Donnerstag, 29. November 2012

Deine Rechte im (Warn)Streik

6. Juli 2011: die Belegschaft von Hugendubel tritt in Warnstreik

Speziell im Arbeitskampf kommt es auf jede und jeden an! Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht zu streiken. Dies ist in Artikel 9 III des Grundgesetzes garantiert.
Der Streik ist immer das letzte Mittel, um berechtigte Forderungen der Gewerkschaften durchzusetzen; daher ist es gerade dann notwendig, dass möglichst alle zum Streik aufgerufene Arbeitnehmer sich am Streik beteiligen.

Hier eine Zusammenfassung deiner Rechte im Arbeitskampf:

1. Jede Kollegin und jeder Kollege – egal, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht - darf an einem (Warn)Streik teilnehmen. Der Arbeitgeber darf das nicht verhindern. Benachteiligungen wegen der (Warn)Streikteilnahme sind unwirksam.

2. Streikbrecher/innen dürfen nicht bevorzugt werden. Das bedeutet: Jede auf dem Streikbruch beruhende Vergünstigung für Streikbrecher durch den Arbeitgeber steht auch den streikenden Kolleginnen und Kollegen zu.

3. An einer möglichen Urabstimmung, zu der ver.di aufgerufen hat, dürfen nur Gewerkschaftsmitglieder teilnehmen. Unorganisierte Kolleginnen und Kollegen können da-her über Streikmaßnahmen nicht mit(be)stimmen.

4. Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat auch während des (Warn)Streikes das Recht, an Protestkundgebungen teilzunehmen (z.B. vor den bestreikten Betrieben und Dienststellen)

5. Dabei können auch Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen und möglichen Streikbrecher/innen geführt werden, um diese davon zu überzeugen, den streikenden Kolleginnen und Kollegen nicht in den Rücken zu fallen.

Die ausgefallenen Arbeitsstunden während des Streiks werden i.d.R. vom Arbeitgeber nicht bezahlt. Auch das Arbeitsamt zahlt in dieser Zeit nicht. Ver.di zahlt ihren Mitgliedern (und nur den Mitgliedern) während der Streikteilnahme Streikunterstützung! Unorganisierte Kolleginnen und Kollegen erhalten während des Streiks weder Lohn noch Arbeitslosengeld. Sie stehen somit ohne gewerkschaftliche Unterstützung da. Auch einer der vielen Gründe, Mitglied bei ver.di zu werden.
Während des Arbeitskampfes kann es dazu kommen, dass die Arbeitgeber aussperren. Dabei darf der Arbeitgeber nicht zwischen Streikenden und Streikbrechern unterscheiden. Aber auch dann haben die Mitglieder von ver.di Anspruch auf Streikunterstützung.

Während des Streiks stehen dem Betriebs- / Personalrat unverändert die betriebsverfassungs-/ personalvertretungsrechtlichen Beteiligungsrechte zu.

Der Betriebs- oder Personalrat als solches muss zwar im Arbeitskampf neutral bleiben, aber die Betriebs- oder Personalratsmitglieder dürfen wie jede Arbeitnehmerin oder jeder Arbeitnehmer am Arbeitskampf teilnehmen.

Kommentare:

  1. Übertreibt jetzt mal nicht: Die Tarif-Verhandlungen sind doch noch gar nicht zu Ende ("Nächster Verhandlungstermin ist der 19.12.2012"). Also: Erst mal Ruhe bewahren!!! Bitte!!!

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    1. Schon wieder einer, der nicht aus unseren Reihen ist ! Venceremos !

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    2. Genau, steinigen sollten wir ihn! Was sind das denn für S*****hausparolen? Wir werden nicht siegen, sondern Arbeitslos sein mit einem solchen Antritt. Auch wenn eine Politik der ruhigen Hand sicherlich nicht zielführend ist, ist es die harte Verhandlungslinie 6% oder nix auch Mist. Wer soll denn das bezahlen? Ich verstehe das immer noch nicht! Und erklärt hat mir das hier auch noch niemand. Ich dachte wir verdienen kein Geld mehr, oder besser, das Geld was wir am Marienplatz und den wenigen noch profitablen Häusern verdienen schmeissen wir in die unprofitablen Häuser wieder rein.

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    3. ...und ich bleibe dabei: VENCEREMOS !!!
      Wen willst du steinigen ??? Deine Kollegen oder mitdenkende Blogger ???
      Du kapierst nada ! Dir kann man auch nichts mehr erklären....

