kampf- und Feiertag der ArbeiterInnenklasse

 

Es hilft nichts: Wir müssen uns selbst aus dem Elend erlösen, uns finden, Widerstand leisten, uns organisieren. Die Geschichte zeigt: Uns wird nichts geschenkt! Der 1. Mai bietet die Möglichkeit, uns auf der Straße zu treffen und gemeinsam für unsere Interessen und Ideen einzustehen.
In diesem Sinne: Unsere Rechte müssen erkämpft werden – nicht erbettelt. Heraus zum 1.Mai!

Donnerstag, 27. April 2017

Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen

Forderung nach Allgemeinverbindlichkeit

BetriebsrätInnen des Münchner Einzelhandels übergaben gestern eine Resolution zur Reform der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzhandel an die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag
Sie machten damit auf die drohende Altersarmut und den Vernichtungswettbewerb aufmerksam




Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von ver.di:



Sehr geehrter Herr Kreuzer,

seit der Abschaffung der AVE 1999 in Bayern fallen nur mehr ca. 30% der im Handel Beschäftigten unter den Geltungsbereich der bestehenden Tarifverträge. Oder andersherum: 70% der Beschäftigten im Handel haben heute keinen Rechtsanspruch mehr auf die tariflichen Leistungen.

Unsere Branche ist in den letzten Jahren zunehmend von Verdrängungswettbewerb, Altersarmut, prekären und zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen gezeichnet.

Dienstag, 18. April 2017

"Es ist ein Kampf um Köpfe, um Klarheit und um Aufklärung"

Interview mit Fritz Schmalzbauer zur Präsidentschaftswahl in Frankreich


Einer von elf Präsidentschaftskandidaten: Jean Luc Mélenchon
 

1. Zur kommenden Präsidentschaftswahl in Frankreich am 23. April 2017 treten in der ersten Runde 11 Kandidaten an.  Wer vertritt aus Deiner Sicht von diesen 11 noch am ehesten die Interessen der ArbeiterInnenklasse?



Die Frage stellt sich in einem größeren Zusammenhang: Welches politische Projekt ist geeignet, eine "nachhaltige" Perspektive für die große Mehrheit der Menschen in Frankreich und darüber hinaus in Europa aufzuzeigen? Die Überraschung aller Fatalisten ("wählen bringt nichts") ist die hohe Zustimmung für Jean Luc Mélenchon ("Les Insoumises"). Könnte ich hier wählen, hätte er meine Stimme. Zum einen, weil er eine "6. Republik" mit einem demokratischen Unterbau vorschlägt.

 

Montag, 10. April 2017

Tu felix Austria

Warum es in Österreich viel weniger Altersarmut gibt



Tu felix Austria, Du glückliches Österreich!
Ein aktueller Bericht der ARD-Magazins Monitor zeigt am Beispiel
von Österreich, wie man drohende Niedrigrenten und Altersarmut verhindern kann

Donnerstag, 6. April 2017

"Ich kämpfe für den Freiraum in den Köpfen"

 
 
In deinem Kopf fängt der Freiraum an,
wir machen da oben den ersten Schritt zu einem Aufstand.
Menschen sammeln sich zusammen wie Gedanken, die sich zusammenfügen
und als Kollektiv gemeinsam hier die Wahrnehmung verschieben.
Die Ordnung durcheinanderbringen und sie neu sortieren,
können wir, wenn wir die Angst vor den Gedanken mal verlieren.
Auch wenn sie verwirren, wenn du dir erst mal den Kopf zerbrichst,
dann schützt dich auch nicht das Visier vor deinem Gesicht.
Selber denken ist geil, aber manchmal auch nicht leicht
und es sucht sich die Bequemlichkeit schnell jemand der die Richtung weist.

Montag, 3. April 2017

Gewerkschaftsarbeit unter Extrembedingungen


Veranstaltung heute abend im DGB-Haus in München
zum Vergrößern auf Bild klicken






Freitag, 31. März 2017

Dem Kapital die Zunge herausstrecken!


Albert Einstein empfiehlt ver.di-Mitgliedschaft

Der Physiker Albert Einstein streckt am 14.03.1951, an seinem 72. Geburtstag, die Zunge heraus.


"Gegen organisierte Macht gibt es nur organisierte Macht;
ich sehe kein anderes Mittel, so sehr ich es auch bedaure."

