Freitag, 31. Juli 2015

Lese-Zeichen muss bleiben!

Online-Petition: Die Literatursendungen des BR-Fernsehens dürfen nicht abgesetzt werden!

-   Wehren wir uns dagegen, dass die einzigen Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens „Lesezeichen“ und „Lido“ abgesetzt werden sollen. Das ist unvereinbar mit dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Nach jetzigen Informationen plant das Bayerische Fernsehen, die Literatursendungen "Lesezeichen" und „Lido“ ersatzlos zu streichen. Das Ressort Literatur wäre damit vollständig abgeschafft. Wir finden, dass der von Gebührengeldern finanzierte Bayerische Rundfunk auch in Zukunft seinem Bildungs- und Kulturauftrag nachkommen muss.

Wir können nicht zulassen, dass die Literaturvermittlung immer weiter aus den öffentlich-rechtlichen Medien zurückgedrängt und allein den sozialen Netzwerken überlassen wird. Auch im Fernsehen brauchen wir eine professionelle Literaturberichterstattung - Interviews, Buchbesprechungen, Autorenporträts und Reportagen. Es geht um kulturelle Identität, um das Bewusstsein für Sprache, um das Einüben von Empathie.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Weltbild: ALSO-Logistik planvoll in die Pleite

Heute morgen informierte ALSO-Geschäftsführer Reiner Wenz den Betriebsrat über den Insolvenzantrag der Logistik. Die ALSO AG verweigert der Augsburger Tochter jede weitere Finanzierung. 

Gleichzeitig meldet eben diese ALSO AG ein Umsatz-Plus von 11,9 % gegenüber Vorjahr auf insgesamt 3,67 Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn vor Steuern stieg trotz der Verluste in Augsburg von 30,5 Mio. auf 36,2 Mio. Dem gegenüber stehen Verluste bei ALSO in Augsburg von 4 Mio. im ersten Halbjahr. Die  Insolvenz ist damit eine freie Entscheidung der Gesellschafter der ALSO AG, deren Kopf und Mehrheitsgesellschafter Walter Droege ist.

Parallelen zwischen LesensArt und ALSO

Nach der undurchsichtigen Insolvenz bei LesensArt ist die Plan-Insolvenz von ALSO der nächste Schritt im Masterplan von Droege. Der Milliardär verfolgt offenbar weiter das Ziel, den Markenkern von WELTBILD zu isolieren und daraus schnellen Gewinn zu ziehen. So wurde die Insolvenz der ALSO gezielt herbeigeführt: 1. Durch das Abziehen der Aufträge von WELTBILD, indem das Werbebudget extrem reduziert und gleichzeitig der Einkauf bei Großhändlern forciert wurde, die selbst ausliefern. 2. Durch die Verhinderung des Drittgeschäfts, indem dafür notwendige und bereits vereinbarte Investitionen nicht getätigt wurden.

Freitag, 24. Juli 2015

Chronik eines angekündigten Todes

LesensArt pleite: was wird aus den 350 Beschäftigten?
 
Leider keine Überraschung: Die LesensArt GmbH von Rüdiger Wenk meldete gestern Insolvenz an. Das berichtet heute der Buchreport  Wenk hatte erst im Februar rund 70 Filialen von WELTBILDplus übernommen. Seine LesensArt GmbH hatte ein Stammkapital von 25.000 Euro. Mit der Übernahme der WELTBILD-Standorte wurde LesensArt gleichsam über Nacht zum drittgrößten Buchhändler der Republik.

Dafür hat Wenk vor allem defizitäre Filialen in Centern mit besonders hohen Mieten übernommen. Sein Sanierungskonzept umfasste gerade mal anderthalb DIN A4-Seiten. Branchenkenner zweifelten sofort an der Seriosität des Geschäftsmodells. Der Betriebsrat in Augsburg warnte vor dem Verkauf und fürchtete, das eigentliche Ziel des Deals sei die billige Entsorgung von MitarbeiterInnen ohne Sozialplan. Trotzdem verkaufte Walter Droege die Filialen samt Belegschaft an den dubiosen Geschäftsmann aus Ahaus.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Klasse für sich: 1.000.000 Seitenaufrufe beim Weltbild-ver.di-Blog!



Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild,


eine Million Besucherinnen und Besucher auf den Seiten eures Weltbild-Blogs – das ist ein Ereignis und Ergebnis engagierter Gewerkschaftsarbeit über viele Jahre hinweg. Chapeau!

Was vor Jahrzehnten das Schwarze Brett, die Betriebszeitung und Flugblätter zu gewährleisten hatten, eine betriebliche Öffentlichkeit, sieht im Zeitalter der Digitalisierung nicht nur anders aus, es funktioniert auch anders. Ihr habt die neuen Möglichkeiten der digitalen Technologien frühzeitig erkannt und 2009 für eure Gewerkschaftsarbeit die Konsequenz gezogen: www.weltbild-verdi.de war Pionierarbeit. Ein innovatives Medium für Antworten auf die Fragen und Probleme, die Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild bewegen – und davon hat es in den vergangenen Jahren weiß Gott mehr als genug gegeben.


Frank Bsirske, Vorsitzender der ver.di


Unsere Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat einen starken, neuen Kommunikationskanal eröffnet, der weit über diesen einen Betrieb hinaus ausstrahlt. Das habt ihr tatkräftig unterstützt – vielen Dank auch für diese Art von gelebter Solidarität. Mittlerweile haben wir es auf eine stattliche Blog-Familie gebracht, die insgesamt rund fünf Millionen Seitenaufrufe stark ist.

Das Weltbild-ver.di-Blog wird ausschließlich von Aktiven im Betrieb betreut. Über 750 Artikel wurden geschrieben, die zu annähernd 5.000 Kommentaren ermuntert haben. Hier zeigt sich die neue „Lebensweise“ eines Weblogs gegenüber den herkömmlichen Medien der Betriebsöffentlichkeit des Printzeitalters. Die per Internet ausgelösten Dynamiken haben zur Weiterführung des Betriebs nach der Insolvenz beigetragen, somit Arbeitsplätze retten geholfen und die Vielfalt in der Verlags- und Vertriebslandschaft gestärkt.

Sicher habt ihr noch so manche schwierige Wegstrecke vor euch, für die ich euch bei  für die ich euch bei der Gelegenheit schon mal viel Kraft und Erfolg wünsche.

Doch für den Moment gibt es etwas zu feiern – den millionenfachen Erfolg eures Weblogs – herzlichen Glückwunsch dazu!

Euer Frank Bsirske

Berlin, 22. Juni 2015




Quelle: wwww.weltbild-verdi.de

Montag, 20. Juli 2015

Buchhandel: 0,0 % versus Einzelhandel: 2,5 %

Tarifabschluss im bayerischen Einzelhandel

Nach Streikaktionen in knapp 100 Betrieben des bayerischen Einzelhandels konnte am 17. Juli 2015 die Tarifrunde erfolgreich abgeschlossen werden. Der Handelsverband Bayern und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) einigten sich, für die etwa 300.000 vom Tarifvertrag betroffenen
Beschäftigten, auf folgendes Ergebnis:

· Erhöhung der Entgelte um 2,5 Prozent ab 1. August
· Weitere Erhöhung der Entgelte um 2,0 % zum 1. Mai 2016
· Die Ausbildungsvergütungen werden jeweils zum 1.09. angehoben
· Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 24 Monate bis 30. April 2017

„Damit gibt es deutliche Erhöhungen der Realeinkommen und es kommt spürbar mehr Geld bei den Kolleginnen und Kollegen an. Aber ohne das Engagement der vielen Streikenden wäre dies nicht möglich gewesen“, wertete Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern, das Ergebnis.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Amazon: 20 Jahre und kein bisschen weise

