Donnerstag, 24. November 2011

„Hugendubel, Weltbild und die Konferenz der Bischöfe“. Ein unmoralischer Kirchen- und Wirtschafts-Krimi (1)


Die Kirche wird ihre Verantwortung für den Weltbild/Hugendubel-Konzern nicht etwa gleich mit-verkaufen wollen? 

Den Bischöfen werden die Verhältnisse im deutschen Buchhandel doch keinesfalls gleichgültig sein können?!

Den Unternehmens-Verantwortlichen wird (auch wenn sie das jetzt eher noch nicht so sehen) die Zukunft der Beschäftigten unweigerlich ein wichtiges Anliegen werden müssen!



WELTBILD : WELTWEIT?
Wieso z.B. ist eine „Weltbild-Plus-Association“ (Fort Collins, Colorado/USA) an Hugendubel beteiligt?
(mehr dazu demnächst)
Foto: wallguenter
 

Weltbild steht zum Verkauf.
Ein „Big Player“ – (noch) in Kirchenbesitz.

Mit all seinen Verflechtungen, Beteiligungen, Unternehmenstöchtern: 
Hugendubel. Weiland. Weltbildplus. Jokers. Wohlthat. DBH-Warenhaus/Karstadt. DroemerKnaur.  Pattloch. buecher.de. KIDOH … ( www.weltbild.com/unternehmen/buchhandel )

Mit vielen Tausend Beschäftigten, konzernweit – die sich jetzt fragen:
„Was kommt auf uns zu? Womit müssen wir rechnen?“


„Die Verkaufsentscheidung belastet 6500 Mitarbeiter“ – 
so beendet das ZDF seinen „heute journal“-Beitrag (22.Nov) zum sogenannten Weltbild-Skandal; 
ver.di-Landessekretär Stefan Kraft kommt darin zu Wort - 
und weist hin auf „scheinheilige Argumente“, die für den Verkaufsbeschluss herhalten sollen:  




DIE KATHOLISCHE KIRCHE UND IHR WELTBILD-VERLAG  (ab Sendeminute 09:25)




Was ist eigentlich passiert? 
Die Chronik eines scheinheiligen innerkatholischen Stellungskriegs 
(„reaktionärer“ vs. „liberaler“  Kirchen-Flügel)

  
Nach Weltbild-Rufmord-Kampagne per Moralkeule 
(Showdown im Kloster Würzburg-Himmelspforten inbegriffen!) 
sind die Machtbereiche neu verteilt und die rechtskonservative Kirchenfraktion ist gestärkt worden.  


Die Anliegen und Sorgen der Konzern-Belegschaft scheinen dabei weniger zu interessieren  …
… deshalb fordert die Gewerkschaft einen Zukunftstarifvertrag/Sozialtarifvertrag.  


Äußerst konservative katholische Kreise haben seit Mitte Oktober 2011 mit großem Erfolg eine (bereits seit Jahren vorbereitete) Anti-Weltbild-Kampagne inszeniert, die sich über angeblich „unmoralische“ und „kirchenfeindliche“ Sortiments-Artikeln im Augsburger Online-Shop erregte.

Unter Verwendung einschlägiger publikumswirksamer Reizworte (und begleitet von fotografischem Beweis-Material) ist es der federführenden rechtskatholischen Medienfraktion um „kath.net“ und „Deutsche Tagespost“ gelungen, das Thema in der öffentlichen Diskussion ganz weit nach oben zu spülen.

siehe hierzu auch:  Eros und Klerus

Pikanterweise fungierte vor allem die Tageszeitung „Welt“ als Steigbügelhalter für die mediale Weltbild-Schelte.
(Noch bis vor kurzem hatte die Springer-Presse – insbesondere „Bild“ – bei diversen Verlags- und Vertriebs-Projekten regelmäßig mit Weltbild kooperiert: so bei den "Bild-Bibliotheken" und der "Volksbibel").
Nun also stand einem Vertreter der Anti-Weltbild-Kirchenfraktion ein „seriöses“ Springer-Presseorgan mit großer Reichweite zur Verfügung:

„Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen“ 
- so war der reich bebilderte Artikel in der „Welt“ überschrieben.
„‚Anwaltshure’ und ‚Schlampen-Internat’ – 
Obwohl der Weltbild-Verlag der Kirche gehört, verkauft er Porno-Bücher!“ 
  
Der Beitrag fand enorme Beachtung und ermöglichte eine internationale Medienkampagne (unter Einbeziehung der gesamteuropäischen Presselandschaft – bis hin nach Russland) mit hunderten auf dem Welt-Artikel basierenden Beiträgen.

Die umtriebige Lobby-Arbeit erreichte auch den Vatikan; und gegen Pornographie gerichtete Papstworte (ausgesprochen anlässlich des Antrittsbesuches des neuen deutschen Vatikan-Botschafters) wurden geschickt verknüpft mit Ratzingers Forderung (bei seinem jüngsten Deutschlandbesuch) nach einer „Entweltlichung der Kirche“ – heraus kam dabei dieses: 

http://echoromeo.blogspot.com/
Der Kölner Erzbischof Meisner – die reaktionäre Speerspitze der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) – trat nun auf den Plan und tat alles, damit es nicht beim bloßen „Traum von einer Entweltbildlichung“ bleiben sollte:
Mit markigen provokanten Worten und gehörigem Nachdruck forderte Meisner "ohne jeden Verzug" eine „radikale Trennung“ der Kirche von Weltbild: "Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen."

Und wiederum war es Springers „Welt“ (diesmal „Welt am Sonntag“), die als Start-Plattform für die Verbreitung der Anti-Weltbild-Forderungen diente;
das Interview, das die „WamS“ mit Meisner führte, kursiert unter zwei verschiedenen Titel-Versionen: 

Der Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzende, der Jesuit Klaus Donaubauer, hatte bereits dem Druck nachgeben müssen und war von seinem Amt zurückgetreten – und nun war auch der einflussreiche Posten des DBK-Sekretärs Hans Langendörfer (ebenfalls Jesuit und Mitglied des Weltbild-Aufsichtsrates) in greifbare Nähe gerückt: Langendörfer spielt eine zentrale strategische Rolle für die „liberalere“ katholische Mehrheitsfraktion um den DBK-Vorsitzenden und Freiburger Erzbischof Zollitsch.

Der konservative Kirchenflügel um Meisner hatte bereits Wesentliches erreicht – jetzt musste er einem Kompromiss zustimmen. Das Würzburger (Zwischen-)Ergebnis im Richtungskampf zwischen den beiden Kirchen-Flügeln ist seit einigen Tagen bekannt:

Paradoxerweise sprachen die Bischöfe dem Weltbild-Aufsichtsratsmitglied Langendörfer zwar „uneingeschränktes Vertrauen“ aus; zugleich jedoch konnte die Meisner-Fraktion die DBK-Entscheidung durchsetzen, dass die Kirche sich definitiv von Weltbild trennen wird.



Die eigentliche Ursache des hochgespielten „Skandals“ liegt also in einem höchst profanen Ringen um Einfluss und Macht innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands: Welche der miteinander konkurrierenden Strömungen setzt sich auf allerhöchster Hierarchieebene durch? Das Sortiment des Weltbild-Konzerns diente vor diesem Hintergrund vorrangig als Spiel- und Schlachtfeld für die Kontrahenten. 


Dies erklärt auch, weshalb während der vergangenen Wochen alles ungewohnt (und ganz „unkirchlich“) schnell über die Bühne ging – in einer Angelegenheit, bei der inhaltlich ja gar nichts entscheidend Neues vorgefallen war, was zur Eile gedrängt hätte: Denn seit Jahren schon war die Thematik bekannt – und die Beteiligten hatten über eine lange Zeit hinweg einfach immer nur zugeschaut ohne zu einzugreifen.


