Dienstag, 16. August 2011

Neue Entlassungswelle rollt


Weiterer Personalabbau bei Hugendubel 
- im Zusammenhang mit stark rückläufigen Umsätzen
- Rückzug aus dem Filialgeschäft 

 
Rückzug aus dem Filialgeschäft  -  Foto: wallguenter


Zum Hintergrund:

Hugendubel unterlässt es bewusst, mit innovativen Konzepten für den stationären Buchhandelsbereich neue Kunden zu gewinnen. Stattdessen investiert das Unternehmen enorme Summen (und Know-How) in den Online-Bereich und „verkauft“ diese renditeorientierte Strategie (die sich gegen Kunden- wie Mitarbeiterinteressen richtet) als „Multi-Channelling“-Konzept. 

In Wahrheit geht es hierbei nicht um eine Vielfalt verschiedener „Verkaufskanäle“, sondern um die alles verändernde und dominierende Ausrichtung auf den von Weltbild (dem 50-prozentigen Eigentümer von Hugendubel) betriebenen Online-Shop. 

Diese Strategie richtet sich „frontal“ gegen das bisherige (und größtenteils noch bestehende) Hugendubel-Filialgeschäft, welches hierdurch bis zur Unkenntlichkeit verändert und beschnitten wird.

Vor diesem Hintergrund befindet sich Hugendubel derzeit – kurz nach den Massenentlassungen von 2009 – bereits mitten in einer neuen großen Entlassungswelle.

Ein weiteres sehr „prominentes“ Opfer ist nun ...

– neben der Schließung des traditionsreichen „Unternehmens-Stammhauses“ am Münchner Salvatorplatz 
- sowie dem bereits vollzogenen Ende der Hugendubel-Filiale in der Nürnberger Innenstadt 
- die einstige Flaggschiff- und Vorzeige-Filiale am Tauentzien / Charlottenburg in der Bundeshauptstadt Berlin.


Hierzu meldet ver.di / Fachbereich Handel aus Berlin
(Wortlaut der Pressemitteilung vom 15.08.2011):

Aufgrund stark rückläufiger Umsätze will das Buchhandelsunternehmen Hugendubel erneut in Berlin und Brandenburg Personal abbauen. 

Geplant ist, die Filiale am Tauentzien mit Auslaufen des Mietvertrages zum März 2012 zu schließen und die 32 Mitarbeiter der Filiale zu entlassen. Bereits 2009 hatte Hugendubel in Berlin und Potsdam 66 von ca. 240 Beschäftigten entlassen.

„Leider hat Hugendubel nicht versucht, mit neuen Konzepten für den stationären Buchhandelsbereich neue Kunden zu gewinnen“, sagt die zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin Janet Dumann. Stattdessen investiert das Unternehmen in den Online-Bereich. „Das geht zu Lasten der Filialen in unserer Region. Hugendubel dreht heute, anderthalb Jahre nach der ersten Entlassungswelle erneut an der Personalschraube“, so Janet Dumann.


Die ver.di-Tarifkommission für Hugendubel hat den Arbeitgeber bereits im März 2010 aufgefordert, einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Die Geschäftsführung erkennt nach eigenen Worten keine „dringliche Notwendigkeit im Hinblick auf drohende Filialschließungen“.

Der geforderte Sozialtarifvertrag soll (im Unterschied zu einem vom Betriebsrat auszuhandelnden Sozialplan) neben wichtigen Punkten wie Versetzungsregelungen und höheren Abfindungen - vor allem eine längere Laufzeit enthalten.

Dies ist deshalb wichtig, da eine Trendwende im stationären Buchhandel nicht zu erkennen ist und es keine Garantie für die Beschäftigten gibt, dass nicht mit Auslaufen des nächsten Mietvertrages einer Filiale die dritte Entlassungswelle über sie hereinbricht.



Inhaltliche Rückfragen an:

Janet Dumann - ver.di-Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Handel
ver.di Bezirk Berlin-Brandenburg
Tel.: 030-8866-5588
Mobil: 0170-5748577
http://handel.bb.verdi.de/ansprechpartnerinnen_und_-partner

Herausgeber der Pressemitteilung:
Pressestelle des Landesbezirks Berlin-Brandenburg
der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
Andreas Splanemann – Pressesprecher (Tel: 030-8866–4111)



http://bb.verdi.de/presse/pressemitteilungen/showNews?id=4c8cca46-c72e-11e0-6e67-001ec9b03e44

Kommentare:

  1. Was soll das? Das wissen wir doch alles schon? Immer derselbe Mist!

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  2. Es fällt ihnen halt nichts anderes mehr ein ;-) sei nachsichtig. Bei der überschrift dachte ich jetzt bin ich gespannt welche Filiale es nun ist- überraschung...Aber nein (zum Glück) keine.
    Ich sag ja.... Bildzeitung.

