Dienstag, 26. März 2013

Pontius-Pilatus-Preis 2013 für Kardinal Marx

"Ich wasche meine Hände in Unschuld"

(Matthäus 27,24)




 
Die Redaktion des gewerkschaftlichen Infoblogs www.hugendubel-verdi.de vergibt den Pontius-Pilatus-Preis 2013 an den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx.

Aus der Begründung der Jury:

Kardinal Marx verweigert seit 18 Monaten jedes Gespräch mit Betriebsrat und Sozialtarif-Kommission der von massivem Personalabbau bedrohten Belegschaft der Buchhandelskette Hugendubel.
Damit stellt er sich selbst ein Zeugnis der Armut aus - allerdings gewiß nicht im Sinne des franziskanischen Armutsideals des neuen Papstes. Es ist vielmehr das seelsorgerische Armutszeugnis des führenden Vertreters der katholischen Soziallehre in Deutschland. Und es ist die moralische Bankrotterklärung des Miteigentümers des Weltbild-Konzerns, der 50% von Hugendubel kontrolliert und sich aus seiner sozialen Verantwortung zu stehlen versucht.

An diesem Gründonnerstag erwarten wir den Kardinal um 15.00 Uhr zur Übergabe der Auszeichnung in den Räumen des ver.di-Fachbereiches Handel/Buchhandel im DGB-Haus in München. Der Preis besteht u.a. aus einem Stück Seife und einem weißen Baumwollhandtuch. Damit Sie, Herr Kardinal, Ihre Hände auch in Zukunft in Unschuld waschen können.


"Wir baten um Brot - und bekamen einen Stein"
(frei nach Matthäus 7,9)

Nach den Massentlassungen von 2009 wurde auf der ver.di-Mitgliederversammlung eine Kommission gebildet, die zur Sicherung unserer Arbeitsplätze einen Sozialtarifvertrag ausarbeitete. Nachdem die Hugendubel-Geschäftsleitung einschließlich der beiden Gesellschafter Maximilian und Nina Hugendubel Verhandlungen mit der Sozialtarifkommission kategorisch verweigerte, eine Belegschafts-Liste mit 400 Unterschriften ignorierte, Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat platzen und den um Vermittlung bemühten OB-Kandidaten Dieter Reiter abblitzen ließ, schrieben die Münchner Betriebsrätinnen und Betriebsräte am 21. September 2011 einen Brief mit der Bitte um ein Gespräch und Unterstützung an Kardinal Marx.


Es folgte ein monatelanger Briefwechsel, der dann im Mai 2012 damit endete, daß Kardinal Marx uns über den Weltbild-Geschäftsführer mitteilen ließ, daß er ja gar nicht zuständig sei und daß wir uns doch bitteschön an die Hugendubel-Geschäftsleitung wenden sollen - in genauer Kenntnis darüber, daß wir dies bereits seit zwei Jahren vergeblich versucht hatten. Selbst eine Postkarten-Aktion mit 400 Karten und eine Demonstration vor dem Erzbischöflichen Palais konnten den Sozialethiker Marx nicht erwärmen. Am Tag der Demo war er mit wichtigerem beschäftigt: er mußte im Vorort Gräfelfing ein Feldkreuz einweihen.






"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen"
(Matthäus 7,16)

Es muß an dieser Stelle noch einmal über die Eigentumsverhältnisse bei Hugendubel gesprochen werden - denn Eigentumsverhältnisse sind Machtverhältnisse.
Die Firma Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG ist schon lange nicht mehhr das tradtionsreiche Familienunternehmen als das es sich gerne nach außen präsentiert, sondern gehört seit 2007 zu 100% der Finanzholding DBH Buch Handels GmbH & Co. KG. Diese Finanzholding gehört je zur Hälfte der Familie Hugendubel und dem Weltbild-Konzern.
Weltbild gehört wiederum zu 100% der katholischen Kirche bzw. 12 katholischen deutschen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Das Erzbistum München-Freising hält an Weltbild einen Anteil von 13,2 % und ist damit größter Einzelgesellschafter unter den Diözesen.
Mindestens genauso wichtig ist aber die Machtverteilung hinter den Kulissen, also der Einfluß in der deutschen Bischofskonferenz oder die Besetzung von Schlüsselposten, z.B. die Tatsache, daß der Weltbild-Aufsichtsratchef Prälat Prof. DDr. Peter Beer als Generalvikar von München-Freising Untergebener von Kardinal Marx ist. Erst vor diesem Hintergrund wird klar, wie zynisch, dreist und eiskalt das Verhalten von Marx ist.



