Mittwoch, 14. November 2018

Betriebsversammlung in München

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie/Euch herzlich ein zur:

 
nächsten Betriebsversammlung am
Dienstag, 20. November
ab 09:30 Uhr
im
Eine Welt Haus
Schwanthalerstraße 80/Rückgebäude
 
·        Der neue Betriebsrat: Was haben wir angepackt?
·        Unsere Tarifverträge: Wir haben lange genug gewartet!
·        Ausbildung bei Hugendubel: Es ginge viel besser!
·        Arbeits- und Gesundheitsschutz: Ihr könnt mitmachen!


Unsere Gäste sind Laura Pulz und Dominik Datz von ver.di
Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.

Viele Grüße
Euer Münchner Betriebsrat
 
 
 

Freitag, 9. November 2018

Die unvollendete Revolution

100 Jahre Novemberrevolution 1918 

 Revolutionäre Matrosen und Zivilisten demonstrieren auf dem Kaiser-Franz-Josef-Platz (heute Bebelplatz) Unter den Linden.


Sie erkämpften das Ende des Krieges. Sie erkämpften die Menschenrechte: das Wahlrecht für Frauen, die Pressefreiheit, das Recht, die Meinung frei zu äußern, die Anerkennung der Gewerkschaften, die in der Verfassung garantierte Koalitionsfreiheit. Sie erkämpften den Achtstundentag, das Tarifvertragsrecht und die schrittweise Abschaffung der privaten Arbeitsvermittlung einschließlich des Verbots der Leiharbeit. Sie erkämpften die Republik.

Revolution und Gegenrevolution

Der Kampf der Rätebewegung für eine andere, gerechtere Gesellschaft und ihre blutige Niederschlagung wurden bis heute nicht vollständig aufgearbeitet. Nach dem offiziellen Geschichtsbild war es zur Einführung der parlamentarischen Demokratie mehr oder weniger notwendig gewesen, die Revolution mit weitergehenden Forderungen, wie die der Unterdrückung des Militarismus, der Sozialisierung großen Kapitals und durchgreifender Demokratisierung auch in den Betrieben, brutal niederzuschlagen.

Wir sehen das anders. Gerade weil die Novemberrevolution eine unvollendete Revolution blieb, war die Republik von Anfang an in Gefahr, von ihren Gegnern zerstört zu werden. Die Freikorps, die die Revolution mit bestialischer Brutalität niederschlugen und allein in Berlin über tausend nur dürftig bewaffnete Revolutionäre mit schwerer Artillerie, Flammen-, Minenwerfern und bei Fliegerangriffen ermordeten, bildeten bald eine Säule der Nazibewegung.

Die Revolutionäre von 1918 waren kein kleines Häufchen von Krawallmachern, die die Diktatur einer Minderheit über eine Mehrheit anstrebten, es handelte sich vielmehr um eine breite Massenbewegung mit dem Ziel, die Ausbeutung abzuschaffen und alle Menschen am gesellschaftlichen Reichtum zu beteiligen. Nicht zuletzt war es eine gigantische Massenbewegung, die für alle Zeiten Schluss machen wollte mit Militär und Massensterben.

Montag, 29. Oktober 2018

Solidarität mit dem Weltbild-Betriebsrat

Sie unterstützen den Betriebsrat von WELTBILD und zeigen Gesicht für Fairness und Mitbestimmung:  
Stefanie Nutzenberger, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Handel,  
Manfred Wirsch, Bundesfachgruppenleiter Groß- und Außenhandel 
sowie Sylwia Lech, ver.di-Sekretärin in Augsburg.

Seit der Düsseldorfer Milliardär Walter Droege das früher kirchliche Unternehmen WELTBILD übernommen hat, ist bei dem Augsburger Buchversender kein Stein auf dem anderen geblieben. Von einstmals 2.500 Beschäftigten im Versandhandel sind gerade mal 350 übrig. Das Betriebsklima ist vergiftet, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit werden sträflich vernachlässigt. Allein der gewählte Betriebsrat bietet dem Despoten aus Düsseldorf mutig die Stirn.

Die Geschäftsführung um CEO Christian Sailer dagegen behindert seit Monaten die gesetzliche Mitbestimmung. Der Betriebsrat wird nicht informiert, Betriebsvereinbarungen werden gebrochen, es wird getrickst und gelogen, was das Zeug hält. Jetzt soll auch noch der verdiente Betriebsratsvorsitzende unter fadenscheinigen Vorwürfen fristlos gekündigt werden.