Der Richtungskampf ist offensichtlich (zumindest vorübergehend) beendet, und die Parteien geben sich so, als hätten sie soeben ein riesiges Problem gelöst – was ja für das Abstecken der kirchlichen Machtbereiche tatsächlich stimmen mag, nicht jedoch hinsichtlich einer vernünftigen Zukunftsperspektive für den Weltbild-Konzern und seine Beschäftigten. 

Die Konzernführung wird ab sofort - „wie eine Truppe gescholtener Schuljungen“ 
( dies meint die „Wirtschaftswoche“ 
www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/medien-kirche-trennt-sich-vom-suendenbock-weltbild/5875242.html )
vierzehntägig zum Rapport bei ihren kirchlichen Gesellschaftern antreten müssen – 
und dabei soll es dann tatsächlich um den Nachweis eines „gesäuberten“ Sortiments gehen?!

(Noch-)Konzern-Chef Carel Halff lässt sich diese entwürdigenden Anweisungen gefallen, akzeptiert sie gar „mit Demut und Dankbarkeit“!
Was soll man von so viel Unterwürfigkeit halten?


Weshalb bleiben die eigentlichen, wichtigen Probleme rund um Weltbild und Hugendubel gänzlich unerwähnt und unangetastet – all die Kern-Themen, die in den beiden ver.di-Infoblogs seit geraumer Zeit angesprochen und intensiv diskutiert werden?  

Die Konzern-Verantwortlichen (die Bischöfe ebenso wie die Firmenchefs von Weltbild/Hugendubel) haben ganz offensichtlich lange Erfahrung damit, zentrale Anliegen der „Basis“ permanent zu übergehen; Chancen gehört und ernst genommen zu werden hat man dort offensichtlich erst dann, nachdem die breite Öffentlichkeit via Medien eingeschaltet und alarmiert wurde (wie beim Nebenschauplatz-Thema „unmoralisches Sortiment“ soeben vorexerziert)!

Die äußerst unsichere Zukunft der Weltbild/Hugendubel-Beschäftigten wird jetzt für die Arbeitnehmervertretungen und die Gewerkschaft ver.di Anlass genug sein, die Sorgen und Fragen der Belegschaft offensiv zu formulieren – und zur Grundlage von nachhaltigen Forderungen, wirksamen Aktionen und schlagkräftigen Strategien zu machen (und dazu gehört selbstverständlich auch eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit).

Eine entscheidende Rolle wird dabei  –  wie von den Hugendubel-Beschäftigten schon seit Längerem gefordert  –  ein  Sozialtarifvertrag / Zukunftstarifvertrag  einnehmen,  um für den Fall eines Eigentümerwechsels Entlassungen verhindern und die Gültigkeit der jetzt bestehenden  Regelungen (tarifvertragliche Bindungen; Betriebsvereinbarungen) für die Zukunft fortschreiben zu können.


Doch: Was können wir schon jetzt tun?

Auf diese Frage geben unsere Augsburger ver.di-Kolleg/innen auf  http://weltbild-verdi.blogspot.com/  eine sehr überzeugende Antwort:

„Ganz einfach: In die Gewerkschaft eintreten. 

Um unsere Arbeitsplätze zu vernünftigen Bedingungen zu sichern, müssen wir aktiv werden und alle Mittel bis hin zum Streik ausschöpfen. Das geht nur mit einer starken Organisation im Rücken.

Außerdem sollte spätestens jetzt jedem und jeder daran gelegen sein, den eigenen Arbeitsplatz notfalls mit juristischer Unterstützung zu verteidigen. Die Gewerkschaft ver.di ist mit ihrer starken und erfahrenen Rechtshilfe-Organisation sicher der beste Partner, um die individuellen und kollektiven Interessen durchzusetzen.
PS: Ein Zukunfts-Tarifvertrag gilt nach deutschem Recht nur für Gewerkschaftsmitglieder. Alle anderen wären trotz Tarifvertrag rechtlich schutzlos und hätten keinerlei Ansprüche.“


Hier der Link zu ver.di:  


Ihr habt, wir alle haben es also entscheidend mit in der Hand, wie es mit dem „Weltbild/Hugendubel-Kirchen/Wirtschafts-Krimi“ weitergehen wird.

