Sonntag, 26. Februar 2012

400 Postkarten für den Kardinal


Die Hugendubel-Beschäftigten fordern eine baldige tarifvertragliche Zukunftssicherung.  
Sie machen sich sehr ernste Sorgen um ihre Zukunft.


Mit Weltbild steht der „Mutterkonzern“ der Buchhandelskette Hugendubel vor dem Verkauf

Das Hugendubel-Filialgeschäft wird weiterhin radikal minimiert. 
Multichannel-Verlagerung in das Online-Geschäft und das neue „Hugendubel-XS“ Laden-Konzept bedeuten: 
... drastischer Rückbau ... Flächenminimierung ... Filialschließungen ... weiterer Personalabbau ...
   
direkt betroffen sind aktuell:

- Kassel (Königsplatz)
- Berlin (Am Tauentzien)
- München (Salvatorplatz)
- Dresden (Altmarktgalerie)
- Mainz (Römerpassage)
- Krefeld
- Amberg

Was ist geplant für Regensburg, für Hannover (ehem. Schmorl), für München (Stachus), für Berlin … ??

Bereits seit mehr als zwei Jahren fordern die Hugendubel-Beschäftigten von ihrer Geschäftsleitung die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit der ver.di-Haustarifkommission über einen Sozialtarifvertrag / Zukunftssicherungstarifvertrag.

Der GL wurden Unterschriftenlisten und Belegschaftsschreiben übergeben, mit denen 400 Hugendubel-Angestellte für eine baldige tarifvertragliche Zukunftssicherung eintreten. Die Chefetage bei Hugendubel und Weltbild jedoch ignoriert die drängenden Anliegen ihrer Beschäftigten: Tarifverhandlungen lehnt sie kategorisch ab, ebenso wie das Vermittlungs-/Mediationsangebot des Münchner OB-Kandidaten (Nachfolge OB Christian Ude) und derzeitigen Wirtschaftsreferenten der LH München, Dieter Reiter.

Daraufhin hat der Hugendubel-Betriebsrat den Münchner Kardinal Reinhard Marx bereits mehrfach aufgefordert, seiner Verantwortung als Weltbild-Gesellschafter nachzukommen und sich für die Nöte der Hugendubel-Angestellten zu engagieren – allerdings waren alle bisherigen Gesprächsangebote leider (bis hin zur Einladung, an der jüngsten Hugendubel-Betriebsversammlung teilzunehmen) ohne Erfolg!

Andererseits wird Kardinal Marx nicht müde, die hohe „sozialethische Verantwortung“ zu betonen, die die katholische Kirche gerade im Falle Weltbild gegenüber den Beschäftigten habe: ganz aktuell wieder sehr "lautstark" vernehmlich im Vorfeld der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Regensburg (27. Februar bis 1.März 2012 ). 

Damit es nicht bei "leeren Sonntags-Predigten" bleibt, sondern endlich auch "handfeste Kardinals-Taten" folgen, bekommt Erzbischof Reinhard Marx jetzt (zu Beginn von vorösterlicher Fastenzeit - und zugleich des Regensburger Treffens der katholischen Kirchenfürsten) Post von der Hugendubel-Belegschaft: 

400 Kolleg/innen haben mit ihrer Unterschrift die Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Zukunftssicherung gefordert. Und deshalb gehen jetzt, adressiert an Kardinal Marx, im Münchner Erzbischöflichen Ordinariat 400 Postkarten ein: 


"JETZT IST SCHLUSS MIT LUSTIG"  -  Postkarte an Kardinal Marx  -  Seite 1

und:


"JETZT IST SCHLUSS MIT LUSTIG"  -  Postkarte an Kardinal Marx  -  Anschrift+Absender


Jetzt ist Schluß mit lustig !

Diese eindeutige (sehr ernst gemeinte, letztlich aber auch durchaus "frohe") Botschaft richtet sich nicht nur an den Münchner Kardinal, sondern ebenfalls an die gesamte in Regensburg tagende Deutsche Bischofskonferenz - wie auch an die Geschäftsführung von Weltbild und Hugendubel.

Kommentare:

  1. Was wird der Ordinariats-Postbeauftragte wohl mit diesen Postkarten tun: Verschwinden lassen? oder Schnell nach Regensburg zur Bischofskonferenz bringen? oder Zurückschicken? oder Daraus Fürbitten für das nächste erzbischöfliche Hochamt formulieren?

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  2. Jetzt kommt hoffentlich Bewegung in die Sache. Die Augsburger Weltbild-Kollegen haben heute einen offenen Brief an die Bischöfe geschickt.
    http://www.boersenblatt.net/519674/
    Jetzt wird es höchste Zeit, daß wir (also der Hugendubel-Betriebsrat muß jetzt mal raus aus der Reserve und richtig ran!!!!!!!!!!!) uns mit den Augsburgern und mit Verdi für gemeinsame Aktionen (bis hin zum Streik für UNSEREN Hugendubel-Sozialtarifvertrag) zusammenschließen.

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  3. Ich meine: Das hat doch alles eh keinen Sinn. Das bringt grade mal etwas Geld in die Kassen der Deutschen Bundespost.

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  4. Sinn hat es dann, wenn die Kollegen mitziehen!
    Ich hoffe, sie tun es?

    Ohne große Unterstützung im Rücken hat sowieso nichts einen Sinn

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  5. Was heißt denn "betroffen sind Dresden, Mainz, Krefeld, Amberg"? Was ist hiermit gemeint? Wenn jemand etwas weiß, bitte hier kurz posten.
    Danke im voraus!

    Aber die Postkartenaktion finde ich große Klasse! Man kann nur etwas bewegen, wenn Öffentlichkeit hergestellt wird - da muss dann als Reaktion ebenso öffentlich guter Wille gezeigt werden: Worte, denen schließlich Taten folgen könnten.


    Sonst heißt es mal wieder:

    Ich kenne nichts Ärmer's
    Unter der Sonn' als euch Götter.
    Ihr nähret kümmerlich
    Von Opfersteuern
    Und Gebetshauch
    Eure Majestät
    Und darbtet, wären
    Nicht Kinder und Bettler
    Hoffnungsvolle Toren.

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  6. Es stehen Flächenverkleinerungen an. Frage ist: wie viele Buchhändler sind dann dort zuviel? Was geschieht mit ihnen?
    Umzug in neue kleinere Immobilien wird anvisiert. Frage: Findet man was Passendes? Was ist, wenn nicht? Gibt es schon Ergebnisse?

    Schließung Krefeld ist schon seit Mitte 2011 bekannt. Filiale soll 2013 geschlossen werden.

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  7. Hm ein Hugendubel hat doch erst in Stuttgart relativ neu aufgemacht, davor kanne ich die garnicht XD

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