Montag, 22. Oktober 2018

Arbeitsrechte als Menschenrechte erkämpfen!



Wir wollen den Rechten der abhängig Beschäftigten Geltung verschaffen – nicht zuletzt den Rechten der besonders aktiven unter ihnen, der Betriebsräte. Wir wollen Wege finden, Arbeitsrechte durchzusetzen. Deshalb müssen wir zuvor ganz nüchtern die Situation analysieren.
Arbeit und Arbeitsrechte sind im gegenwärtigen westlichen Kapitalismus in mehrfacher Hinsicht nicht existent, oder wenn, dann am häufigsten in Gestalt gefälschter Statistiken.

Subpolitical topic – politisch nicht relevant

Arbeit und Arbeitsrechte sind ein subpolitical topic, also politisch nicht existent, wie noch nie in der jüngeren Geschichte. Arbeitsrechte gelten vor allem im führenden Staat des Westens, in den USA und für global führende Konzerne als subpolitical topic.

Arbeitsrechte zählen nicht zu den ansonsten hochgehaltenen Menschenrechten, sei es unter republikanischen Präsidenten wie Bush und Trump, sei es unter demokratischen Präsidenten wie Clinton und Obama. Finanziell, rechtlich und moralisch niederwertige Niedriglohnsektoren und working poor werden in den westlichen Metropolen und in globalen Lieferketten gezielt erweitert. In den USA, in der EU und in Deutschland herrscht weitgehend ein Arbeits-Unrechts-Staat.

Montag, 15. Oktober 2018

Arbeitgeber betteln um Streiks im Weihnachtsgeschäft

Tarifgespräche erneut gescheitert

Auf Initiative der ver.di-Tarifkommission für den Buchhandel und die Verlage in Bayern kam es kürzlich zu einem 8-Augen-Gespräch, um in Sachen Tarifvertrag doch noch etwas zu erreichen.Teilgenommen haben für die Tarifkommission unsere Gewerkschaftssekretäre Stefan Kraft und Christa Hasenmaile, auf Arbeitgeberseite der Sprecher des Arbeitgeberverbandes, Thomas Nitz, sowie ein weiterer Unternehmensvertreter.

Leider blieben die Vertreter der Kapitalseite weiter bei ihrer Blockadehaltung: eine Erhöhung der Tarifgehälter kommt für sie nur in Frage, wenn die Beschäftigten auf die Spätzuschläge verzichten, der besondere Kündigungsschutz für ältere KollegInnen preisgegeben wird oder sonstige Bestandteile des Manteltarifvertrages aufgegeben werden. D.h. die Beschäftigten sollen sich ihre Gehaltserhöhung selber finanzieren. Das kommt für die Tarifkommission aber nicht in Frage.

Wie sieht die Gesamtsituation aus?

Am 31. März 2017 lief der Entgelttarifvertrag aus und zum 30. Mai 2017 kündigten die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag. Mittlerweile  schreiben wir das Jahr 2018. Nach vier gescheiterten offiziellen Tarifverhandlungen und dem jetzt gescheiterten 8-Augen-Gespräch als letzten Versuch stehen wir als Beschäftigte seit 19 Monaten ohne Tarifvertrag und ohne Gehaltserhöhung da. Bei einer derzeitigen Inflationsrate von 2%  heißt das konkret: den Beschäftigten wird  jeden Monat ein realer Kaufkraftverlust von bis zu 50 EUR aufgebürdet. Die Frage, warum die Tarifpartner in der Buchbranche in Berlin, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Abschlüsse von jährlich ca 2% erzielten - übrigens ohne jegliche Abschläge aus dem Manteltarifvertrag - darauf konnte der Sprecher des bayerischen Arbeitgeberverbandes bis heute keine Antwort geben.

Was tun?

Es ist klar, daß eine derartige Geringschätzung der Beschäftigten nicht ohne Konsequenzen bleiben wird. Die nächsten Wochen und Monate bieten dafür eine gute Möglichkeit, klar zu machen, was wir davon halten. Zeigen wir der Kapitalseite die rote Karte!

Montag, 8. Oktober 2018

Eine Umkehr ist dringend nötig

Die Tarifbindung stärken - die Löhne erhöhen

Seit langem kritisieren die Gewerkschaften die zu niedrigen Löhne in Deutsch­land. Lange Zeit standen sie damit weitgehend alleine. Schließlich war es politische Strategie, über den Ausbau von Niedriglöhnen die Wettbe­werbsfähigkeit zu steigern. 2005 hatte der damalige Kanzler Schröder sich sogar gebrüstet, dass er „einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut habe, den es in Europa gibt“.