(Albert Einstein)






Liebe Kollegin, lieber Kollege,

heute, am 31. März 2017 läuft für die Beschäftigten im Buchhandel
 und den Verlagen in Bayern der Entgelttarifvertrag aus,
den Manteltarifvertrag haben die Arbeitgeber zum 30. Mai 2017 gekündigt.
Rechtlichen Anspruch auf Tarifleistungen und deren Nachwirkung haben nur Gewerkschaftsmitglieder, die vor dem Kündigungstermin ver.di-Mitglied sind.


Deshalb:






Mittwoch, 29. März 2017

Es ist 5 vor 12




Liebe Kollegin, lieber Kollege,

am 31. März 2017 läuft für die Beschäftigten im Buchhandel
 und in den Verlagen in Bayern der Entgelttarifvertrag aus,
den Manteltarifvertrag haben die Arbeitgeber zum 30. Mai 2017 gekündigt.
Rechtlichen Anspruch auf Tarifleistungen und deren Nachwirkung haben nur Gewerkschaftsmitglieder, die vor dem Kündigungstermin ver.di-Mitglied sind.

Deshalb:




Montag, 27. März 2017

Die Freiheit der Entscheidung


Tarifvertrag    oder   Vergütungsordnung

Tariflohn   oder   Mindestlohn/Vergütungslohn

Weihnachtsgeld   oder   kein Weihnachtsgeld

37,5 Std-Woche   oder   40 Std.-Woche

Spätzuschläge   oder   keine Spätzuschläge

besonderer Kündigungsschutz für Beschäftigte ab 52 Jahren
 bei längerer  Beschäftigungsdauer   oder    nichts

6 Wochen Urlaub   oder   4 Wochen Urlaub (gesetzlich)

Vermögenswirksame Leistungen   oder   Keine VWL

gemeinsam solidarisch   oder   isoliert vereinzelt

an Arbeitskampfmaßnahmen teilnehmen   oder   sich still verhalten

streiken   oder   betteln   

Gewerkschaftsmitglied   oder   Nicht-Gewerkschaftsmitglied



Liebe Kollegin, lieber Kollege,

am 31. März 2017 läuft der Entgelttarifvertrag aus,
den Manteltarifvertrag haben die Arbeitgeber zum 30. Mai 2017 gekündigt.
Rechtlichen Anspruch auf Tarifleistungen und deren Nachwirkung haben nur Gewerkschaftsmitglieder, die vor dem Kündigungstermin ver.di-Mitglied sind.

Freitag, 24. März 2017

Wirtschaftspornogedicht


Wirtschaftswachstum! Risikoinvestition!

Abwrackprämie war gestern, wir verbraten Kapital

Liquiditätshilfen gegen Stocken der Devisenflüsse sind zur Hand

Florierender Außenhandel! Deine prallen Schuldenberge, erbebend!

Sexy in hohen Absatzmärkten, deine üppigen Budgets emporgestreckt und kreisend!

Mit frisierten Büchern und glatten Bilanztricks im Schweinsgalopp

Konjunkturoptimistisch! Hier wird lauthals fusioniert

Verschwitzte Kursmanipulationen, immer dereguliertere Märkte

Solch prächtiger Wohlstand, schau! Solche Rendite! Wir schlagen Schaum!

Angebot und Nachfrage bis zum Hals, in rasantem Kursanstieg bis zum Höhepunkt —

Hunderte und Hunderte Milliarden werden heftig in obskure Wirtschaftskanäle gepumpt

Oh Baby, ich brauch gleich Staatshilfe!

Ein paar letzte Schwalle kraftvoller Finanzspritzen, dann Deflation

Insolventes Wegrollen in die Kissen

Mikael Vogel, "Wirtschaftspornogedicht", aus: Massenhaft Tiere, Verlagshaus J. Frank, Berlin 2011

Mittwoch, 22. März 2017

Kapitalisten und ihre Schaufeln

Neues aus der Blogosphäre:  Was ist in den anderen ver.di-Blogs los?




Kapitalisten-Schaufel als Super Sign bei Dehner


"Vergesst die Pyramiden, den Eiffelturm, die Freiheitsstatue", berichtete der ver.di-Blog der Dehner-Beschäftigten, "hier kommt die Schaufel!". Mit der "Schaufel" - von den Kolleginnen gleich zutreffend als "Kapitalisten-Schaufel" tituliert, ist eine riesige Gartenschaufel gemeint, die die Gartenbaucenter-Kette Dehner sich selbst zum 70. Geburtstag als neues Super Sign schenkte.

