Dienstag, 22. November 2011

Eilmeldung: Kirche verkauft Weltbild

Die Gesellschafter hätten beschlossen, dass "Maßnahmen für eine Veräußerung der Verlagsgruppe Weltbild GmbH ohne jeden Verzug entschlossen aufgenommen werden", teilte Weltbild am heutigen Dienstag in Augsburg mit. Während der Sitzung ihres Ständigen Rats in Würzburg stellten die katholischen Oberhirten der 27 deutschen Diözesen die Weichen in Richtung Veräußerung des seit Jahren umstrittenen kircheneigenen Unternehmens.

Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD), der 24,2 Prozent der Anteile hält, sparte in Würzburg nicht mit Kritik an der Geschäftsführung von „Weltbild“. Der Hauptvorwurf: Es sei ihr nicht gelungen, die „internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich bzw. im Bereich der Unternehmensbeteiligungen hinreichend zu unterbinden“, erklärte der VDD.
Damit ist jetzt Realität geworden, was schon seit Jahren als Gerücht in der Branche kolportiert wird.
Anscheinend haben sich die ultrakonservativen Kreise in Rom mit ihrer Dauerkampagne jetzt in Rom an höchster Stelle Gehör verschaffen können. Quo vadis, Weltbild? Quo vadis, DBH ? Und nicht zuletzt:
Quo vadis, Hugendubel?



Die Infoblog-Redaktion stellt hierzu einige Fragen:


Kardinal Marx, an wen wollen Sie uns verkaufen?

Herr Halff, bedeutet das die Zerschlagung der DBH?

Herr und Frau Hugendubel, was wird aus Hugendubel?


Bitte senden Sie Ihre Stellungnahme an hugendubel.verdi@yahoo.de
Wir werden sie hier im Infoblog unverzüglich und unzensiert veröffentlichen!

Kommentare:

  1. Man darf nicht vergessen, dass Hugendubel Anteile an Weltbild hält, ebenso aber auch Weltbild (welches ja verkauft wird) Miteigentümer von Hugendubel ist, und dadurch der neue Eigentümer Weltbilds das Unternehmen Hugendubel maßgeblich mitbestimmen kann!

    B.

    AntwortenLöschen
  2. Na das sind ja mal schlaue populistische Fragen. Heute ist die Entscheidung der Bischöfe gefallen und Hugendubels sollen schon wissen was aus ihnen wird. Der Verkauf hat ja in erster Linie nur indirekt etwas mit der DBH zu tun. Einer der 50% Eigentümer wechselt. Mehr nicht.
    Macht mal nicht so eine Welle, die Nachricht, dass WB verkauft werden soll ist ja schon mindestens 3 Jahre alt.

    AntwortenLöschen
  3. Wollt ich auch grad schreiben.. Erstmal muss das Ding überhaupt nen Käufer finden und außerdem: wer sagt denn dass es nicht besser wird für uns? Wenn doch jetzt schon anscheinend alles so doof hier ist dann trauern wir doch diesen Zeiten mal bitte nicht hinterher.

    AntwortenLöschen
  4. Ich denke, sollten finanzinvestoren den zuschlag erhalten, wird es erstmal eine riesige flächenbereingung samt entlassungen geben, wie es in 90% der übernahmen von großunternehmen der fall ist!

    AntwortenLöschen
  5. Moment mal Leute - ich finds gut, wenn diese Pseudomoralisten aus der DBH verschwinden. Und auch wenn ich keinen Überblick habe - Weltbild ist doch nicht pleite, es geht doch nicht um ein Insolvenzverfahren??!!! Und ich hätt nix dagegen, wenn z.B. Nicolas Berggruen einsteigt, die DBH hat er ja schon in seinen Häusern und mit der Metro wirds ja wohl nichts.
    Ich bin jedenfalls eher neugierig gespannt als pessimistisch :-)

    AntwortenLöschen
  6. Ohne Weltbild als Kapitalgeber ist die DBH und damit auch Hugendubel am Ende. Aber wer sollte ein Interesse daran haben, in der jetzigen Krisensituation groß im Buchhandel zu investieren?

    Vielleicht sollten wir den Bischöfen anbieten, sämtliche Filialen in Devotionalienläden oder Klöster umzuwandeln...

    AntwortenLöschen
  7. @ Anonym 22.11. 22:00: Woher haben Sie die Information? Arbeiten Sie im Controlling der DBH, Hugendubel oder Weltbild? Sie bestätigen alle Vorurteile gegen diesen Blog aufs schönste. Null Substanz nur Luftleeres bla bla. Wenn Sie es denn wissen, können Sie ja sicher auch Belege bringen, oder? War es nicht WB die riesige Schulden angehäuft haben? Wenn Sie sich schon so weit aus dem Fenster lehnen, dann bitte nur mit Belegen!

