Freitag, 25. März 2011

Neue Sozialplanverhandlungen gescheitert

24. März 2011:

Am 24. März trafen sich die Delegation des Gesamtbetriebsrats und die Geschäftsleitung, um über einen neuen Sozialplan zu verhandeln.
Dieses Treffen stellte sich leider als kurzes Vergnügen heraus, da der angebliche „Verhandlungstermin“ kein solcher war. Die Geschäftsleitung wollte sich nicht auf Verhandlungen einlassen.
Sie bestand einzig und allein auf die unveränderte Verlängerung des bereits Ende 2010 ausgelaufenen Sozialplans!
Es gab keinerlei Entgegenkommen seitens der Geschäftsführung. Auch mögliche Ergänzungen an dem "alten" Sozialplan wurden abgelehnt.


Doch der Wunsch der KollegInnen ist ein deutlich verbesserter Sozialplan!

All die Dinge, die für die Belegschaft essentiell sind, wurden ignoriert.
Dazu zählen unter anderem die Prüfung von Kurzarbeit, eine bessere Abfindung und die Freiwilligkeit einen angeboten Arbeitsplatz ablehnen zu können, ohne den Anspruch auf Abfindung zu verlieren.

Laut Geschäftsleitung würde dies die jetzige wirtschaftliche Situation und die ungewisse zukünftige wirtschaftliche Lage des Unternehmens nicht zulassen. Aber dieses mittlerweile uralte Argument kennen wir bereits zur Genüge:
Geht es der Firma schlecht, kann man dem Personal nicht mehr bezahlen, weil es der Firma nun mal schlecht geht. Geht es mit der Firma bergauf, kann man dem Personal nicht mehr zahlen, weil man den Aufschwung nicht gefährden will. Und geht es der Firma gut, möchte man auf keinen Fall riskieren, dass es dem Unternehmen bald wieder schlechter geht.

Wohlgemerkt: Es geht hier ja nicht um eine Gehaltserhöhung!
Es geht hier einzig und alleine um eine bessere Absicherung, falls es nochmals zu Kündigungen kommen sollte und man seinen Job verliert. Der Zeitpunkt, den eigenen Mitarbeitern eine faire und gute Absicherung zu gewähren, ist aus Unternehmersicht niemals günstig, egal wie die Firma wirtschaftlich dasteht. Gleichzeitig aber liefert die GL mit ihrem Argument der wirtschaftlichen Situation und der ungewissen Zukunft des Unternehmens jedoch genau das richtige Argument für die Notwendigkeit eines neuen Sozialplans oder eben eines Sozialtarifvertrags.

Da der alte Sozialplan in keinster Weise vertretbar ist und auch nicht im Sinne der MitarbeiterInnen wäre, mussten die "Verhandlungen" ergebnislos beendet werden.

Folgende Aussagen sollte man sich noch einmal ins Gedächtnis rufen:

Herr Nitz, August 2010:
(...)„Ihre Aufforderung zu Verhandlung eines Sozialtarifvertrags habe ich erhalten. Die „dringliche Notwendigkeit im Hinblick auf drohende Filialschließungen“ kann ich nicht erkennen (…)

Herr M. Hugendubel, März 2011:
(…) drei, vier weitere Länden werden wir womöglich noch schließen müssen, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dort nicht ändern (…)

Trotz dieser eindeutigen Aussage von M. Hugendubel, verweigert sich die GL also weiterhin der Notwendigkeit, einen Sozialtarifvertrag bzw. einen vorsorglichen Sozialplan abzuschließen.


Der Inhalt des "neuen Sozialplans" und damit der Vorschlag des Gesamtbetriebsrats, deckt sich in großen Teilen mit dem Inhalt des "Sozialtarifvertrags" und enthält damit wichtige Regelungen, die in anderen Firmen, in denen bereits ein STV abgeschlossen wurde, ihre Anwendung finden und fest verankert sind.
Wir wollen hier nochmals kurz auf die wichtigsten inhaltlichen Unterschiede zwischen dem Sozialtarifvertrag bzw. einem „neuen“ Sozialplan und den, von der Geschäftsführung angebotenen „alten“ Sozialplan eingehen.

