Dienstag, 7. Dezember 2010

Leiharbeit - die moderne Form der Ausbeutung

Nach den letzten Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) waren im August 2010 etwa 900 000 Menschen über einen Zeitarbeitsvertrag beschäftigt.
42 600 Unternehmen setzen nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Leiharbeitskräfte in den Betrieben ein. Und es werden immer mehr.
Die LeiharbeiterInnen in Deutschland arbeiten in der Regel zehn bis zwölf Stunden am Tag. Der Monatslohn für eine Vollzeitstelle beträgt in etwa 900 Euro netto.

Das ist nicht gerecht!

Leiharbeit sollte als Instrument dienen, um Produktionsspitzen abzufangen. Inzwischen dient sie allerdings längst dazu Lohnkosten für Unternehmen zu senken und ihre Gewinne zu optimieren bzw. zu maximieren.
Für die Unternehmer lohnt sich Zeitarbeit – weil sie billig und bequem ist. Überwiegend dient Leiharbeit dazu, den Kündigungsschutz zu unterlaufen und die Löhne zu drücken.
Nur sieben Prozent der ehemaligen Leiharbeitskräfte werden übernommen.

In den Unternehmen, die Leiharbeitskräfte einstellen, gibt es erhebliche Unterschiede in der Bezahlung zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitskräften.
Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit ist das Ziel der Gewerkschaften. Die Forderung der Gewerkschaften ist die generelle Gleichbehandlung ab dem ersten Tag zwischen Stammbeschäftigten und Leiharbeitern.
In anderen Ländern (z.B in den Niederlanden) gilt das „Equal-pay-Prinzip“ bereits. Danach werden Leiharbeiter bei gleicher Tätigkeit nach einer bestimmten Zeit wie Stammkräfte bezahlt. In Frankreich erhalten LeiharbeiterInnen sogar einen Zuschlag, der die besonderen Risiken abdecken soll.

Die Situation wird sich zuspitzen, wenn ab Mai 2011 die Freizügigkeit für ArbeitnehmerInnen aus den neuen EU-Ländern herrscht. Ab diesem Zeitpunkt können Arbeitskräfte aus den ost-europäischen EU-Ländern in Deutschland ihre Arbeit anbieten.
Eine schwierige Situation für die ZeitarbeiterInnen:
Zeitarbeitsfirmen mit Sitz z.B. in Polen könnten dann nach derzeitiger Rechtslage billige Arbeitskräfte nach Deutschland verleihen, die nicht den deutschen Tarifen unterliegen.

Die Lohnkonkurrenz durch billige Arbeitskräfte aus Polen käme allerdings nicht nur durch Firmen aus polnischer Hand. Bereits jetzt sind deutsche Zeitarbeitsfirmen dabei, Unternehmensberater aus Polen zu beauftragen, „polnische Haustarifverträge“ für ihre Tochtergesellschaften in Polen zu entwerfen. Ein Grund sind auch die niedrigen Steuern und die geringen Sozialversicherungen für diese Branche.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen befürwortet einen verbindlichen Mindestlohn in der Zeitarbeit, der dann auch für LeiharbeiterInnen aus dem EU-Ausland gälte. Die FDP indes sperrt sich noch.
Der Druck auf die FDP, einen Mindestlohn in der Leiharbeit auch gesetzlich festzuschreiben, wächst aber.

Mindestlohn in der Leiharbeit - es kann noch dauern




Quellen:

http://www.verdi.de/
http://www.mindestlohn.de/
http://www.taz.de/

Kommentare:

  1. Buch Habel verlässt Krefeld in drei Jahren
    zuletzt aktualisiert: 07.12.2010 Krefeld (RP) Die Buchhandlung Habel wird ihren Krefelder Standort an der Hochstraße 68-80 aufgeben. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte gestern ein Sprecher der Kette Hugendubel, zu der Buch Habel gehört: "Mit Auslauf des Mietvertrags, wird der Standort Krefeld nicht weiter geführt", sagte Christian Horwedel. Das werde 2013/2014 der Fall sein. Bis dahin werde es "keine wirtschaftlichen Veränderungen" geben. Das heißt: Es werde keinem Mitarbeiter gekündigt, aber die seit geraumer Zeit geschlossene obere Etage des Buchhauses werde auch künftig nicht wieder öffnen

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