    AntwortenLöschen
  8. Ich nenne hier nicht meine Quellen, allerdings kann für anonym antworten: Hugendubel ist finaziell sehr tief mit Weltbild verbunden. Es gab einen Zeitpunkt bei Hugendubel, an welchem eine ungeheure Liquiditäsknappheit durchschlug. Zu diesem Zeitpunkt suchte man sich neue Kapitalgeber, leider fanden sich weder Investoren noch Kreditinstitute. Daher musste Hugendubel seine Bilanzen auffrischen, indem Forderungen verschoben worden sind. Da Hugendubel Umbauten und Ladenkonzepte weder mit eigenem Geld, noch mit fremden Geld finanzieren konnte, verkaufte man Ladeneinrichtungen an Dritte, welche diese wiederum per Leasing-Vertrag an Hugendubel abgaben. Dies konnte jedoch nicht ewig so betrieben werden, da die Kosten nicht mit den Umsätzen vereinbar waren. Als Kapitalstarker Retter traf dann Weltbild auf den Plan. Die gemeinsame Holding DBH ist nichts weiteres als ein Kapitalkonstrukt mit dem Weltbild in Hugendubel investierte. Auch wenn es nach außen gleichberechtigt aussieht, so hat Weltbild genügend Kapital bei Hugendubel abgelegt. Ein neuer Inhaber des Weltbildanteils könnte die Unternehmensstrategie Hugendubels mitbestimmen, oder einfach die DBH zerschlagen und seine Forderungen eintreiben, was wiederum das Ende für Hugendubel bedeuten würde. Ähnlich gesehen haben wir es schon bei Wohlthat, zuletzt gab es einen Notkredit von mehr als 2mio Euro, dieser hat dann dem Geschäftsführer Herrn Daniels das Genick gebrochen, er konnte keinerlei eigenständige Entscheidungen mehr treffen, worauf die DBH das Unternehmen geschluckt hat und es nun abwickelt.

    B.

    AntwortenLöschen
  9. @Anonym 15:15, 18:09, 11:37

    Dass Hugendubel eine schlechte Eigenkapitalbasis hat(te) zeigte sich bei der DBH-Fusion daran, dass Hugendubel kein Kapital, sondern die Filialen eingebracht hatte; ausserdem wurde bei der Ankündigung der Salvatorplatz-Schliessung bekannt, dass das Gebäude (immerhin das Stammhaus!) der Firma gar nicht mehr gehört; alles nachzulesen in der Branchenpresse. Hugendubel und Weltbild sind in der DBH so stark integriert, dass ein Verkauf uns nicht nur "indirekt" betrifft. Insofern sind die gestellten Fragen nicht "populistisch", sondern treffen den Kern.

    AntwortenLöschen
  10. @B:
    Geile konspirative Theorie. Wie immer, keine Beweise. Und das die Wohlthatsche aus purem bösen Willen verkleinert wird ist natürlich auch die reine Wahrheit, oder wie soll man das Statement lesen? Es kann nichts mit anhaltender Erfolgslosigkeit zu tun haben? Wie kommt es denn, das ein Unternehmen einen Notkredit benötigt? Wohl nicht weil gut gewirtschaftet wurde. Warum soll dann der Verursacher noch etwas mitzureden haben? Dann würde man je schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen. Das hingegen wäre ja ziemlich Schwachsinnig.

    Und warum WB "genügend Kapital bei Hugendubel abgelegt" hat (was ist das eigentlich für eine Formulierung) kann man sich ja auch denken. Bei der Fusion hat Hugendubel sein Unternehmen + die 50% an WB+ eingebracht, WB hingegen nur 50% WB+. Hmmm, wie soll nun WB die disbalance ausgleichen? Evt mit Cash? Was meinst Du dazu? Oder glaubst Du ernsthaft das Hugendubel nichts Wert war und WB tatsächlich einfach, weil sie grad nichts besseres mit dem Geld anfangen konnten Cash aufs DBH Konto gelegt haben?

    Ach ja, das man Einrichtungsgegenstände mietet ist ja nun wohl Standard bei allen Unternehmen. Welches Großunternehmen kennst Du denn noch, das z.B. IT noch selber kauft? Auch Möbel werden gemietet, genauso wie Autos, etc. Das ist nun wirklich keine Erfindung von Hugendubel ...

    Ein bisschen mehr Substanz in den Postings wäre schon willkommen.

    AntwortenLöschen
  11. @ SOL:
    Soweit ich informiert bin, hat das "Stammhaus" noch nie der Firma Hugendubel gehört. Auch hier: Etwas mehr Substanz bitte.

    Und ja, warum sollte Hugendubel denn Kapital einbringen? Hat man doch bereits mit der eigenen Firma mehr eingebracht als WB.