Alter Sozialplan:

Der Sozialplan gilt für alle MitarbeiterInnen, die in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen. Keine Ansprüche haben u. a. Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht sechs Monate besteht und MitarbeiterInnen, die nach ordentlicher Kündigungsfrist eine ungekürzte gesetzliche Altersrente beziehen können.

Die Abfindungen nach dem „alten“ Sozialplan fallen deutlich geringer aus, da diesem ein niedriger Faktor und ein anderes Berechnungsschema zugrunde liegen.
Die Höhe der Abfindung berechnet sich hier aus Betriebszugehörigkeit in Jahren, dem Bruttomonatsverdienst und dem Faxtor X.
Schwerbehinderte und Beschäftigte mit unterhaltspflichtigen Kindern erhalten zusätzlich eine Einmalzahlung.
Lehnt der Mitarbeiter das ihm im Wege einer Änderungskündigung unterbreitete Angebot einer „zumutbaren“ Weiterbeschäftigung zu geänderten Bedingungen ab, dann erhält der Mitarbeiter nur noch 50 % der Abfindung.

Folgende Punkte sind im alten Sozialplan zusätzlich geregelt:

  • Die Auszahlung und Fälligkeit der Abfindung
  • Die Rückzahlung der Abfindung bei Wiedereinstellung
  • Die Änderung der Arbeitsbedingungen
  • Härtefonds
  • Zeugnis

STV / neuer Sozialplan:

Der neue Sozialplan gilt für alle die bei der Hugendubel GmbH & Co.KG in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden, unter den Geltungsbereich des Betriebsverfassungsgesetzes fallenden Beschäftigten.

Die Höhe der Abfindung berechnet sich nach einem konkreten Kalkulationsschema. Im STV bzw. neuen Sozialplan werden die Betriebszugehörigkeit, der Bruttomonatsverdienst und das Lebensalter berücksichtigt. Bei der Betriebszugehörigkeit und dem Lebensalter werden zusätzlich auch die über ganze Jahre hinausgehende Monate hinzugerechnet.
Beschäftigte, die dem Betrieb mindestens 12 Jahre angehören und das 55. Lebensjahr vollendet haben, Schwerbehinderte und Beschäftigte mit mindestens einem unterhaltspflichtigen Kind, erhalten durch einen höheren Berechnungsfaktor, eine höhere Abfindung.

Ganz wichtig:

Beschäftigte, die einen als Ersatz angebotenen Arbeitsplatz ablehnen, erhalten dann (für den Verlust ihres Arbeitsplatzes) trotzdem immer ihre volle Abfindung.

Folgende Punkte sind im STV bzw. neuen Sozialplan zusätzlich geregelt:

  • Die Prüfung von Kurzarbeit durch Hinzuziehen eines unabhängigen Sachverständigen
  • Das Anbieten von Arbeitsplätzen die in funktioneller, regionaler, zeitlicher und sozialer Hinsicht zumutbar sind
  • Das Anbieten von zumutbarer Arbeit durch Umsetzung / Versetzung / Umgruppierung
  • Umschulungen
  • Pendlerregelungen bei Versetzungen
  • Finanzielle Hilfen bei Umzug
  • Bewerbungshilfen
  • Zeugnis
  • Jubiläumszahlungen
  • Regelungen für Auszubildende
  • Die künftige Bevorzugung bei etwaigen späteren Neueinstellungen

 
Die Vereinbarungen im STV bzw. die vom Gesamtbetriebsrat geforderten Regelungen im „neuen“ Sozialplan, sind um vieles detaillierter und umfangreicher. Auch die Abfindungen im Sozialtarifvertrag fallen deutlich höher aus.
Diese finanzielle Abfederung, nach Verlust des Arbeitsplatzes, ist für jede/n betroffene/n MitarbeiterIn ganz entscheidend.
 
