Dienstag, 4. Dezember 2012

Feuer unterm Dach

Notizen zur Betriebsversammlung

Im Stück Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch gehen Brandstifter um in der Stadt, doch Herrn Biedermann kümmert das nicht, solange es ihn nicht betrifft. Und als es ihn trifft, will er es nicht wahrhaben, obwohl sie sich bereits in seinem Haus eingenistet haben und Benzinfässer und  Zündschnüre auf seinem Dachboden deponiert haben. Zum Schluß gibt er ihnen sogar noch selbst die Streichhölzer.

 Verfolgt man die Vorgänge der letzten Wochen und Monate in unserer Firma, dann drängen sich die Parallelen förmlich auf:  Halff, Nitz und Drouet sind fleißig dabei, einen Benzinkanister nach dem anderen im Dachstuhl des Tarifgebäudes der Hugendubel-Belegschaft zu plazieren. Die Benzinkanister tragen Aufschriften wie Tarifflucht, 50%-Reduzierung oder Kein Stein auf dem anderen.
Und auf der vorletzten Betriebsversammlung zündete sich Nitz mit einem nagelneuen Feuerzeug eine Zigarette der Marke Freedom an, um zwischen zwei Rauchkringeln fröhlich das Liedchen Die Gedanken sind frei zu trällern. Dann steckte er sein Feuerzeug wieder in die Tasche - allzeit griffbereit.

Keine guten Vorzeichen für die Betriebsversammlung am 30. November 2012 im Eine-Welt-Haus.

Ist der Feuermelder kaputt?

Diese Frage mußte man sich stellen - um  in der Brand-Metaphorik zu bleiben - weil sich zur BV insgesamt nur ca 25% der Beschäftigten einfanden. Was ist mit den anderen 75%?  Wir stehen vor der schwersten Krise des Unternehmens mit drohendem Personalabbau erheblichen Ausmaßes - und niemanden scheint´s zu interessieren. Und das schon seit Jahren. Warum? Totales Desinteresse? Resignative Apathie? Kriecherei vor Vorgesetzten, die den BV-Besuch als Akt der Unbotmäßigkeit sehen? Loyalität bis zur Verblödung? Was ist mit Euch los?


Feuerwehrsirenen an der Waterkant und anderswo

Unser Betriebsratsvorsitzender Uwe Kramm als erster Redner bot einen kompakten und informativen Überblick über die Baustellen, auf denen der Betriebsrat für uns tätig ist. Und das sind nicht wenige.
Weiland in Nord- und Nordostdeutschland mit insgesamt 34 Filialen und ca 400 Mitarbeitern segelt nun unter Hugendubel-Flagge. Um aus GL-Sicht Ballast abzuwerfen, wurden gleich mal 33 KollegInnen aus den Bereichen Verwaltung, Marketing, Bestellabteilung und Logistik auf einer einsamen Insel namens Arbeitslosigkeit ausgesetzt. Die KollegInnen aus den Filialen in Heide, Husum und Neubrandenburg werden ihnen bald Gesellschaft leisten.

Weitere Baustellen, die der Kollege Kramm ansprach: Probleme bei dem in die neugegründete Hugendubel Fachinformation (HFI) ausgelagerte Rechnungsgeschäft - vorwiegend durch eine katastrophale personelle Unterbesetzung. Bürokratischer Dirigismus durch den POS-Leitfaden. Weitere Zentralis ierung und Rationalisierung im Sortimentsmanagement durch X-Pace und Logomate, was einigen Einkäuferinnen den Posten kosten dürfte.Weitere GL-Versuche, die Ladenschlußzeiten zu verschieben (z.B. an Silvester im OEZ). Interessant der hinweis auf die GL-Aussage, daß es noch mal so eine "Großzügigkeit" wie die Verteilung der Beschäftigten des geschlossenen Salvator-Platzes auf andere Filialen "nicht mehr geben werde": Indirekt eine weitere Hiobsbotschaft für die KollegInnen vom Potsdamer Platz. Und als negativer Tiefpunkt die Drohung von Drouet mit Tarifflucht auf der Betriebsrätekonferenz im September.


Brandherd Arbeitszeit

Bitte dazu die ausgezeichnete Rede vom Kollegen Jürgen Horn lesen, die gestern im Infoblog erschienen ist. Jetzt hätte eigentlich auch der Dümmste unter den Hugendubel-Beschäftigten kapiert haben müssen, daß die Zeit des Redens vorbei und die Zeit des Handelns gekommen ist. So hätte man eigentlich meinen sollen.


