Freitag, 9. Dezember 2016

Gute Arbeit ist ein Menschenrecht!

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember

Arbeit ist Menschenrecht | Plakat am Rande einer Kundgebung zum 1. Mai | Foto: Autor: User mummelgrummel, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA


Die »westliche Wertegemeinschaft« beruft sich seit Jahrzehnten auf »die Menschenrechte«.
Dabei geht es in der Regel allein um »die Meinungsfreiheit«, reduziert auf das Recht auf kritische Äußerungen über politische Regimes, die dem »Westen« je nach Strategie und Gelegenheit als mißliebig gelten wie gegenwärtig China, Venezuela und Libyen. So dienen auch »Dissidenten«, die reaktionäre Positionen vertreten, ohne ihre Ziele klar zu machen, zum Anheizen weltweiter Kampagnen. Mit der Verletzung »der Menschenrechte« werden militärische Interventionen und Kriege begründet. Dieser permanente Mißbrauch hat weltweit bei vielen Menschen das Gefühl für elementare Rechte und die Kenntnis des vollständigen Systems der Menschenrechte verschüttet; vor allem die Sozial- und Arbeitsrechte finden kaum Beachtung.


Wer weiß schon, daß Artikel 23, Absatz 1 der UN-Charta der Menschenrechte, aktualisiert im »UN-Sozialpakt«, lautet: »Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.« Weiter in Absatz 2: »Jeder ohne Unterschied hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.« Und in Absatz 3: »Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.« Und wer weiß, daß es in Artikel 25 heißt: »Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit ...«

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Charlie Voltaire

... und die Kakerlaken des Obskurantismus


Über die Toleranz


Voltaire - hört man rühmen - habe nahezu nichts gesagt, was nicht vor ihm schon von jemandem gesagt worden sei, habe aber alles so gesagt, wie es vor ihm noch von niemandem gesagt worden sei. Er war ein Aufklärer im besten Sinn des Wortes, der sein Publikum nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen erreichte, und verdient bis heute, gelesen zu werden. Et voilá! Voltaire wird wieder gelesen, Voltaire ist brandaktuell. Über die Toleranz und der vorangestellte Eintrag über Fanatismus im Philosophischen Wörterbuch sind "Der Bestseller aus Frankreich" - damit zumindest wirbt Suhrkamp für die deutschsprachige Taschenbuchausgabe.


Woher dieses plötzlich neu erwachte Interesse verrät der auf dem Cover abgebildete Bleistift: ein Emblem der Je-suis-Charlie-Kampagne anfang 2015. Das erklärt auch, warum es bei der Herausgeberei offenbar so schnell gehen mußte. dass keine Zeit blieb, den Text der neuen Rechtschreibung anzupassen oder mit Anmerkungen zu versehen - heutzutage weiss ja schließlich nicht jeder immer gleich, wer zum Beispiel mit "Banianen" oder "Dositheanern" gemeint sein könnte. Stattdessen aber findet der Leser eine Vorrede von Laurent Joffrin, die - nunmehr im schlechtesten Sinn des Wortes - wahrhaft 'richtungsweisend' ist: eine ideologische Direktive.

Montag, 5. Dezember 2016

Silvester? Dieses Jahr später!

Während in Villa... äh.. an den anderen Standorten schon gefeiert wird, wird in München noch gearbeitet...


Bundesweit schließen die Filialen von Hugendubel (bis auf zwei Ausnahmen) an Silvester spätestens um 14 Uhr.
Viele Geschäfte in der Münchner Innenstadt haben dieses Jahr jetzt erstmals am 31.12. bis 16 Uhr geöffnet. Hugendubel möchte seine Filialen hier nun ebenfalls bis 16 Uhr geöffnet lassen.

Der Münchner Betriebsrat hat dem Arbeitseinsatz unserer KollegInnen am 31.12. nach 14 Uhr am Standort München deshalb widersprochen.

