Donnerstag, 28. Juli 2016

Neues aus der Blogosphäre

Was ist los in den anderen ver.di-Blogs?



Wir wollen wie schon in der Vergangenheit einen Blick über den Hugendubel-Tellerrand werfen und darüber berichten, welche Themen in den anderen ver.di-Blogs eine Rolle spielen.
Heute: OBI und Wöhrl.

Montag, 25. Juli 2016

Solidarität versetzt Berge

Gewerkschafter Orhan Akman zurück in Peru!

Orhan bei der Ankunft in Lima

Wie die internationale Dienstleistungsgewerkschaft UNI Américas mitteilt, ist der Ende März aus Peru ausgewiesene deutsche Gewerkschafter Orhan Akman nach Lima zurückgekehrt. UNI Américas hatte gemeinsam mit der deutschen ver.di eine internationale Solidaritätskampagne organisiert, mit der die peruanischen Behörden zur Rücknahme des Einreiseverbots für Akman aufgefordert wurden. In dieser Woche zeigte der Druck nun Wirkung: Die Einwanderungsbehörde in Lima teilte in einem Dokument mit, dass Akman als Peru-Koordinator der UNI Américas wieder einreisen darf. Am Donnerstag (Ortszeit) traf Akman in Lima ein.

Freitag, 22. Juli 2016

Scheue Rehe

Beim Steuersparen ein scheues Reh, bei der Profitmaximierung ein Raubtier: Das Kapital


Google zahlte über 10 Jahre bei einem Gewinn von rund 9 Mrd. Euro in England ca 3% Steuern.
Goldman Sachs zahlte 2015 - bei einem Gewinn von 2 Mrd. Dollar ebendort 1,3% Steuern. Großbanken wie JP Morgan, Merrill Lynch, Deutsche Bank oder Morgan Stanley zahlten 2014 genau NULL Steuern in ihren Herkunftsländern. Starbucks hat es geschafft, in 11 Jahren in Deutschland KEINEN EINZIGEN EURO Ertragssteuern zu zahlen. IKEA dürfte sich zwischen 2009 und 2014 in Europa über EINE MILLIARDE EURO an Steuern "erspart" haben.   (Quelle: attac, März 2016)

Mittwoch, 20. Juli 2016

Skandalöse Reichtumspflege



Steuergeschenke, Erbschaftsteuer

Eine gigantische Welle großer Erbschaften und Schenkungen rollt über unser Land. Jedes Jahr werden 200 bis 300 Milliarden Euro weitergegeben. Der große Vermögenstransfer verläuft nach dem Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Acht Prozent der Bevölkerung bekommen zwei Fünftel des zu vererbenden Vermögens. Jede/r Zweite geht leer aus.
Damit verschärfen Erbschaften die soziale Spaltung. Die Politik fördert die vererbte Ungleichheit. In der Steueroase Deutschland zahlen
Erben im Schnitt nur sieben Prozent Steuern, sofern sie überhaupt über den Freibeträgen liegen. Verantwortlich dafür ist die weitgehende Verschonung von Betriebsvermögen. Jetzt hätte die große Chance bestanden, diese Reichtumspflege einzuschränken.


Montag, 18. Juli 2016

Sommer, Sonne, Urlaubszeit

21 Fragen und Antworten rund um den Urlaub


Urlaub             

1. Urlaub früher
Frage: Wie viel Urlaub gab es 1963 nach dem Bundesurlaubsgesetz?

Antwort: 1963 sicherte das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) 18 Tage bezahlten Urlaub zu, - 
bezogen auf die Sechs-Tage-Woche. Macht also 3 Wochen Urlaub.


2. Urlaub heute

Frage: Welchen Mindesturlaubsanspruch haben Arbeitnehmer/innen nach dem Bundesurlaubsgesetz heute?