Offizielles Statement des Dehner-Geschäftsführers Weber, dessen Unternehmen 2009 Tarifflucht begangen hat,  zum Schaufel-Monster:
"Das Design-Konzept für die rund 3,5 Tonnen schwere Alu-Stahl-Konstruktion mit Lärchenholzgriff wurde in Zusammenarbeit mit einer renommierten Agentur aus München entwickelt. Weber: „Dehner setzt dabei bewusst auf eine Optik der Superlative: Das Objekt soll künftig als ‚Super Sign‘, Markenbild und Besucherattraktion gleichermaßen fungieren.“

Kommentar der Dehner-ver.di-Blogredaktion: "Die Dekadenz der Geschäftsführung kennt keine Grenzen. Dehner gibt sich die Schaufel!"

Montag, 20. März 2017

Grad schee is

City Partner München kassiert erneute Niederlage

Der strahlend blauweiße Himmel über München
wird auch 2017 durch keine Sonntagsöffnung getrübt


Eine schlechte Nachricht für Konsummonaden ohne Familie und Freunde, die nur am Sonntagnachmittag ihre Waschmaschinen kaufen können. Und eine gute Nachricht für alle im Handel Beschäftigten:  Der Lobbyistenverein der Münchener Handelskonzerne in der Innenstadt, City Partner München e.V., hat in Sachen Sonntagsöffnung eine weitere Niederlage einstecken müssen. Das Kreisverwaltungsreferat München ging nicht auf das modifizierte Konzept der Pressure Group der Handelskapitalisten für eine Sonntagsöffnung am Stadtgründungsfest am 18. Juni 2017 ein.

So bleibt der Sonntag in München weiterhin, was das Bundesverwaltungsgericht 2015 in einem Grundsatzurteil ausdrücklich bestätigt hat: ein fester Zeit-Anker für die Menschen, der nicht dem Kommerz geopfert wird, sondern für soziale, kulturelle, gesellschaftliche, sportliche und politische Aktivitäten reserviert ist.

Montag, 13. März 2017

Länger schuften, früher sterben

Armutsbericht 2017 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes


Den kürzlich vom Paritätischen Wohlfahrtsverband veröffentlichten Armutsbericht 2017 findet Ihr hier zum Download: 

In Tabelle 1 (auf Seite 7 des Berichts) ist bei verschiedenen Haushaltstypen angegeben, welches Einkommen erreicht werden muss, um die Armutsschwelle zu überschreiten (Quelle sind die statistischen Ämter des Bundes und der Länder). Damit kann jedermann/frau feststellen, ob mit dem eigenen Einkommen die sogenannte Armutsschwelle erreicht oder überschritten wird, oder ob man als (relativ) einkommensarm gilt.

Wie die Tagesschau ebenfalls kürzlich in einem Beitrag berichtete, sterben Arme früher als Reiche:

Mittwoch, 8. März 2017

Abteilungsversammlungen

 
 
 
"Der Betriebsrat hat einmal in jedem Kalendervierteljahr eine Betriebsversammlung einzuberufen und in ihr einen Tätigkeitsbericht zu erstatten", heißt es in § 43 des Betriebsverfassungsgesetzes. Anstatt einer Betriebsversammlung kann der Betriebsrat auch eine Abteilungsversammlung einberufen.
 
Am Standort München werden in den nächsten  Wochen in den einzelnen Filialen und Abteilungen sogenannte Abteilungsversammlungen durchgeführt. Zeit und Ort sind jeweils dem Aushang am Schwarzen Brett zu entnehmen. Weitere Auskünfte geben Euch Eure Betriebsrätinnen und Betriebsräte.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte nutzt diese Gelegenheit, um in kleinerem Kreis Themen und Probleme mit Euren BetriebsrätInnen direkt vor Ort zu besprechen.

Montag, 6. März 2017

"Zeigt Haltung!"





Twitter-Diskussion um rechte Literatur bei Hugendubel

 
Empört Kunden: Auslage mit Kopp-Titeln in der Ulmer Hugendubel-Filiale




Seit einigen Tagen tobt eine heftige Diskussion auf Twitter um rechte Titel bei Hugendubel.