Brandbeschleuniger I

Zwischendurch kam aus dem Plenum die Info, daß die Abteilungsleiter von ganz oben angewiesen sein sollen, Bewertungen über die ihnen unterstellten Mitarbeiterinnen abzuliefern. Eine bei der BV anwesende Abteilungsleiterin versuchte dies herunterzuspielen. Ob es sich dabei um das "Recht" des Arbeitgebers zur Leistungskontrolle, das Resultat eines allgemein schärferen Windes in der Firma oder um die systematische Vorbereitung von Schwarzen Listen handelt, konnte nicht geklärt werden. Letzteres wäre durchaus nicht unwahrscheinlich, da man 2013 von einem größeren Personalabbau ausgehen muß. Und da wäre es nur folgerichtig, jetzt schon mit der Verfertigung der Dossiers zu beginnen. Denn auch die Personalabteilung ist bei uns personell unterbesetzt. Vor allem, wenn es um Massenentlassungen geht.


Brandbeschleuniger II

Zu letzterem passte auch gut folgende Beobachtung: Ganz still und nach vorne gebückt saß dort eine Kollegin samt Begleitung, die bei keinem der Redner Beifall klatschte, dafür aber während der ganzen BV sich fleißig Notizen machte. Eine besonders kritische Kollegin vielleicht? Nein. Es handelte sich um eine Mitarbeiterin der Personalabteilung. Liebe Kollegin, macht so ein Job eigentlich Spaß?


Der Feuermelder funktioniert wieder!

Denn Timm Boßmann, Weltbild-Kollege aus Augsburg stürmte herein und verkündete den Streik der Beschäftigten bei Weltbild!  In einer frei vorgetragenen, kämpferischen und motivierenden Rede schilderte er die Situation in Augsburg und die engagierten Aktionen der dortigen Belegschaft.  Danke, lieber Timm, tolle Rede!

Feueralarm!

Das war das Signal für unseren Gewerkschaftssekretär Schorsch Wäsler. Er legte den Fokus seiner Rede auf die von der GL angedrohte Tarifflucht und die Bedeutung des Manteltarifvertrages. Eine Tarifflucht würde für die Beschäftigten den Absturz bedeuten. Eindringlich machte er jedem/jeder Anwesenden klar, daß man den Manteltarifvetrag mit allen Mitteln verteidigen muß. Und leitete mit dem Aufruf zum Warnstreik den ersten Schritt dazu ein.

"Wir haben einen Platten!"
 
Da kannte der Schorsch die Hugendubel-Beschäftigten aber schlecht bzw. noch nicht gut genug.

"Wieso löschen?", rief die Besatzung des einen der beiden Belegschafts-Feuerwehrautos. "Wir haben keine Vorinformation bekommen, daß heute ein Brand ausbricht! Im Tank ist kein Löschwasser. Woher sollen wir wissen, ob der Hydrant vor dem brennenden Haus funktioniert? Und außerdem haben wir den Luftdruck im hinteren Reifen nicht optimal justiert. Und ich habe noch meine Pantoffeln an, weil ich zuhause meine feuerfesten Sicherheitsschuhe vergessen habe. Und wenn ich dann schon mal zuhause bin, muß ich erst nachsehen, ob die Katze genügend Futter hat. Und zwar Thunfisch. Und wenn kein Thunfisch-Futter zuhause ist, dann muß ich..."

Im Klartext lief die Ausreden-Maschine auf Hochtouren so ab:

Die Wortmeldung der ersten Kollegin war so wirr, daß sie von einem hochkarätigen Kryptologen-Team bis heute noch nicht entschlüsselt werden konnte. Außer vielleicht, daß sie auf der BV keine Gewerkschaft haben will.
Die zweite Kollegin empörte sich als Nicht-Gewerkschaftsmitglied, daß sie von der Gewerkschaft, die allein über Organisation, Zeitpunkt und Dauer bestimmt,  nicht schon vor einer Woche vorab informiert worden ist. Empörend ist hier nur das eklatante Nicht-Wissen um die Funktion von Streik, Warnstreik, Betriebsrat und Gewerkschaft. 
Die dritte Kollegin wollte sich erst dann am Warnstreik beteiligen, wenn vorab geklärt ist, daß alle Kolleginnen und Kollegen in den Filialen und Abteilungen zu 100% mit dem Warnstreik einverstanden sind und dies auch notariell beglaubigt ist. Es handelte sich übrigens um die selbe Kollegin, die vor einiger Zeit den Vorschlag eines geselligen Beisammenseins von Mitarbeitern und GL machte - selbtsverständlich ohne Betriebsrat und Gewerkschaft. Ein Vorschlag, der von der GL freudigst aufgegriffen wurde.
Die vierte Kollegin wollte erst nochmal die Zahlen prüfen - nachdem auf der BV drei Stunden lang alles in allen Facetten aufgedröselt worden ist. Ja nee, is klar:  wenn ich nicht mehr weiter weiß gründ´ ich einen Arbeitskreis.

