Donnerstag, 21. Oktober 2010

Wohlfühl-Oase Arbeitsplatz?

Es geht immer ums Geld.
In diesem Falle stimmt dies jedoch nicht ganz. Den meisten Beschäftigten ist ein gutes Arbeitsklima wichtiger. Interessante Aufgaben im Betrieb und die Sicherheit des Arbeitsplatzes stehen ebenfalls weit vorne.

Generell ist es allerdings so, dass fast jeder vierte Beschäftigte innerlich längst gekündigt hat. Etwa 2/3 der Arbeitnehmer weisen eine geringe emotionale Bindung an ihren jeweiligen Arbeitgeber auf und zählen die Stunden bis Feierabend.

Was sind die Gründe?
Heutzutage fühlen sich viele ArbeitnehmerInnen nur noch als Kostenfaktor. Etliche Beschäftige beklagen einen Mangel an Anerkennung durch ihre Vorgesetzen. Bestätigung und Respekt für geleistete Arbeit werden kaum noch kommuniziert.
Die Gründe für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sind sehr oft in der Personalführung zu finden. Die Chefs ignorieren häufig die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer MitarbeiterInnen.

Um mit Freude und Motivation in die Arbeit zu gehen, wäre es entscheidend, dass der Beschäftigte weiß, dass seine Leistung im Betrieb anerkannt und auch seine Meinung gehört wird.
Genauso wichtig ist die berufliche Fortbildung und Weiterentwicklung im Unternehmen.
Der Beschäftigte möchte als Mensch gesehen werden und nicht nur als Ausgabenfaktor in einer Statistik, die der Arbeitgeber ihm regelmäßig vorhält.

Die Wertschätzung der MitarbeiterInnen untereinander ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Unterstützung im Arbeitsalltag, ein gutes Miteinander mit KollegInnen und Vorgesetzen erzeugen ein positives Arbeitsklima.

Es ist selbstverständlich, dass gute Arbeitsleistung, gerecht entlohnt werden muß!
Dies ist der Ansporn für zusätzliche Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Aus seinem/ihrem Aufgabenfeld im Unternehmen zieht der/die ArbeitnehmerIn einen Großteil seiner/ihrer Zufriedenheit. Selbständiges Arbeiten, eigenverantwortliche Tätigkeiten und neue Herausforderungen machen ihn/sie glücklich.

Allerdings darf sich der/die MitarbeiterIn auch nur so viel Arbeit zumuten, wie er/sie physisch und auch psychisch verkraften kann. Ansonsten kann körperliche, emotionale wie auch geistige Erschöpfung die Folge sein:
Arbeitsüberlastung – unbewältigter Stress – Burnout.
Burnout ist eine Krankheit, aufgrund beruflicher Überlastung und wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann. Man weiß heute, daß die wesentlichen Bedingungen für das Entstehen des „Ausgebranntseins“ in den Arbeitsbedingungen liegen.

Aus diesem Grunde fordern wir:

Gute Fortbildung, Anerkennung, Respekt, gerechte Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen. Von der Zufriedenheit der MitarbeiterInnen, ihrem Engagement und der Arbeitsleistung profitiert am Ende auch das Unternehmen.

Uns von der Blog-Redaktion interessiert, wie es bei Euch aussieht?
Wird gute Arbeit entsprechend gewürdigt, fühlt Ihr Euch an Eurem Arbeitsplatz wohl und wie sieht es mit der Arbeitsüberlastung aus?

Teilt uns Eure Erfahrungen in den Kommentaren mit. 

Kommentare:

  1. Ob gute Arbeit entsprechend gewürdigt wird? Die Frage ist ironisch gemeint, oder?
    Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Es hängt schon sehr vom Vorgesetzten ab, ob man mal lobende Worte vernimmt. Manch ein AL oder FL kann eben motivieren, andere hingegen garnicht.