Einer Kundin waren in der Ulmer Hugendubel-Filiale die offensiv präsentierten Titel u.a. des Kopp-Verlages unangenehm aufgefallen. Auf Twitter schrieb sie:  

"Schockiert über rechtsextremistische Bücher prominent ausgestellt im Ulmer Hugendubel. , bitte zeigt Haltung!" 


Am Freitag berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) unter der Schlagzeile Wirbel um bei Hugendubel verkaufte Titel vom Kopp-Verlag über den Fall und zitierte dabei auch eine Unternehmenssprecherin von Hugendubel:

Mittwoch, 1. März 2017

Arbeitgebervorschlag für die Fastenzeit


zum Vergrößern auf die Graphik klicken
 
 
 
Pünktlich zum Beginn der Fastenzeit präsentieren wir hier im Infoblog einen Arbeitgeber-Vorschlag für alle nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen:
 
Unser neuer Service im Hugendubel Infoblog:
Die Verzicht-Vorlage zum Anklicken, Ausdrucken, Ausfüllen und Abgeben (in der Personalabteilung.)


Montag, 27. Februar 2017

Kein Faschingsscherz


Bildergebnis für narrenkappe karneval



Süddeutsche Zeitung: "Sie haben für die Sanierung die Berater von Porsche Consulting geholt.
Was haben die verbessert?"

Maximilian Hugendubel: "Das ist zunächst vor allem eine Haltungsfrage gewesen. Nach der Weltbild-Insolvenz haben die Mitarbeiter mit diesem Projekt den Glauben an den Buchhandel wiedergefunden. Sie sind wieder aufrecht gegangen, die Schultern sind wieder breiter geworden."






Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 20.02.2017, Interview mit Nina und Maximilian Hugendubel
(vollständig online nur für SZ-Abonnenten lesbar)
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/buchhandel-hugendubel-die-krise-hat-die-firma-zusammengeschweisst-1.3387144

Freitag, 24. Februar 2017

Mephistos Faust

Nicht lustig: Georg Schramm


 
Vor fünf Jahren schlug die Infoblog-Redaktion im Blog-Artikel Schramm for President den Kabarettisten Georg Schramm als Kandidaten zur damaligen Bundespräsidentenwahl vor. Gewählt wurde dann leider nicht der zornige Prediger Schramm, der so manchem  die Leviten gelesen hätte, sondern der Pfaffe Gauck, der der Freiheit des Kapitals und weltweiten Militäreinsätzen seinen Segen gab.
 
Kürzlich wurde schon wieder der falsche Bundespräsident gewählt: nicht der über die Spaltung der Gesellschaft wütende Armutsforscher Christoph Butterwegge, sondern der Agenda-Architekt Steinmeier, in dessen Antrittsrede kein einziges mal das Wort "sozial" vorkam.
 
Grund genug, mit Schramms Programm Mephistos Faust kräftig auf den Tisch zu hauen.

Dienstag, 21. Februar 2017

Schlechte Führung macht krank

Arbeitgeber blockieren Verhandlungen zu gesundheitsförderlicher Führung



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Mittwoch, 15. Februar 2017

Beschäftigtenrechte unter Beschuss: Union-Busting stoppen!

Petition: Solidarität mit den Beschäftigten in Bangladesh!



Noch im Oktober 2016 hatten in Dhaka deutsche GewerkschafterInnen vom Fachbereich Handel der Gewerkschaft ver.di im Rahmen von ExChains gemeinsam mit den Bekleidungsarbeiter_innen vor Ort für die Zahlung eines Existenzlohns demonstriert. Nun nehmen Arbeitgeber und Regierung friedliche Beschäftigtenproteste zum Vorwand, die Arbeiter_innenbewegung zu zerschlagen.

In Dhaka sind die Kosten für Grundnahrungsmittel und Wohnen in den letzten Monaten explodiert. Daher haben zehntausende Beschäftigte im Stadtteil Ashulia im Dezember für einen deutlich höheren Mindestlohn gestreikt. Der ist sowieso fällig, denn er muss laut Gesetz alle drei Jahre an die Preisentwicklung angepasst werden; dies geschah zuletzt 2013.

Montag, 13. Februar 2017

Politik für Beschäftigte und klar gegen rechts


Superwahljahr 2017:  Was wir als Gewerkschaft fordern

Bildergebnis für wählen gehen




Fünf Wahlen stehen 2017 an: Die Bundespräsidentenwahl, drei Landtagswahlen und die Bundestagswahl im September. Der DGB hat seine Anforderungen an die Parteien zur Bundestagswahl bereits formuliert. Als Einheitsgewerkschaft ist der DGB parteipolitisch unabhängig, aber nicht neutral.
 