Leider gibt es den immer noch – nur würde heute wohl kaum jemand mehr damit prahlen. Zu offensichtlich ist, dass er heute gerade das Problem ist – für Deutschland wie für Europa. Letztes Jahr hatte sogar der Internationale Währungsfonds (IWF) von Deutschland neben mehr Investitionen vor allem höhere Löhne gefordert. In einer aktuellen Studie weist nun auch das renommierte Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) detailliert auf die negativen Auswirkungen der deutschen Lohnentwicklung hin – national wie europäisch.



In Folge der „Agenda 2010“ mit abgesenkten Lohnnebenkosten, liberalisierter Leiharbeit, Minijobs und vor allem „Hartz IV“ waren die Löhne und Arbeitsbedingungen in den 2000 er Jahren massiv unter Druck gesetzt worden. Aufgrund der so organisierten Billigkonkur­renz auf dem Arbeitsmarkt gelang es den Gewerkschaften seinerzeit kaum mehr, ausreichende Lohnerhöhungen durchzu­setzen. Vom wirtschaftlichen Wachstum profitierten in jener Zeit vor allem die Gewinne. Die Lohnquote, die die Verteilung zwischen Gewinnen und Arbeitseinkommen anzeigt, sank bis 2007 auf ein historisches Tief. Seitdem hat sie sich wieder erholt. Gewerkschaften konnten bessere Lohnabschlüsse durchsetzen, und die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ab 2015 gab einen zusätzlichen Schub.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Aufgabenstellung




"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
Theodor W. Adorno, Minima Moralia (1951)


Montag, 1. Oktober 2018

Gemeinsam gegen die Politik der Angst


Demo am 3. Oktober um 13.00 Uhr am Odeonsplatz

Bildergebnis für jetzt gilts 3.oktober demo

Die Verabschiedung des neuen Polizeiaufgabengesetzes durch den Bayerischen Landtag ist ein weiterer Schritt in Richtung einer autoritären Gesellschaft. Der Beschluss trotz des massiven Widerstandes in der Gesellschaft hat nicht nur antidemokratische Tendenzen der amtierenden Landesregierung offenbart, sondern auch den unmittelbaren Abbau von Bürger*innen- und Menschenrechten in Bayern nach sich gezogen: Demonstrierende, Streikende, Gewerkschafter*innen, Journalist*innen, Anwält*innen, Geflüchtete, Linke und Migrant*innen sind seither noch stärker als bisher Repressionen und Überwachung ausgesetzt.

Bezeichnend ist auch, dass es sich bei den elf Menschen, die seit Einführung der „Unendlichkeits-Haft“ länger als 14 Tage in Polizeigewahrsam mussten, ausschließlich um Geflüchtete handelt. Das PAG war und ist deshalb ein zentraler Bezugspunkt der seit Monaten stattfindenden Proteste gegen die Politik der Staatsregierung und den allgemeinen Rechtsruck, der vom Wettstreit zwischen CSU und AfD angeheizt wird. Inzwischen ist es in Deutschland erschreckende Normalität, dass Faschist*innen in den Parlamenten und Sicherheitsbehörden sitzen und Menschen von einem rassistischen Mob durch die Straßen gehetzt werden.

Aber unser Protest geht weiter. Wir verstehen den Widerstand gegen das Polizeiaufgabengesetz als Teil einer tiefgreifenden gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung, die nicht nur Bayern, sondern Deutschland und ganz Europa erfasst hat. 

Freitag, 28. September 2018

Solidarität mit dem Weltbild-Betriebsrats-Vorsitzenden!

Aktion in Augsburg  


Am kommenden Wochenende, also den 29.09. und den 30.09.2018 feiert Augsburg das Turamichele-Fest. Im Rahmen der zahlreichen Angebote auf dem Rathausplatz, setzt die Vertrauensleute-Gruppe von Weltbild ein Zeichen der Solidarität gegen die angedrohte fristlose Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden.

Am Samstag, den 29.09.2018 werden sich die Vertrauensleute um 12:00 Uhr bei der Touristen Information auf dem Rathausplatz treffen und mit Soli-Karten bestückte Luftballons steigen lassen.
Die Weltbild-Vertrauensleute laden euch dazu recht herzlich und freuen sich über euer Kommen.

 

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen das Betriebsrats-Mobbing bei Weltbild setzen!

