Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ausbeutung bei Amazon in Augsburg

Missbrauch von Arbeitsagentur-Zuschüssen

Amazon steht seit Monaten wegen mieser Arbeitsbedingungen in der Kritik. Bereits im Mai wies ver.di-Sekretär Thomas Schneider gegenüber Buchreport auf die schlechte Bezahlung der ArbeiterInnen im Logistikzentrum Leipzig hin: „Die Flexibilität und Schnelligkeit bei der Kundenbelieferung wird vor allem auf Kosten der Beschäftigten hergestellt."  Jetzt gibt es schon wieder Berichte aus NRW und Bayern,  wonach Amazon in seinen Lagern Hunderte arbeitslose Job-Bewerber vor der Einstellung erst einmal zwei Wochen lang unentgeltlich arbeiten ließ. Die Gratis-Arbeit firmierte als "Praktikum", bezahlt von der Arbeitsagentur.

Das Magazin Quer des Bayerischen Fernsehens berichtete jüngst, dass mehr als 1000 Arbeitslose an das Augsburger Logistikzentrum für zweiwöchige Praktika vermittelt worden sind.  Eigentlich ist das “Einstiegspraktikum” eine Maßnahme, die Arbeitslose wieder in eine dauerhafte Beschäftigung bringen soll. Doch Amazon schließt fast nur befristete Arbeitsverträge ab. Eine zumindest fragwürdige Geschäftspraxis auf Kosten der Steuerzahler für ein Unternehmen, das 2011 einen Gewinn im mehrstelligen Millionenbereich einfahren wird.






Die gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen bei Amazon haben einen kritischen Infoblog aufgebaut, um über die Arbeitsbedingungen des Medienkonzerns zu informieren:





Quellen:

Kommentare:

  1. Wenn es in Deutschland für diese Art der Arbeitsbeschaffung keine Subventionen mehr gibt, dann geht Amazon mit seinen Logistik-Centern halt ins Ausland. Der NRW Standort geht dann in die Niederlande und der Augsburger Standort kann die paar Kilometer hinter die Grenze auf CZ Gebiet gelegt werden. -- Und dann wird jeweils an den neuen Standorten Subvention und Förderung abgegriffen. - Das ist ein internationaler Mulitplayer, der dort Standorte hat, wo es ihm am besten geht. Nicht umsonst ist Amazon "der" Versandhändler und aus nichts heraus macht so eine Firma auch nicht mehrstellige Millionengewinne.

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  2. Deshalb: weg mit der nationalen Standortlogik der deutschen Gewerkschaften, die nur dazu führt, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Europäische Gewerkschaften, kämpferisch, solidarisch, internationalistisch! Die Kapitalseite hat das begriffen und praktiziert es. Wir immer noch nicht. Occupy amazon! Occupy Hugendubel!

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  3. Ich träume gerade so vor mich hin:
    EIN Streik bei Weltbild, Hugendubel, Thalia, Amazon, Mayersche etc, bis dieser ganze Mist erledigt ist. Ist wie gesagt nur ein Traum.

    Hugendubel hat nen Blog,Weltbild hat nen Blog, Amazon hat nen Blog, - und was läuft bei der Muse? Leute gebt Euch einen Ruck! Die Zeiten werden mit Sicherheit nicht besser!

    Zusammen kämpfen!
    BuchhändlerInnen aller Kontinente vereinigt Euch!

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  4. Ich weiß gar nicht, warum Ihr Euch auf Amazon einschießt. Dessen Chefs wollen Geld verdienen und dafür wird jede Möglichkeit genutzt.
    Der Skandal ist, dass dieses Einstellungs- und "Praktikums"-Procedere mit vollem Wissen der Arbeitsagentur auf Kosten der Steuerzahler durchgeführt wird und dem niemand einen Riegel vorschieben wird.
    Wenn Amazon (und wahrscheinlich auch andere Firmen) die legalen Geschenke, die ihnen der Staat anbieten, annimmt, wäre es an der Zeit, die Gesetzgebung zu ändern.
    Was die Verlagerung in's Ausland angeht, hat 17:30 schon recht. Das ist eben der Preis, wenn alle der Globalisierung und der EG als einzig glücklichmachende Option huldigen, da ist das Auslagern von Jobs doch vorprogrammiert.

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  5. Gegen diese Praxis bei Amazon und sonstwo muss die Öffentlichkeit informiert werden, politischer Druck aufgebaut werden und dadurch diese Praxis beendet werden. Ein Beitrag im vielgelesenen Hugendubel-verdi-Blog sorgt für Verbreitung. Gleichzeitig sollte die bei Hugendubel stattfindende Praxis der Ausbeutung von Praktikanten ins Blickfeld rücken, mit denen der Personalabbau billig aufgefangen werden soll. Auch hier ist der Betriebsrat gefordert.

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  6. was ihr da sagt amazon könnte ins Ausland gehen, ist so nicht richtig da ich bei amazon arbeitet kenn ich die Logistik die da hinter steckt und es wäre nicht möglich aus vom Ausland aus das zu schaffen das der kunde seine Bestellung zu erhalten.

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