Im Wahljahr positioniert sich der DGB klar gegen Rechts. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann warnte bereits am 1. Mai 2016 in Stuttgart, dass die soziale Spaltung den Gegnern der Demokratie nütze. „Die Rechtspopulisten behaupten, sie seien die Partei des kleinen Mannes. Aber ihre politischen Programmpunkte bei der Steuer-, Renten- und Sozialpolitik zeigen, dass sie eine Partei der Besserverdiener ist, ohne Konzept, europafeindlich, menschenfeindlich und keine demokratische Alternative“, stellt der DGB-Vorsitzende klar. „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften agieren als Einheitsgewerkschaften parteipolitisch ungebunden, aber nicht neutral“, betont Hoffmann.

Montag, 6. Februar 2017

Was hat das Porsche-Projekt gebracht?


"Mittlere sechsstellige Summe"?  Der neue Hugendubel-Porsche



Porsche baut nicht nur - für BuchhändlerInnen unerschwingliche - Autos, sondern bietet über die Porsche Consulting GmbH auch Dienstleistungen im Bereich Unternehmensberatung an. Dabei werden ursprünglich von Toyota für den Automobilsektor entwickelte Kaizen-Rationalisierungsstrategien auf andere Branchen übertragen. Insbesondere der Buchhandel scheint für Porsche ein lukratives Geschäftsfeld geworden zu sein: Neben Thalia, Hugendubel und KNV haben sich in jüngster Zeit auch Osiander und die Mayersche Porsche ins Haus geholt.

Die Standardbausteine der Rationalisierer sind dabei immer dieselben: Vereinfachung von Arbeitsabläufen und aktive Kundenansprache, auch wenn letzteres wie bei Hugendubel nicht unbedingt der langjährigen Firmenkultur entspricht. Laut Süddeutscher Zeitung vom 7. Oktober 2016 hat sich Osiander-Chef Riethmüller sich die Porsche-Beratung einen "mittleren sechsstelligen Betrag kosten lassen. Während Riethmüller die Hälfte der Einsparungseffekte für Personalreduzierung nutzen will, hält sich sein Geschäftspartner Falter von der Mayerschen dazu noch bedeckt.

Die Infoblog-Redaktion stellt daher die Frage zur Diskussion: 

 Was hat das Porsche-Projekt gebracht?



Mittwoch, 1. Februar 2017

Abzocker in Nadelstreifen

Abzocker in Nadelstreifen




Klotzen statt kleckern“ ist das Motto der Bosse. Aber nur, wenn es um den eigenen Geldbeutel geht. Jüngstes Beispiel: Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Er bekommt eine Betriebsrente in Höhe von 1,2 Millionen Euro jährlich. Das sind 3.100 Euro pro Tag – lebenslang!
Anders als Millionen Beschäftigte braucht Winterkorn sich also keine Sorgen um seine Absicherung im Alter zu machen. Immerhin beträgt seine Betriebsrente das 117-fache der durchschnittlichen gesetzlichen Rente und sogar mehr als das 188-fache der durchschnittlichen Betriebsrente in Deutschland. Mit steigender Tendenz: Denn bei den Renten der Beschäftigten wird gekleckert, nicht geklotzt. So wollen es die Bosse, und so will es die Politik.
Gerade erst hat die Bundesregierung beschlossen, dass sie gegen das weitere Absinken des Rentenniveaus nichts unternehmen wird. Von dessen Erhöhung mit dem Ziel, den Lebensstandard zu sichern, möchte sie erst recht nichts wissen.
Auch in Sachen Einkommen gilt: Bei den Beschäftigten wird gekleckert, bei den Bossen geklotzt. 1993 „verdienten“ die Vorstände von DAX-Unternehmen durchschnittlich 13 mal so viel wie ihre MitarbeiterInnen. 2002 war es schon das 27-fache, 2014 schließlich das 57-fache. Mit Leistung hat das nichts zu tun, sondern mit purer Gier. Dieser Abzocke muss ein Riegel vorgeschoben werden! Das Mindeste wäre, dass Unternehmen die Gehälter, Betriebspensionen, Boni und Abfindungen von Managern nicht mehr unbegrenzt von der Steuer absetzen können.


Quelle: www.wipo.verdi.de