Samstag, 3. Dezember 2016

Palmyra ist bunt

Zu einem Gleichnis unserer Gegenwart


Cover des Buches 'Palmyra' 


Die Nachricht von der Zerstörung des antiken Palmyra durch fanatische IS-Rebellen hat Menschen in aller Welt fassungslos gemacht - und fällt schwer, das Entsetzen über eine derartige Barbarei auszusprechen, wenn Morden und Sterben den Alltag so vieler bestimmen. Dem Buch des französischen Althistorikers Paul Veyne "Palmyra. Requiem für eine Stadt" merkt man das an. Deutlich unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse entstanden, ist es dem ermordeten Archäologen und ehemaligen Generaldirektor der Altertümer von Palmyra Khaled al Asaad gewidmet.


Diesem aktuellen Bezug verdankt Paul Veynes historische Darstellung ihre besondere Bedeutung und Botschaft. Er erzählt die Geschichte einer antiken Metropole, wie sie war, jedoch so, dass sie zu einem Gleichnis unserer Gegenwart wird - und mehr noch: zu einem Spiegel, in dem sich keineswegs jeder gefallen darf. Modern gesagt: Palmyra ist bunt. Seine Lage an der Seidenstraße - weit bis ins Mittelalter wichtigste Fernhandelsroute zwischen Ost und West - ermöglichte dort nicht nur die Anhäufung sagenhafter Reichtümer, sondern auch ein fortwährendes Zusammentreffen vielfältiger und verschiedener kultureller, religiöser, politischer Einflüsse, das zur Ausprägung hybrider Formen führte.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Weihnachtsgeld fällt nicht vom Himmel...

...sondern wurde von unserer Gewerkschaft erkämpft!




Liebe Nicht-Gewerkschaftsmitglieder,


das Weihnachtsgeld ist keine milde Gabe der Arbeitgeber, sondern im Manteltarifvertrag als Lohnsonderzahlung festgelegt. Diese Leistung wurde von Gewerkschaftsmitgliedern erkämpft.
Nicht-Gewerkschaftsmitgliedern steht dieses Geld deswegen aus moralischen Gründen nicht zu.

Bitte überweist den Betrag an den ver.di-Arbeitskreis Junge Mode. Die KollegInnen werden Eure Spende an die Opfer kapitalistischer Profitgier in den Textilfabriken in Bangladesh weiterleiten.
Die Bankverbindung erfahrt Ihr über folgende Mail-Adresse: hugendubel.verdi@yahoo.de


Vielen Dank für Euer Verständnis!

Mit solidarischen Grüßen,
Infoblog-Redaktion

Montag, 28. November 2016

Arbeitgeberverband kündigt den Manteltarifvertrag Buchhandel und Verlage in Bayern





Entgegen der Absprache vom Juni 2016 hat der Arbeitgeberverband überraschend den Manteltarifvertrag zum kommenden Mai gekündigt. Im Rahmen der letzten Entgelttarifverhandlungen hatte der Verband noch darauf bestanden, dass man mit der ver.di Tarifkommission ab Herbst 2016 Mantelgespräche im ungekündigten Zustand führen möchte, aber dies ist nun Geschichte! Dies bedeutet, dass ab 01. Juni 2017 der Manteltarifvertrag wieder offen ist!

 Was auf dem Spiel steht seht ihr unter:



 www.buch-mit-tv.info

Mittwoch, 23. November 2016

Buch Dir Deine Zukunft?

34 Cent über dem Mindestlohn:  Kann man von einem Buchhändlergehalt leben?





Betrachtet man die Zukunft einer ehemaligen Auszubildenden von Hugendubel, gerät man ins Grübeln und ins Zweifeln.

Nach ihrer dreijährigen Ausbildung bei Hugendubel erhielt sie einen auf ein Jahr befristeten Vertrag als Buchhändlerin Verkauf. In der Entgeltgruppe/-stufe der gültigen Vergütungsordnung, in die sie eingruppiert war, zahlt unsere Arbeitgeberin einen Stundenlohn, der um 0,34 € über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt (zum Vergleich: in Bayern bekommen Buchhändlerinnen Verkauf in der TG II im ersten Jahr gemäß Tarif ca. 12 € pro Stunde). Sie hatte eine 40-Stunden-Woche, ohne Spätöffnungs-zuschläge.

Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder gar vermögenswirksame Leistungen waren nicht für sie vorgesehen. Als das Jahr vorbei war, erhielt sie erneut einen auf ein Jahr befristeten Vertrag zu gleichen Bedingungen. Als dieses Jahr sich dem Ende zuneigte, wartete sie nicht auf ein weiteres Zukunftsangebot. Sie fand für sich eine Alternative.

Es gab niemanden in der Filiale, der sie nicht dazu beglückwünscht hat.

Montag, 21. November 2016

Betriebsversammlung in München

Betriebsversammlung in München am 22. November



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 22. November findet die nächste Betriebsversammlung in München statt.

Ort: Kolpinghaus in der Adolph-Kolping-Str. 1
Uhrzeit: ab 09.30 Uhr


Als Gäste sind eingeladen:
unser Gewerkschaftssekretär Schorsch Wäsler, Geschäftsführer Thomas Nitz und Regionalleiterin Henriette Soltow.


Bitte erscheint zahlreich und beteiligt euch aktiv an den Diskussionen.


Freitag, 18. November 2016

Metastasizing misery

Bücher und Filme aus und über die USA

Die Abwicklung als Taschenbuch 


Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die Abwicklung begann - wann die Bürger Amerikas zum ersten Mal spürten, dass die Bande sich lösten. Dass der Glaube an die gemeinsame Zukunft nicht mehr gültig ist. Doch irgendwann bemerkten es alle: Tammy, Fabrikarbeiterin, Dean Price, gläubiger Kleinunternehmer, Matt, Irak-Kriegsveteran, aber auch die vermeintlichen Gewinner wie Oprah Winfrey, Rapper Jay-Z oder der PayPal-Gründer Peter Thiel.

Das große Versprechen von Glück und Wohlstand für alle gilt nicht mehr. Institutionen und Werte sind ausgehöhlt. Es zählt nur noch eine Macht: das organisierte Geld. Mittels eindringlicher Portraits schafft der preisgekrönte Autor George Packer eine einzigartige literarische Collage, die eine Nation in Auflösung zeigt.


Montag, 14. November 2016

Statement

Schaufensterdekoration der Hugendubel-Filiale in Hamburg-Altona
 am Tag nach der Trump-Wahl


“Donald Trump hat die Wut einer absteigenden Mittelschicht angezapft, die die Wirtschaft, die Politik und die Medien des Establishments satt hat. Die Leute haben es satt, immer länger für immer geringere Löhne zu arbeiten und zuzusehen, wie ordentlich bezahlte Jobs nach China und in andere Billiglohnländer ausgelagert werden. Sie haben Milliardäre satt, die keine Einkommensteuer zahlen, und sie haben es satt, dass sie ihren Kindern kein College-Studium finanzieren können, während die Reichen immer reicher werden.

“Sofern es Mr. Trump ernst damit meint, eine Politik zu verfolgen, die das Leben der Arbeiterfamilien in diesem Land verbessert, sind ich und andere Progressive dazu bereit, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wenn er aber eine rassistische, sexistische, fremdenfeindliche und umweltschädliche Politik verfolgt, werden wir uns ihm energisch entgegenstellen.”

Statement von Bernie Sanders zu Trump


Donnerstag, 10. November 2016

Wofür Geld da ist

Panzer statt Kitas: Militärausgaben sollen steigen



Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine starke und dauerhafte Erhöhung der Militärausgaben der BRD angekündigt. »Da geht es dann nicht um 300 Millionen«, erklärte Merkel kürzlich auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Paderborn. US-Präsident Barack Obama habe ihr gesagt, es könne nicht dabei bleiben, dass die USA 3,4 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Sicherheit ausgäben, ein NATO-Verbündeter wie Deutschland aber nur 1,2 Prozent. Das zugesagte Ziel liege bei zwei Prozent. »Um von 1,2 auf 2,0 Prozent zu kommen, müssen wir ihn sehr stark steigern«, sagte Merkel über den Wehretat. Derzeit liegt dieser bei 34,3 Milliarden Euro. Er müsste um mehr als 20 Milliarden Euro angehoben werden, um an das Zwei-Prozent-Ziel zu kommen.