Das Ziel der Delegation war es, für die MitarbeiterInnen Verbesserungen zu erreichen und nicht einfach den alten Sozialplan zu unterschreiben!
 
Es ist äußerst wichtig, dass ihr liebe Kolleginnen und Kollegen, deutlich macht, wie groß Euer unvermindertes Interesse an einem Sozialtarifvertrag ist.
 
Engagiert Euch auch weiterhin für den STV und somit für Eure Zukunftssicherung!
 
 

Kommentare:

  1. Ist es nicht so, dass der STV nur für Verdi Mitglieder gilt und der Rest gar nichts erhält? Ist es nicht so, dass wir dann alle in die Gewerkschaft eintreten MÜSSEN wenn wir Dann überhaupt noch eine Abfindung sehen wollen?
    Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege und der StV auch für Nichtmitglieder gilt.

    Wenn es aber ist, wie ich schrieb, dann solltet ihr das nicht verschweigen.

    Für muh persönlich gilt, dass ich mich niemals zwingen lassen werde, in die Gewerkschaft einzutreten und dass -m. M nach- der StV nur durchgesetzt werden soll, um Mitglieder zu bekommen.

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  2. Im Falle eines STV in direkter Verhandlung mit dem Arbeitgeber (nicht mit dem Arbeitgeberverband) fordert eine Gewerkschaft die Anwendung auf alle Mitarbeiter/innen.

    Deine Argumentation ist ziemlich fehlerhaft:
    Die Gewerkschaft ist kein wirtschaftliches Unternehmen was nach Mitgliedern gafft, es versammelt Mitglieder um deren Interessen zu vertreten. Dabei muss beachtet werden, dass eine Forderung eher durchsetzbar ist, je höher die Zahl der Mitglieder ist.
    Die Wirkung eines Tarifvertrages nur für Mitglieder (wenn nicht anders verhandelt oder für allgemein gültig erklärt) ist übrigens keine Idee der Gewerkschaft, die Wirkung von Tarifverträgen wurde 1949 vom Gesetzgeber im Tarifvertragsgesetz geregelt. Siehe Tarifgebundenheit § 3 TVG und Wirkung der Rechtsnormen § 4 TVG.

    Wenn dir in einer Gewerkschaft etwas nicht gefällt, dann verändere dieses. Ver.di ist basisdemokratisch aufgebaut, es wird beraten, beantragt und abgestimmt. Die Gewerkschaft macht nichts, was vorher nicht ziemlich viele Gremien durchlaufen musste.
    Wer sich als Mitglied nicht aktiv beteiligt, sollte wenigstens betrieblich abstimmen. Soll heißen: Tarifkommission wählen, Maßnahmen im Arbeitskampf mit abstimmen.


    B.

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  3. Wer auch immer (Anonym 8:10 Uhr) "muh persönlich" ist, aber als potentielles Verdi-Mitglied wirst Du ganz bestimmt auf anderem Wege geworben!

    Und genauso wie Du (ob Verdi-Mitglied oder nicht) ganz selbstverständlich "nach Tarif bezahlt" wirst (nämlich gemäß dem zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausgehandelten "Gehaltstarifvertrag")
    und wie Du Deinen Urlaub, Dein Weihnachtsgeld und vieles andere mehr ebenfalls "nach Tarif" bekommst (nämlich ebenfalls gemäß einem weiteren zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausgehandelten Tarifvertrag: nämlich dem "Manteltarif")
    so wirst Du auch im Falle eines STV (dem - wiederum "zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite" ausgehandelten - "Sozialtarifvertrag) von den dann getroffenen Regelungen profitieren!

