Dienstag, 24. Januar 2012

Von Weltbild lernen, heißt siegen lernen!

Kommentar der Infoblog-Redaktion

Von Weltbild lernen, heißt siegen lernen.
Herr Halff verweigert sich einem Gespräch über einen Zukunftstarifvertrag?  Nach einer Drohung mit Streik im Weihnachtsgeschäft sitzen die KollegInnen von Weltbild im Handumdrehen am Verhandlungstisch! Bischof Zdarsa taucht ab und will sich aus seiner sozialen Verantwortung stehlen?  Nach einem Marsch zum Dom kommt blitzschnell die Einladung an die Weltbild-Tarifkommission zum Empfang ins Erzbischöfliche Palais in Augsburg.
Von Weltbild lernen, heißt siegen lernen:
Gewerkschaftliche Organisation (d.h. Mitglied werden!), enge Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft, aktive Öffentlichkeitsarbeit und eine kämpferische Belegschaft, die auch am Samstagabend bei Dunkelheit und Kälte antritt. So geht das - und nicht anders.

Denn eines darf man nicht vergessen: die Kolleginnen und Kollegen von Weltbild kämpfen auch für uns!
Ganz am Anfang ihres Zukunftstarifvertrages steht nämlich in Präambel und Paragraph §1, daß der Geltungsbereich auch für die Unternehmensbeteiligungen der Verlagsgruppe Weltbild GmbH gültig sein soll.
Das wird sich aber nur halten lassen, wenn wir hier bei Hugendubel für unsere eigene Sache zu kämpfen bereit sind - und nicht kämpfen lassen. Man kann das Solidarität nennen, man kann das einfach menschlichen Anstand nennen - daß man andere nicht die Kastanien für sich aus dem Feuer holen läßt.

Zu unserer Betriebsversammlung am 6. Februar werden voraussichtlich auch zwei Kollegen aus dem Weltbild-Betriebsrat zu uns nach München kommen. Timm Boßmann, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe in Augsburg, wird über die aktuelle Situation berichten. Den umgekehrten Weg zur Demo nach Augsburg ist am Samstagabend nur eine kleine Gruppe von Hugendubel-KollegInnen gegangen. Die Infoblog-Redaktion dankt Euch für dieses Zeichen der Solidarität! Die Kolleginnen und Kollegen dort haben sehr aufmerksam registriert, wer sie unterstützt - und wer nicht.

Leider ließ sich von unserem Betriebsrat - mit einer einzigen Ausnahme - niemand dort blicken.
Auf der kommenden Betriebsversammlung habt ihr, liebe Betriebsrätinnen und Betriebsräte, die Chance,
Euer Engagement deutlich sichtbar zu zeigen. Reden ist Gold, Schweigen ist Blech.

Es wird öfters hier bei Hugendubel lamentiert, daß sich die Belegschaft ohnehin nicht mobilisieren lasse.
Dem empfehlen wir, einfach mal in den Spiegel zu schauen. Mit der Person, die er (oder sie) dort sieht,
kann er den Anfang bei der Mobilisierung machen.

Vielleicht denkt ihr vor der Betriebsversammlung noch einmal gründlich darüber nach, worin die grundsätzliche Aufgabe eines Betriebsrates besteht.

Von Weltbild lernen, heißt siegen lernen.



Kommentare:

  1. Das kann ich alles unterschreiben. Danke für die klaren Worte. Wir können nicht andere für uns kämpfen lassen, sondern müssen selbst etwas tun.
    Was wäre denn das für eine Einstellung: die Kollegen von Weltbild kämpfen für den Zukunftstarifvertrag, in dem auch ein Absatz über Hugendubel steht und wir lehnen uns bequem zurück?
    Das wäre bequem, unsolidarisch und wirklich feige. Wer kann sich da noch im Spiegel anschauen?

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  2. Heftig! Wenn das nicht mal Ärger gibt! (Genau das soll es aber wahrscheinlich .................)

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  3. Ich würde gerne was anderes sagen, aber leider hat der Kommentar recht.

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  4. Ich erwarte mir bei der nächsten Betriebsversammlung von den BR-Mitgliedern, die nie den Mund aufkriegen, eine deutliche Reaktion.
    Ihr seid als Betriebsräte deswegen arbeitsrechtlich besonders geschützt. Ansonsten wäre es ehrlicher, die Konsequenz zu ziehen und zurückzutreten.

