Donnerstag, 10. Oktober 2013

"Unser Wissen lässt sich nicht outsourcen!"

WELTBILD-Beschäftigte vom Customer Care Center appellieren an Halff

Ungewohnter Aufruhr in den Fluren der Geschäftsleitung von WELTBILD. Am Dienstag Mittag versammelten sich rund 60 MitarbeiterInnen, um dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Carel Halff, einen Brief zu übergeben, in dem sie selbst Stellung nehmen zur Situation im Bereich Kundendienst.

Die Geschäftsführung hat kürzlich angekündigt, dass im Customer Care Center (CCC) umfangreiche Personal-Maßnahmen bevorstehen. Was genau geplant ist, war bisher nicht zu erfahren. In diesem Zusammenhang wurde den MitarbeiterInnen vorgehalten, dass sie dreimal soviel kosten würden wie der teuerste externe Dienstleister. Deshalb fürchten viele das komplette Outsourcing des Bereichs Kundenservice und damit den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Und was wird aus dem Hugendubel Service Center?


Die Beschäftigten des CCC präsentieren ihren Brief mit 70 Unterschriften vor der Übergabe an
Geschäftsführer Carel Halff der Lokalpresse. Die Augsburger Allgemeine und die Stadtzeitung
hatten RedakteurInnen und Fotografen zu der Aktion entsandt.


Vor diesem Hintergrund haben die MitarbeiterInnen des Kundendienstes eine Stellungnahme verfasst, die wir weiter unten dokumentieren. Die Beschäftigten wollen nicht warten, bis die Geschäftsführung das Ergebnis ihrer Überlegungen präsentiert, sondern aktiv in den Prozess eingreifen. In ihrem Brief nennen sie zahlreiche Argumente für einen internen Kundenservice und machen Vorschläge zur Optimierung des Bereichs.


Fast alle haben unterschrieben

70 Betroffene haben diesen Brief unterschrieben. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. "Die kluge Argumentation in ihrem Brief beweist, dass die MitarbeiterInnen am besten wissen, wo es bei WELTBILD 'hakt'." Die Geschäftsführung sei gut beraten, die Anregungen der KollegInnen ernst zu nehmen, wenn WELTBILD wieder auf Kurs gebracht werden soll.

Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz erklärte: "Das ist erst der Anfang von etwas. Niemand soll glauben, über das Schicksal des Kundendienstes sei bereits entschieden." Erste Gespräche zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung zum Thema CCC finden kommenden Montag statt. Noch ist völlig offen, wohin die Reise geht. Der richtige Zeitpunkt für die Betroffenen, um ihre Stimme zu erheben und ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.



"Wir sind Menschen, keine Nummern!"

"Die Geschäftsführung soll hautnah erleben, dass sie nicht über Kostenstellen entscheidet, sondern über Menschen und ihre Familien", erklärte Boßmann die ungewöhnliche Aktion in den Räumen der Geschäftsführung. "Wir sind keine Nummern, sondern lebendige Menschen!"

Im Flur der Geschäftsleitung wurde es eng, als über 60 Beschäftigte des CCC ihre Stellungnahme
persönlich an den Vorsitzenden der Geschäftsführung übergaben und einige offene Worte sprachen.

Geschäftsführer Carel Halff war offenbar überrascht von der Konfrontation und versicherte, er werde das Schreiben sehr aufmerksam lesen und die Argumente der Beschäftigten bei seinen Entscheidungen berücksichtigen. Zahlreiche MitarbeiterInnen nutzten die Gelegenheit, der Geschäftsführung ihren Einsatzwillen und ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen zu erklären: "Wir arbeiten arbeiten nicht nur für WELTBILD – wir sind Teil dieser Firma." Er werde sich das zu Herzen nehmen, versprach Carel Halff, den das Bekenntnis der KollegInnen sichtlich berührte.

In den Verhandlungen mit dem Betriebsrat kann die Geschäftsführung beweisen, dass ihr das Schicksal der Menschen, die zum Teil seit Jahrzehnten für WELTBILD arbeiten, wirklich am Herzen liegt.