Volle Kraft voraus - Wasser marsch!

Die Besatzung des zweiten Feuerwehrautos hatte dann irgendwann die Schnauze voll und die Faxen dicke und fuhr los.Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, zu löschen! Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier ?

Wer, wenn nicht wir? Die Besatzung des anderen Feuerwehrautos wollte erst mal die Preise für Katzenfutter vergleichen.Und kurze Zeit später hielt der Löschzug vor einem ebenfalls von akuter Brandgefahr und  warmem Abriß bedrohten Gebäude. Nämlich am Stachus. Dort hieß es dann: Rohr frei! Wasser marsch!


Die Empfehlung der Stenographin

Was wird die fleißige Mitarbeiterin der Personalabteilung, die alles so schön mitstenographiert hat, wohl als Empfehlung an die GL weitergeben? Hoffentlich nicht das: die Belegschaft ist so treudoof, daß Sie mit Ihrem schönen neuen Feuerzeug die Lunte jederzeit anzünden können. Feuer frei!

Die Empfehlung der Feuerwehr

Was tun, wenn´s brennt?
Löschen!

Kommentare:

  1. Perfekt. Ich hätte es nicht besser wiedergeben können. Das war schon fast schizophren, wie sich manche Kolleginnen, trotz der üblen Dinge, die man dort erfahren hat, aufgeführt haben.

    Gott sei Dank hat das die Streikgruppe nicht groß erschüttert.

    Allerdings sollten die Kollegen, die sich mit merkwürdigen, wirren Meldungen hervor getan haben, mal überlegen, wie peinlich sie sich aufgeführt haben.

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  2. Auch aus der Ferne kann man sich sehr gut vorstellen, was da letzten Freitag in München ablief, welche Absurditäten sich da abgespielt haben müssen. Und wenn die Lage nicht so ernst wäre, könnte man sagen: Es macht richtig Spaß, diesen Brand-Text zu lesen. Doch leider bleiben einem Lachen und Schmunzeln im Halse stecken!!!

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  3. Guten Morgen ebenfalls aus dem Rhein-Main-Gebiet !
    Kann mich meiner Vorschreiberin nur anschliessen ! Ich finde den Text auch richtig klasse !!! Aber dann blieb mir ebenfalls mein Kaffee im Halse stecken.
    Was für Menschen arbeiten bei Hugendubel?
    Was sind das für "Charakterschweine"?
    Ist das nur Doofheit, Obrigkeitsdenken oder was ist das?
    Hätten wir hier nur solche Betriebsräte wie in München, da kann man echt neidisch werden.Grosses Kompliment !!!!
    Jetzt wissen wir endlich wie BR Arbeit aussehen könnte !!!!!!!!
    Hier im Rhein-Main-Gebiet leider FEHLANZEIGE !
    Was ist mit unserem Filialleiter in Frankfurt? Was ist da passiert?
    Warum geht er? Oder muß gehen ? Ein wirklich fähiger Mensch!
    Was ist mit den Kollegen in Bad Homburg?
    Ich verstehe nicht, das man nach der Ankündigung der Schließung der Filiale,
    keine Aktionen startet ( Betriebsversammlung, kurzer Streik etc. )
    Was denken diese Angsthasen im Taunus?
    Was haben die denn für einen unfähigen BR ?
    Könnt ihr aus München euch mal an diesem Brandherd versuchen?
    Ja die Hessen werden sich noch wundern.
    Hauptsache GL und RL halten zusammen. Dann wird hier weiter gemobbt !!!
    Ich glaube hier in hessen arbeiten lauter Masochisten, die brauchen das !
    Wohl zuviel shades of grey gelesen ??
    Hallo ! Sklaven in Hessen wacht auf !
    JETZT müßt ihr was unternehmen !!!!!!!
    Wenn nicht jetzt, wann dann ??
    Oder wollt ihr im Jobcenter streiken ?
    MACHT WAS ! ICH BIN DABEI !
    Solidarische grüße nach München und natürlich zu den Weltbild-Kollegen !!!
    Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten......
    Buchhändler hört die Signale, auf zum letzten Gefecht.....