Fortsetzung folgt! 
Und dies nicht  nur  i n n e r h a l b  des  Infoblogs!

(Dann werden auch die Voraussetzungen thematisiert werden, 
die erfüllt sein müssten, um sagen zu können:
„Sie werden es kaum glauben, Herr Halff, 
aber unter bestimmten Voraussetzungen steht der Verdi-Infoblog sogar hinter Ihnen!“)



Kommentare:

  1. Liebe(r) Blogger(in), auch wenn viel Wahrheit in diesem Artikel steckt, wird das Hauptproblem doch ausgeklammert. Ich kann auch nicht in einem Biomarkt arbeiten und dann über das Internet gespritzte Gen-Äpfel verkaufen, weil ich micht mit REWE verlinkt habe.
    Und wenn ich mir auf weltbild.de ein Buch zum Thema Sklaverei bestellen möchte, und das Wort "Sklavin" eingebe, habe ich eine bestimmte Erwartungshaltung. Ich erwarte dann Angebote, die sich kulturhistorisch mit dem Phänomen auseinander setzen. Statt dessen sehe ich gefesselte und geknebelte, nackte Frauen. Die "Sklavin der Dornen" im 80er Jahre Pornostil, wird gleich von ihrem Mann ins Erziehungsinternat geschickt...
    Von einer Gewerkschaft wie Verdi erwarte ich eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema Sexismus. Ich bin Atheistin und stehe dem Katholizismus sehr kritisch gegenüber, gerade wegen seiner frauenfeindlichen Haltung. Natürlich ist der Verkauf von Weltbild scheinheilig, aber deswegen gleich von Rufmord und Moralkeule zu sprechen, halte ich für genau so polemisch und billig wie die Springerkampagne. Ich hoffe, dass auch mal ein Thema im Blog erscheinen wird, das sich genau dieser Problematik widmet. Müssen wir Buchhändler und Buchhändlerinnen wirklich alles verkaufen, was der Markt zu bieten hat. Und was passiert, wenn ach mich weigere einen bestimmten Artikel zu bestellen, ist das dann Arbeitsverweigerung?

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  2. Was wird den eigentlich erwartet und gewünscht, seitens Verdi, seitens der Belegschaft?
    War es nicht so dass vorgeworfen wurde dass Bücher über bestimmte Themen nicht über das Internet zu bestellen waren und der Blog das "aufgedeckt" hatte?
    Nun ziehen sie eben die Konsequenz, weiterreichend, und sagen: okay wir können das Zeugs nicht verkaufen, müssen/sollen aber - also werden wir uns von Weltbild trennen.
    Ist doch konsequent! Was war denn nu schon wieder falsch?

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  3. Bei der Zensur-Kritik ging es damals um Bücher, die über www.hugendubel.de zu bekommen sind und im Zuge der Zusammenlegung mit weltbild.de nicht mehr erhältlich waren. Ein bisheriges Vollsortiment (wie es hugendubel.de DAVOR war), war plötzlich ein Sortiment mit zweifelhaften Einschränkungen und Zensuren.

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  4. Wenn das jetzt die geforderte Auseinandersetzung mit der Problematik eines WB Verkaufs ist, dann ein herzlichen Glückwunsch. Eine Aufzählung von Quellen ist ja wohl nichts was zur Erhellung der Situation führt. http://lmgtfy.com/?q=weltbild+verkauf bringt mich in 0,05 Sek zu dem selben Ergebnis.

    Wo ist denn jetzt eine kritische Beurteilung der potentiellen Folgen eines WB Verkaufs auf Unternehmen und Belegschaft? Zeit genau darüber nachzudenken war ja jetzt genug. Und immer darauf rumzureiten, dass der Blog eine Freizeitbeschäftigung ist, kann ja auch nicht die Lösung sein. Ist doch wohl eher eine Kernaufgabe der Gewerkschaft so etwas zu produzieren. Der einzige Ratschlag den Ratsuchende hier bekommen ist in die Gewerkschaft einzutreten. Na Bravo, als wenn davdurch eine kreative Lösung mehr gefunden würde ...