Im Flur der Geschäftsleitung wurde es eng, als über 60 Beschäftigte des CCC ihre Stellungnahme
persönlich an den Vorsitzenden der Geschäftsführung übergaben und einige offene Worte sprachen.


 
Die Stellungnahme der CCC-Beschäftigten im Wortlaut:

"Weltbild hat sich im Laufe von Jahrzehnten im CCC einen Kundenservice geschaffen, der über die
Verfahrensweisen im Unternehmen und die Probleme und Fehlerquellen im Versand bestens
Bescheid weiß. Dieses profunde Wissen sollte nicht zur Disposition stehen. Dieses Wissen lässt sich
nicht "outsourcen".

Da im Moment geprüft wird, in wieweit sich das CCC umbauen, verkleinern oder ganz aufgeben
lässt, möchten wir nach den Beurteilungkriterien fragen, die hierzu herangezogen werden.
Nackte Zahlen, wie Kosten oder Durchsatz an Calls/Mails/Aufgaben/Briefen pro Zeiteinheit werden
zwangsläufig gegen uns sprechen. Aber wie wird die Qualität des Kundenservice in diese Abwägung
miteinbezogen?

Wir, die Mitarbeiter im CCC, identifizieren uns mit Weltbild. So wird das Anliegen des Kunden zum
persönlichen Anliegen, das bestmöglich erledigt wird.
Unser Bestreben zielt auf die Lösung der Probleme, möglichst in einem einzigen Schritt. Die
Bearbeitung mag länger dauern, dafür können viele Kundenanliegen zum Abschluß gebracht
werden. Der Kunden ist zufrieden, wenn er sich nicht nochmals mit der Sache befassen muss, kein
weiterer Kontakt nötig ist.

Bei externen Dienstleistern wird unter Zeitdruck gearbeitet, möglichst viele Calls in möglichst
kurzer Zeit sind das primäre Ziel. Dies führt zwangläufig zu Fehlern und Falschaussagen.
Reklamationen und Fragen, die einen höheren Zeitaufwand erfordern, werden oft weitergeleitet
oder unzureichend erledigt. Der Kunde muss sich erneut an uns wenden, um Antworten zu erhalten
oder neue Fehler zu melden bzw. länger auf eine Lösung warten. Dies schadet Weltbild.

Wer schlecht bezahlt ist, unter großem Druck steht und keinen Bezug um Unternehmen hat, ist
deutlich weniger motiviert gute Qualität zu liefern.

Dienstleister haben aufgrund dieser Arbeitsbedingungen eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Das führt
dazu, dass immer wieder "Neue" angelernt werden müssen, die zu Beginn zwangsläufig unsicher
sind und mehr Fehler machen. Es ist nicht möglich, den Wissensstand der Mitarbeiter auf ein
ähnlich hohes Niveau wie im CCC zu bringen.

Das CCC lässt sich jedoch durchaus noch optimieren, ohne die Mitarbeiterzahl zu reduzieren:
Dienstleister sollten weiterhin die Masse der Reklamationen bearbeiten, schwierige Fälle jedoch -
wie früher möglich - an besser ausgebildete Mitarbeiter im CCC weiterverbinden können. Dieser
direkte Kontakt, mit der Möglichkeit der direkten Nachfrage, führt zu schnelleren Lösungen, bei
denen der Kunde sich gut aufgehoben fühlt.
In Zeiten ohne Anrufe könnten auf einer zweiten Arbeitsoberfläche andere Bearbeitungen (Post,
Mails) durchgeführt werden, so dass keine "Totzeiten" entstehen.

Der unmittelbare Kontakt der einzelnen Abteilungen untereinander und vor allem mit den
Debitoren sollte verbessert werden.

Durch eine effektive Zusammenarbeit lassen sich Rückstände vermeiden, wie sie in letzter Zeit des
öfteren aufgetreten sind.

Der Kundenservice von Weltbild kann durch das engere Verzahnen der einzelnen Bereiche und dem
direkteren Kundenkontakt, dem Unternehmen einen merklichen Vorteil gegenüber Wettbewerbern,
die ausschließlich auf die Betriebskosten sehen, verschaffen. Dies könnte noch mit fortführenden
Weiterbildungen im Bereich Kommunikation verstärkt werden.