Antwort: Heute sagt das im Jahr 1994 aktualisierte Bundesurlaubsgesetz, dass jede/r Arbeitnehmer/in pro Jahr 24 Tage Urlaub, bezogen auf die Sechs-Tage-Woche, hat. Das sind also vier Wochen Mindesturlaub. Mit Tarifverträgen kann aber auch mehr Urlaub 
vereinbart werden.

Freitag, 15. Juli 2016

Ein gefährliches Hirngespinst


- oder die wichtigste Nebensache der Welt



Je mehr - so steht zu befürchten - in Politik und Gesellschaft von Werten oder Kultur gesprochen wird, desto weniger gibt es davon. Wenn ganz Deutschland seit Monaten wieder wie wild über >westliche Werte< schwadroniert, bliebe deshalb - selbst wenn alle wüssten, wovon sie reden - dennoch zu klären, ob sie dasselbe meinen. Wer nämlich argwöhnt, wir hätten keine, täuscht sich gewaltig: wir haben so viele, dass schon niemand mehr recht sagen kann, wo in der Werthierarchie oben oder unten ist - und produzieren ständig neue. Kein Wunder, wenn da (angeblich über einen bloßen Verfassungspatriotismus hinaus - was genau genommen heißt: weit darunter!) die Forderung nach ihrer Normierung via >Leitkultur< laut wird!



Wie leicht es bei solchen >Tofu-Wörtern< mit geringem semantischem Eigengeschmack zu dummen und dümmsten Missverständnissen kommen kann, lehrt das Exempel des Mahatma Gandhi, "der auf die Frage, was er von britischer Zivilisation halte, zur Antwort gab: >Ich glaube, das wäre eine sehr gute Idee<." Der Witz liegt hier darin, dass ein normatives Konzept von >Zivilisation< oder >Kultur< - die Wörter werden im englischen Sprachraum meist synonym gebraucht - mit einem anderen kollidiert, das von einer faktisch vorhandenen Lebensform ausgeht. Das aber ist beileibe nicht die einzige Schwierigkeit, die in diesem Begriff steckt.

Freitag, 8. Juli 2016

Tarifverträge?

Immer am Ball bleiben!





GEMEINSAM DURCHSETZEN
Wie gut unsere Arbeitsbedingungen sind und wie gut unsere Arbeit bezahlt wird, das handeln Gewerkschaften und Arbeitgeber in Tarifverhandlungen aus. Meist sind es harte Verhandlungen – und oftmals ist es sogar nötig, unsere Forderung mit einem Streik zu bekräftigen. Je stärker die Gewerkschaften sind, je mehr Kolleginnen und Kollegen sich in ihnen zusammenschließen, desto bessere Arbeitsbedingungen und desto bessere Löhne können wir gemeinsam durchsetzen und in einem Tarifvertrag absichern.


GUTE LÖHNE, GUTES LEBEN
Und das zahlt sich aus: Wer hierzulande nach einem Tarifvertrag bezahlt wird, verdient in aller Regel deutlich mehr Geld als Beschäftigte, für die kein Tarifvertrag gilt. Das zeigen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes: Beschäftigte mit einem Branchentarifvertrag verdienen im Schnitt 5,6 Prozent mehr Lohn als Beschäftigte ohne gültigen Tarifvertrag.
Und Beschäftigte im Geltungsbereich eines Firmentarifvertrags verdienen sogar rund 8 Prozent mehr als die Beschäftigten ohne einen entsprechenden Tarifvertrag.
Gute Tarifverträge, gute Löhne, gutes Leben. Wer schlecht bezahlt wird, kann sich kein gutes Leben leisten.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Tarifverträge unter Druck

Immer mehr Betriebe ohne Tarifbindung


Branchen TV 


Immer mehr Beschäftigte arbeiten in Betrieben ohne Tarifbindung. Die Gewerkschaften wollen diese Entwicklung stoppen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts stärkt die Tarifbindung im Handwerk.