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    1. DAS alles liest sich so viel besser, als viele Bücher, die hier in der
      Buchhandlung stehen! Ihr macht das alles ganz toll! Vielen Dank----
      es unterhält aber informiert auch . Großes Kompliment! Es macht Spaß diesen Blog zu besuchen!Ihr habt so tolle Ideen wie im JOBCENTER zu streiken, oder auch Biedermann und die Brandstifter heran zu ziehen.
      WEITER SO !!!!!!!! Ich werde jetzt oft verdi hugendubel besuchen.
      Danke euch Autoren, könnte man auch mal in Buchform verlegen ! Also verlage kümmert euch mal, hier sitzen viele gute Autoren !

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    2. Als Kunde von diversen Hugendubel Filialen ( Frankfurt,Hessencenter,
      Wiesbaden,Bad Homburg ist mir schon aufgefallen, daß hier was nicht
      stimmt. Zu wenig personal! Will denn Hugendubel alle zu Amazon treiben?
      Ohne Beratung, ohne Kompetenz brauche ich doch keine Buchhandlung mehr.
      Dann doch lieber ins Internet.Und zwar zu Amazon, habe 1x bei Hugendubel
      im Internet bestellt, ging sowas von schief...

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  4. Geld ist da für die Habel- und Weiland-Integration, ist doch klar, dass für die Beschäftigen dann nichts mehr übrig bleibt. Vorschlag: angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten sollte es diesmal als Weihnachtspräsent vielleicht einen Satz Energiespar-Lampen geben.

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  5. Bitte dieses Jahr kein Weinachtspräsent! und wenn doch bitte keine schokolade!
    Wir brauchen nix Süsses, wir möchten gerne einen Büchergutschein, denn Kohle zum Bücher kaufen, haben wir alle bald nicht mehr
    in diesem Sinne FROHE VORWEIHNACHTSZEIT und bleibt alle schön brav,sonst müßt ihr die tarifl. sonderleistung zurück überweisen.
    außerdem gibts schläge vom knecht ruprecht ( RL )!!!!!
    der kommt am nikolaustag in die filialen und überprüft euch,dann setzts aber was! wehe ihr seid ungehorsam! wehe ihr meckert! wehe ihr habt nicht aufgeräumt ,und habt ihr auch schön alles umgesetzt was münchen befohlen hat?
    Na dann gibts vielleicht nur ein bißchen Mobbing, wenigstens keine schläge
    habt ihr jetzt verstanden?

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    1. Hallo anonym 10Uhr 48, hallo klares Wasser, hallo bookman,hallo Rhein-mainerin!Seid alle herzlich gegrüsst!und viele andere auch! Hier ist es ja richtig rummelig geworden, macht richtig Spass mal kurz in den Blog zu springen. Ist eine gute Pausenlektüre, und mit dem blöden alljährlichen Weinachtsgeschenk "Vielen Dank und trallala"Ihre GL,dazu eine Schachtel teure Schokolade da wäre mir 10 Euro auch viel lieber! Ich glaube jedem Kollegen geht es so! oder ??? Bin wieder besser drauf
      Euer einsamer Wolf

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    2. An einsamer Wolf,
      schön wider von dir zu hören.Ich schliesse mich vollkommen deiner Meinung an, wir wollen keine schokolade, wir wollen Geld oder Bücher-
      gutschein !Schön wäre dazu ein Schreiben der GL: Ihr Arbeitsplatz
      ist sicher!Ihr Gehalt ist sicher!Danke für ihren unermüdlichen Einsatz!
      Das wäre doch wirklich ein Weihnachtsgeschenk ?!

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    3. An alle " Vorschreiber " dieses Blogs.Auch mir wären 10 Euro oder ein Bücherscheck lieber als jedes Jahr Schokolade !Es gibt ja auch viele Diabetiker und wirklich zu dicke Kollegen in unserer Firma!Dazu ein
      ehrliches Schreiben der GL, ein wirkliches Danke und wir würden uns freuen. wäre alles so leicht, aber? Es wird wieder Schokolade geben und
      das übliche postkartenidyll bla bla Ihre GL. Sie ignorieren uns, weil
      wir Ihnen egal sind. Kleine Idee nach München, man kann Schokolade auch
      manipulieren !?