Ein überdurchschnittlicher Kundenservice mag teuer sein, zahlt sich aber letztlich aus. Der Kunde
weiß, dass selbst wenn Fehler passieren, diese unkompliziert und zu seiner Zufriedenheit bereinigt
werden.

Wir ersuchen Sie, das bei Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen."



Anmerkung der Infoblog-Redaktion:
______________________________________________________________________________

Dieser Artikel erschien am Dienstagabend im Weltbild-Verdi-Blog.

Die Ereignisse dort sollten uns im Hinblick auf das Hugendubel Service Center zu denken geben.
Wie bei Weltbild war/ist auch bei Hugendubel im HSC eine Unternehmensberatung tätig gewesen.
Hieß es im Frühjahr noch, daß damit keinesfalls Personalabbau verbunden sei, so klang es in den Info-Runden für die HSC-MitarbeiterInnen schon etwas anders: Es wurde zwar die Qualität der Arbeit gelobt, aber wie bei Weltbild auch auf die hohen Personalkosten hingewiesen und auf die unbedingte Notwendigkeit zur Umsatzsteigerung. Als Zeithorizont für weitergehende Entscheidungen über die Zukunft des HSC wurde der Sommer 2014 genannt. Eine Galgenfrist?

Die Kolleginnen und Kollegen vom Customer Care Center warten nicht stumm auf die Exekution des Schicksals, sondern sie kämpfen und wehren sich.  Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.


Konkret heißt das:

- sich informieren
- mit den KollegInnen sprechen
- auf die Betriebsversammlung gehen
- Fragen stellen
- den Betriebsrat unterstützen
- sich gewerkschaftlich organisieren
- zur ver.di-Mitglieder-Versammlung gehen
- sich an Arbeitskampfmaßnahmen beteiligen



"Die Erde schenkt uns mehr Selbsterkenntnis als alle Bücher, weil sie uns Widerstand bietet. Und nur im Kampf findet der Mensch zu sich selbst."


Antoine de Saint-Exupéry: Wind, Sand und Sterne, 3. Aufl. Düsseldorf: Karl Rauch, 2002, S. 9

 



Kommentare:

  1. "Wer schlecht bezahlt ist, unter großem Druck steht und keinen Bezug um Unternehmen hat, ist
    deutlich weniger motiviert, gute Qualität zu liefern.

    Dienstleister haben aufgrund dieser Arbeitsbedingungen eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Das führt
    dazu, dass immer wieder "Neue" angelernt werden müssen, die zu Beginn zwangsläufig unsicher
    sind und mehr Fehler machen."

    Diese Zukunftsszenarien beschreiben exakt den Zustand in den Weltbild/Jokers Filialen. Und dazu hat's noch nicht einmal eines externen Dienstleisters gebraucht. Das hat die Geschäftsführung ganz alleine hinbekommen. Die qualifizierten, kompetenten, gut ausgebildeten Mitarbeiter wurden entlassen und durch unqualifizierte, unerfahrene und meist sehr unwissende (auch was ihre Rechte als Arbeitnehmer angeht) Minijobber ersetzt.
    Bis auf die wenigen Mitarbeiter mit den Altverträgen (die sich am Buchhandels Tarif in Bayern orientierten) verdienen die Mitarbeiter in den Filialen schlecht und stehen meist unter einem enormen physischen Druck. Die Fluktuation ist sehr hoch. Das merkte letztendlich auch der Kunde und hat die entsprechenden Konsequenzen gezogen und Adieu gesagt.
    Wohin das führt, kann man unter anderem nachlesen unter http://www.boersenblatt.net/template/bb_tpl_search/?key=&searchtxt=jokers

    Die Jokers und Weltbild Filialmitarbeiter bezahlen jetzt mit ihrem Arbeitsplatzverlust. Da der Verdient vorher schon nicht üppig war, kann sich jeder ausrechnen, was dann wohl an Arbeitslosengeld bei rauskommt. Und Minijobber haben noch nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld. Eine ausgebildete Buchhändlerin, die neu eingestellt wird, verdient unter 9 € die Stunde und wird nur befristet als Teilzeitkraft eingestellt.
    Das dort gesparte Geld kann dann in den zweistelligen (!) Millionenbetrag fließen, den Weltbild für den neuen Tolino Tablet abdrücken musste.
    http://www.boersenblatt.net/639967/

    Die Richtung der Investitionen ist klar. Alles in die Digitalisierung und ins Online Geschäft. Der stationäre Buchhandel hat bei Weltbild in weiten Teilen ausgedient.