"Selig die Reinen im Herzen"


(Matthäus 5,8)

Wer bei Hugendubel was zu sagen hat, läßt sich am besten am sogenannten "Kirchenfilter" sehen.
Gegenüber der Presse stets bestritten, intern aber schon mehrfach achselzuckend auf Mitarbeiter-Versammlungen zugegeben, zeigt sich hier die Macht der katholischen Kirche in ihrer härtesten Form:
Kirchenkritische, Schwul-lesbische Literatur oder politisch mißliebige Titel tauchen auf der Hugendubel-Homepage, dem Herzstück der vielgepriesenen Multi-Channel-Strategie, gar nicht erst auf.

Dazu kommt eine heuchlerische Doppelmoral: denn ein Titel wie der Weltbestseller "Shades of Grey", der 3% des Gesamtumsatzes von Hugendubel ausmacht, wird dann wegen seiner "Marktrelevanz" (so Weltbild-Geschäftsführer Halff) doch verkauft - zusammen mit scheinheiligen Warnhinweisen.
Die beiden Hugendubel-Gesellschafter Max und Nina H. scheinen jedenfalls die Kontrolle über die Hugendubel-Homepage verloren zu haben.

Man könnte sich nun über den reaktionären Einfluß der kirchlichen Sexualmoral bei Hugendubel amüsieren - wüßte man nicht, daß Kardinal Marx einer der Drahtzieher in der Bischofskonferenz gewesen ist, die das Aufklärungsprojekt des Kriminologen Christian Pfeiffer über die kirchlichen Mißbrauchsfälle hintertrieben und zu Fall gebracht hat.



 
 



 
"Selig die Armen, denn euer ist das Reich Gottes"

(Lukas 6, 20)
An Heiligabend 2010 forderten wir Kardinal Marx in einem aus heutiger Sicht visionären Infoblog-Artikel dazu auf, den Weltbild-Hugendubel-Konzern in eine gemeinnützige Stiftung zum Wohle von Belegschaft und Literatur umzuwandeln, das Erbischöfliche  Palais der Obdachlosen-Initiative BISS zur Verfügung zu stellen und selbst in eine bescheidene, kleine Wohnung ins Hasenbergl zu ziehen. Damit wären Sie jetzt in der Kurie der Mann der Stunde gewesen.
Leider haben Sie unseren wohlmeinenden Ratschlag nicht angenommen, sondern vielmehr das Gegenteil getan. Der Konzern, den Sie auf Geheiß reaktionärer Kirchenkreise vergeblich verhökern wollten, wird jetzt in eine Stiftung umgewandelt, um Ihr dilettantisches Verkaufsmanöver zu  maskieren - jedoch nicht zum Wohle der lohnabhängig Beschäftigten, sondern weiterhin als Geldquelle für die Amtskirche.
Schon gar nicht sind Sie in eine Hütte umgezogen, sondern wohnen weiter im Palast, nämlich im Palais Holnstein, der zwar dem Staat gehört, aber seit 1821 Dienstsitz des Erzbischofs von München und Freising ist. Während der Renovierung dieses Etablissements, für das die Kirche 1,5 Millionen, der Staat aber 8,5 Millionen ausgab, wohnten Sie im Lustschloss Suresnes. Und damit Sie, der laut Abendzeitung intern den Spitznamen "Großer Kurfürst" trägt, auch in Rom Ihr Haupt standesgemäß betten können, wurde für 10 Millionen ein Palazzo in der Ewigen Stadt erworben.

Falls Sie jemals in den Himmel kommen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Zoobesuch in Hellabrunn.
Dort können Sie studieren, wie sich Kamele durch Nadelöhre zwängen.



