Mittwoch, 18. Juli 2018

Aus einer Utopie wird Wirklichkeit

Der Urlaubsanspruch fiel nicht vom Himmel, sondern wurde von Gewerkschaften erkämpft
Urlaub

Wer arbeitet, muss sich auch erholen. Sonst versiegen allmählich die Kräfte von Körper, Geist und Seele. Im Gegensatz zu den Fabrikherren anno 1850 und manchem Sklaventreiber des 21. Jahrhunderts wussten das schon die Steinzeitmenschen vor 20.000 Jahren. Wenn die erschöpft von den Anstrengungen der Jagd aus der Wildnis zurückkamen, haben sie sich erst einmal gründlich ausgeruht, um sich zu stärken und den Kopf wieder klar zu kriegen für die nächste Safari. In der Antike, zum Beispiel bei den alten Griechen und im Rom der Zeitenwende vor 2000 Jahren, war selbst vielen Sklavenhaltern klar, dass sie ihre Zwangsarbeiter nur dann auf Dauer ausbeuten konnten, wenn sie ihnen hinreichend freie Tage und Ruhepausen zur Erholung gönnten. Nur so konnten die Aristokraten selber dem Müßiggang frönen und sich der Politik und den schönen Künsten widmen.

Montag, 16. Juli 2018

21 Fragen und Antworten zum Thema "Urlaub"

Wir haben die 21 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Urlaub" gesammelt und präsentieren sie Euch hier in einer Zusammenfassung: 

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1. Urlaub früher

Frage: Wie viel Urlaub gab es 1963 nach dem Bundesurlaubsgesetz?

Antwort: 1963 sicherte das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) 18 Tage bezahlten Urlaub zu, - 
bezogen auf die Sechs-Tage-Woche. Macht also 3 Wochen Urlaub.


2. Urlaub heute

Frage: Welchen Mindesturlaubsanspruch haben Arbeitnehmer/innen nach dem Bundesurlaubsgesetz heute?

Antwort: Heute sagt das im Jahr 1994 aktualisierte Bundesurlaubsgesetz, dass jede/r Arbeitnehmer/in pro Jahr 24 Tage Urlaub, bezogen auf die Sechs-Tage-Woche, hat. Das sind also vier Wochen Mindesturlaub. Mit Tarifverträgen kann aber auch mehr Urlaub 
vereinbart werden.

Samstag, 14. Juli 2018

Blood, sweat and tears

Adidas und Nike zahlen Millionen an Fußballer
und Hungerlöhne an die NäherInnen ihrer Trikots 

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Während Millionen von Menschen sich darauf vorbereiten, ihre Lieblingsmannschaften während der Fußballweltmeisterschaft anzufeuern, zeigt der Bericht “Foul Play – Sponsors leave workers (still) at the sidelines” von Éthique sur l’étiquette und Clean Clothes Campaign, dass die WM-Hauptsponsoren Adidas und Nike tausenden Näher*innen in der Lieferkette ihrer Fußballtrikots und -schuhe nur Hungerlöhne zahlen.

Die Fußball Weltmeisterschaft der Herren ist die Hauptbühne für den intensiven Sponsoring-Wettbewerb von Adidas und Nike. Zusammen rüsten sie 22 der 32 Teams aus. In den letzten 10 Jahren haben sich die Budgets für Marketing und Sponsoring verdoppelt. Im Rahmen eines rekordverdächtigen neuen Vertrags erhält das deutsche Team von Adidas bis zur nächsten WM sogar 65 Millionen Euro pro Jahr. Das ist dreimal so viel wie im letzten Vertrag, der in diesem Jahr ausläuft! Die französische Nationalmannschaft verhandelte mit dem Sportgiganten Nike ein nicht weniger erstaunliches Sponsoring von 50,5 Millionen Euro.

Freitag, 13. Juli 2018

Black Friday bei Amazon und Real

Beschäftigte streiken zusammen in Augsburg

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Vor dem „Prime Day“ nochmal ein deutliches Zeichen setzen!

Am heutigen Freitag, den 13., beschert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Amazon mal einen „Black Friday“ der besonderen Art. Die Beschäftigten des Standorts in Graben werden mit Beginn der Frühschicht zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht optimal sind, ist unstrittig. Es entsteht jedoch der Eindruck, dass je erfolgreicher Amazon wird, der Druck auf die Beschäftigten immer weiter erhöht wird.

„Amazon inszeniert jedes Jahr den „Black Friday“ als den Verkaufstag mit den besten Angeboten des Jahres. Heute am Freitag den 13 rufen wir zum „Black Friday“ auf. Es ist wirklich ein schwarzer Tag für die Beschäftigten. Die tägliche psychische und physische Belastung steigt immer mehr. Auch verweigert Amazon seinen Beschäftigten weiterhin die Sicherheit gegen Altersarmut durch existenzsichernde Tarifverträge. 

Was hier passiert ist schon einzigartig. Je erfolgreicher Amazon wird, umso schlechter geht es den Beschäftigten. Jüngstes Beispiel war die Kürzung der jährlichen Aktienzuteilung, welche Amazon anstatt tariflichen Weihnachtsgeld den Beschäftigten gewährt. Solange Amazon die Tarifverträge des bayerischen Versandhandels nicht anerkennt, wird es keine Ruhe geben. Nächste Woche startet am 16.7. einer der verkaufsstärksten Tage bei Amazon, der „Prime Day“. Amazon sollte damit rechnen, wenn sie weiter blockieren, dass die Beschäftigten ab dem 16.7. die richtige Antwort geben“, so Thomas Gürlebeck, ver.di Sekretär aus Augsburg in Graben.