    In all diesen Fälle wurde übrigens erst mal "verhandelt" - merkst Du was?

    Das ist gestern nicht passiert: weil nämlich die GL zwar dauernd mögliche Risiken für uns alle prognostiziert und tatsächlich dann auch produziert, aber nicht ihrer arbeitsrechtlichen Pflicht nachkommen will, uns Beschäftigte für ihre "DBH-Manöver auf dem Buchmarkt" auch einigermaßen "abzusichern".

    Hierzu wollte gestern der Betriebsrat (nicht die Gewerkschaft!) mit der GL verhandeln, und zwar über einen "verbesserten neuen Sozialplan", in den wesentliche Elemente des Entwurfs eines "Sozialtarifvertrags" einfließen sollten. Das hat die GL dann mal einfach so abgelehnt!

    Im Moment kannst Du Dich also darüber "freuen", weder von den dringend nötigen Absicherungen eines möglichen "STV" zu profitieren (was zwar Verdi aushandeln würde, was du aber hinterher - wie bei Deinem Gehalt und Deinem Urlaub - "ganz selbstverständlich" in Anspruch nehmen würdest), noch von den (ersatzweise) durch den Betriebsrat ausgehandelten Sozialplan"-Regelungen.

    Ganz offensichtlich will uns die GL ohne Sicherungen in die nächste Katastrophe schicken; und dagegen sollten wir dringend was unternehmen; und zwar alle; und wenn Du richtig nachdenkst, dann tatsächlich auch Du!

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  4. Warum so aggressiv? ;-) eine einfache Antwort auf meine Frage, ob es so ist oder nicht mit "ja" oder "nein" hätte auch gelangt.

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  5. Was soll da agressiv sein? Da wurde doch einfach was beantwortet, durch verständliche Erklärungen.

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  6. Was tun wir jetzt? Streik vorbereiten?

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  7. Ich will das nicht: ich will keinen Streik! und ich brauche auch keinen neuen Sozialplan! Wir brauchen endlich mal wieder das Gespräch miteinander, um einen gemeinsamen Weg gehen zu können.

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  8. Mal ganz abgesehen davon, das ein Sozialtarifvertrag nicht nur von ver.di verhandelt würde, sondern im wesentlichen auch von uns Angestellten erstreikt werden müsste (ich jedenfalls sehe da momentan erhebliche Zweifel an der Streikfähigkeit der Belegschaft) fehlt mir in der ganzen Diskussion vor allem von den ver.di-Tarifkommissionen her, der Mut zu grundsätzlichen Regelungen, die in Flächentarifverträgen getroffen werden müsste. Denn: im filialisierten Einzelhandel wird es immer Flächen geben, die nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. (Das die Filiale Tauentzin schön ist, aber von der Ertragslage mehr als problematisch, hat vor Hugendubel auch schon Herder gemerkt.) Deshalb scheint mir da eine grundsätzliche Regelung notwendig zu sein.
    Nein, auch mir ist unsere GL ziemlich unsympatisch, aber warum sollte die Hugendubel-GL eigentlich mit dem STV einen massiven Kostenfaktor in Kauf nehmen, den Thalia, die Mayersche, die Pustet etc... nicht haben. Als ver.di Mitglied und Hugendubel-Mitarbeiter finde ich es ziemlich nervig, das mein Betrieb ständig negativ in der Presse auftaucht, weil wir eine pfiffige und in der Öffentlichkeitsarbeit hervoragende Ver.di-Blog Redaktion haben, aber Thalia schließt fast geräuschlos Filialen in der Größenordnung des Marienplatzes, wie unlängst in Braunschweig. Zu welchen Bedingungen sind die Kolleginnen und Kollegen dort wohl in die Arbeitslosigkeit geschickt worden? Blog Redaktion übernehmen Sie......