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    4. Heute einfach auch mal anonymFreitag, 30. November 2012 um 13:22:00 MEZ

      Doch, Du könntest mir schon etwas erklären, nämlich mir eine Antwort auf meine Frage geben.
      Die immer wiederkehrende These: "Die reiche GF und wir armen Mitarbeiter" ist doch etwas zu platt. Ist Hugendubel nun in der Lage aus dem Geschäft heraus überhaupt höhere Gehälter zu zahlen, oder sägen wir da an dem Ast auf dem wir sitzen?

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    5. Der Ast, auf dem wir sitzen, wird bereits kräftig angesägt - und zwar von der GL: Filialschließungen, Personalabbau, Aufhebungsverträge, Rationalisierung, Zentralisierung.

      Wir sind als BuchhändlerInnen keine Großverdiener; aber wir wollen bei einem Vollzeitjob ein bescheidenes Leben führen können.Oder ist das schon zuviel verlangt? Ich meine: NEIN!

      Im übrigen kannst Du als Nicht-Gewerkschaftsmitglied von der Gewerkschaft erkämpfte Lohnerrhöhungen gerne zurückgeben. Das wäre wenigstens ehrlich. Aber zu diesem Punkt wird man von Dir wahrscheinlich nichts hören. Da bist Du schön still.

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  2. Ruhe Bewahren? Bis das Weihnachstgeschäft vorbei ist? Toller Tipp! Streiken dann wahrscheinlich nur am Sonntagnachmittag (- aber nur, wenn kein verkaufsoffener Sonntag ist).

    Mannomann...

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  3. Gewerkschaftlich organisierte BuchhändlerinDonnerstag, 29. November 2012 um 18:20:00 MEZ

    Auf was warten? Der Entgelttarifvertrag ist bereits am 31.März 2012 ausgelaufen. Am 17.Oktober gab es nach sechs (!) Monaten den ersten Termin. Jetzt dieses lächerliche Angebot.

    Und Du willst warten? Auf den Weihnachtsmann oder den Osterhasen?

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  4. Leute - ich freu mich auf morgen ... und ich war mal der loyalste Mitarbeiter Hugendubels ... ;-)

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  5. Hallo nach Bayern, wäre gerne bei Euch ! Drücke Euch fest die Daumen, bitte denkt auch an uns in Hessen und überall-----wir sind ALLE in Gedanken bei Euch ! Lasst Euch auf nichts ein, jetzt ist die Zeit gekommen ! Der Kampf muß beginnen: JETZT ! Wann sonst, sonst ist alles zu spät ! Wir stehen Alle hinter Euch -------- Also geht zur Betriebsversammlung--------und bitte schreibt danach auf diesem Blog, was alles passiert ist, ob die GL da war, bitte berichtet über Eure Eindrücke ! Viel Spaß ( bin bei Euch ) auch mal der loyalste Mitarbeiter gewesen. SERVUS, pfürti und Grüß Gott

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  6. ...immer die gleichen Spielchen, gefordert 6 %; 1.Runde geboten 1,2 irgenwann einigt man sich bei ca. 3 % jeder fühlt sich als Sieger, gähn..

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    1. Gewerkschaftlich organisierte BuchhändlerinFreitag, 30. November 2012 um 16:02:00 MEZ

      Schlafmützen gähnen, wenn ihre Kolleginnen und Kollegen für den Tarifvertrag kämpfen. Hast Du schon das Weihnachtsgeld zurückgegeben? Denn das kriegst Du nur durch den Manteltarifvertrag. Falls nicht, bist Du nur ein weiterer unsolidarischer Trittbrettfahrer oder Trittbretfahrerin.

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  7. Heute mal ein anderes "Spielchen":

    Bei Weltbild in Augsburg wird bereits erfolgreich gestreikt!
    Hier mehr aktuelle Infos

    Weltbild-Verdi-Infoblog:
    http://weltbild-verdi.blogspot.de/2012/11/streik-bei-weltbild.html
    " WIR STREIKEN . SO LÄUFT'S ! "

    News über Weltbild-Streik-Ticker auf Twitter:
    https://twitter.com/intent/user?screen_name=Streik_Ticker&tw_i=274347112156786688&tw_p=embeddedtimeline&tw_w=271741809489743872
    " Wir lassen uns nicht veralbern:
    Ab HEUTE 6:00 Uhr STREIK bei WELTBILD. "

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  8. Ich hätte eine Idee, wie man einen Streik bei Hugendubel so planen könnte, dass ganz viel mitmachen.
    Man nehme: eine halbwegs gute Betriebsversammlung. Dann wird der Streik ausgerufen. Und dann diskutiert man, ob wir es wirklich tun sollen, können, dürfen u.s.w. Wenn wir dann drei Tage diskutiert haben, erklären wir den Streik wieder für beendet.
    Und wenn wir dann wieder heimgehen, merken plötzlich alle, dass sie drei Tage gestreikt haben. Sogar die, die gar nicht gedurft haben sollten!

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