Sonntag, 25. März 2012

Kein Zukunfts-/Sozialtarifvertrag für zwei Drittel der Beschäftigten im Weltbild-Konzern !


Mehrere tausend Kolleg/innen ... bei Hugendubel, Weiland, Weltbildplus/Jokers, Wohlthat, DBH-Warenhaus ... sind weiterhin ohne Zukunftssicherung. 

Die Katholische Nachrichten Agentur KNA meldet:  
 
Der Aufsichtsrat des zum Verkauf stehenden Augsburger Medienhändlers Weltbild hat einem Zukunftstarifvertrag zugestimmt. Dieser sichert den rund 2.100 Mitarbeitern am Standort Augsburg bis 2014 die Arbeitsplätze … Die 4.400 Mitarbeiter, die in einer Holding mit Hugendubel beschäftigt sind, betreffe dies jedoch nicht.




Also: 4.400 Beschäftigte (und dies sind mehr als zwei Drittel der insgesamt 6.500 Angestellten des Weltbild-Konzerns) bleiben 

– im Gegensatz zu ihren Kolleg/innen aus der Augsburger Konzernzentrale – 

weiterhin ohne Job-Garantien und ohne tarifvertragliche Absicherung ihrer höchst ungewissen Zukunft: 



Die nach der Zerschlagung durch das DHB-Management übrig gebliebenen Berliner Wohlthat-Filialen stehen vor der Schließung - und die Kolleg/innen müssen befürchten, demnächst auf der Straße zu landen.

In den Weltbildplus/Jokers-Filialen kämpfen die Angestellten um minimale Mitbestimmung - durch die Wahl von Betriebsräten an einzelnen Standorten der immer noch flächendeckend weitgehend betriebsratslosen DBH-Discountläden. 

Das Hugendubel-Filialgeschäft befindet sich (ähnlich wie das des Konkurrenten Thalia) mitten im Prozess eines massiven Rückbaus; derzeit wird gar im 4-Wochen-Takt jeweils eine Hugendubel-Filiale entweder komplett geschlossen - oder aber auf weniger als die Hälfte der bisherigen Fläche verkleinert.
(… Berlin, Kassel, München, Regensburg, Mainz, Dresden, Amberg, Neustadt, Krefeld …)



 
Von Seiten der Firmenleitung ist hierbei (verschleiernd/euphemistisch) die Rede von "Multichanneling"; tatsächlich gemeint ist die weitgehende Verlagerung eines Großteils des bisherigen Filialgeschäfts in den Online-/Versand-Bereich. Dieser jedoch ist ausschließlich bei der "Konzernmutter" Weltbild/Augsburg angesiedelt - und nur für eben diese 2.100 Augsburger Beschäftigten konnte jetzt auch eine tarifvertragliche Zukunftssicherung erreicht werden. 

Das Filialgeschäft der 50-prozentigen Weltbild-Tochter DBH (einer gemeinsam mit der Familie Hugendubel betriebenen Finanzholding) beinhaltet u.a. die "Marken" Hugendubel und Weiland (Sortimentsbuchhandel) - sowie Weltbild, Jokers und Wohlthat (Discountläden). Und insbesondere für mehrere tausend DBH-Beschäftigten wäre - angesichts des laufenden Rückbauprozesses - eine Zukunftssicherung ganz besonders von Nöten. 

Dies jedoch wird von der Geschäftsführung rundweg abgelehnt. Und möglicherweise droht nun tatsächlich eine - im Zusammenhang des Konzernverkaufs ins Spiel gebrachte - "Filetierung" des Weltbild-Gesamtkonzerns (mit Abspaltung des weniger rentablen Filialgeschäfts vom favorisierten Internethandel). Im Gegensatz zu den ursprünglichen Forderungen von Betriebsrats- und Gewerkschaftsseite ist eine Zerschlagung des Konzerns - auf der Basis des jetzt ausgehandelten Zukunftstarifvertrags -  jedenfalls keineswegs auszuschließen!
http://zukunftstarifvertrag.wordpress.com/


Was bedeutet dies alles für uns Hugendubel-Beschäftigte?

Nichts Gutes, doch ...

... die Augsburger Weltbild-Kollegen haben gezeigt und bewiesen, dass durch gemeinsames entschiedenes Handeln von Belegschaft, Betriebsrat, Tarifkommission und Gewerkschaft beachtliche Erfolge zu erzielen sind: Herzlichen Glückwunsch an unsere Kolleg/innen in Schwaben! 

Der Kampf bei Weltbild/Augsburg hat vor allem für Ergebnisse dort - bei Weltbild/Augsburg - gesorgt. Denn engagiert haben sich die Weltbild-Kolleg/innen vorrangig für ihre eigenen Anliegen und Forderungen - und dies ist auch mehr als (selbst)verständlich. 

Für unsere Hugendubel-Anliegen und -Forderungen müssen wir uns hier, bei der Weltbild-Konzerntochter Hugendubel, selbst verstärkt engagieren: wir müssen hier vor Ort - unterstützt durch ver.di - weiterkämpfen für unser Ziel einer Zukunftssicherung durch einen Sozialtarifvertrag/Zukunftstarifvertrag

Und von Weltbild/Augsburg haben wir soeben lernen können: Es ist durchaus möglich, die Geschäftsführung dazu zu bringen, mit einer ver.di-Tarifkommission über Zukunftssicherung zu verhandeln. Allerdings müssen wir bei Hugendubel es tatsächlich auch tun ... die GL zum Verhandeln bringen ... sie dazu "zwingen" ...