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  9. Streiken? Kann man knicken. So wie ich die meisten meiner Kollegen einschätze resignieren die lieber als auf die Straße zu gehen bzw. sehr, sehr viele interessieren sich gar nicht für dieses Thema. (Viele schauen nicht mal mehr in den Blog und gehen auch nicht zu Betriebsversammlungen, obwohl sie wissen, dass ihre Filiale von einer Schließung bedroht ist).

    Was der GL sehr in die Hände spielt...

    Es wird so sein, dass besagte 3-4 Filialen geschlossen werden und die GL sich dann hinstellt und sagt: Ihr wolltet unser großzügiges Angebot (Verlängerung Sozialvertrag) nicht annehmen und jetzt habt ihr gar nichts! Tja, Pech gehabt.

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  10. Na in fast allen der von Schliessung bedrohten Filialen gibt es BR. Das Beispiel Nürnberg zeigt das man mit Entschlossenheit und einem guten Rechtsanwalt durchaus deutlich mehr erreichen kann als im Hugendubel-Sozialplan von 2009

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  11. @Anonym 10:15
    Wir sind abhängige Arbeitnehmer und keine Selbsterfahrungsgruppe. Für unsere Interessen müssen wir kämpfen, wenn die GL sich stur stellt.

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  12. Der Kommentar von Anonym 10.15 kann doch nur ein Scherz sein!

    Wer immer noch auf "Dialog" plädiert, der hat durch die Kündigungswelle, die Ankündigung von evtl. Filialschließungen und die "Verhandlungsbereitschaft" (das ist Ironie!) der GL wirklich nichts gelernt.

    Vielleicht glaubt der oder diejenige immer noch an den Weihnachtsmann??

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  13. Falls eine oder mehrere Filialen geschlossen werden, kann dort der örtliche BR immer noch einen Sozialplan verhandeln.

    Auch wenn der GBR den alten Sozialplan jetzt nicht angenommen hat.

    Was ich im Übrigen sehr gut finde!

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  14. Das Motto "STV statt Supergau" ist angesichts der Ereignisse in Japan extrem geschmacklos

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  15. Uiuiui, da waren heute aber schon viele, viele Leute fleißig im Büro, oder wird hier auch aus der Filiale so viel geschrieben, tagsüber, wenn die Filiale geöffnet hat? Wow...

    Sehr böse wäre es ja, wieder mal zu unterstellen, daß da vor allem die Hilblestraße/GL heftigst am tippen war....

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  16. Was ich wirklich vermisse von den ganzen Gegnern des STVs hier: ein wirklich schmissiges, nachvollziehbares Argument, warum man GEGEN einen STV ist. Und zwar ein Argument, das man wirklich als solches hinnehmen kann und das man nicht mit Tatsachen und real existierenden Vorkommnissen widerlegen kann.

    Für mich als Mitarbeiter gibt es einfach keinen wirklich guten Grund, warum ich dagegen sein sollte, dass ich, wenn meine Filiale geschlossen wird, einen bereits verhandelten STV herausholen kann, wo genau drinsteht, wieviel Abfindung etc... ich bekomme.
    Was ist daran so schlecht? Nennt mir bitte mal einen wirklich Grund?

    Das Argument, daß ein Sozialplan, der nach Verkündigung der Filialschließung ausgehandelt wird, ja auch "ganz gute" Ergebnisse erzielt, ist doch einfach schlicht und ergreifend falsch. Fragt doch mal einen der Kollegen, die da bei der letzten Kündigungswelle plötzlich auf der Straße standen, ob er mit der Abfindung, die er/sie bekommen hat, wirklich (WIRKLICH!) zufrieden war.

    Auch die Kollegen in Nürnberg haben zwar einen Sozialplan ausgehandelt, aber fragt doch auch dort mal die Kollegen, ob sie WIRKLICH damit zufrieden waren?
    Als die Kollegin vom Betriebsrat aus Nürnberg bei der Betriebsversammlung da war, hat sich das nämlich ganz anders angehört.