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  5. @Erst denken dann schreiben

    Vielleicht befolgst Du mal Deinen eigenen Nickname.

    Eigentlich sollte man auf Deine Ergüsse garnicht mehr eingehen, so nervig ist das ganze. Ich weiß auch nicht, warum ich es tue. Ich kann scheinbar nicht anders.

    Was fällt Dir eigentlich ein? Dieser Befehlscharakter Deiner Kommentare, dass man Dir sofort und umgehend eine ausführliche Analyse und kritische Beurteilung der Situation zukommen lassen soll, ist ja wohl das allerletzte!

    Als Gewerkschaftsmitglied hast Du jederzeit die Chance, Dich vertrauensvoll mit Deinem Gewerkschaftssekretär in Verbindung zu setzen und Dich mit ihm zu unterhalten, um Dir ein Bild von der Situation zu machen.

    Als Nicht-Gewerkschaftsmitglied bist Du in diesem Fall eben darauf angewiesen, dass sich jemand in der Freizeit hinsetzt und etwas in den Blog eintippt. Wenn das erstmal keiner tut, hast Du deswegen noch lange nicht das recht, das zu fordern.

    Newsflash für Dich: Es gehört NICHT zur Kernaufgabe der Gewerkschaft, Dich als Nichtgewerkschaftsmitglied mit Informationen zu versorgen.
    Also halte den Ball flach!

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  6. @ Anonym 14:23:

    Keine Ahnung wo Du all diese Sachen aus meinen Posts herausliest. Aber ich gehe davon aus, dass auch hier getroffene Hunde bellen.

    Ich stelle nur Fragen und das mitnichten in einem Befehlston. Leider ist dieser Blog voll von Spekulationen die wiederum nur auf hören sagen basieren und keiner kritischer Nachfrage standhalten. Der Informationsgehalt ist also = 0. Vielmehr sind die pseudo-informationen dazu geeignet Unruhe bei uns Mitarbeitern zu erzeugen, die unsere Energie völlig fehlleitet. Anstatt die Dinge die tatsächlich bekannt sind zu analysieren und daraus Szenarien abzuleiten wird eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben ohne das man sich einmal ausführlicher mit einer Sache beschäftigt und diese fachlich qualifiziert beleuchtet.

    Ach ja, wenn sich Gewerkschaftler mit einem solchen Blog beschäftigen tun sie das ganz sicher nicht in ihrer Freizeit, dazu kenne ich zuviele um das recht gut beurteilen zu können.

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  7. @Erst denken, dann schreiben

    Du forderst dazu auf, keine Spekulationen in die Welt zu setzen, spekulierst aber selber kräftig: "Ach ja, wenn sich Gewerkschaftler mit einem solchen Blog beschäftigen tun sie das ganz sicher nicht in ihrer Freizeit, dazu kenne ich zuviele um das recht gut beurteilen zu können." Du kennst also die Redaktion dieses Infoblogs, um solche Schlussfolgerugen ziehen zu können? Dann kannst Du sicher auch Ross und Reiter nennen, oder?

    Du kritisierst, dass nur öffentlich zugängliche Informationen verarbeitet werden und dass der Informationsgehalt Null sei. Die Informationen stammen aus Qualitätszeitungen wie Süddeutsche, der Branchenpresse und katholischen Internetseiten, die in dieser Dichte und Zusammenstellung sonst nirgends zu finden sind und deshalb so komprimiert nirgends zu finden sind.

    Du bemängelst, dass drei Tage nach der Verkündigung der Nachricht noch keine Tiefenanalysen geliefert werden. Beschwerst Du Dich auch bei den Bischöfen oder unserer Geschäftsleitung darüber, dass sie es noch nicht für notwendig befunden hat, uns ein Sterbenswörtchen zu all dem mitzuteilen?

