Dienstag, 27. März 2012

"Leben heißt handeln"

Ein Kommentar der Infoblog-Redaktion

So, unsere KollegInnen von Weltbild haben es also geschafft. Sie bekommen ihren Zukunftstarifvertrag. Es fehlt nur noch die Unterschrift der katholischen Gesellschafter.
Herzlichen Glückwunsch!

Doch was bedeutet das für uns Hugendubel-MitarbeiterInnen?

Einfach ausgedrückt: NICHTS

Der Zukunftstarifvertrag gilt nur für die ca. 2100 Augsburger KollegInnen. Wir freuen uns natürlich für die KollegInnen von Weltbild, denn diese sind es auch gewesen, die sich dafür stark gemacht und gekämpft haben.
Wir Hugendubler haben uns nicht aktiv dafür eingesetzt und können deshalb auch nicht erwarten, ein Stück des Kuchens abzubekommen.

Im Moment stehen wir immer noch mit leeren Händen da.
Wir wollen seit über 2 Jahren einen Sozialtarifvertrag, doch einen großen Schritt weiter gekommen sind wir bis jetzt nicht.
Wie sieht es nun bei unserer eigenen Zukunftssicherung aus?
Was haben wir alle für einen Sozialtarifvertrag getan? Interessieren sich unsere KollegInnen überhaupt für ihren eigenen Arbeitsplatz und für eine Arbeitsplatzsicherung in Form einer tariflichen Absicherung? Haben sie sich mit aller Kraft dafür eingesetzt? Zeigen sie ihr Engagement durch Teilnahme an den Betriebsversammlungen, durch Teilnahme an Aktionen und Warnstreiks?
Die Antwort lautet: Nicht genug und viel zu wenig!

Wie kann es sein, dass von knapp 450 MitarbeiterInnen in München, nur etwa 80 auf Betriebsversammlungen erscheinen?
Wie kann es außerdem sein, dass nur ca. 50 KollegInnen an dem Warnstreik teilgenommen haben, um für den STV zu demonstrieren. Um das noch einmal zu verdeutlichen:
bei diesem Warnstreik ging es um die Sicherung unser aller Arbeitsplätze. Um den Arbeitsplatz von jedem von uns. Es ging dabei um DICH, MICH und UNS ALLE!
Unbegreiflich ist es auch, dass die KollegInnen allein auf die STV-Kommission setzen – die übrigens aus weniger als 10 Mitgliedern besteht – damit diese für sie die Kohlen aus dem Feuer holen.
Die Frage sei erlaubt: wie soll diese engagierte Minderheit etwas für die große Mehrheit erreichen, wenn von unseren KollegInnen kein großes Zeichen des Handelns und kaum ein Zeichen der Unterstützung kommt?
Nur durch die STV-Kommission, die hier übrigens große Energie und viel Zeit investiert, werden wir unserem Ziel „STV“ nicht näher kommen.
Dazu benötigen wir ALLE Energien. Von allen MitarbeiterInnen, von unserer Gewerkschaft ver.di und von allen Betriebsratsmitgliedern.

Wie sieht es bundesweit in den Betriebsratsgremien aus?

Auch dort vermissen wir konsequentes, aktives Handeln für den STV. Welche konkreten Aktionen wurden in den Gremien beschlossen und auch durchgeführt, wie wollen die Betriebsräte die KollegInnen für die Sache gewinnen und wie soll der Druck auf die Geschäftsleitung erhöht werden? Reden alleine wird nichts bewirken. Tatkraft ist auch hier gefragt.
Auch für den Betriebsrat gilt: Arbeitsplatzsicherung sollte eines der obersten Ziele sein!

Im Übrigen gilt der STV nach Unterzeichnung bundesweit für ganz Hugendubel.
Wo sind denn deutschlandweit die engagierten KollegInnen und wo ist hier ein handlungsbereiter, aktiver Betriebsrat? Großes Engagement und Aktionen außerhalb von München sind uns jedenfalls noch nicht zu Ohren gekommen.
Ist es dann überhaupt gerecht, dass der STV bundesweit gelten soll und alle davon profitieren werden? Auch diejenigen, die nichts aktiv für ihn getan bzw. diesen sogar boykottiert haben?
Diese Frage sollte man sich ruhig einmal stellen.
Falls es wider unseres besseren Wissens doch solch ein Engagement geben sollte - bitte bei uns melden.

Unsere KollegInnen von Weltbild haben es uns vorgemacht.
Nach nur knapp 6 Monaten haben sie geschafft, was wir schon seit über 2 Jahren versuchen.

Wieso? Warum? Wie kann das sein?

Es liegt schlicht und einfach daran, dass dort MitarbeiterInnen, Betriebsrat, Gewerkschaft und die Betriebsgruppe Hand in Hand gearbeitet und ihre tarifliche Absicherung zusammen erkämpft haben!
Nur durch Gespräche und auf den guten Willen der Geschäftsleitung hoffen, bringt rein gar nichts. Wir haben dies jetzt lange genug versucht. Die Geschäftsleitung hat sich bis jetzt noch nicht einmal bereit erklärt, die Verhandlungen aufzunehmen!

