Samstag, 21. Mai 2016

Das Wort zum Sonntag

Heute:  Der Hessische Verwaltungsgerichtshof



"Der Sonn- und Feiertagsgarantie könne (...) ein besonderer Bezug zur Menschenwürde beigemessen werden, weil sie dem ökonomischen Nutzendenken eine Grenze ziehe und dem Menschen um seiner selbst willen diene.

Der zeitliche Gleichklang einer für alle regelmäßigen Arbeitsruhe ist (...) ein grundlegendes Element für die Wahrnehmung der verschiedenen Formen sozialen Lebens (...) und betrifft insbesondere Familien und gesellschaftliche Verbände. Dies ist wesentlicher Bestandteil der Rahmenbedingungen des Wirkens politischer Parteien, der Gewerkschaften und sonstiger Vereinigungen und hat insoweit wesentliche Bedeutung für die Gestaltung einer gelebten Demokratie.

Samstag, 14. Mai 2016

Das Wort zum Sonntag

Heute:  Das Bundesverfassungsgericht
 
 
 
 
"Die Sonn- und Feiertagsgarantie fördert und schützt (...) nicht nur die Ausübung der Religionsfreiheit. Die Gewährleistung der Arbeitsruhe sichert eine wesentliche Grundlage für die Rekreationsmöglichkeiten des Menschen und zugleich für ein soziales Zusammenleben. (...)
 
Die Wahrnehmung von anderen Grundrechten, die der Persönlichkeitsentfaltung dienen, wie etwa der Schutz von Ehe und Familie und Erholung und Erhaltung der Gesundheit werden durch sie garantiert.
 
In der säkularisierten Gesellschafts- und Staatsordnung soll die Möglichkeit seelischer Erhebung allen Menschen unbeschadet eine religiösen Bindung zuteil werden. Damit ist auch die Verfolgung profaner Ziele wie die der persönlichen Ruhe, Besinnung, Erholung und Zerstreuung gemeint. (...)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Richtungsentscheidung

Morgen erste Tarifrunde für den Buchhandel und die Verlage in Bayern



Am morgigen Donnerstag findet in den Konferenzräumen eines Hotels am Münchener Hauptbahnhof die erste Verhandlungsrunde der Tarifparteien für den bayerischen Buchhandel und die Verlage statt. Die Forderung der ver.di-Tarifkommission ist klar und öffentlich bekannt: nach zweieinhalb Jahren ohne Lohnerhöhung eine Entgeltsteigerung um 5% oder mindestens 140 Euro sowie die ungeschmälerte Fortführung des Manteltarifvertrages.

Man darf gespannt, ob und welches Angebot der Arbeitgeberverband vorlegen wird. Die Qualität des Angebots der Kapitalseite wird maßgeblich davon bestimmt sein, wie sie die Kampfkraft der lohnabhängig Beschäftigten einschätzt. Und damit eines für uns Kolleginnen und Kollegen bei Hugendubel klar ist:  niemand wird für uns die Kastanien aus dem Feuer holen wie dies in der Vergangenheit bequemerweise immer der Fall gewesen ist. Insofern waren bereits die letzten Tarifverhandlungen wie dies die ver.di-Tarifkommission damals konstatierte, ein "Warnschuss für die Beschäftigten".

Es wird auch eine Richtungsentscheidung über die weitere Tarifbindung in der Branche allgemein und bei Hugendubel speziell fallen. Diese Richtungsentscheidung hat eine existenzielle Bedeutung für die Zukunft, wie dies unlängst Jörg Hofmann, 1. Vorsitzender der IG Metall, festgestellt hat:
"Die Tarifbindung ist zur entscheidenden Gerechtigkeitsfrage geworden für die Beschäftigten, für die Gesellschaft und für die Volkswirtschaft."

Montag, 9. Mai 2016

Haste mal 20 Cent?

260 Einzelhändler reduzieren Plastikausstoß - Hugendubel ist dabei


Längst überfällig: Hugendubel verlangt ein Plastiktüten-Entgelt


Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und HDE-Präsident Josef Sanktjohanser haben eine Vereinbarung unterschrieben, nach der Kunststofftüten im Einzelhandel kostenpflichtig sein sollen. Offiziell los geht's am 1. Juli. Die Selbstverpflichtung kommt einer drohenden gesetzlichen Regelung zuvor, da eine EU-Richtlinie die Mitgliedsstaaten verpflichtet, ihren Plastiktütenverbrauch bis Ende 2025 auf 40 Tüten pro Person und Jahr zu reduzieren. In Deutschland werden derzeit 71 Tüten pro Kopf jährlich verbraucht.

"Der Handel steht bereit, seinen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz zu leisten", so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. "Zum Start der Vereinbarung beteiligen sich etwa 260 Unternehmen." Diese stünden für über 60 Prozent der Tüten im Handel, die von der EU-Richtlinie erfasst werden. Er sei zuversichtlich, dass die vereinbarte Zielquote von 80 Prozent der Kunststofftüten innerhalb von zwei Jahren erreicht werden könne. Entscheidend sei, dass weitere Branchen die Vereinbarung unterzeichneten. Denn über die Ladentheken des Einzelhandels gehen in Deutschland nur gut zwei Drittel aller Tüten.


Freitag, 29. April 2016

Heraus zum 1. Mai!


Motivplakate: Tag der Arbeit 2016


Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften laden herzlich zum Tag der Arbeit 2016 ein.