    Du Sprichst von "Unruhe", die reingebracxht wird. Unruhe bringt wohl nicht dieser Infoblog, sondern die Verkaufsabsicht. Deine Sprache verrät Dich hier, es ist nämlich ein klassisches GL-Argument (was ich natürlich nicht beweisen kann, es sei denn Du nennst hier Deinen echten Namen).

    Am skurrilsten finde ich jedoch, dass Du als Nicht-Gewerkschaftsmitglied dich darüber beschwerst, dass ein von normal arbeitenden Kolleginnen und Kollegen betriebener Infoblog für Dich keinen prompten Gratis-Full-Service liefert. Aber Du gehörst wahrscheinlich zu den KollegInnen, die jede Gehaltserhöhung, die ver.di ausgehandelt hat, stillschweigend einkassieren, ohne jemals einen Cent Mitgliedsbeiträge gezahlt zu haben.

    Das ist dann der einzige Moment, wo Leute wie Du den Mund halten.

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  8. Nur eines: sie tun es in ihrer Freizeit.

    Sie haben noch einen anderen Job.
    Noch deutlicher: das sind gewerkschaftlich organisierte Kollegen, die sich in ihrer Freizeit hinsetzen und schreiben.
    Hat das nun auch der Letzte verstanden?

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  9. @Erst denken, dann schreibenSonntag, 27. November 2011 um 00:26:00 MEZ

    und ich dachte es handelt es sich hier um einen Info Blog und nicht um eine Presselsammelstelle. Und ja, soweit ich es mitbekommen habe, sind alle Filialleiter über die Situation informiert worden. Wenn Eure Euch nicht informieren, ist das niemand anderer Schuld als Eure Vorgesetzten.

    Die Gerwerkschaft kann tun und lassen was sie will, ich kann mit Diktion und Verhalten nichts anfangen. Ich habe es bislang auch immer so geschafft gut behandelt zu werden.
    Aber das muss jeder für sich herausfinden was er für Eigenverantwortung übernimmt.

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  10. Von der GL kam noch kein einziges Statement. Aber das hätten ich und auch meine Kollegen erwartet.

    Eigenverantwortung hat nichts mit Solidarität und Gemeinschaft zu tun.
    Das ist das typische Zeichen der Zeit. Jeder ist sich selbst der Nächste, ich kümmere mich nur um mich, hole das beste für mich heraus, Hauptsache bei mir ist alles ok, alle(s) andere kann mir egal sein.

    Schade, dass bei manchen hier anscheinend noch kein Umdenken stattgefunden hat.

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  11. @Erst denken dann schreiben

    Dies hier IST ein Infoblog. Muß deshalb jeder neue Artikel auch immer Erkenntnisse bringen, die Du persönlich für Dich noch nicht gefunden hast? Nein.

    Manch einem - wie mir z.B. - ist es ne große Hilfe, wenn ich mich nicht selbst durch 1000 Presseartikel im Internet durchkämpfen muß, sondern konzentriert hier eine Zusammenfassung erhalte. Ich fühle mich dadurch gut informiert.

    Jeder hat nun mitgekriegt, dass Du hier im Infoblog nicht die Infos bekommst, die Du erwartest. Du brauchst Dich nicht zu wiederholen.

    Laß es einfach gut sein, bitte. Danke.

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  12. Wenn man etwas auf die Beine stellt, sei es nun ein Blog oder ein Unternehmen, muss man mit Antworten und Reaktionen rechnen, die einem nicht passen.
    Wenn über die Firma hergezogen wird und nur ansatzweise sagt jemand "lass gut sein" oder "du musst ja hier nicht bleiben" dann gibt es hier ein Riesengeschrei. Kritisiert jemand euren Blog, dann gibt es aber genau ebendiese Antworten... Geh doch weg... Du musst hier nicht lesen... Lass es einfach....

    Kann ich nicht verstehen. Sagen es die einen, ist es okay. Sagen es die anderen, ist es unmöglich.

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