    ALSO: Ich fordere Euch nochmal auf, ein wirklich gutes Argument gegen einen STV zu nennen, dass man nicht widerlegen kann. Ich bin ja schon so leicht zufriedenzustellen. EIN EINZIGES Argument reicht mir völlig.

    Wohl gemerkt: EIN ARGUMENT gegen gefühlte 100 Argumente, die DAFÜR sprechen.

    Jetzt bin ich aber mal gespannt...

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  17. schlaues widerspenstiges köpfchenFreitag, 25. März 2011 um 11:35:00 MEZ

    Ich weiß gleich ein paar Argumente, such dir eins aus:
    Trägheit, Angepassheit, Karrieregeilheit, Dummheit, Gedankenlosigkeit, Resignation,

    ok, ich hör auf!

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  18. Argumente gegen den STV:
    - wichtigstes Argument: weil uns realistischerweise die Möglichkeit fehlt den durchzusetzen.
    - weil selbst wenn er so abgeschlossen würde, wie er derzeit auf dem Papier steht, (was ziemlich unwahrscheinlich ist, wenn man sich mal die Ergebnisse von Tarifverhandlungen so anschaut) eine alleinstehende Kollegin, Mitte 40, 11 Jahre Berufserfahrung auch nur eine Abfindung nach Steuern von etwa 20.000 Euro erhalten würde. Sie dann aber auf einen Arbeitsmarkt trifft, auf dem ihre Qualifikation und Berufserfahrung schlicht nicht nachgefragt wird. Wer das als zufriedenstellend bezeichnen will, kann das gerne tun, ein Argument für den STV versus Sozialplan ist es nicht wirklich.
    - wenn ich mich als ver-di-Mitglied schon an unrealistischen Dinge versuche, ich mich lieber mit den Kolleginnen und Kollegen der Region Rhein-Main für eine Tarifbindung in den Ex-Habel-filialen einsetzen würde.-+
    - ich es als Mitarbeiter einer Filiale die nicht von Schließung bedroht ist, es aus wirtschaftlichen Gründen für ziemlich schlecht halte, das Hugendubel mehr Geld für die Schliessung von unrentablen Filialen aufwenden müsste, als Thalia oder andere Filialisten das tun müssen....

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  19. 1. würde die Kollegin mit Mitte 40 deutlich mehr Abfindung durch den STV erhalten, als durch einen Sozialplan. Außerdem hat NIE jemand gesagt, daß der STV vor Arbeitslosigkeit schützt oder der Kollegin einen neuen Job beschaffen kann. Das ist lächerlich

    2. Es gibt im Handel schon Sozialtarifverträge z.B. bei Edeka. Die Kollegen dort haben es auch geschafft diesen durchzusetzen. Unrealistisch ist er auf gar keinen Fall.

    3. Das letzte Gegen-Argument ist ein ziemlicher Hammer.
    Das bedeutet ja, daß es Dir als "Nichtgekündigter" praktisch vollkommen egal ist, was mit Kollegen passiert, die von einer Filialschließung bedroht sind. Habe ich das so richtig verstanden?!
    Lezten Endes ist es ok, wenn die Kollegen dort wenig Abfindung bekommen. Hauptsache "Dein" Arbeitsplatz ist nicht betroffen.
    "Lass doch die Kollegen dort um ihre Existenz kämpfen. Mich trifft es ja nicht"
    Das ist wirklich heftig.

    Dich will ich mal sehen, wenn Du der "betroffene" Mitarbeiter bist!