    Dieses Unwissen hier ist schier grenzenlos. Das man als Buchhändler kein Ökonomieprofessor sein muss ist ja schon klar, aber dann begebe ich mich auch nicht auf so einen dünnen Ast. Die EK-Basis hat aber auch so gar nichts mit der Einbringung von (Sach-)Werten in ein Joint Venture zu tun wie die Kausalität von finanziellen Schwierigkeiten und Schliessung Salvatorplatz. Dies wurde mindetsens implizit unterstellt.

    Jetzt kommt mal wieder runter von Eurer Palme und versucht einmal das ganze sachlich zu betrachten. Ein Ausscheiden WB als Gesellschafter kann auch eine große Befreiung für das Unternehmen sein.

    AntwortenLöschen
  12. Und noch einmal an SOL:
    Denke doch einmal nach. Wenn zwei Unternehmen ein Joint Venture gründen und beide bringen Kapital ein, was hast Du dann?
    Richtig, eine Bank.

    Wenn beide nur WB+ eingebracht hätten, hättest Du WB+ in einem JV.

    Wenn nun aber einer Geschäft und ein anderer noch mehr Geschäft einbringt für das der andere als Ausgleich Cash bringt? Dann hast Du viel Geschäft und viel Kapital um zu wachsen. Genau das ist doch hier geschehen. Das es am Ende vielleicht nicht so ausgegangen ist ist nun mal das Problem von Unternehmern. Sie unternehmen etwas und nicht immer ist es das richtige. Man kann eben nicht in die Zukunft blicken und/oder sie vorhersagen. Daher sollte der Unternehmerlohn regelmäßig deutlich über dem Angestelltenlohn liegen, da er mit wesentlich mehr Risiko behaftet ist.

    AntwortenLöschen
  13. @Erst denken dann schreiben

    Ungeachtet Deiner Detail-Einwände stellt der Artikel in aller Klarheit die richtigen Fragen:
    Verkauf an wen? Zerschlagung? Was wird mit Hugendubel? Viele Hugendubel-Mitarbeiter messen dem Weltbild-Verkauf keine grössere Bedeutung bei, weil sie die Eigentumsverhältnisse der DBH nicht kennen oder einschätzen können. Wenn es zu einer Zerschlagung der DBH kommen sollte, dann sehe ich für unsere Arbeitsplätze bei Hugendubel schwarz.

    AntwortenLöschen
  14. @ Anonym 18:04
    Ja, der Artikel, die posts danach verbreiten aber mit viel Unkenntnis ziemlich undifferenzierten Blödsinn. Abgesehen davon ist es immer wieder das gleiche. Glauben die Blog Schreiber wirklich, dass sie irgendjemand der GL in einem solchen "unseriösen" Medium äußern wird? Das regt doch die uninformierten Mitarbeiter nur zu den wilden Spekulationen an. Viel hilfreicher wäre es einen unaufgeregten Artikel zu schreiben, der die verschiedenen Szenarios mit entsprechenden Auswirkungen auf die DHB/Hugendubel beleuchtet. Und da kann mir keiner erzälen, dass dies nicht die Aufgabe des Blogs ist. Polemik ist einfach, reflektieren anscheinend nicht so.

    AntwortenLöschen
  15. @Erst denken dann schreiben

    Zunächst mal finde ich es gut, dass Du zwischen Artikel und Kommentar unterscheidest. Artikel kommen von der Infoblog-Redaktion oder Autoren, Komenntare von Dir oder mir, also von jedem (einschliesslich GL). Es gibt in dieser Firma keine Kommunikationsplattform, wo so offen diskutiert werden kann, einschliesslich Deiner Kritik am Blog.

    Zum Artikel: er kam wenige Stunden nach der Verkündigung durch die Bischofskonferenz, ist also knapp gehalten. Der polemisch-ironische Ton mag nicht nach Deinem Geschmack sein, ist aber ok. Ich kann hier auch nicht für die redaktion sprechen, abner ich bin mikr sicher, dass zu diesem Thema noch ausführliche und sachliche Informationen kommen werden. Und wenn Du selbst informationen hast, warum schickst Du sie dann nicht einfach selbtst an die Redaktion? Als Konsument zu kritisieren ist immer leichter, als in seiner Freizeit selber etwas zu produzieren. Nichts für ungut.

    AntwortenLöschen

Ihr könnt Eure Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählt dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Ihr unter einem Pseudonym schreiben wollt, wählt die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir freuen uns, wenn Ihr statt "Anonym" die Möglichkeit des Kommentierens unter Pseudonym wählt. Das Kommentieren und Diskutieren unter Pseudonym erleichtert das Austauschen der Argumente unter den einzelnen Benutzern.