Montag, 4. Juli 2016

Mittwoch, 29. Juni 2016

OBI greift Betriebsräte an - morgen Protestkundgebung

stop union busting
Die Unternehmensführung der Baumarktkette OBI, die sich mehrheitlich im Besitz der Tengelmanngruppe von Karl-Erivan Haub befindet, greift existierende Betriebsrätestrukturen und Beschäftigte frontal an. Auf einer überraschend von der Unternehmensführung einberufenen Sondersitzung wurde vergangenen Donnerstag dem Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats (GBR) mitgeteilt, dass der Augsburger OBI-Markt zum 30. Juni geschlossen und die Beschäftigten mit sofortiger Wirkung von der Arbeit freigestellt werden sollen. Damit würde die Augsburger Betriebsratsvorsitzende und stellvertretende GBR-Vorsitzende aus ihren Funktionen entfernt. Außerdem soll der OBI-Markt Sömmerda (Thüringen) mit Wirkung zum 1. Juli 2016 an eine offenbar eigens gegründete Franchise-Firma verkauft werden. Damit wäre der dortige GBR-Vorsitzende seiner Funktion beraubt und der GBR von OBI geschwächt.

Montag, 27. Juni 2016

Schweitzer Sortiment begeht Tarifflucht





Schweitzer Sortiment am Lenbachplatz in München




Das auf den 8. Juni 2016 datierte Schreiben war kurz: "Wir möchten sie auf diesem Wege über eine Änderung bei Schweitzer Sortiment informieren. Schweitzer Sortiment München hat seine Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband der Buchhandlungen und Verlage in Bayern e.V. mit Wirkung zum 9. September 2016 gekündigt und ist damit als Gesamtunternehmen auch nicht mehr an nach diesem Zeitpunkt abgeschlossene Tarifverträge gebunden."

Die beiden Unterzeichner dieser "Hausmitteilung" -  Michael Kursiefen ( Leitung Operations) und Daniel Schneider (Leitung Prozesse und Projektmanagement) -  beeilen sich jedoch etwaige durch die Tarifflucht verunsicherte Beschäftigte zu beruhigen: "Für bestehende Arbeitsverträge mit Bezug auf den Tarifvertrag (...) ändert sich grundsätzlich einmal überhaupt nichts (...)". Um dann aber den Beschäftigten schon mal die Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen: "Was sich aber ändert ist, dass wir neue Vollzeit-Arbeitsverhältnisse ab dem 10.09.2016 grundsätzlich nur noch mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden begründen werden und die Vergütung jeweils frei aushandeln werden. Ebenso bietet sich uns auch die Möglichkeit bestehende Arbeitsverhältnisse, auch mit entsprechendem Lohnausgleich, entsprechend anzupassen, wenn  sich beide darüber Seiten (sic!) einig werden. (...)".

Mittwoch, 22. Juni 2016

Aufstand der Gewerkschaften

Widerstand gegen die "Reform" des Arbeits- und Sozialrechts in Frankreich

En France, les médias sont vraiment pourris : la CGT et le PCF lourdement condamnés, personne n’en parle! 

In Frankreich geht es nicht nur um Fußball, sondern um eine „Reform“ des Arbeits- und Sozialrechts, die von Schröder/Fischer („Agenda 2010“) abgekupfert scheint. Tatsächlich hat der französische Industriellenverband MEDEF die Feder für den „sozialistischen“ Präsidenten François Hollande und seiner gleichgesinnten Minister Valls, El Khomri und Macron geführt: betriebliche Verlängerung der Arbeitszeit (bis jetzt 35 Stunden/Woche) und Kürzung der Überstundenzuschläge; das auf-den-Kopf-stellen von Gesetz und Betriebsvereinbarung: Was im Betrieb abgepresst wird, gilt vor der gesetzlichen Grenze; eine Deckelung „übermäßiger“ Abfindungen vor Arbeitsgerichten; eine Verschlechterung der Altersbezüge…  Die Liste ließe sich verlängern.