    Es ist schon traurig, wie unsolidarisch und egoistisch manche sind

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  20. Hallo Speedy:

    zu Deinen Argumenten:

    Zu 1. Nur weil Deiner Meinung nach die Möglichkeit fehlt, ihn durchsetzen, spricht das doch inhaltlich nicht gegen einen STV, oder? Hugendubel ist nicht das erste Unternehmen mit einem eigenen Sozialtarifvertrag. Soooo unrealistisch ist es also nicht (es sei denn, man kriegt seinen Arsch nicht in die Höhe, weil man sich sagt, dass das ja eh alles nichts bringt)

    Zu 2. Du meinst also, dass die Ergebnisse in einem Sozialplan, der NACH einer Kündigungswelle verhandelt wird, BESSER wären als im einem STV? Dann unterhalte Dich mit Deinem Betriebsrat vor Ort, in Nürnberg oder in München, was sie von den Verhandlungen zu berichten haben, als es darum ging, einen Sozialplan auszuhandeln. Das wird Dir das Gegenteil beweisen.

    Zu 3. Du kannst Dich nur auf eine Sache konzentrieren? Wow... Nicht schlecht. Spricht aber auch nicht gegen einen STV im Allgemeinen, sondern nur für Deine Unfähigkeit, mehrere Dinge auf einmal zu verfolgen.

    Zu 4. Das nennen ich jetzt einfach mal - entschuldigung - typisches Arschlochverhalten. Weils mich nicht betrifft, kanns die anderen ruhig härter treffen. Aber auch das spricht nicht gegen einen STV. Weil der ja nicht ausgehandelt wird für Kollegen, die nach einer Kündigungswelle bleiben, sondern für Kollegen, die gehen müssen.

    Damit also bei allen Deinen tollen Argumenten jeweils ein Gegenargument gefunden und ich warte weiter auf dieses EINE WIRKLICH GUTE ARGUMENT, dem man sich nicht verschließen kann und das mit endlich umstimmt :-)

    Schönen Tag noch!

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  21. Hallo Anonym,25.3.11 13.07, hallo Bücherkiste,


    Ich habe schon in einem Beitrag weiter oben ausgeführt, das ich einem unternehmensbezogenen STV kritisch gegenüber stehe, weil ich nicht finde, das das Unternehmen Hugendubel durch einen abgeschlossenen STV sich im Falle von Filialschließungen schlechter stellen sollte als bspw. das Unternehmen Thalia bei Filialschließungen.

    Je länger ich über das Thema STV nachdenke finde ich, dass das Thema STV ein Thema für den Flächentarifvertrag ist, da jedes Unternehmen im filialisierten Einzelhandel, Flächen hat die es nicht wirtschaftlich betreiben kann und zwangsläufig schließen muss.
    Natürlich finde auch ich den Entwurf des STV toll, nur wieviele Tage haben bisher die Kolleginnen am Salvatorplatz in Berlin oder in Kassel ihre Arbeit niedergelegt oder habe ich da was nicht mitbekommen und so leid es mir tut wen würde das eigentlich interessieren?
    Denn wo wäre wohl der STV von Edeka Nordbayern, wenn nicht an einer für das Unternehmen extrem wichtigen Punkt zur einer der umsatzstärksten Zeiten mit Streik gedroht worden wäre. Denn es gibt übrigens auch bei Edeka bundesweit genügend Beispiele für ungenügende Sozialpläne, für schlechte Betriebsübergänge etc.. Bitte, wo ist bei Hugendubel der Punkt wo man mit so wenig Aufwand große Wirkung erzielen könnte? Gerne können wir danach über die Durchsetzbarkeit schöner STV-Entwürfe weiter diskutieren. Natürlich denke ich nicht das die Ergebnisse eine Sozialplans besser wären als ein STV. Ich glaube nur nicht, dass die Ergebnisse eines ausverhandelten Hugendubel-STV sich so stark unterscheiden würden von sagen wir dem Nürnberger Sozialplan, dass ich meine Energien lieber für andere Engagements verschwende.

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  22. Du sagst:
    "Natürlich denke ich nicht das die Ergebnisse eine Sozialplans besser wären als ein STV. Ich glaube nur nicht, dass die Ergebnisse eines ausverhandelten Hugendubel-STV sich so stark unterscheiden würden von sagen wir dem Nürnberger Sozialplan, dass ich meine Energien lieber für andere Engagements verschwende."