Wirksame Methoden und Aktionsmittel sind bei Weltbild/Augsburg zu sehen: Hierzu gehören -  neben innerbetrieblichen Gesprächen und Diskussionen - vor allem Betriebsversammlungen (und möglichst viele Kolleg/innen, die daran teilnehmen und sie auch aktiv mitgestalten!), Willensbekundungen per Unterschrift (pro Zukunftssicherung/STV), die Teilnahme an Aktionen und Demonstrationen - sowie selbstverständlich auch die Bereitschaft zur Durchführung von (Warn-)Streiks.

Jede/r, die/der sich an diesen Aktionsformen nicht beteiligt, behindert/verhindert mögliche Erfolge im Kampf gegen weiteren Unternehmensrückbau, gegen kommende Filialschließungen und bevorstehende Entlassungen!

Jede/r Hugendubel-Kollegin/Kollege ist nicht nur für sich alleine verantwortlich - sondern mitverantwortlich auch für die Gesamtheit der Hugendubel-Belegschaft; üblicherweise wird entsprechendes Verhalten als "solidarisches" bezeichnet! Und das stellt eine entscheidende Voraussetzung dar für mögliche Erfolge, die letztlich jedem/r einzelnen Hugendubel-Kollegen/Kollegin zugute kommen werden ...


Die Münchner Aktion "400 Postkarten an Kardinal Marx" hat zu einem erzbischöflichen Antwortbrief geführt. Die darin enthaltenen Ankündigungen und Versprechungen haben  jedoch eher den Charakter "weicher Worte" behalten als die Verbindlichkeit "klarer Verträge" anzunehmen - und sind weiterhin in der Nähe unverbindlicher "Sonntagspredigten" angesiedelt. 

Es liegt jetzt an uns bei Hugendubel, dafür zu sorgen, den Münchner Kardinal wie auch die übrigen katholischen Kirchenfürsten tatsächlich bei ihrer "sozialethischen Verantwortung" zu packen, die sie auch für das Weltbild-Tochterunternehmen "Hugendubel" so vollmundig bekunden.

Und dies werden wir tun - recht bald! 

Wir haben nicht mehr allzu viel zeitlichen Spielraum - doch den werden wir jetzt nutzen!








Kommentare:

  1. Jetzt bitte alles, aber auch alles ganz schnell mobilisieren. Hugendubel-Betriebsräte raus aus Euren Sitzungszimmern, alle Kollegen an allen Standorten raus aus Eurer Lethargie!

    Die Kollegen von Weltbild bekommen jetzt ihren Tarifvertrag nur deswegen, weil sie genau das gemacht haben: raus zu gehen aus der Passivität.

    Es darf nicht sein, daß wir anderen alle leer ausgehen und uns irgendwann bei der Arbeitsagentur begegnen!

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    1. In die Schlange der Arbeitsagentur gehören eigentlich die GL-Mitglieder, die das alles zu verantworten haben. Doch leider werden die ihre Posten, Tantiemen und Kontostände rechtzeitig sichern ...

      Was werden wir tun?

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  2. Gar nichts werden wir tun. Nicht, solange unser BR nur redet und hier im Blog predigt. Wir haben EUCH gewählt!! IHR seid unkündbar!! IHR seid ständig bei Seminaren!! EUER Fehlen im Laden fangen wir auf!!

    Was erwartet Ihr? Dass WIR jetzt was organisieren? Die Initiative muss doch von EUCH aus gehen!!

    Was bringt mir das 195. Gelalle hier im Blog mit der Uhr die fünf vor zwölf anzeigt?
    HANDELN!!! Und zwar Eurerseits! Wir ziehen dann mit.
    Nur reden, auf Besprechungen sein, an und zu mal nen Aushang machen... Aber kaum wird's ernst, passiert rein gar nix.

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    1. Es ist ernst!!!

      Und "nichts" bringt: sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Denn es gibt nun mal die große passive Masse, die ist auch (als Abbild der Belegschaft) bei den Betriebsräten da. Andererseits gibt es die Minderheit, die was tun will, die aktiv ist (auch bei den Betriebsräten). Und das sind genau die Leute, die sich jetzt (statt sich gegenseitig Untätigkeit vorzuwerfen) koordinieren müssen.

      Genau dann "passiert" nämlich was!!!

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  3. Der Blog ist ein Gewerkschaftsblog und hier predigen Verdimitglieder und Kollegen und nicht die BR Mitglieder.

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  4. Hier predigen die BR Mitglieder. Verlass dich drauf ;-)
    Nur wenn's Kritik gibt will der BR nix mit dem Blog zu tun haben.

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  5. Völlig egal, wer predigt, wenn die Predigt gut ist - und man auf sie hört.

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  6. Stimmt. Sie ist aber nicht gut. Es passiert einfach nix! Ich will was tun! Nicht immer nur lesen dass nun aber wirklich 5 vor 12 ist. Und dass nun endlich was passieren muss. Und dass wir nun aufwachen müssen.
    Ja! Aber bald schlafen wir ein!

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  7. Und dann erscheinen wieder nur so wenige wie beim Warnstreik?

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  8. Achso es wird lieber nix getan weil ja eh keiner mitzieht. Na dann...würd ich sagen, ist alles klar.

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  9. "lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach"

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