Der weltweit größte Versandhändler Amazon feierte gestern mit Aktionen, die die Öffentlichkeit beeindrucken sollen, seinen 20. Geburtstag als vermeintliche Erfolgsstory. Für viele Amazon-Beschäftigte sieht die Realität anders aus. Sie kämpfen in Deutschland seit über zwei Jahren für ihr Recht auf einen Tarifvertrag und gute Arbeitsbedingungen. Amazon verweigert ihnen dieses Recht kategorisch. Beschäftigte an Amazon-Standorten in Deutschland trugen gestern T-Shirts mit dem Aufdruck „Pro Amazon – Mit Tarifvertrag“ und legten für eine Minute die Arbeit nieder. Sie riefen Kunden und Bürger dazu auf, sich ebenfalls durch unterschiedliche Aktionen mit der Forderung nach einem Tarifvertrag solidarisch zu zeigen und Amazon spezielle Geburtstagsgrüße zu senden. Mehr Informationen dazu unter www.amazon-verdi.de.

Selbst die Minions haben nichst zu lachen bei Amazon           Foto: ver.di

Mittwoch, 8. Juli 2015

Gute Führung, weil es die Menschen verdient haben

Tarifverhandlungen zu gesundheitsförderlicher Führung im Einzelhandel begonnen


München, 02.07.2015

Im Rahmen der Tarifverhandlungen zum demografischen Wandel im Einzelhandel haben sich die Tarifvertragsparteien gleich eine Pionierleistung vorgenommen. Sie wollen im Schwerpunktlandesbezirk
Bayern versuchen über tarifliche Regelungen für mehr gute und gesundheitsförderliche Führung zu verhandeln.

Die Qualität der Führung hat entscheidenden Einfluss auf den Erhalt und die Förderung von Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten. Auf der anderen Seite kostet schlechte Führung Lebensqualität und schädigt die Gesundheit. Dies bestätigen internationale Untersuchungen von Arbeitswissenschaftler übereinstimmend. Das reicht von der Fähigkeit der Führungskräfte Wertschätzung und Anerkennung zu vermitteln, bis zur gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitsabläufe und der Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz.

Montag, 6. Juli 2015

Friss oder stirb, Griechenland

Die Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF hat der griechischen Regierung die Pistole auf die Brust gesetzt. Die Gläubiger wollen Athen dazu zwingen erneut Renten zu kürzen, die Löhne zu begrenzen und die Mehrwertsteuer massiv zu erhöhen. Eine Sondersteuer auf besonders hohe Gewinne wurde dagegen abgelehnt.

Die aufgezwungene Kürzungspolitik hat Griechenland bereits tief in die Krise getrieben. Kein Industrieland hat seinen Haushalt in wenigen Jahren so stark zusammenstreichen müssen. Mit verheerenden Folgen: Die Wirtschaft schrumpfte um ein Viertel, die Einkommen um ein Drittel, die Armut explodierte, die Arbeitslosigkeit verdoppelte sich und der Schul­denberg wurde immer größer. Die geforderten Maßnahmen würden die Krise verschärfen und bieten keinerlei Entwicklungsperspektive.

Friss oder stirb, Griechenland

Montag, 29. Juni 2015

Freitag, 26. Juni 2015

"Es soll nicht vom Geldbeutel abhängen, ob jemand für seine Rechte streiten kann!"


258 Millionen für Gewerkschaftsmitglieder erstritten - 130.000 Rechtsverfahren abgeschlossen


Die Mitgliedschaft in einer DGB-Gewerkschaft kann sich mehrerlei Hinsicht in Euro und Cent auszahlen. Das zeigt wieder die jüngste Rechtsschutzbilanz. Die Unterstützung in Rechtssachen durch die DGB Rechtsschutz GmbH hat Gewerkschaftsmitgliedern im Jahre 2014 rund 258 Millionen Euro eingebracht. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 130.000 Verfahren abgeschlossen. Davon entfielen knapp 70000 auf das Arbeitsrecht, knapp 58.000 auf das Sozialrecht und gut 3000 auf das Verwaltungsrecht. Von diesen Verfahren waren fast 40.000 ver.di-Mitglieder betroffen.