    Und wäre es dann nicht besser, dass man diese Energien EINMAL aufwendet, anstatt für jede der 4-5 Filialen einzeln, die in nächster Zeit verschwinden?

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  23. Und immer noch steht da "STV statt Supergau", wann ändert Ihr das endlich ?

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  24. JEDER NORMAL MITDENKENDE MENSCH weiß, daß mit "STV statt Super-Gau" eben NICHT ein atomarer Super-Gau gemeint ist. Wie kann man das nur missverstehen????

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  25. Hä?
    " Als ver.di Mitglied und Hugendubel-Mitarbeiter finde ich es ziemlich nervig, das mein Betrieb ständig negativ in der Presse auftaucht, weil wir eine pfiffige und in der Öffentlichkeitsarbeit hervoragende Ver.di-Blog Redaktion haben"

    Findest du es jetzt nervig oder pfiffig?

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  26. Viele Mitarbeiter sind ängstlich, wenn es um Arbeitskampfmassnahmen zur Durchsetzung Ihrer Interessen geht. Nach dem letzten, viele Jahre zurückliegenden Warnstreik in Berlin zeigten sich Regionalleitung und Filialleiter z. T. regelrecht beleidigt und versuchten in der Folge, ihre Kommunikation mit dem Betriebsrat auf ein Minimum einzuschränken. So etwas muss man dann halt schon mal aushalten können, letzlich ist so etwas lächerlich. Für kommende Führungskräfte, denen "unternehmerische Haltung" abverlangt wird, mag ein möglicher Arbeitskampf für ihren individuellen Kariereweg gefährlich erscheinen, aber allen anderen können eingeschnappte Führungskräfte doch egal sein. Was hat man denn zu verlieren? Harmonie geht in dieser Firma meist zu Lasten der Beschäftigten.

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  27. Inzwischen gilt schon: nicht nur "meist", sondern eigentlich "so gut wie immer", bezogen auf die Harmonie und auf einen Konsens mit den Leuten von oben. Siehe auch unsere letzte Betriebsversammlung, in der die GL auf ein Art erzwungenes Friede-Freude-Eierkuchen hinaus wollte. Die Quittung haben wir jetzt: Die verhandeln erst gar nicht mit dem Betriebsrat über dringend nötige Sozialplanverbesserungen!

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  28. Und warum verhandelt die GL nicht: weil sie jetzt meint, sich wieder Härte leisten zu können, wie fast immer während der letzten Jahre. Die Situation Ende letzten Jahres war doch die riesengroße Ausnahme: Da war der Blog grade angelaufen, die Presse hatte sich auf die Salvatorplatzschließung gestürzt, da gab es 400 STV-Unterschriften, da wurde sogar von Streik im Weihnachtsgeschäft gesprochen! Da war (etwas deftig ausgedrückt) "die Kacke am dampfen", da hatte die GL einfach mordsmäßig "Schiss", wie sich das alles noch weiterentwickeln könnte!

    Aber jetzt?

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  29. @tschick 26.März 2011 20.12 und Redaktion

    Hallo tschick und Infoblogredaktion,

    ich habe unter Tschick 25. März 2011 10:22 einen Kommentar geschrieben und finde es völlig daneben, dass es jetzt zwei Tschicks gibt. Ich bin nicht dieselbe Person wie tschick 26.3. 20.12. Warum ist es möglich, dass sich hier zwei Kommentatoren Tschick nennen können? Finde ich echt daneben und unprofessionell. :-(

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  30. tschick@Tschick

    Sorry, da hab ich nicht aufgepasst und mich bei der Namenswahl wohl irgendwie unbewusst inspirieren lassen und es nicht gemerkt. Ab jetzt nenne ich mich "chuck"!

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