Am 1. Mai demonstrieren wir für mehr Solidarität – zwischen den arbeitenden Menschen, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken. Es ist an der Zeit für mehr Solidarität, und wir brauchen Zeit für mehr Solidarität!

2016 stellen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ihre Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, unter das Motto: "Zeit für mehr Solidarität".


Dienstag, 26. April 2016

Was macht eigentlich...?


Der Konzernbetriebsrat

Gebildet wird ein Konzernbetriebsrat, wenn es mehrere Unternehmen in einem Konzern (hier die DBH) gibt, in denen jeweils ein Gesamtbetriebsrat errichtet wurde. Er behandelt die Angelegenheiten, die den Konzern oder mehrere Konzernunternehmen betreffen und daher nicht von den Gesamtbetriebsräten innerhalb ihres Unternehmens geregelt werden können. Hier ist z.B. an die Einführung einer Software im gesamten Konzern du denken.

 Der Konzernbetriebsrat der DBH besteht aus zwei Betriebsräten von Hugendubel und zwei Betriebsräten der DBH Warenhaus, sprich den Karstadt/ Hugendubel Buchabteilungen.
Er wurde neu gebildet, nachdem Hugendubel von Weltbild abgespalten wurde und damit Weltbild und die Weltbild-Plus-Filialen die DBH verlassen hatten.

Montag, 18. April 2016

"Zombie aus FDP und NPD"

Biedermänner und Brandstifter (Teil 3):  Die "Sozialpolitik" der AfD


 
AfD-Politiker Bernd Höcke mit Fahne bei Günter Jauch in der ARD

Die Transformation der AfD von der Professorenpartei zur völkischen Bewegung schreitet anscheinend unaufhaltsam voran. Der AfD-Parteibezirk Niederbayern forderte kürzlich, Moscheen zu verbieten. Wer die im Grundgesetz (GG Art.4) gesicherte Religionsfreiheit angreift, sollte eigentlich ein Fall für den Verfassungschutz sein. In Rheinland-Pfalz schaffte es die Rechtsextremistin Ulrike Reinhardt ("Pfälzer Spaziergänge") in den Landesvorstand und hat enge Beziehungen zum Neonazi Sascha Wagner ("ein Patriot"). Der Landesverband Saarland schließlich ist sogar der rechten AfD zu extremistisch: Der AfD-Bundesverband betreibt dessen Auflösung.

Die öffentliche Debatte über die AfD wird von den Themen Islamophobie und rassistische Flüchtlingspolitik dominiert. Ihre sozialpolitischen Pläne sind bislang kaum analysiert worden.
Die AfD ist bei den kürzlich erfolgten Landtagswahlen sehr stark von sozial Deklassierten gewählt worden. Das befremdet, denn die AfD verfolgt nicht nur eine rassistische, sondern auch eine neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sich gegen lohnabhängig Beschäftigte, Arbeitslose, Rentner, Alleinerziehende und Gewerkschaften richtet.

Freitag, 15. April 2016

In Worten: Eintausend!

1000. Blog-Artikel erschienen


Eine Reise von tausend Meilen - so ein chinesisches Sprichwort - beginnt mit dem ersten Schritt.
Am 1. September 2010 erschien der erste Artikel in unserem gewerkschaftlichen Infoblog.

Und am vergangenen Mittwoch konnten wir den 1000. Artikel bringen: bezeichnenderweise zum Thema Union Busting und Lohndumping beim Buchgroßhändler KNV - und den Widerstand dagegen.

Die Infoblog-Redaktion dankt allen Autorinnen und Autoren: ohne Euch wäre diese grandiose Kollektivleistung nicht möglich gewesen!

Wir werden das gebührend feiern - und den Marsch durch die Mühen der Ebenen weiter fortsetzen mit einem breiten Spektrum aus Berichten über Betriebsratsarbeit, Gewerkschaftsaktivitäten, Politik, Antifa, Internationalismus, Literatur und nicht zuletzt mit Satire und Humor.

Denn der Kampf muß auch Spaß machen - vor allem dann, wenn man nicht weiß, ob man über das, was so alles passiert, lachen oder weinen soll!

Mit kämpferischen und solidarischen Grüßen,

Eure Infoblog-Redaktion


Mittwoch, 13. April 2016

Union Busting und Lohndumping bei KNV

Rüde Methoden gegen Betriebsräte und Gewerkschafter






Bei KNV Logistik (Koch, Neff & Volckmar GmbH) handelt es sich - wie allen Buchhändlerinnen bekannt sein dürfte - um einen Großhändler und Lieferanten des deutschen Buchhandels.
KNV beliefert laut Fachpresse ungefähr 20% des deutschen Buchhandels. Weniger bekannt sein dürfte, wie KNV mit seinen Beschäftigten umspringt. Nun hat die Initiative Arbeitsunrecht e.V. das Unternehmen zusammen mit sechs anderen skrupellosen Firmen wie z.B. Amazon, Helios Kliniken und drei Union Busting-Dienstleistern wie McKinsey für ein Online-Voting der Kampagne “Jetzt schlägt’s 13!” nominiert.


Ziel der Kampagne “Jetzt schlägt’s 13!” ist es, Druck auf Unternehmen und deren Marken aufzubauen. Dadurch sollen drangsalierte Beschäftigte und Betriebsratsmitglieder solidarisch unterstützt und in ihrem Widerstand gegen aggressive Unternehmermethoden bestärkt werden.