Mittwoch, 19. Oktober 2011

Fragezeichen?

Stefan Homburg, Professor für Öffentliche Finanzen, Leibniz Universität Hannover, am Ende eines Interviews mit der Süddeutschen Zeitung vom 29.September 2011 zur aktuellen Finanzkrise:


SZ: Gibt es gar keine Hoffnung?


Homburg: "Hoffnung haben diejenigen, die nichts besitzen, denn ihnen kann auch nichts genommen werden. Hoffnung haben auch jene ehrenwerten Mitglieder der Finanzindustrie, die jetzt noch ein oder zwei Jahre mit Steuerzahlers Hilfe Kasse machen, um sich dann mit dem eigenen Flugzeug auf die eigene Insel zu verabschieden und aus der Ferne zuzusehen, wie die übrigen hier klarkommen. Hoffnung hat schließlich, wer zu einer buddhistischen Lebensweise findet und materiellen Werten ganz entsagt. Für die anderen sehe ich schwarz."


Quelle:http://www.sueddeutsche.de/geld/streit-um-die-gemeinschaftswaehrung-der-euro-wird-zusammenbrechen-1.1151907

Kommentare:

  1. Wer nichts hat kann nichts verlieren - OK
    Wer viel hat kann in sichere Gegenden fliehen -
    OK
    Hoffnung darf sonst haben wer Buddhist ist - NEIN!!
    Das ist hier sicherlich eine off-topic Diskussion über Religion und Weltanschauung, aber als "endsagender" Buddhist kann man nach meiner Überzeugung nur "Hoffnungslos" sein Stichwort: Samsara - der endlose Kreislauf von Geburt - Wiedergeburt. Hoffnung hat wer emotional gefestigt ist, wer in sicheren "geordneten" familiären und sozialen Strukturen lebt - wer eine Leistung erbringen kann oder arbeiten verrichtet die immer - auch in Krisenzeiten nachgefragt werden - wer Ideen hat und unabhängig von staatlichen Vorgaben und politischen Doktrien lebt. Die Auflistung ist fortsetzbar. Aber der Buddhismus als Sicherheit da würde ich Prof Homburg noch mal raten drüber nachzudenken

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  2. Es ist doch völlig klar, dass Homburg damit keine religiösen Aspekte meint oder ein Werturteil über den Buddhismus abgeben will, sondern dass es eine sarkastische Bemerkung über den zukünftigen Lebenstandard ist: eine Strohmatte und eine Schale Reis.

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  3. Verfolgt man hier die Kommentare in dieser Woche,auch besonders zum Montags-Artikel, wo es ständig heisst, dass jede Form von Widerstand doch eh nichts bringt, dass man ruhig seinen Job machen soll, dann kriege ich bei so einer Überdosis Untertanengeist die kalte Wut.

    Ganz im Gegenteil: seit Jahrzehnten lassen wir uns, egal ob in der Firma oder in der Gross-Politik alles bieten und schweigen dazu. Die Qittuzng bekommen wir jetzt dafür präsentiert. Das muss sich ändern.

    Und wer nichts tun will, der soll einfach weiterschlafen wie bisher.
    Bis zum bösen Erwachen.

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