"Gewogen und für zu leicht befunden"

(Daniel 5,25)

Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung, Glaube, Liebe und Hoffnung sind die 7 Kardinaltugenden.
Superbia, die Eitelkeit, ist nicht dabei. Jene ist nämlich eine Todsünde. Oder wie anders als Eitelkeit sollen wir Ihren Versuch werten, durch das Nachäffen von Titel und Buchgestaltung es mit Ihrem Trierer Namenskollegen in Sachen Politischer Ökonomie aufnehmen zu wollen?

Marx - Karl und nicht Reinhard - hat dazu, Hegel zitierend, das Notwendige bereits gesagt:
"Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce." ( Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. New York 1852, S. 1).


 
 
 
 

Der Pontius-Pilatus-Preis 2013 ist, wie bereits zu Beginn erwähnt, undotiert, aber mit einem Sachpreis ausgestattet, der aus einem Stück Seife und einem weißen Baumwollhandtuch besteht. Zusätzlich stiften wir noch das Buch "Das Glück beim Händewaschen" von Joseph Zoderer. Von diesem Roman, Herr Kardinal, könnten Sie lernen, wie ein häufig in der katholischen Kirche stattfindender Mechanismus abläuft, nämlich "der Mechanismus, mit dem die Zerstörung des eigenen Willens funktioniert, die unmerklich perfektioniert (wird) und sich zur Lust an der Unterordnung wandelt".



Damit Sie auch weiterhin Ihre Hände in Unschuld waschen können.


Kommentare:

  1. Ich habe mich sehr amüsiert :-)
    Gut geschrieben und mit wahrem Knackpunkt.

    Er war eine treibende Kraft, die Aufklärung der Missbrauchsfälle, abzubrechen. Das alleine ist schon ungeheuerlich.
    Für seine Schäfchen von Hugendubel interessiert er sich nicht die Bohne. Alles was man hört ist, dass er nicht zuständig ist.

    Wer ist für unseren Kirchenfilter verantwortlich?
    Nitz will auf den Betriebsversammlungen nie was davon wissen oder tut überrascht. Der Filter wird also einfach so hingenommen, da das Interesse der Presse daran auch nachgelassen hat. Dh also, nur wenn sich Presse und Medien mokieren wird daran gearbeitet den Filter zu beseitigen, was Kunden und Mitarbeiter denken und wollen, interessiert rein gar nicht.

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  2. Sehr schön geschrieben und sehr gut recherchiert !
    Unverständlich für mich, dass es überhaupt noch Anhänger der katholischen Kirche gibt, wo ihre Oberen doch ein so verlogenes und heuchlerisches Bild abgeben.

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  3. Hab schon lange die Schn.... voll von den Pfaffens.....! Lügen, betrügen und verschönigen alles. Was die sich herausnehmen, ist schon der Wahnsinn und es gibt immer noch Menschen die dazu stehen ... für mich unverständlich!
    Soviel Haut an den Händen gibt es nicht, wie runter gewaschen werden müßte!
    Man denke da nur an die Mißbrauchsfälle!!!!!!!

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    1. Genau.
      Jetzt ist übrigens auch der Letzte aus meiner Family aus der katholischen Kirche ausgetreten; der skandalöse Umgang mit den Missbrauchsfällen gab den Ausschlag. Ade hohe Kirchensteuer.

      Dass die Kirche ihre Mitarbeiter schlecht behandelt, ist leider nix Neues. Siehe kirchliche Krankenhäuser usw.

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  4. Begreift es endlich : Das meist verkaufte Taschenbuch der Woche zu verkaufen ist unchristlich .

    Langjährige Mitarbeiter zu feuern ist christlich .

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    1. Le Marquis (der aussem Palais)Mittwoch, 27. März 2013 um 22:01:00 MEZ

      "Shades of Grey" wird auf den Internetseite von Hugendubel bzw. Weltbild ja immer noch so angepriesen:

      "Es ist jedoch darauf hinzuweisen: Die hier beschriebene Unterwerfung der Frau widerspricht dem Welt- und
      Menschenbild, von dem wir uns als Buchhändler leiten lassen.
      Wir sehen das Buch als sehr problematisch an."