    Eine Wohlfühloase ist unser Arbeitsplatz sicher schon lange nicht mehr, das ist aber auch nicht nötig. Ich bin ja nicht in der Arbeit, um mich von meinem anstrengenden Privatleben zu erholen (wobei man das bei dem ein oder anderen Kollegen schon manchmal denkt, aber das ist ein anderes Thema)

    Arbeitsüberlastung gibt es jedoch schon. Und zwar nicht nur hin und wieder (so wie früher zur Weihnachts- und Osterzeit), sondern permanent.
    Und da liegt der Hund begraben: kurzfristige Arbeitsüberlastungen sind auszuhalten. Ostern und Weihnachten (und in den Schulbuchabteilungen eben der Schulanfang) sind Hochzeiten im Buchhandel. Das ist ok und wir sind ja auch froh, daß zu diesen Zeiten viel Geld in die Kassen kommt.

    Aber: es kann nicht sein, daß das ganze Jahr über dieser Zustand herrscht (das mit der Arbeitsbelastung, mein ich. Nicht das viele Geld in den Kassen!)
    Daß es Zeiten gab, wo man sich früher die Beine in den Bauch gestanden hat, ist richtig. Aber: es war halt eben auch ein Ausgleich für die Wochen, wo man abends seine Füße nicht mehr spüren konnte, weil man tagsüber so viele Kilometer durch den Laden gerast ist.

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  2. Motivierte Mitarbeiter würden dem Unternehmen auch viel mehr bringen. Sie würden aus Überzeugung und Loyalität besere Arbeit machen.

    Liebe GL, hört auf Eure Mitarbeiter. Die Kunden in den Läden merken, wie motiviert wir sind.
    -Bietet drigende Fortbildungen an
    -Lockert das Hausorganisationsmodell
    -Verlegt den Einkauf zurück auf die Fläche!
    und ganz wichtig:
    Schluss mit der Personalsperre!

    B.

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  3. Es ist wichtig, daß das Thema mal angesprochen wird. Die Lohnerhöhung durch den neuen Manteltarifvertrag ist ja gut und schön, aber genauo wichtig ist ein gutes Arbeitsklima. Ich komme mit meinen Kollegen und Vorgesetzten gut aus, aber man merkt einfach, wie die dünne Personaldecke langfristig die Nerven aller strapaziert. Ich bin früher jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen, mittlerweile aber zunehmend mit gemischten Gefühlen, weil man einfach weiß, daß auf einen nur Streß wartet. Danke für den Beitrag!

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  4. Die Lohnerhöhung hat nichs mit dem Mtv zu tun.
    Dazu gibt es einen Gehalts- und Lohntarifvertrag.

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  5. Motivation? Das war einmal... Hatte tatsächlich mal vor, Karriere bei H. zu machen. Habe dort auch mal gern, nein sehr gern, gearbeitet. Mittlerweile bin ich ziemlich unmotiviert, wie fast 90% der Kollegen in unserer Filiale. D.h. eine Motivation ist natürlich noch da: das Gehalt am Monatsende, auch wenn mir mit meiner Qualifikation mehr zustehen würde.
    Übrigens liebe GL, falls Sie dies lesen: Seit fast einem Jahr warte ich auf mein Zwischenzeugniss einer Ihrer FLs. Vielleicht sollten Sie die mal motivieren, Zeugnisse zu schreiben, wenn sie darum gebeten werden. Das ist eine Frechheit! Vielleicht hätte ich mich dann schon bei einem anderen Unternehmen beworden und Sie wären einen MA mehr los. Daran ist Ihnen doch im Moment doch sehr gelegen.

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  6. Sehr sinnvoll, in einem Blog ein Zwischenzeugnis zu fordern.

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  7. Captain Sharky schreibt, daß er / sie das Zeugnis bei der Filialleitung eingefordert hat und dann nichts passiert ist. So etwas ist nach meiner Erfahrung eher die Regel als die Ausnahme. In den seltensten Fällen wird ein Zeugnis schnell und ohne mehrmaliges Nachhaken ausgestellt. Wahrscheinlich steht dahinter keine böse Absicht, sondern Arbeitsüberlastung, aber trotzdem ist es zugleich auch ein Zeichen mangelnder Wertschätzung (andere Dinge sind eben wichtiger...). Ich gehe davon aus, daß der eine oder andere FL hier gelegentlich mitliest, und finde den Beitrag auf keinen Fall verkehrt.

