Sonntag, 19. Oktober 2014

"Wir sind dann mal weg !?"

T-Shirt-Aktion mit Hape Kerkeling am Marienplatz



Mitglieder der Hugendubel-Tarifkommission für Beschäftigungssicherung waren am Samstag bei der Lesung von Hape Kerkeling vor Ort und konnten den gut aufgelegten Autor und Entertainer für eine solidarische Geste für die Hugendubel-Beschäftigten gewinnen. Zusammen mit den gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen stellte er sich spontan für ein gemeinsames Foto zur Verfügung. Danke, Hape!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Tarifverträge fallen nicht vom Himmel

...sondern müssen erkämpft werden!

Stell Dir vor, Du erbst nichts, Du nennst keine Häuser Dein eigen, hortest kein Vermögen und bist nicht Firmenchef. Also musst Du vom Lohn deiner Arbeit leben. Stell dir vor, du müsstest diesen Lohn selbst mit Deinem Chef aushandeln. Du rechnest ihm vor, was Deine Arbeit wert ist und wie er Deine besondere Qualifikation vergüten sollte.Klar, das grenzt an Bettelei. Damit es dazu nicht kommt, gibt es Tarifverträge. Die werden zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt und geschlossen. Ein schriftlicher Vertrag, rechtlich abgesichert und einklagbar. Damit der Chef nicht plötzlich auf die Idee kommt, weniger zu zahlen oder Urlaubstage zu streichen. Im Tarifvertrag sind neben Lohn und Gehalt auch die Arbeitsbedingungen geregelt, etwa die Dauer der Arbeitszeit oder des Urlaubs.

Montag, 13. Oktober 2014

Aktionstage im Buchhandel gegen TTIP

Hugendubel ist´s wurscht

In den vergangenen Tagen gab es in vielen deutschen Städten Aktionstage gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP. Ein besonderer Schwerpunkt war der Buchhandel.
Motto: raus auf die Straße und rein in die Buchläden. Die Initiative ging dabei von den örtlichen attac-Gruppen aus. Sie fokussierten ihre Kritik am Welthandelssystem auf ein sogenanntes "Handelshemmnis" im Kulturbereich: die Buchpreisbindung.
 
BuchhändlerInnen hingen Schaufenster mit Großplakaten zu, gaben Auskunft zu den Auswirkungen von TTIP in Bezug auf Buchpreisbindung (Stärkung von Großkonzernen wie Amazon), 
Die Großplakate weckten Interesse und klärten auf: „Hier sollen weiterhin Bücher ausliegen.
Das Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA gefährdet auch die Buchpreisbindung. Irreparabel für AutorInnen, LeserInnen und Buchhandel. Verhindern wir TTIP!“
Hier z.B. zu sehen das Schaufenster der Humboldt-Buchhandlung in Bremen:







Attac war von der positiven Resonanz seitens der Buchläden überrascht.
Und Hugendubel? Die Aushebelung der Preisbindung würde den Vormarsch von Amazon weiter beschleunigen und unsere Firma unmittelbar betreffen. Aber bis auf die Filiale in Frankfurt hat sich nach Kenntnis der Infoblog-Redaktion niemand daran beteiligt.
Ein Armutszeugnis! Aber Dank und Respekt an die Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt!

Freitag, 10. Oktober 2014

Hugendubel is coming soon

Als die Kolleginnen und Kollegen der Hugendubel-Filiale in den Riem-Arcaden am vergangenen Samstag  - trotz katastrophaler Personalsituation - engagiert wie immer zur Arbeit gingen, erlebten sie eine böse Überraschung:



 

Montag, 6. Oktober 2014

Beschäftigungssicherung? Nein, Danke!

Antwortschreiben der GL auf das Forderungsschreiben der Tarifkommission nach einem Beschäftigungsssicherungstarifvertrag




Zum Vergrößern bitte auf das Foto klicken

Freitag, 3. Oktober 2014

Internationalists!


If you believe you have an equal share
In the whole wide world and all it bears
An' that your share is no less or more than
Your fellow sisters and brother man
Then take this knowledge and with it insist
Declare yourself - an internationalist!

Montag, 29. September 2014

Macht die Fertigmacher fertig!