 

Weitere Hintergrund-Infos unter:  Weltbild-Verdi-Blog

Mittwoch, 26. September 2018

Fachkräftemangel?





Unternehmerverbände beklagen regelmäßig einen Fachkräftemangel. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist da gerne ganz vorne mit dabei: Fast jedes zweite Unternehmen habe aktuell offene Stellen, die nicht besetzt werden können. Insgesamt gehe es um 1,6 Millionen Jobs, für die sich niemand finde, behauptete der Verband.
Was von solcher Panikmache zu halten ist, hat jüngst die Hans-Böckler-Stiftung untersucht. Ihr Fazit: Das Gerede vom flächendeckenden Fachkräftemangel ist völlig überzogen. So meldet das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur für Arbeit weniger als eine Million offene Stellen – obwohl es mehr Branchen berücksichtigt als der DIHK. Hinzu kommt: Über diesen „Fachkräftemangel“ klagen ausgerechnet Unternehmen aus Branchen mit überwiegend schlechten Löhnen und Arbeitsbedingungen, etwa aus der Leiharbeit, dem Sicherheitsgewerbe, dem Straßengüterverkehr und dem Gastgewerbe.

Montag, 24. September 2018

Rechte statt Reste

UN überprüfen Einhaltung sozialer Menschenrechte in Deutschland

Philip Büttner
Philip Büttner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda)
 vertritt die Initiative "Rechte statt Reste" vor der UN in Genf.

Die bayerische Initiative Rechte statt Reste nimmt kommende Woche als NGO am Prüfverfahren der Vereinten Nationen in Genf teil. In einem „Parallelbericht“ an die UN kritisieren die kirchlichen und gewerkschaftlichen Verbände unzureichende Hartz-IV-Sätze.
Am 24. und 25. September wird eine Delegation der Bundesregierung im Völkerbundpalast vor den Vereinten Nationen Rede und Antwort stehen. Es geht um die Einhaltung des UN-Sozialpaktes, der in Deutschland seit 1976 geltendes Recht ist. Er enthält u.a. das Menschenrecht auf Soziale Sicherheit (Art. 9) und das Menschenrecht auf ausreichende Ernährung, Bekleidung und Unterbringung (Art. 11). An dem in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannten Verfahren beteiligen sich Vertreter der deutschen Zivilgesellschaft.

Montag, 17. September 2018

Für die Reichen, gegen die Armen

Zwei Bücher über Ungleichheit
 
 Bildergebnis für ungleichheit


Die reichen Länder Westeuropas und Nordamerikas stehen politisch und sozial, wie es scheint, kurz vor dem Kollaps. Schuld ist freilich weder unkontrollierte Zuwanderung noch ideologische Überfremdung, sondern eine tiefgreifende Unzufriedenheit und Ungerechtigkeit.


Zwei Bücher zweier Wirtschaftswissenschaftler, die sich in letzter Zeit dieses Problems angenommen haben, verdienen deshalb besondere Beachtung: Anthony B. Atkinson, Ungleichheit. Was wir dagegen tun können, übers. v. H. Kober, Stuttgart 2016. Und: Branko Milanovic, Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht, übers. v. St. Gebauer, Berlin 2016.


Entgegen den üblichen Gepflogenheiten seiner Zunft betrachtet der britische Ökonom Anthony Atkinson die zunehmende Umverteilung der Einkommen und Vermögen von unten nach oben – vor allem in den nordamerikanischen und westeuropäischen Ländern – weder als notwendiges Übel noch als eine zu vernachlässigende Größe, sondern als das desaströse Resultat gewollter und gezielter politischer Fehlentscheidungen: für die Reichen – gegen die Armen.

Freitag, 14. September 2018

Ausspekuliert!


Demo in München gegen den Mietenwahnsinn

Ausspekuliert Martin Fengel

Die Bürger der Stadt schließen sich zusammen und werden aktiv. Aktiv gegen die zügellose Gier der Investoren, gegen Gesetze, die Steilvorlagen für Entmietung sind und dadurch Mieter zu Spekulationsobjekten machen. Aktiv gegen verantwortungslose Politikerinnen und Politiker, die auf allen Ebenen tatenlos zuzuschauen scheinen – Für eine bunte Stadt, eine lebenswerte Heimat.


 Weitere Infos unter: www.ausspekuliert.de

Demo am Samstag, den 15. September 
Start am Mariahilfplatz um 14:00 Uhr 
Schlußkundgebung Geschwister-Scholl-Platz um 17:00 Uhr 
 
 

Donnerstag, 13. September 2018

Wohnraum statt Rendite!