    Ein weiterer Punkt, der mir einfällt, ist die Abschaffung der Jahresgespräche. Diese sind, wenn sie professionell durchgeführt werden, für den Mitarbeiter eine Motivation, weil er sich ernstgenommen fühlt; weil er Auskunft darüber erhält, wo seine Stärken (und Schwächen) liegen, welche Perspektiven es gibt, und nicht zuletzt kann er auch selber Kritik und Wünsche äußern. Es ist einfach wichtig, ein regelmäßiges und "offizielles" Feedback für die eigene Arbeit zu bekommen. In einem modernen Unternehmen ist das eigentlich das Minimum, das man erwarten kann.

    Ich bin nicht genau über den aktuellen Stand der Diskussion informiert, aber als Begründung für die Aussetzung der Jahresgespräche wurde von der GL wohl mal die Weigerung des Betriebsrats genannt, dem Konzept "Führen mit Zielvereinbarungen" zuzustimmen. Es ist aber ein Unding, wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem Betriebsrat in einer so schwierigen und für alle extrem belastenden Phase keinerlei regelmäßige Jahresgespräche mehr durchzuführen. So verfestigt sich für mich als Mitarbeiter der Eindruck, die Firma ist an mir als Person gar nicht mehr interessiert.

    Falls jetzt wieder Kritik kommt, hier werde so viel gejammert: Mir geht es wirklich nicht um irgendwelche verbalen Lobeshymnen - die sind sogar meiner Motivation eher abträglich, wenn das reale Handeln dann nicht dazu paßt. Es steht aber in nahezu jedem Fachbuch für Führungskräfte, wie wichtig regelmäßiges gegenseitiges Feedback und eine Einschätzung der eigenen Arbeitsleistung für die Mitarbeiter ist, und ich glaube auch nicht, daß es den AL und FL da sehr viel anders geht als uns einfachen Buchhändlern.

    Abgesehen von diesen grundsätzlichen Mängeln bei der Gesprächskultur, ist es natürlich eine individuelle Frage, ob Vorgesetzte Lob und Anerkennung ausdrücken können und wollen. Ich glaube, es wird oft total unterschätzt, welche Wirkung sowohl positive als auch negative Kommentare haben können. Aussagen wie "Ihr Buchhändler seid alle immer noch verwöhnt", "Wir sind alle zu teuer" oder "Ich bin nicht dazu da, meine Mitarbeiter zu motivieren" (alles FL/AL-Zitate) sind jedenfalls auch für Hartgesottene nicht gerade aufbauend.

    Wichtig für meine Motivation ist das Gefühl, daß ich mit meiner Arbeit weder über- noch unterfordert bin. Leider bin ich momentan vom Arbeitsvolumen her oft über-, von den Arbeitsinhalten her zunehmend unterfordert. Erstaunlicherweise ist das Arbeitsklima in meiner Filiale immer noch relativ gut, aber das liegt vor allem an den Kollegen und dem gemeinsamen Galgenhumor und daran, daß man über jeden Monat froh ist, in dem man noch sein Gehalt bekommt.

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  8. @Büchermensch:
    Danke für deinen Beitrag/Kommentar! Stimme dir vollkomen zu.

    @Anonym:
    Es ist sinnvoll via Blog ein Zwischenzeugnis zu fordern, denn die GL liest mit. Sicher. Würde ich auch machen, wenn ich an deren Stelle wäre.

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  9. @Büchermensch: Danke für den guten Beitrag!
    Mich irritiert nur die Sache mit den Jahresgesprächen. Bei uns im Haus gibt es diese, wobei ich sie selbst als AL nicht als ausreichend empfinde. Das ganze JG bringt wenig, wenn wir während des Jahres keine Zeit haben, uns auszutauschen. Mein Wunsch wäre es, wöchentlich ein paar Minuten für jeden meiner Leute Zeit zu haben, um entweder fachliches zu besprechen oder einfach mal über Befindlichkeiten zu reden. Sonst ist und bleibt das JG ein Alibigespräch.

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  10. Wie soll man zufrieden sein am Arbeitsplatz ,wenn der Chef sagt: Die alten müssen aussortiert werden .Bin grade mal 55 J .Es gab ja schon mal einen vor ca. 65 Jahren der aussortiert hat.

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