Aktionen gegen Union Busting

Das Betriebsverfassungsgesetz fordert eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" (BetrVG § 2) zwischen Eigentümern, Management, Betriebsrat und Gewerkschaft. Immer mehr Kapitalisten scheren sich einen Dreck darum und versuchen engagierte BetriebsrätInnen und Gewerkschafter mit allen Mitteln fertigzumachen. In Deutschland sind Netzwerke aus Anwälten, Unternehmensberatern, Personalmanagern und Detektiven aktiv. Ihr Ziel ist es, unabhängige Organisierung von Arbeitern und Angestellten zu verhindern. Sie wenden sich gegen Einzelne, wie gegen ganze Belegschaften.

Einige Anwaltskanzleien haben daraus ein lukratives Geschäftsmodell gemacht. Neben dem in den Medien sehr präsenten Anwalt Naujoks sind dies u.a. die Kanzlei Schreiner & Partner, die derartige Seminare für Arbeitgeber abhält (Seminarthemen: "Kündigung von Unkündbaren" - "So reduzieren Sie den Einfluß der Gewerkschaft im Betrieb" - "Installation von arbeitgeberfreundlichen Arbeitnehmern im Betriebsrat").
In Stuttgart, Hamburg und Freising bei München fanden in den letzten Tagen Demonstrationen gegen Union Busting-Seminare statt. Werner Rügemer und Elmar Wigand haben jetzt ein lesenswertes Buch zum Thema herausgebracht, das auf einer Studie für die Otto-Brenner-Stiftung basiert:  "Die Fertigmacher".

Die Fertigmacher


Montag, 22. September 2014

"Überraschungen gibt es täglich"

Vom Buchhändler zum Gewerkschaftssekretär:  Interview mit Benjamin Roscher


Infoblog:  Dein Start ins Berufsleben begann bei Hugendubel in Berlin?

Benjamin Roscher:  Ich begann meine Ausbildung 2007 in der Filiale Potsdam, übernommen wurde ich nach Beendigung dann in die Filiale Berlin Steglitz.

Infoblog:  Du hast Dich während Deiner Ausbildung in der JAV und auch gewerkschaftlich engagiert. Das ist in der Buchhandelsbranche keine Selbstverständlichkeit. Woher kam die Motivation für dieses Engagement?

Benjamin Roscher:  In meinem ersten Jahr bei Hugendubel durfte ich direkt lernen, was selbstständiges Arbeiten bedeutet, damals wurde in diesem Unternehmen tatsächlich in den einzelnen Abteilungen noch „gehandelt“, sprich der Einkauf hatte für alle Kolleginnen und Kollegen einen hohen Stellenwert. Mit der Einführung des elektronischen Warenwirtschaftssystems wurde uns ein wichtiger Aufgabenteil entzogen, der Buchhandel wurde meiner Meinung nach standardisierter, leider aber auch unpersönlicher.

Ich erwartete Nachteile für die Ausbildung, da mir eine dem Beruf wichtige Kompetenz entzogen worden ist, so entschloss ich mich für die Arbeit in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, damals noch mit über 25 Azubis in Berlin/Brandenburg. Die Mitgliedschaft in ver.di folgte nur ein paar Wochen später, da sie mir von Anfang an kompetent zur Seite stand.

Montag, 8. September 2014

Ja wo laufen sie denn...?


Seit ein paar Wochen ist die Management-Beratungsfirma Porsche Consulting GmbH bei Hugendubel im Haus. Die Schlagworte des Projekts lauten: Lean-Management / Kaizen.
Ziel von Lean-Management ist es, alle Aktivitäten, die für die Wertschöpfung notwendig sind, optimal aufeinander abzustimmen und überflüssige Tätigkeiten zu vermeiden.
„Verschwendung“ wird dabei gesucht, gefunden und unerbittlich eliminiert.

Das Porsche-Team machte sich kürzlich also auch bei Hugendubel auf die Suche nach „Verschwendung“ und wurde relativ schnell fündig: Bei den Laufwegen der Buchhändler!

Montag, 1. September 2014

Let´s push things forward!

Konsequent auf Erfolgskurs:  4 Jahre Infoblog

Wenn man sich fragt, wo die hohen Zugriffszahlen auf den Hugendubel-Infoblog herkommen, dann muß man sich nur die Ereignisse der letzen Monate ins Gedächtnis zurückrufen:
Weltbild-Insolvenz im Januar, Kündigung des bayerischen Manteltarifvertrags durch die Hugendubel-GL im Februar, Schließungsnachricht für die Filiale Marienplatz im März, Aufgabe des von uns bekämpften Kirchenfilters im Mai sowie die sukzessive Durchsetzung von 40-Stunden-Woche und Hungerlöhnen in Berlin, Hannover, Wiesbaden und anderswo. Eine Flut - meist schlechter - Nachrichten. Eine koordinierte Gegenwehr durch die ArbeitnehmerInnen-Vertretungen, z.B. durch den Gesamtbetriebsrat, ist bisher nicht zu erkennen.