    AntwortenLöschen
  2. Verfolgt man die Entwicklung der letzten Monate, dann ist das Kalkül der GL klar: Outsourcing ohne Rücksicht auf die MitarbeiterInnen. Das war so bei den Kassiererinnen, das war so bei den Hausmeistern. Und jetzt sind die Beschäftigten der Call Center in Augsburg und München dran. In Magdeburg, Halle und Leipzig sind die Löhne und Büromieten billiger. Zuvor wird eine dieser Unternehmensberatungen beauftragt, damit man sich nicht selbst die Finger schmutzig machen muß, sondern auf "objektive" Gutachten verweisen kann.

    Bei Weltbild wehren sich die KollegInnen. Und bei Hugendubel?
    Oben steht, was man tun kann. Nur muß man es halt endlich selber tun.

    AntwortenLöschen
  3. http://www.boersenblatt.net/639955/

    "Hugendubel-Betriebsräte fordern gemeinsame Tarifbindung
    Ein Tarif für Alle
    Mehr als die Hälfte der Betriebsräte der Hugendubel-Filialen fordern vom Unternehmen eine allseitige Tarifbindung für alle Standorte.........."

    Wieso unterstützt der Münchener Betriebsrat diese Initiative nicht?

    Dann der 1.Kommentar dazu auf boersenblatt.net von "weissblau":

    "Die Liste im Giftschrank enthält alle Filialen die den Deckungsbeitrag nicht bringen. Das sind bei Weltbild ca. 70 und bei Hugendubel ca. 15. Und die werden sie schliessen......."

    Was weiß "weissblau", was wir nicht wissen? ......Liste im Giftschrank ......15 Schließungen bei Hugendubel???

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 15 Schließungen bei Hugendubel stehen an. Welche Filialen konkret? Ist das HSC schon mitgezählt?

      Löschen
    2. Wenn noch einmal fünfzehn Filialen geschlossen werden, dann kann diese Firma gleich ganz dichtmachen!

      Löschen
  4. Laut Auskunft der zuständigen Führunsgkräfte steht eine Schliessung des HSC keineswegs fest.
    Es soll einerseits durch interne Umstrukturierungen eine weitere Rationalisierung erfolgen, andererseit soll durch aktives Verkaufen eine UMsatzsteigerung erzielt werden. Im Sommer 2014 fällt dann eine Entscheidung, ob und wie es weitergeht.

    AntwortenLöschen
  5. Im HSC wurden vor einigen Jahren noch Internet- und Geschäftskundenbestellungen bearbeitet, es ist sehr viel buchhändlerische Kompetenz vorhanden, zuletzt durch die Interne Service Line. Leider ist aber wie in der Gesamtfirma seit Jahren ein Prozeß der Dequalifizierung zu beobachten:
    - die Intenet/ebook-Hotline wurde nach Augsburg verlagert
    - der Bereich Bereich Geschäftskunden ging an HFI
    -Gesamttendenz: vom buchhändlerischen Call Center zur Bestell-Hotline

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Grundidee des HSC war doch, daß es eine einheitliche Kontaktnummer für Alles gab, was die Kunden so wollen konnten. Gewissermaßen als Ausgleich für die Komplexität des Hugendubel-Imperiums. Aus irgendwelchen Gründen wird das nicht aufrechterhalten. Die Kunden gewinnen den Eindruck, daß man die Service-Nummern - mittlerweile sind es ja mehrere - geradezu vor ihnen versteckt. Findet die Kontaktmöglichkeiten doch mal schnell auf unserer Web-Site.... Wie man es anders, und zwar besser machen kann, sieht man beispielsweise hier:

      http://europa.eu/index_de.htm

      Löschen
  6. Möglichst viele Kunden möglichst schnell am Telefon abfertigen und gleichzeitig aktive Verkaufsgespräche führen, wie soll das gehen? Das ist die Quadratur des Kreises.

