Donnerstag, 23. September 2010

Gegen kriminelle Energien (2): "Detektiv guckt fern" ...

... und was eigentlich sieht er da?

Foto: wallguenter

Nochmals, der Reihe nach:

In den Läden selbst zu sichten ist mitunter (neben all den Leiharbeitern) auch noch "originäres" Hugendubel-Personal ...
und (vor überbordenden Stapeln und rudimentären Regalen): sich künftig vollkommen selbst bedienende Kunden - an (wohl weitgehend personalfreien) Navigations-Infoterminals/Service-Points/Selbstscanner-Kassen ...

Hier also besteht eindeutig Überwachungsbedarf! - oder etwa nicht?

Und nun: der Berufs-Beobachter in Berlin -
er verfolgt auf den Monitoren der republikweit abgefilmten Filialen:

Wie es da überall so aussieht ...
Was dort den ganzen Tag alles geschieht ...
Wer da wann was tut (oder auch nicht) ...

Das Netz der Video-Dome-Kameras ist äußerst dicht ...
jeder Ladenwinkel wird erfasst ...
nur hinter Kasse und Infozeile wird's mal kurz schwarz ...
sonst jedoch, überall im Verkaufsraum, kann alles/jedes/jede(r) - und dies jederzeit - eingesehen werden ...

Wer kann sich denn hierbei wohl fühlen:
... potentiell - annähernd während der gesamten Arbeitszeit - mit fast sämtlichen Tätigkeiten - weitgehend ohne Rückzugsmöglichkeit - unter dauernder Beobachtung zu stehen?

Ist die Unverletzlichkeit von Persönlichkeitsrechten tatsächlich hundertprozentig garantiert?  ...
allein schon angesichts der Tatsache, dass lange vor dem Abschluss gültiger Betriebsvereinbarungen
(d.h. ohne dass die für eine Videoüberwachung zwingend erforderliche Genehmigung durch Betriebsrats-Gremien vorgelegen hätte) in den Filialen bereits umfangreichste Überwachungsanlagen installiert und rechtswidrig in Betrieb genommen wurden ...
und dies sogar in jenen Bereichen, die sich außerhalb der Verkaufsräume befinden (die also ausschließlich den Mitarbeitern vorbehalten sind)!

Was in aller Welt haben Kameras in der Nähe von Umkleide/Garderobe/Spind-Räumen zu suchen
(auch dann, wenn - wie versichert wird - sie nachträglich wieder deaktiviert wurden)?

Nochmals die Frage:
Wer - in Berlin - beobachtet - in den Filialen - da eigentlich - was?

Lest nach - in der Münchner Betriebsvereinbarung -
diskutiert und entscheidet: dürfen wir vertrauensselig sein?

Kommentare:

  1. Ich dachte, es werden nur die Verkaufsräume überwacht? Auf dem Bild ist aber eine Kamera bei den Spinden zu sehen!
    Wer soll denn nun kontrolliert werden? Der Kunde oder die Kollegen? Wo bleibt das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter??'
    100% Sicherheit, daß wirklich nur die Verkaufsräume überwacht und die "Private Areas" ausgespart werden, wird es nicht geben. Deshalb muß regelmäßig überprüft werden, ob sich die GL und die Detektei auch daran halten.

    Für mich haben die Kameras sowieso keinen Sinn. Was bringt es den Kollegen in München, wenn ein Detektiv in Berlin einen Diebstahl zu sehen bekommt? Und? Gut, dann hat er gesehen, daß geklaut wurde, und dann?
    Außerdem möchte ich nicht wissen, was das Ganze kostet. Da wüßte ich andere Dinge, die wichtiger wären, z.B. Personal einstellen. Wenn auf einer Etage statt einem Kollegen zwei stehen würden, bräuchte man keine Kameras!
    Aber anscheinend sind Kameras günstiger, als neue Mitarbeiter

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  2. Diese Kamera ist nicht auf den Spindraum gerichtet, sondern auf das Kassenbüro direkt daneben. Hat der BR auch sicherlich kontrolliert, oder?

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  3. @Anonym

    Eine Kamera dieser Bauart kann sowohl auf das Kassenbüro als auch auf die Spinde gerichtet werden.
    Und ein Spindraum ist nun mal eine "Privat Area". Da kann sich ja jeder FL rausreden, dass nur der Eingang des Kassenbüros überwacht werden soll.

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  4. ist einfach unmöglich, dass so was bei hugendubel passiert, egal worauf das ding nun genau gerichtet ist und ob das jemand kontrolliert hat oder nicht: das darf einfach nicht sein, in solchen personalbereichen müssen kameras grundsätzlich und immer tabu sein!!!

    das ist einfach ein rechtsverstoss und ein richtiger schlag unter die gürtellinie. was ist das denn für eine fürchterlich schreckliche firma geworden?

    solche sachen gehören sofort an die öffentlichkeit und sie gehören vors gericht. unter solchen umständen kann man in diesem unternehmen doch nicht mehr guten gewissens arbeiten. offensichtlich heisst inzwischen die dbh eigentlich lidl!!!

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