Also 20 Milliarden Euro mehr. Das wären dann insgesamt über 54 Milliarden für die "Sicherung unserer Handelswege" (Ex-Bundespräsident Köhler) bzw. zur "Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch" (SPD-Politiker Struck). Die Rüstungsindustrie und ihre Lobbyisten reiben sich die Hände. Das sind aber auch 54 Milliarden, die fehlen für Kita-Plätze, die Renovierung von Schulen, die Sanierung von Brücken, den sozialen Wohnungsbau, den Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Integration von Flüchtlingen und für Renten, von denen man leben kann.  Ist das etwa ein Thema für die täglichen Talkshows? Fehlanzeige!

Montag, 7. November 2016

Ästhetik des Widerstands

Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss

Foto: Peter Weiss

Der Schriftsteller, Maler und Filmemacher Peter Weiss wird am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren. Wegen seiner jüdischen Abstammung muss er 1934 Deutschland verlassen. Vor der Auswanderung stirbt seine Schwester Margit nach einem Verkehrsunfall. Weiss geht zunächst mit seinen Eltern und Geschwistern nach England, dann in die Tschechoslowakei, nach Warnsdorf. Er schreibt, malt, Hesse wird für ihn wichtig, nach einem Besuch bei diesem in Montagnola geht er nach Prag auf die Kunstakademie. 1939 folgt er den Eltern, die nach der Besetzung des Sudetenlandes nach Schweden emigriert sind. Nun "ganz ins Exil" verschlagen, beginnt der schwierige Prozess der Ablösung von den Eltern, der Versuch, sich als Maler zu behaupten, die Notwendigkeit, sich mit Brotarbeit durchzuschlagen.

Freitag, 4. November 2016

Linke Literaturmesse

4.11. - 6.11. im Künstlerhaus in Nürnberg




Und hier geht´s zum Programm: www-linke-literaturmesse.org

Montag, 31. Oktober 2016

Licht ins Dunkeldeutschland


Biedermänner & Brandstifter (Teil 5) :  Was ist Populismus?
 
 

"Bestrebungen, die Interessenkonflikte zwischen »Volk« und »Elite« zum Dreh- und Angelpunkt der Politik zu machen, werden als rechtspopulistisch bezeichnet. Rechtspopulisten grenzen sich gleichermaßen nach oben: gegen eine »politische Klasse«, die sich dem »Volk« gegenüber entfremdet hat und dessen wahre Probleme ignoriert, wie nach unten: gegen »Arbeitsscheue«, »Asoziale« und (migrantische) »Sozialschmarotzer« ab.

Populismus ist mehr als eine Stilfrage und eine Agitationstechnik, worauf schon die ursprüngliche Wortbedeutung verweist, die den Anspruch damit Bezeichneter erkennen lässt, Politik im Namen des Volkes und/oder für das Volk zu machen. Je nachdem, ob man diese Zielgruppe im Sinne von »Ethnos« oder »Demos« versteht, bildet das »eigene« oder das »gemeine Volk« den Fixpunkt. Zwar haben Rechtspopulisten nur wenig Hemmungen, ihrerseits – etwa als Parlamentsabgeordnete oder Minister – die Privilegien der Mächtigen und Regierenden in Anspruch zu nehmen, verlangen von diesen jedoch, sich nicht persönlich zu bereichern, sondern selbstlos »der Sache des Volkes« zu dienen. Rechtspopulisten stellen die soziale Frage, beantworten sie aber mitnichten überzeugend. Meistens verknüpfen solche Gruppierungen die soziale mit der nationalen Frage, wo doch eine Verbindung von sozialer und demokratischer Frage nötig wäre.