    AntwortenLöschen
  7. Wenn nicht bald etwas passiert, ist es zu spät. Man muss bei Adam und Eva beginnen, will man noch irgendetwas retten. Ich hinterfrage als erstes die hierarchische Ebene in den Filialen. Die Leute strampeln sich tagtäglich ab, sie wissen nicht mehr wo sie als erstes anfangen sollen, schleppen stapelweise Bücher im Laufschritt, eilen zur Kasse, sollen ungeschult tonino verkaufen. Tagein, tagaus. Alle paar Wochen erscheint jemand, geht mit angesäuertem Gesichtsausdruck durch den Laden und erklärt allen, ab sofort mache man alles anders, und überhaupt das Personal sei viel zu teuer. und alles was nicht mehr wirtschaftlich sei werde geschlossen... Außerdem soll das Buch weiter rechts liegen und nicht links und zwei Millimeter angeschrägt.. Und außerdem sollen drei Exemplare pro Regal drin stehen und nicht nur zwei, "liest den niemand mehr die Anweisungen"? .
    Hallo geht´s noch? Sieht so eine motivierende und wertschätzende Leitkultur aus. Ich arbeite immer gerne und liebe den Job des Buchhändlers, aber das wird einem ja so richtig madig gemacht. Und nein, ich lese die Anweisungen nicht mehr, denn ich habe gar kein Zeit für mehr zum Lesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Steht BR für Betriebsratsmitglied?
      Dann wärest Du an der ersten Stelle, um Mißstände anzuprangern. Ein Betriebsrat sollte auch an den Betrieb denken, nicht nur Sonderöffnungszeiten mißgünstig beäugen etc. Du hinterfragst also die hierarchische Ebene in den Filialen.
      Was ist die Alternative? Keine Hierarchie? Weniger Häutplinge, mehr Indianer? Jeder macht was sie/er für richtig hält (was schon in Kleinbuchhandlungen nicht klappt und in inhabergeführten Buchhandlungen auch gar nicht gut ankommt). Wenn die Mitarbeiter im Laden nicht wissen, wo sie als erster anfangen sollen, habt Ihr schlechte AL und das muß der Betriebsrat auch mal ansprechen.
      Nicht immer nur jammern, anpacken!

      Löschen
    2. Man nennt das auch Planwirtschaft. Das funktioniert nur, wenn die Pläne kompetent ausgearbeitet werden und nachvollziehbar vermittelt werden. Das erfordert also gleich zwei Kompetenzen in einer Führungspersönlichkeit vereint, das kann nicht jeder, die Geschichte hat das gezeigt.
      Auch in dieser Hinsicht gehört der Gesamtplan einmal revidiert, und zwar durchaus unter Einbeziehung der Ideen Heinrich Hugendubels, der Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen Wertschätzung entgegengebracht hat.

      Löschen
    3. Die Zeit der Wertschätzung der Kunden und der Mitarbeiter ist aber definitiv vorbei - unter dieser Führung ist ein Umdenken nicht vorstellbar. Die Führung hat den Kontakt zum Geschehen vor Ort verloren. Was zählt sind Druck, Konformität, Duckmäusertum. Das Auftreten der Führung, speziell von T. Nitz, der Drohcharakter der Ansprachen an die Mitarbeiter - das ist doch von großer Stillosigkeit und völlig abwesender Wertschätzung geprägt.
      Diese Charakterlosigkeit, von den Handelnden vielleicht mit Führungsstärke verwechselt, hat über die Jahre aber auch die Haltung und das Verhalten eines großen Teils des weiteren Führungspersonals vor Ort, der Regionalleiter und Filialleiter infiziert. Es gibt kein Korrektiv in diesem Unternehmen, für Selbstreflexion ist keine Zeit vorhanden, für Kritik und Selbstkritik fehlt der Mut. Und was die Mitarbeiter denken und empfinden ist schon lange völlig egal