      Nicht unschizophren, aber ausbaufähig: wenn das neue Arbeitszeitmodell kommt, könnten die Mitarbeiter doch T-shirts tragen mit der Aufschrift:

      "Ich bediene Sie gerne, distanziere mich als Angestellte eines Christlichen Betriebes aber von dem Arbeitszeitmodell, dem ich unterworfen wurde, und durch das ich gezwungen bin, aufgrund kurzfristiger Einteilung meine Familie zu vernachlässigen (was von dieser als sehr problematisch angesehen wird) - Sorry für Ihr schlechtes Gewissen als Kunde."

      Klar, ein bißchen maso muß man schon sein, um sich das anzutun - aber wir sind alt und brauchen das Geld.

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    2. Hallo Le Marquis - die Idee mit dem T-Shirt ist genial, Hut ab!!! (Bei uns gibts derzeit leider nur Hemdchen mit der tolino-Werbung).

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  5. Das ist wieder mal ein sehr süffisant geschriebener und gut recherchierter Artikel in diesem Blog. Mein Eindruck ist aber auch, dass der Bhf. Marx ein derart dickes Fell hat, dass ihr da noch 100 Jahre lang draufschlagen könnt, ohne dass sich hier irgendwas bewegt.
    Warum recherchiert ihr nicht mal Bilanzen, Branchendaten, Beteiligungen etc. pp.? Warum nicht mal hautnah beschreiben, wie es in den Filialen von WB+ aussieht, wie Wohlthat ruiniert worden ist, warum Weiland sterben musste, was mit den MitarbeiterInnen geschah usw. usf.? Das sind echte Skandale, die unter der Überschrift "Schlimmer als Schlecker" vielleicht mal wieder ein breites Presseecho erzeugen könnten. Was ist mit der Person Nina Hugendubel, die laut Wikipedia ihre Buchhändlerinnen-Lehre per "Fernstudium" absolviert hat …
    Nennt Fakten, schafft Zusammenhänge, macht klar, was die Konzentration im Buchhandel für die lesende Kundschaft bedeutet: Die katholischen Kinderficker locken keinen toten Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Spätestens seit dem neuen Papst sind ja auch Handlanger von Folterdiktaturen im katholischen Kontext akzeptabel!

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  6. @Anonym 1:32 Uhr

    Du sprichst einige wichtige Punkte an, über die aber teilweise im Blog schon berichtet worden ist:

    - Eigentumsverhältnisse
    http://hugendubelverdi.blogspot.de/2011/12/kirche-verkauft-50-von-hugendubel.html

    - Weltbildplus:
    http://hugendubelverdi.blogspot.de/2011/05/das-weltbild-von-weltbild.html

    Du schreibst dann:
    "Nennt Fakten, schafft Zusammenhänge, macht klar"

    Vielleicht sollte doch mal wieder daran erinnern, dass dieser Blog von KollegInnen in ihrer Freizeit gemacht wird. Dieser Blog ist auch kein reiner Betriebsrats-Blog, sondern wird von Gewerkschafts-Mitgliedern gemacht. Wo sind also die ver.di-Mitglieder im Rhein-Main-Gebiet, in Norddeutschland oder in Berlin, die mal über ihre Betriebsversammlung schreiben? Wenn es die BetriebsrätInnen nicht hinkriegen, wieso machen es dann die Gewerkschaftsmitglieder nicht selber?

    Schorsch Wäsler von ver.di hat auf der vorletzten Betriebsversammlung in München auf eine "Konsumenten-Mentalität" unter der Belegschaft hingewiesen, die auf bequeme Stellvertreter-Politik hinausläuft: "Der Betriebsrat soll, ver.di soll, der Blog soll...
    So wird es nicht funktionieren.
    Also, liebeb Kolleginnen und Kollegen, setzt Euch an den Oster-Feiertagen eine Stunde hin, schreibt einen Artikel und schickt ihn an den Blog. Wir informieren Euch - Ihr informiert uns.