Die Bereitschaft, sich gewerkschaftlich zu organisieren und mit Arbeitskampfmaßnahmen der zunehmenden Dequalifizierung und Verschlechterung der eigenen Arbeitsbedingungen entgegenzutreten, läßt nach wie vor zu wünschen übrig. Mit der Bildung einer Tarifkommission für Beschäftigungssicherung am Standort München liegt ein neuer Versuch vor, hier einen Kontrapunkt zu setzen. Gelingen kann dies nur, wenn ein Großteil der Belegschaft ihre erschreckende Passivität überwindet. Die Notwendigkeit eines gewerkschaftlichen Infoblogs ist also nach wie vor mehr als dringend gegeben, wobei wir kein Ersatz für eine lebendige und kämpferische (Selbst-) Organisation sein können. Wir informieren, vernetzen, machen Öffentlichkeitsarbeit - kämpfen müsst Ihr - müssen wir - liebe Kolleginnen und Kollegen, schon selber, das können wir nicht an andere delegieren.

Die Bilanz des Infoblogs in den vergangenen vier Jahren kann sich trotzdem sehen lassen:   804 Artikel  -6371 Kommentare  -  1356843 Klicks. Dank an alle, die uns in den letzten vier Jahren unterstützt haben! Ansonsten bleibt die Redaktion ihrem Motto treu:  Let´s push things forward!


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Donnerstag, 28. August 2014

"Serbien muß sterbien!"

Schwerpunkt Erster Weltkrieg: Literatur

 „Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. – Nachmittag Schwimmschule."
Nicht jeder kommentierte den Beginn des Ersten Weltkrieges so distanziert und lakonisch wie Franz Kafka in seinem Tagebuch-Eintrag vom 2. August 1914. Viele deutsche Schriftsteller oder Künstler wie z.B. Thomas Mann begrüßten und bejubelten den Kriegsausbruch: "Muß man nicht dankbar sein für das vollkommen Unerwartete, so große Dinge erleben zu dürfen?“

Noch in seinen 1918 erschienenen "Betrachtungen eines Unpolitischen" verteidigte Mann  den Imperialismus der deutschen Kaiserreiches. Ganz anders sein Bruder Heinrich Mann, der politisch viel klarsichtiger gewesen ist und im selben Jahr sein Schlüsselwerk "Der Untertan"  veröffentlichte.

Wir wollen im folgenden Beitrag aus der Fülle der aktuell erschienenen Publikationen vier ausgewählte Titel vorstellen. Einen guten Überblick auf die zeitgenössischen literarischen Reaktionen auf den Krieg vermittelt die bei Suhrkamp erschienene Anthologie "Europas Dichter und der erste Weltkrieg":




Montag, 25. August 2014

Für jeden mehr Polyethylen drin?

Derzeit macht im Internet eine Online-Petition gegen Plastik-Tüten Furore:
über 75000 Unterschriften haben Stefanie Albrecht und die Deutsche Umwelthilfe e.V. für ihr Vorhaben gesammelt, eine Umweltabgabe auf Plastiktüten (die meist aus Polyethylen bestehen) zu erheben.

In Deutschland gehen 17 Millionen Einweg-Plastiktüten täglich über die Ladentheken – beim Klamottenkauf, im Shoppingcenter, in der Apotheke. Viele dieser Tüten werden gratis herausgegeben.  Das sind im Jahr unvorstellbare 6.100.000.000 (sprich 6,1 Milliarden) Plastiktüten.Dabei bestehen Plastiktüten meistens aus Rohöl, einer wertvollen, immer knapper werdenden Ressource. Nach kürzester Nutzungszeit werden sie einfach weggeschmissen. Achtlos in der Natur entsorgt, benötigen sie Hunderte von Jahren zum Abbau.




Hugendubel hat jahrelang eine Plastiktüte in den Mittelpunkt seiner Werbekampagne gestellt.

Liebes Hugendubel-Marketingteam,
wäre es nicht endlich an der Zeit, sich etwas neues einfallen zu lassen, das ökologisch auf der Höhe der Zeit ist?

Liebe Kolleginnen und Kollegen, was meint ihr dazu?