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    4. Bitte kein Weihnachtsgeschenk!
      Dann brauchen wir auch nicht zu danken. Es stimmt wirklich, jedes jahr
      Schokolade, wie einfallslos!!!Auch in unserer Filiale arbeiten viele
      Dicke, die fressen aber auch den ganzen Tag. Nun mal wieder ernsthaft:
      Wir wollen für unsere Arbeit, die wirklich stressig ist einfach nur
      gerechte Bezahlung.Wir wollen Arbeitszeitregelungen, die uns auch noch ein Privatleben ermöglichen, wir sind keine Arbeitssklaven, die auf Abruf an-und abtreten. Wir brauchen ein freies Wochenende, und wir brauchen mehr Personal.Wir sind wirklich zu wenig Leute!So treiben wir unsere Kunden zu Amazon, denn der Internetauftritt unserer
      Firma erfolgte viel zu spät und am Anfang völlig chaotisch. Warum können die Kollegen, die das Internet betreuen, nicht auch professionell arbeiten? Warum sitzen in München, in ihren ruhigen Büros Kollegen, die sich völlig unnütze Strategien ausdenken? Sie
      verdienen viel mehr, als wir einfachen Buchhändler.Da könnte GL viel
      Geld einsparen!Bei uns fängt der Fisch vom Kopf her an zu stinken.
      Grüße an alle Kollegen im Verkauf! Ihr macht den Umsatz !!!!

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  6. Ich werde das Gefühl nicht los dass der Kollege oder die Kollegin, die Wörter durch Grossschreibung heraushebt, immer dieselbe oder derselbe ist.

    Macht sich leider dadurch unglaubwürdig, wenn er ich stets selbst antwortet. Fiel schon in den anderen Beträgen auf.

    schade, denn von der Sache her bin ich ganz dabei

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  7. In Berlin ist die Entwicklung leider schon weiter: Teile des Hauses sind abgebrannt, in den verbliebenen Gebäudeteilen schwelen diverse Brände, überall stinkt es nach Rauch. Die meisten Bewohner glauben längst nicht mehr daran, dass das Feuer noch gelöscht werden kann. Stattdessen fragen sie sich nur noch, wie lange es dauert, bis alles zusammenbricht. Vielleicht hätte man früher aktiv was unternehmen sollen? Aber unsere hauptamtlichen Feuerwehrleute (alias Betriebsrat) sitzen seit Jahren in ihrem bequemen Löschfahrzeug und wollen sich nicht die Finger verbrennen.

    Noch eine persönliche Anmerkung: Ich habe Verständnis für alle, die aus unterschiedlichen Gründen ver.di gegenüber kritisch eingestellt sind. Aber spätestens in dem Moment, wo der Arbeitgeber anfängt, Betriebsversammlungen zu kontrollieren und Redebeiträge oder auch Abstimmungsverhalten zu erfassen, geht es meiner Meinung kaum noch anders als sich gewerkschaftlich zu organisieren. Der einzelne ist schwach und kann sich bei dem steigenden Druck von oben kaum dagegen wehren, dass seine Rechte immer mehr beschnitten werden.

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  8. Ohne Zweifel gehört die Aufklärung zu den elementaren Aufgaben einer betrieblichen und gewerkschaftlichen Interessensvertretung.
    Wer aber als abhängig Beschäftigter das Denken in Zusammenhängen verweigert
    und seine Beteiligung über die Konsumentenrolle hinaus nicht entwickelt,
    wird nicht eingreifen können, um seine Zukunft zu gestalten.
    Darin liegt des Pudels Kern, oder anders gesagt, wer kämpft kann verlieren,
    wer nicht kämpft hat bereits verloren.
    Der existenzielle Kampf um die Zukunft der Beschäftigten bei Hugendubel wird
    entscheidend davon abhängen, ob sich auch das andere Feuerwehrauto zur Bekämpfung des Brandherds in Bewegung setzt, unter einem gemeinsamen Kommando
    zum Löschen in der Lage ist!

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  9. Interessante Information für die Kolleginnen und Kollgen, die N I C H T am Warnstreik am 30. November teilgenommen haben:

    Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten bei E.on haben mit 91,4 % für einen unbefristeten (!) Streik gestimmt, nachdem die Arbeitgeber 1,7 % Lohnerhöhung angeboten hatte und nachdem ein Warnstreik nichts gebracht hatte.
    Und siehe da: plötzlich war man zu Verhandlungen bereit.

    So geht´s also, wenn man was erreichen will.

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