Freitag, 4. Oktober 2013

Buch um Buch zugeklappt


September 2013

Westermann, Cornelsen und Klett streichen Arbeitsplätze


Das Bundeskartellamt hat dem Schulbuchverlag Westermann mit Sitz in Braunschweig im Mai genehmigt, den kleineren Verlag "Bildungshaus Eins" in Köln zu übernehmen. Die Folgen: Zum Jahresende sollen 20 Beschäftigte in Braunschweig entlassen und die Sparte Berufsbildung mit zwei Abteilungen geschlossen werden. Die Aufgaben werden nach Köln verlagert. "Wir befürchten, dass dies erst der Anfang ist", sagt ver.di-Landesfachbereichsleiter Lutz Kokemüller.


Verhandlungen über einen Sozialplan bot der Arbeitgeber zunächst an, machte dann aber einen Rückzieher. Das Angebot von ver.di, einen Tarifvertrag zur Arbeitsplatzsicherung abzuschließen, hat die Arbeitgeberseite bisher abgelehnt. Bei etlichen Beschäftigten von Westermann wecken die Vorgänge böse Erinnerungen: Vor rund zehn Jahren hatte Westermann die Schulbuchholding "Das Bildungshaus" mit sechs Verlagen und den Paderborner Schöningh Verlag gekauft. Damals wurden scheibchenweise Arbeitsplätze abgebaut, Aufgaben von einem an den anderen Standort verlagert.

Auch bei Cornelsen in Berlin sind Stellen in Gefahr


Einen massiven Stellenabbau plant auch Konkurrent Cornelsen mit Sitz in Berlin bis zum Jahresende: Von rund 1000 Beschäftigten sollen 250 gehen. Nach Berichten wurden 200 Beschäftigten Aufhebungsverträge angeboten - bis Ende Juli hätten 174 unterschrieben. Rund 50 würden freiwillig gehen, heißt es, zusätzlich werden ungefähr 30 betriebsbedingt gekündigt. Bei Langenscheidt in München wurde im Jahr 2010 der erste Sozialplan für rund 40 Beschäftigte abgeschlossen. Anschließend wurden mehrere Tochterunternehmen verkauft, Anfang 2013 übernahm die Stuttgarter Klett Gruppe den Geschäftsbereich "Erwachsenenbildung und Schule".

Im Januar arbeiteten dort noch 39 Beschäftigte, etliche davon sind mittlerweile freigestellt. Sie verlassen das Unternehmen auf Grundlage des Sozialplans, der noch unter der Langenscheidt KG ausgehandelt worden war. "Nach dem Verkauf ging noch einmal ein Drittel der Arbeitsplätze verloren", sagt Ertunç Eren, ver.di-Gewerkschaftssekretär in München. Übrig bleiben werden wohl noch 23 Beschäftigte.



Quelle:
www.verdi.de


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