In Großstädten fehlen immer mehr bezahlbare Wohnungen. Auch der Beirat des Wirtschaftsministeriums hat sich jüngst dazu geäußert. Wieder einmal soll es „der Markt“ richten. Den sozialen Wohnungsbau wollen diese Wissenschaftler ebenso abschaffen wie die Mietpreisbremse. Das soll den Neubau ankurbeln und so die Mieten senken.

Tatsächlich nutzen würde das aber nur den kapitalistischen Wohnungsunternehmen und Spekulanten. Denn wer so argumentiert, hat nicht verstanden, dass der Wohnungsmarkt kein Markt wie jeder andere ist: Steigende Mieten führen zu steigenden Immobilienpreisen – und steigende Preise wiederum zu steigenden Mieten. 

Das ist ein Teufelskreis, der es lukrativer macht, in den Bestand zu „investieren“ als in den Neubau. Solche Spekulationen heizen den Teufelskreis dann weiter an. Zugleich wird so das Bauen zu bezahlbaren Mieten unmöglich.

Montag, 10. September 2018

Fitnessstudio Hugendubel

Beim Arbeitgeber unerwünscht: Industriestehhilfe mit Tellerfuß



In den orthodoxen Kirchen gibt es einen alten Marienhymnus, der so feierlich und ehrwürdig anmutet, dass er nicht im Sitzen gesungen werden darf. Er wird deshalb Hymnos Akathistos genannt. Unsere Chefs scheinen der Tätigkeit der Buchhändlerin und des Buchhändlers ähnlich hohe Wertschätzung entgegenzubringen – zumindest was ihren Widerstand betrifft, die Arbeitsplätze in ihren Läden vorschriftsgemäß mit Sitzmöbeln oder Stehhilfen auszustatten. Man sollte indes Arbeit nicht mit Gottesdienst verwechseln, und mag dies angesichts des Arbeitgebervorschlages, sich bei Tarifverhandlungen mit Himmelslohn zu begnügen, auch nahe liegen.


Eines jedenfalls ist sicher: was du nicht im Geldbeutel hast, das musst du in den Beinen haben. Da ist nicht nur Stehvermögen gefragt, da geht es rund ohne Rast und Ruh. ALF und AFK sind angesagt: ALLE AUF DIE FLÄCHE und AKTIV VERKAUFEN! Und während König Kunde – in sträflicher Unkenntnis solch kluger Konzepte – einfach weiterhin zielstrebig unsere Servicepunkte und Bibliografierstationen ansteuert, sausen wir nun kreuz und quer durch unsere Läden, um ihn überall abzufangen und anzusprechen – außer natürlich dort, wo er es erwartet. Eine Kollegin, die sich den verpönten Luxus gegönnt hat, zwischendrin noch einen – vielleicht letzten – klaren Gedanken zu fassen, bemerkte dazu: Ich komme mir vor wie in einem Fitnessstudio.

Donnerstag, 6. September 2018

Macht mit!

Jeder und jede kann beim Infoblog mitmachen!


Fehlt Dir hier im Infoblog etwas? Informationen über aktuelle Entwicklungen an Deinem Hugendubel-Standort? Ein Artikel über ein wichtiges Thema, das unbedingt hier im Blog auftauchen sollte? Notizen aus der Hugendubel-Arbeitswelt?  Ein Meinungskommentar? Oder die Besprechung einer interessanten Neuerscheinung ?
 
Wir freuen wir uns über jeden Leser und jede Leserin, der/die vom Konsumenten zum Produzenten wird. Gibt es Themen, über die dringend in unserem Blog berichtet werden sollte? Habt Ihr Informationen, von denen Ihr denkt, dass sie auch für andere Hugendubel-Mitarbeiter von Interesse sind? Könnt Ihr aus erster Hand von Dingen berichten, die uns alle etwas angehen?
 
Sagt Eure Meinung, berichtet aus Eurem Arbeitsalltag und werdet selbst aktiv!
Mit diesem Blog haben die Mitarbeiter von Hugendubel nun die Möglichkeit, abseits von der GL-Pressemitteilungen, ihre Sichtweise der Dinge in der Öffentlichkeit zu vertreten. 
Jeder Beitrag wird vertraulich behandelt und erscheint anonym.
 
Wir freuen uns über Eure Artikel und Themenvorschläge!
Schreibt uns: hugendubel.verdi@yahoo.de

Montag, 3. September 2018

Braune Einheitsfront

Ein Kommentar

Nutzung mit freundlicher Genehmigung durch Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.