Gemeinsame Streikaktion mit den Beschäftigten von real

Mittwoch, 11. Juli 2018

„Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“


Betriebsrats-Mobbing bei Weltbild
 
Die Nachricht traf die ohnehin gebeutelte Restbelegschaft bei WELTBILD wie ein Guss kaltes Wasser: Der Betriebsratsvorsitzende soll fristlos gekündigt werden. Der direkte Angriff auf die demokratisch gewählte Interessenvertretung ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um die Sanierung des ehemaligen Vorzeigeunternehmens. Nach einer Betriebsversammlung am Montag unterzeichneten die anwesenden Beschäftigten eine Unterstützungserklärung für ihren BR-Vorsitzenden: „Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“.
Denn bei WELTBILD läuft schon lange nichts mehr rund. Im vergangenen Jahr hatte Gesellschafter Walter Droege aus Düsseldorf die Schließung der Logistik in Augsburg gegen den erbitterten Widerstand des Betriebsrats durchgesetzt. Seither kämpft der Versandhändler mit massiven internen Problemen. Die Beschäftigten sind ratlos angesichts der irrlichternden Strategie der Unternehmensführung.

Und nun das: Der langjährige Betriebsrat war erst Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit im Amt bestätigt worden. Im Februar kündigte die Geschäftsführung einen weiteren Personalabbau an, dem sich der Betriebsrat entschlossen entgegenstellte. Nachdem der Arbeitgeber gemerkt hat, dass er gegen den kompetenten und engagierten Betriebsrat nicht durchkommt, greift er nun zu schmutzigen Tricks.

Dienstag, 10. Juli 2018

"Wir sind bei den Verlassenen!"

Rede von Feridun Zaimoglu
zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2018  
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Das Mädchen, das um den Vater trauerte, sang mit einem Faden Stimme, es sang leise ein islamisches Klagelied: Wir sind geworden Gegangene, ein Gruß den Gebliebenen. 

Ich lernte von dem Kind, das sich nicht allein zum Mund eines toten Mannes machte. Dies war der Gesang der Seelen, die mit der Zunge der Halbwaisensprachen. Wer aus dem Leben der anderen scheidet, ungewollt und unfertig,muss nicht fürchten, dass er verstummt. Der Kummer des Mädchens war so großwie seine Welt, es wollte aber mit der Stimme der gebannten Geister sprechen. 

Donnerstag, 5. Juli 2018

Wie weit reichen Arbeitnehmerinteressen?

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Se non è vero, è ben trovato – mag sich mancher denken: wenn es nicht wahr ist, ist es gut erfunden. Aber die allerbesten Geschichten erfindet das Leben. Ein älterer Herr kam in unsere Buchhandlung und fragte nach einem Rechtsratgeber über die Durchführung von Betriebsratswahlen. Beiläufig erzählte er, ihm gehöre ein kleiner Handwerksbetrieb – und seine Arbeiter wollten einen Betriebsrat gründen. Das seien wirklich prima Leute, aber sowas könnten die nicht selber. Deshalb müsse er sich jetzt informieren, wie man es richtig macht – um ihnen zu helfen.

Dass gerade solch ein herzensguter und treusorgender Paternalismus böse ins Gegenteil umschlagen kann, versteht sich, macht aber - gesamtperspektivisch betrachtet – nichts, da er selten genug ist. Bei Hugendubel jedenfalls spüren wir kaum noch viel davon. Deshalb haben unsere diesjährigen Betriebsratswahlen in München erneut klar gezeigt: die Mehrheit der Belegschaft setzt nicht auf die Menschenfreundlichkeit des Arbeitgebers, sondern auf eine engagierte und kämpferische Interessenvertretung, die dafür bekannt ist, dass ihr, wenn nötig, knackige Konflikte lieber sind als faule Kompromisse. Und das ist gut so! Denn auch hier gilt: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Dienstag, 3. Juli 2018

Betriebsversammlung in München

am Mittwoch, 4. Juli um 9:30 Uhr
im Eine-Welt-Haus.

Themen: 

Tarifrunde
Kontroll-Regime
Buchshop der Zukunft

Montag, 11. Juni 2018

Achtung: KVP-Spitzel sind unterwegs!


Gesamtbetriebsrat schreibt Protestbrief






Sehr geehrter Herr Dr. Hugendubel, 
 

im Rahmen unserer letzten GBR-Sitzung haben wir Informationen zu Ihrem Vorgehen in Bezug auf den „Bewertungsbogen Review AV 2.0“ gesammelt. 
Wir sind enttäuscht und erschüttert darüber, dass in diversen Filialen der Einsatz dieses Bewertungsbogens zur sofortigen Androhung u.a. von Abmahnungen geführt hat. 

Ist dies das Konzept „Buchhandlung der Zukunft“, dass die KollegInnen auf Schritt und Tritt überwacht und beurteilt werden? 

Wie üblich haben Sie es verabsäumt, den Gesamtbetriebsrat vorab zu informieren, in diesem Fall darüber, dass Sie flächendeckend die KVP-Trainerinnen als "Mystery-Shopperinnen"/Testkäuferinnen einsetzten. 
 
Wenn Sie ein Interesse daran haben, dass die KollegInnen nur noch in Angst und nach normierten Vorgaben ihrem Beruf nachgehen, dann weiter so! 
Ob dies allerdings im Interesse des Unternehmens in dieser schwierigen Geschäftssituation ist, wagen wir zu bezweifeln. 


Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Gesamtbetriebsrat