Mittwoch, 4. Januar 2012

Bin ich Kafka? Oder doch eher Rosamunde Pilcher?

Ein Tool für den literarischen Werkzeugkasten


Der Deutschlehrer trat vor die Klasse und musterte uns. Unbehagen stieg auf. "Wollt Ihr schreiben wie Shakespeare?", fragte er in die Runde. Finger und Köpfe blieben unten. "Ist doch ganz einfach...", lockte er. Wir ahnten eine Falle. Aber welche? "Ihr müßt ganz einfach nur


zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle den richtigen Buchstaben setzen. Und dies ungefähr eine Million mal hintereinander...".Wir fühlten uns düpiert. Hatte nicht der gleiche Lehrer in seinem anderen Unterrichtsfach die Direktive ausgegeben, daß "Latein der Kampf um jeden einzelnen Buchstaben" sei?

Und jetzt das.

Nehmen wir einmal an, wir kämpften um jeden Buchstaben nur eine einzige Minute - dann wären das ja schon eine Million Minuten! Vorausgesetzt natürlich, daß jeder dieser Kämpfe für uns entschieden werden würde. Das wäre eine reine Arbeitszeit von ungefähr zwei Jahren! Ohne Essen, Schlafen, Lesen (!) und alles andere... Und dann scheitert alles, weil wir das Manuskript irrtümlich an den Hanser- und nicht an den Bastei-Lübbe-Verlag - wo es eigentlich hingehört hätte - geschickt haben.


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wir wissen, daß viele literarisch ambitionierte Autorinnen und Autoren unter uns weilen. Vielleicht jener unscheinbare Kollege, der gerade den neuen Bestseller einräumt. Oder die Kollegin an der Kasse, die zuhause einen großen Schreibtisch stehen hat, mit vielen Schubladen - und jede davon gefüllt mit potentiellen Meisterwerk-Manuskripten...

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich Eurer erbarmt und gibt Euch ein literarisches Werkzeug in die Hand, mit dem Ihr nun selbst überprüfen könnt, ob Ihr nun eher wie Goethe oder doch eher wie Schiller schreibt:

http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx
 
 
Die Redaktion wünscht beim Ausprobieren dieses Links, über den wir erstmals am 11. Oktober 2010 im Infoblog berichtet haben, viel Spaß!
 
PS: Wer durch dieses Tool den entscheidenden Anstoß zum Schreiben bekommen hat, möge dann später auch die Infoblog-Redaktion nicht vergessen und ihr Leseexemplare zusenden!

Kommentare:

  1. Super Link, ich schreibe wie Rilke und freu mich darüber, ist nämlich mein absoluter Lieblingsautor

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  2. Kann mir bitte jemand erklären was Pubbles ist und warum die Firma Hugendubel/Weltbild das aufkaufen musste?

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  3. Zitat Buchreport:

    "Zur Motivation, Weltbild und Hugendubel mit ins Boot zu holen, erklären die Gesellschafter, dass Pubbles neben der „technischen Exzellenz“ und Verlagskompetenz (durch Bertelsmann und DPV abgedeckt) jetzt auch über eine größere Kompetenz im Endkundengeschäft verfüge. DBH-Geschäftsführer Maximilian Hugendubel: „Diese Allianz ist ein wichtiger Baustein in unserer digitalen Zukunftsstrategie. Der digitale Vertrieb von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen ist neben dem stationären Handel ein wichtiger Absatzkanal der Zukunft.“ Den Verlagen biete Pubbles mit der Verbindung zu starken Handelsmarken und Millionen Kundenkontakten eine ideale Vertriebsplattform.
    Gemeinsames Ziel sei es, Pubbles künftig zur zentralen Plattform für digitales Lesen zu machen."

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  4. "Kopflastige Struktur": Pubbles hat "fast so viele Geschäftsführer wie Mitarbeiter"!

    http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2012/01/03/an-die-kurze-leine.htm

    Zitate Buchreport:

    "Künftig wird die operative Führung des digitalen Kiosks an eine kürzere Leine genommen: Die Gesellschaftervertreter Maximilian Hugendubel (DBH), Olaf Conrad (Geschäftsführer DPV, Gruner + Jahr) und der Chef der deutschen Bertelsmann-Clubs Bernd Schröder ziehen selbst in die Geschäftsführer-Etage ein. Der bisherige Unternehmenslenker Bernhard Mischke bleibt an Bord, der Bertelsmann-Manager Thomas Feinen ist zum Jahreswechsel ausgeschieden – „vereinbarungsgemäß“, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Mit der neuen Aufstellung ergibt sich die vergleichsweise kopflastige Struktur, nach der Pubbles fast so viele Geschäftsführer (4) wie Mitarbeiter (9 zur Frankfurter Buchmesse, ohne IT) hat."

    Die Vorteile der Allianz, die bisherigen Schwächen von Pubbles auf einem hart umkämpften Markt sowie die neuen Projekte des digitalen Kiosks hat buchreport.de hier analysiert:

    Verbund mit Fragezeichen
    http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum////verbund-mit-fragezeichen.htm?no_cache=1&cHash=d8b7e65d6522e7d6611aad1e71c8ba8e

    „Wir sind hier um zu bleiben“
    http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum////wir-sind-hier-zu-bleiben.htm?no_cache=1&cHash=45d14bd45ee16f38767e4dfb8cddc359

    die Plattform selbst:
    http://www.pubbles.de/

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  5. Danke aber die ganzen Zitate habe ich auch gelesen. Ich VERSTEHE es aber nicht. Was ist Pubbles? Ein Online Kiosk. Aha. Aber ebooks etc werden über HUG und Weltbild auch verkauft. Warum also Pubbles? Wegen eMagazinen?

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  6. Pubbles (Bertelsmann/Weltbild/DBH/Hugendubel) ist eine digitale Verkaufsplattformen für Zeitungen/Zeitschriften/E-Books wie etwa Springer (iKiosk), Pageplace (Deutsche Telekom) oder Apple (Newsstand) bzw. E-Book-Shops à la libri.de oder Thalia/buch.de

    Vorteil für Weltbild:
    Beteiligung an einer großen digitalen Plattform, dadurch Erweiterung seiner Möglichkeiten im E-Commerce.

    Vorteil für Bertelsmann:
    Pubbles kann voraussichtlich die Reichweite durch die Anbindung an den Weltbild-Shop und die zu erwartende Vorinstallation der Pubbles-App auf den von Weltbild vertriebenen Tablets (hier mehr) erhöhen, Rückerhalt von Investitionskosten, Verbreiterung des Angebotes.

    Fazit:
    So wie vor 20 Jahren Hugendubel und Thalia versucht haben, beste 1a-Citylagen mit Filialen zu besetzetn, so versuchen heute alle großen Wettbewerber, egal ob aus der Buchhandels-, Verlags- oder Zeitungsbranche, durchschlagskräftige digitale Plattformen aufzubauen. Dabei ergeben sich solche Allianzen wie die zwischen der DBH und Bertelsmann.

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