Ab sofort müssen wir der GL zeigen, dass wir gemeinsam kämpfen, dass wir konsequent handeln, dass wir bereit für Demonstrationen sind und dass jeder Einzelne von uns, sich für den STV einsetzt. Jede Kollegin, jeder Kollege, jedes BR-Mitglied, jeder Einzelne zählt - alle - bundesweit - gemeinsam - zusammen.

Unsere Forderung an euch lautet deshalb: Solidarität zeigen und mitmachen! Jetzt!

Lasst uns das tolle Ergebnis von Weltbild zum Anlass nehmen, unser eigenes (Nicht-)Handeln zu überdenken, unsere kleinen Ängste beiseite schieben und in Zukunft gemeinsam aktiv sein. Für eine gute Sache, für unsere Arbeitsplätze. Auf dass das Wort Solidarität wieder eine Bedeutung bekommt.

Gemeinsam sind wir stark!  STV Now!


"Leben heißt handeln"  (Albert Camus)

Kommentare:

  1. Und wie soll ich als Mitarbeiter bitte einen Warnstreik oder ähnliches organisieren? Habe ich nicht genau dafür den BR gewählt?? Dieser zieht es aber vor sich in Sitzungen und Seminaren zu befinden.
    Traurig aber wahr.
    Es gibt noch mehr Filialen als nur München. Bei uns passiert rein gar nichts!

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    1. Auch das was in München "passiert" hält sich sehr in Grenzen!!

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    2. Aber immerhin existiert hier in München eine kleine aktive Minderheit! In den anderen Regionen müßt Ihr unbedingt selbst was auf die Beine stellen. Ihr müßt Euren Betriebsräten gehörig Dampf machen, damit die sich endlich mal bewegen. Wo bist Du denn (@ Erster Kommentar "Anonym": "Bei uns passiert rein gar nichts!"), in welcher Stadt? Vielleicht schließen sich Dir andere an, wenn Du das hier postest!

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    3. "Das tolle Ergebnis von Weltbild"

      So toll finde ich das gar nicht, wenn man sich mal die ursprünglichen Verdi-Forderungen ansieht:

      Keine Kündigungen für VIER JAHRE AB VERKAUF!!!!

      KEINE ZERSCHLAGUNG: DBH bleibt im Konzern!!!!

      Und was ist da jetzt unterschrieben worden???

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    4. Das Ergebnis ist überhaupt nichts wert! Jetzt wollen sich alle wieder mit Federn schmücken, aber eine richtige Substanz hat das doch wirklich nicht!

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    5. Weißt Du wieviel Wassertropfen sich in einem Glas Wasser befinden? Ich auch nicht. Was ich aber weiß ist, ein Glas Wasser löscht den Durst. Denk mal darüber nach.

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    6. Ich bin nicht sicher ob jeder, der den Text mit dem Wassertropfen liest, sofort versteht um was es mir geht. Es ist im Grunde ganz einfach: Schau nach oben zum Kommentar der Infoblock- Redaktion. Genau darum geht es. " Leben heißt handeln. " Glaubst du wirklich, dass sich deine Probleme von ganz allein lösen. Wartest du auch in deinem privaten, familiären Bereich ab, bis sich die Situation von allein löst? Sicher nicht! auch da mußt du immer wieder aufs neue kämpfen. Warum bist du in deinem Beruf nicht ähnlich engagiert. Denk nach und kämpfe. Benutze den Betriebsrat für deine Ziele. Er ist sicher bereit dazu. "Ein Tropfen löscht nicht deinen Durst." Viele Tropfen sind es. Sei einer von ihnen.

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  2. 32 Monate Sicherheit für die Arbeitsplätze sind nichts? Dann frag mal die Kollegen von Nürnberg/Ludwigsplatz, Wetzlar, Kassel, Salvatorplatz und all die anderen, die demnächst folgen werden!

    Zum Schluss die Gretchenfragen: Warst Du auf der Betriebsversammlung? Beim Warnstreik? Gewerkschaftsmitglied?

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  3. Die Forderung "DBH bleibt im Konzern" war nicht haltbar, da die Tarifkommission der Verlagsgruppe Weltbild GmbH nicht zuständig ist. Und somit nichts für die DBH regeln kann, versucht haben die es aber.

    "4 Jahren ab Verkauf" war die Forderung, aber was ist mit der Zeit vor dem Verkauf? Die ist jetzt aber gesichert, was ja auch nicht unerheblich ist.

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  4. "lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach"

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  5. wenn der spatz aber nicht fliegen kann und kurz vorm sterben ist, hilft er auch nicht wirklich weiter!

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  6. Achso, und nur weil Du das Ergebnis von Weltbild nicht 'toll' findest, tun wir von Hugendubel jetzt auch nichts? besser gar nichts tun, als aktiv werden?

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  7. Aktiv werden!! Unbedingt. Aber das muss vom BR ausgehen! Er ist kundigungsgeschützt, aus gutem Grund! Er bildet sich weiter in solchen Dingen- jetzt muss auch mal was zurück kommen!
    Ich höre immer, dass nun was passieren muss. Aber es passiert nichts. Wer soll es organisieren wenn nicht der BR? Ich als Kassenkraft zwischen zwei Kunden?

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    1. ich stand oft zwischen 2 Stühlen. Hab mich dann immer für den geraden Weg entschieden,und der heißt Solidarität. Solidarität heißt auch
      " Anpacken ". also pack an. Dann passiert was. Darauf kannst du dich verlassen.

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