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  3. @Anonym 08:05 u. 08:26
    So viel Engagement am frühen Morgen! Ich hoffe, dass Ihr Euch auch vor Ort einsetzt. Oder wurde die Arbeitsplatzgarantie mit den Vorgesetzten schon ausgehandelt? Vielleicht nicht nötig, weil selbst Führungspersonal?

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  4. @anonym 8:26

    Da ist also jemand Anonymes schon

    richtig "gespannt welche Filiale es nun ist"

    und freut sich dann:

    "Aber nein (zum Glück) keine"!

    Noch mal glücklich vorbeigeschrammt - und bloß gut, dass es sich beim Berliner Tauentzien um "keine Filiale" handelt - und dass auch bloß 32 Kollegen betroffen sind.

    Kurze Zwischenfrage: Ab welcher Mindestanzahl von zu entlassenden MitarbeiterInnen "existiert" bei dir der "Filial"-Status - sind das 50 - oder müssen es gar 100 sein)

    (das wird jetzt nämlich echt schweierig, selbst bei Flaggschiff-Größe:
    demnach hätte Hugendubel bereits jetzt schon gar keine einzige Filiale mehr - nicht erst nach Abschluss der Multi-Channel-Betrugs-Strategie)!

    "Ich sag ja.... Bildzeitung"

    Nee, die hat sich bisher, jedenfalls so weit mir bekannt, noch nicht mit diesen "echten" Skandalen der (Arbeits-)Welt befasst.
    Wär aber mal an der Zeit.
    Vielleicht hast du ja Kontakte?

    (Zu meinem Namen: ich kenne viele KollegInnen, die ebenfalls Hugendubel-Wunden kennen - und sich zugleich dauernd sehr, sehr wundern müssen über Leute wie dich, Herr/Frau ANONYM)

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  5. Du wirst sicher verstanden haben dass ich mit "keine Filiale" "keine weitere Filiale von der noch nichts bekannt ist" gemeint habe.
    Falls nicht, so weißt du es nun.
    Schönen Tag allen!

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  6. Schönen Tag zurück, Herr/Frau Anonym, in deinem Bürosessel;

    und vielleicht kennst du ja schon die nächsten Kandidaten auf der Schließungs- und Entlass-Liste
    (etwa die eine oder andere weiter Filiale in Berlin? - oder der Müncher "Stachus" - oder ...);

    die Blog-Redaktion freut sich bestimmt über konkretere Infos - und wird dir dann mit Sicherheit umgehend den gewünschten Artikel über die "weitere Filiale, von der noch nichts bekannt ist" zur Lektüre vorsetzen!

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  7. Lieber verwunderter Mitarbeiter du schreibst so ein absurdes Zeugs, dass man sich nun wirklich nur noch wundern kann.
    Büro? Wie kommst du darauf? Und selbst wenn es so wäre (was es nicht ist), was ist daran verwerflich? Oder zählen nur die Mitarbeiter im Laden!???
    Woher soll ich wissen welche Filiale schließt? Aus welchem Satz schließt du das nun wieder?

    Dass Tauentzien schliesst wissen wir nun mittlerweile. Das macht es nicht besser. Dass das verdammt scheiße und bitter ist weiß ich. Ich komme selbst aus einem Laden der geschlossen wurde.

    Deshalb darf man trotzdem hier kritisieren, dass hier tagtäglich derselbe Kram geschrieben wird.
    Wenn du dich nun persönlich beleidigt fühlst dann tust du mir leid.

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  8. @Anonym 18:18 Uhr

    "dass hier tagtäglich derselbe Kram geschrieben wird"

    Dieser Blog wird nicht nur von Hugendubel-MitarbeiterInnen gelesen, sondern auch von Leuten ausserhalb. Wenn deshalb eine ver.di-Presseerklärung hier erscheint, dann braucht man sich deswegen nicht gleich aufzuregen. In den Berliner Medien wurde der aktuelle Vorgang erst durch die Pressemitteilung bekannt. Wer hier öfter was Neues lesen will, der kann ja an die Redaktion mal selber einen Beitrag schicken anstatt hier rumzunörgeln.

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  9. Warum wird denn immer von 32 Betroffenen gesprochen? Bei der Betriebsversammlung sagte der BR es sind 39 Mitarbeiter betroffen, Hr.Nitz sprach von 32 betroffenden Mitarbeiterkapazitäten.

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  10. Vollkommen richtig, Schreibfehler: betroffenen....

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