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  7. Leichtigkeit des Lebens (durch KAPOVAZ)Sonntag, 31. März 2013 um 18:49:00 MESZ

    Hier noch einige Vorschläge für den Hugendubel-Index...

    Stefanie Rolle:
    Work-Life-Balance als Zukunftsaufgabe: Personalbindung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Familienfreundlichkeit
    3842889798

    Michael Kastner:
    Die Zukunft der Work Life Balance: Wie lassen sich Beruf und Familie, Arbeit und Freizeit miteinander vereinbaren?
    3893344217

    Ursula von der Leyen, Vladimir Spidla:
    Voneinander lernen - miteinander handeln: Aufgaben und Perspektiven der Europäischen Allianz für Familien
    3832936505

    Dirk Lippold:
    Die Personalmarketing-Gleichung: Einführung in das wertorientierte Personalmanagement
    3486707507

    Ursula Madeja-Stieren:
    Beruf und Familie in Balance - so profitieren Unternehmen und Beschäftigte: Handbuch mit Checklisten für die betriebliche Praxis
    3837020371

    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

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    1. Finde deinen Beitrag sehr gut.

      Weiss jemand, wie die Einigung bzgl Arbeitszeit in Zukunft aussieht? Hat man seinen festen Turnus und es wird immer 3 Monate vvorher überlegt wie jeder Tag besetzt ist und tauscht wie das auch heute schon üblich ist?
      Oder wird jedenMonat neu festgesetzt wie man in 3 Monaten arbeitet - das wäre ein total überflüssige Schweinerei und nur mitarbeiterfeindlich. Für die Servicequalität sind unberechenbare Arbeitszeiten übrigens Gift.

      Österliche grüsse

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  8. Es ist erschreckend wie hier versucht wird, vom völligen Versagen der Verdi Verhandlungsführer im Fall Hugendubel abzulenken. Erst werden bei den Kollegen völlig unrealistische Erwartungen geweckt und wenn dann die Verhandlungen nicht voran kommen, wird ein externer Sündenbock gesucht. Kardinal Marx soll dann halt eingreifen. Mit solchen Aktionen wird wohl keine einzige Stelle gerettet. Schade, dass das Vertrauen der Hugendubel Mitarbeiter mit billigen Propagandaaktionen enttäuscht wird.

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  9. Gewerkschaftlich organisierte BuchhändlerinMittwoch, 8. Mai 2013 um 21:38:00 MESZ

    "Billige Propaganda?"

    Ich glaube, Du bist mit Deinem Kommentar nicht ganz auf der Höhe der Zeit und der Fakten.
    Es gibt leider sehr gute Gründe für den Pontius-Pilatus-Preis an Kardinal Marx. Er ist nämlich der Schlußpunkt eines langjährigen Bemühens um einen Sozialtarifvertrag durch die STV-Kommission, durch den Gesamtbetriebsrat, durch eine Unterschriftenliste von 400 KollegInnen - gerichtet an die Hugendubel-GL, insbesondere an die Miteigentümer N. und M. Hugendubel.

    Erst danach, nach 2 Jahren (!) haben wir uns an den anderen Mitbesitzer von Hugendubel, nämlich an Kardinal Marx als Repräsentanten des Erzbistums München-Freising gewandt. Nachdem wir auch von ihm monatelang mit Briefen hingehalten wurden, gab es eine Demo. Und wieder ein Jahr später (!) gab es nun für seine Heuchelei als katholischer Sozialethiker den mehr als verdienten Pontius-Pilatus-Preis.

    Vom "völligen Versagen der Verdi Verhandlungsführer" kann schon deswegen keine Rede sein, weil es weder mit der GL noch mit der Kirche jemals zu ernsthaften Verhandlungen gekommen ist. Im Endeffekt deswegen, weil zuwenige KollegInnen bei Hugendubel bisher bereit waren, für die Verteidigung ihrer e i g e n e n Interessen auf die Straße zu gehen.

    Und damit kommen wir zur entscheidenden Frage: Wo warst Du bei der Demo vorm Palais des Kardinals?

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