Mit Hitlergruß, Fake-Plakat und Pogromdrohung: "Besorgte Bürger" in Chemnitz


Die Geschehnisse in der vergangenen Woche in Chemnitz weisen auf eine Entwicklung hin, die sich schon länger abgezeichnet hat: die Entstehung einer breiten völkischen Sammlungsbewegung.
Bei aller notwendigen Differenzierung zwischen den einzelnen inhaltlichen Positionen und organisatorischen Strategien läßt sich eine gemeinsame Grundlage für diese braune Einheitsfront erkennen: Rassismus, Nationalismus und Geschichtsrevisionismus.

Denn wer marschierte da zusammen in Chemnitz? Die Neonazi-Partei NPD, die faschistische Kleinpartei III.Weg, die sich als "Bürgerbewegung" gerierende rechstextreme Pro-Chemnitz-Gruppierung, Hooligans, Rocker aus dem Rotlichtmilieu, Pegida, Identitäre Bewegung, Burschenschaften, die AfD und jede Menge sogenannter "besorgter Bürger".
Da wuchs zusammen, was schon länger zusammen gehörte.

Freitag, 31. August 2018

ArbeiterKind.de

10 Jahre Bildungsinitiative ArbeiterKind.deBildergebnis für arbeiterkind

Die vor zehn Jahren gegründete Initiative Arbeiterkind.de  e.V. ermutigt Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne Hochschulerfahrung dazu, als Erste in ihrer Familie zu studieren. Bundesweit engagieren sich 6.000 Ehrenamtliche in 75 lokalen ArbeiterKind.de-Gruppen, um Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit eines Studiums zu informieren und sie auf ihrem Weg vom Studieneinstieg bis zum erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg zu unterstützen. 

Denn in Deutschland lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind studieren wird, immer noch am Bildungsstand der Eltern ablesen. Laut der aktuellen 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) nehmen von 100 Akademikerkindern 77 ein Studium auf. Dagegen studieren von 100 Nicht-Akademikerkindern lediglich 23 obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen. Die finanzielle Belastung ist dabei nur einer von vielen Gründen, die diese Abiturienten von einem Studium abhalten.

Donnerstag, 30. August 2018

"Jedes Kind muß lesen lernen!"

Hamburger Erklärung


Die Schriftstellerin Kirsten Boie startete kürzlich auf change.org die Initiative "Jedes Kind muß lesen lernen!", die inzwischen von über 42.000 UnterstützerInnen unterschrieben worden ist:

Seit dem vergangenen Dezember wissen wir: Knapp ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland kann nicht so lesen, dass der Text dabei auch verstanden wird (18,9%, Internationale IGLU-Studie 2016). Im internationalen Vergleich ist Deutschland damit seit 2001 von Platz 5 auf Platz 21 aller beteiligten Länder abgerutscht und liegt unter dem EU- wie dem OECD-Durchschnitt.

Zudem ist Deutschland das Land, bei dem das Ergebnis am stärksten von der sozialen Herkunft abhängt. Wer nach der Grundschulzeit nicht sinnentnehmend lesen kann, wird es in den weiterführenden Schulen nicht lernen. Denn hier wird Lesen nicht mehr gelehrt, sondern vorausgesetzt.

Lesen ist noch immer DIE Schlüsselqualifikation für die Teilhabe an der Gesellschaft.

Montag, 27. August 2018

Alarmierende Kinderarmut

Kinderschutzbund: 4,4 Millionen Kinder armutsgefährdet

 

Es ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land: Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen - rund 1,4 Millionen mehr, als in der Öffentlichkeit bisher bekannt. Das haben Berechnungen des Kinderschutzbundes (DKSB) aufgrund vorliegender Zahlen ergeben. Der DKSB fordert die Bundesregierung auf, mit konkreten Maßnahmen und Reformen gegen Kinderarmut vorzugehen.

Für drei Millionen Kinder zahlt der Staat Sozialleistungen, damit ihr Existenzminimum gesichert ist. Zählt man aber auch diejenigen Familien hinzu, die Anspruch auf Hartz IV, Kinderzuschlag oder Wohngeld haben, dies aber nicht nutzen, ist die Zahl der in Armut lebenden Kinder noch deutlich höher. Denn viele Familien beantragen Leistungen erst gar nicht, die ihnen aufgrund ihres geringen oder fehlenden Einkommens eigentlich zustehen.