      Löschen
  8. @ Anonym 11:35 Uhr

    Die Alternative ist nicht keine Hierarchie, sondern eine kompetente Hierarchie, vor allem ganz oben,
    denn da fängt der Fisch zu stinken an. Als langjährige Mitarbeiterin habe ich die Erfahrung gemacht, daß Vorschläge von den in den Filialen arbeitenden Kolleginnen und Kollegen niemanden interessieren. Man muß sich nur mal das neue Hugendubel-Info durchlesen, wo es vor BWL-Sprüchen nur so wimmelt. Man setzt auf extreme Zentralisierung und Rationalisierung, die Mitarbeiter sind nur noch Kostenfaktoren,deren Löhne man mit brachialen Mitteln drücken will..
    Das Personal wird reduziert, soll aber am besten auf Zuruf und zu Sonderöffnungszeiten zur Verfügung stehen, natürlich am besten ohne Zuschläge. Vertrauensvolle Zusammenarbeit? Ja, aber nur wenn der BR was abnicken soll. Kreative Ideen für einen innovativen Buchhandel? Fehlanzeige! Lieber fleißig und gerne Tolinos verkaufen. ich bin kein Technikfeind, aber ich habe ein komisches gefühl, wenn ich an meiner Selbstanschaffung arbeite.

    AntwortenLöschen
  9. Korrektur: muß natürlich "Selbstabschaffung" heißen.

    AntwortenLöschen
  10. Wertschätzung der Mitarbeiter??? Als Mitarbeiter einer Filiale habe ich eher das Gefühl, mir wird von der Unternehmensleitung nur noch Geringschätzung entgegengebracht. Man muss sich doch nur mal eine x-beliebige der als "Infos" daherkommenden Dienstanweisungen aus der Zentrale durchlesen, in denen mittlerweile - Entschuldigung! - jeder Furz per Vorschrift geregelt ist - ob es um die Auswahl des Sortiments bis ins letzte Detail geht oder um die Anzahl von Exemplaren eines Titels im Regal, um Sprachregelungen im Kundengespräch oder minutiös vorgeschriebene Arbeitsabläufe. Das ganze gerne verpackt in die zynische Floskel von der "Entlastung" der Filialen (die Folge ist niemals Entlastung, sondern immer nur noch weiterer Personalabbau und noch mehr Standardisierung). Ich frage mich, ob die Verantwortlichen in der Hilblestraße uns Buchhändler nur noch für unselbständige Deppen halten, denen man jeden Handgriff erklären und vorschreiben muss, oder ob das Schikane mit Absicht ist, um noch dem letzten seinen Job zu vergraulen. Aber vielleicht liegen die wahren Gründe für diesen Umgang mit uns noch woanders: Kann es sein, dass jeder, der eine Stelle in der Einkaufs-, Marketing-, Sortimentsmanagementsabteilung usw. hat, seine Daseinsberechtigung durch die ständige Produktion von neuen Regeln unter Beweis stellen muss? Oder ist das schon die Vorbereitung auf ein Hugendubel-Modell der Zukunft, bei dem in den Filialen nur noch ungelernte Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen stehen? Wie dem auch sei - auf jeden Fall wird so jede Initiative und Motivation der Mitarbeiter abgetötet, und wenn man dann noch ständig vermittelt bekommt, man sei zu teuer und zu unproduktiv, dann kann man sich wohl kaum noch wertgeschätzt fühlen.

    AntwortenLöschen
  11. Das wird ein harter Kampf bei Weltbild für die Sicherung der Arbeitsplätze im Custiomer Care Center werden, vgl. Buchreport:

    http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2013/10/14/kein-reines-kostensenkungsprogramm-mit-uns.htm

    Und wie steht es um die Zukunft des Hugendubel Service Center? Was machen wir?

    AntwortenLöschen
  12. Verhandlungen gestern bei Weltbild zwischen BR und Geschäftsführung sind gescheitert:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/weltbild-verlag-in-der-krise-druck-von-allen-seiten-1.1794944

    AntwortenLöschen

Ihr könnt Eure Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählt dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Ihr unter einem Pseudonym schreiben wollt, wählt die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir freuen uns, wenn Ihr statt "Anonym" die Möglichkeit des Kommentierens unter Pseudonym wählt. Das Kommentieren und Diskutieren unter Pseudonym erleichtert das Austauschen der Argumente unter den einzelnen Benutzern.