Montag, 31. Januar 2011

Die Pflicht zur Vertretung

Unsere Betriebsräte wurden im letzten Jahr wiederum für weitere 4 Jahre gewählt. In diesen kommenden Jahren wird es nicht einfacher. Ständige und zum Teil radikale Veränderungen stehen dem Unternehmen Hugendubel bevor, einige haben schon schmerzhafte Einschnitte bei uns Arbeitnehmern hinterlassen. Künftig werden Filialen stärker auf ihre Rentabilität überprüft, Mietverträge laufen aus, die Schließungen der Filialen Tauentzien und Potsdamer Platz schätzen Kollegen vor Ort als sehr wahrscheinlich ein. Harte Arbeit steht den örtlichen Betriebsräten bevor.
Nun wurde in diesem Blog einiges an Kritik an der Arbeit einiger Betriebsräte geäußert, manches wurde überspitzt, einiges ist durchaus berechtigt.

Oberste Aufgabe ist die Förderung und Sicherung der Beschäftigung der Arbeitnehmer.
Der Betriebsrat hat die Pflicht gemeinsam mit dem Arbeitgeber nach Problemlösungen zu suchen sowie den Betriebsfrieden zu wahren. Dies kann allerdings nur passieren, wenn der Arbeitsgeber seinen Pflichten nachkommt. So muss der Arbeitgeber den Betriebsrat immer über alle Belange die den Arbeitnehmer betreffen, umfangreich und rechtzeitig zu informieren.

Dies konnte Hugendubel oftmals umgehen, die Kritik an der Laschheit mancher Betriebsräte ist daher durchaus berechtigt. Denn, der BR hat immer die Möglichkeit Rechtsmittel zur Wahrung seiner Rechte einzulegen. Dies geht vom Einschalten der Einigungsstelle bis hin zum Strafantrag. Welche dieser Mittel benutzt werden, hängt vom Klima zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber ab.
Dieses Klima ist in den letzten zwei Jahren um einiges kühler geworden, doch leider scheint bei manchen Betriebsräten die Sonne noch zu stark. Manche mögen sich noch an Zeiten entsinnen, in den BR und AG über den Preis einer Flasche Limonade am Getränkeautomaten gestritten haben, dazu musste nicht das Arbeitsgericht angerufen werden.
Doch nun gehen wir hitzigeren Zeiten entgegen. Der BR bietet Kompromisse, Hugendubel fällt ihm in den Rücken. Der Arbeitgeber erwirkt sogar schon einstweilige Verfügungen gegen den Gesamtbetriebsrat und unseren BRs fällt der Widerstand noch schwer, manchen fehlt der Rückhalt der Belegschaft.

Doch ihr wurdet dazu gewählt unsere Rechte zu vertreten, daher traut Euch. Jetzt geht es ums Ganze. Alles oder nichts. Zulange war es zu ruhig um Euch. Ihr habt falsche Eingruppierungen hingenommen und teilweise sogar zugestimmt, obwohl diese nicht mit den Tarifverträgen konform sind. Ihr habt Euch der Willkür ausgesetzt und darüber geschwiegen.

Der aufkommende Unmut der Belegschaft kann nur mit Konsequenz befriedet werden.
Denn wichtig ist nicht was früher war, die Wahlen sind frisch und ihr müsst unserem Arbeitgeber die Stirn bieten, in unserem Auftrag. Und auch für Euch selbst, denn vergesst nicht, bei Betriebsschließungen gibt es auch für Betriebsräte keinen Kündigungsschutz.

Die Belegschaft steht hinter Euch, also setzt Euch für uns ein, so wie es im BetrVG vorgesehen ist!

Kommentare:

  1. So pauschal kann man das allerdings nicht sagen. Ich weiß, dass gerade meine Betriebsräte vor Ort (die meisten jedenfalls) sehr engagiert sind. Kritik sollte sich der BR natürlich trotzdem anhören.
    In anderen Brachen ist der BR oftmals rigoroser und härter als bei uns. Eventuell liegt es auch einfach am Buchhandel, dass dort mehr und länger versucht wird eine gütlche Einigung zu finden.
    Allerdings sind die 'schönen' Zeiten von damals vorbei und der BR muss sich in Zukunft auf härtere Kämpfe einstellen. Dabei braucht er aber auch die Unterstützung von uns

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  2. Die Belegschaft steht nicht immer hinter dem BR. In unserer Filiale jedenfalls nicht wirklich.
    Dann muss sich auch ein BR überlegen, warum das so ist und nicht patzig reagieren.
    Bzw sollte sich auch Kritik anhören und versuchen, zu verstehen.

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  3. Die Kritikfähig des BRs lässt leider oftmals zu wünschen übrig, manchmal auch leider die Kompetenz.

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  4. Man muß vielleicht auch einfach nochmal betonen, daß die Qualität des Betriebsrats von Ort zu Ort unterschiedlich ist. Ich bin relativ zufrieden hier, von anderen Orten hört man oft anderes. Man kann hier also nicht den Betriebsrat pauschal abwatschen.

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