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  5. Bei Weltbild geht die Post ab, gut so!
    Bei Hugendubel gibt es Nachholbedarf, es muss mehr passieren. Nicht nur aus Solidarität mit den Augsburger KollegInnen, sondern in unserem ganz eigenen Interesse.
    Deshalb findet als erster Schritt am 6. Februar die Betriebsversammlung in München statt.
    Unseren Betriebsräten ist die Sache natürlich nicht egal. Wenn jetzt angefangen wird, gegen sie loszustänkern, hilft das nur unserem Arbeitgeber!

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    1. Wenn unseren Betriebsräten die Sache nicht egal ist, sollten Sie daran arbeiten, nach außen hin anders aufzutreten und anderes zu handeln. Denn wenn man sich so manchen BR so anschaut, entsteht genau dieser Eindruck: ich halt mal schön still und will bloß keinen Ärger.

      Ich will jetzt auch nicht gegen den BR im Allgemeinen stänkern, aber überlegt Euch doch einfach mal, wie das, was Ihr macht (bzw. eben NICHT macht) bei den KollegInnen so ankommt, bzw. wie es verstanden wird. Vielleicht meint der ein oder andere BR, er wäre ein superguter Stratege, wenn er sich in manchen Punkten zurückhält, um Ärger zu vermeiden und an anderer Stelle mehr durchsetzen zu können. Bei vielen Kollegen (u.a. bei mir) kommt es aber so an, als würde er sich nicht engagieren, bzw. nicht richtig engagieren.

      Es ist einfach supertraurig, wenn vom Münchner Betriebsrat nur ein einziger den Weg nach Augsburg auf sich nimmt (eine 30minütige Bahnfahrt) und der Rest daheimbleibt.
      Ich verbessere mich: das ist nicht supertraurig, das ist oberpeinlich. Was seid Ihr denn für Vorbilder? Das SO kein richtiger Protest zustande kommt, ist klar.

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  6. Ich glaube, darum geht es gar nicht. Allerdings erwarte ich schon, dass der BR vorne weg geht und so die Kollegen mitzieht. Einer muss ja die Initiative ergreifen und das sollte natürlich der BR sein.

    Der BR beginnt und wir machen mit.

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  7. Zwei kleine Korrekturen:
    Die Kollegen in Augsburg fordern nicht die Übernahme des Zukunftstarifvertrages für uns (was rechtlich gar nicht gehen würde), sondern die Verhinderung einer Zerschlagung der DBH (was für uns auch enorm wichtig ist).
    Zdarsa ist Bischof, deshalb handelt es sich nicht um ein "erzbischöfliches" Palais.
    Ich selbst war nicht in Augsburg dabei, weil ich arbeiten musste; auch hing bei uns am Schwarzen brett nichts und ich schaue nur gelegentlich in den Blog hier. Ob ich mich aufgerafft hätte, weiss ich nicht - auch ob bei rechtzeitiger Information mehr Kollegen hingefahren wären, glaube ich nicht.
    Deshalb danke an die, die hingefahren sind. Gute Aktion!

    Ansonsten ist der Kommentar vielleicht hart formuliert, aber inhaltlich richtig. Der Betriebsrat hat eine Vorbildfunktion. Wenn bei der nächsten Betriebsversammlung wieder nur die üblichen Verdächtigen sich zu Wort melden, dann färbt das auf die restliche Belegschaft ab. ich melde mich übrigens auch nur selten, weil mir das Sprechen vor Publikum nicht so liegt.
    Anderen dürfte es genauso gehen. Das heisst aber nicht, dass ich mich nicht engagieren würde. Nur, warum soll ich mich melden im Beisein der GL, wenn es die meisten BR nicht tun?
    Dafür habe ich Euch gewählt, weil ich davon ausgegangen bin, dass ihr das besser könnt als ich. Warum sollte ich bei der nächsten BR-Wahl jemanden wählen, der sich nicht engagiert, denn die einzige Situation, wo ich es sehen kann, ist nun mal die Betriebsversammlung?
    In diesem Sinne hoffe ich auf eine engagierte Betriebsversammlung.
    Vielleicht kann ich mich auch aufraffen und zur Diskussion was beitragen.

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  8. Lauft halt verdammt noch mal den paar BR-Mitgliedern nach, die euch tatsächlich vorausgehen, statt dauernd über die paar zu lamentieren, die es nicht tun, Feiglinge! Und traut Euch den BR-Mitgliedern Eure Meinung zu sagen, die brauchen das im Guten wie im Bösen.

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