Donnerstag, 21. März 2013

Die Ruhe vor dem Sturm

Wann kommt der große Knall?

Das dürften sich viele KollegInnen nach dem Besuch der heutigen Betriebsversammlung in München fragen.

Als Gast anwesend war Stefan Kraft von ver.di.
Das erste Thema schlug auch gleich ein wie eine Bombe. Bundesweit haben alle Haustechniker die Kündigung erhalten. Die Kollegen sollen nun durch eine Fremdfirma ersetzt werden, die die Arbeit für die Hälfte der Kosten übernimmt. Es sind viele Mitarbeiter betroffen, die schon seit zig Jahren bei Hugendubel tätig sind

Wir zitieren aus dem aktuellen Aushang der GL:

(...) die Geschäftsleitung hat entschieden, die regionale und lokale Haustechnik ab 01.10.2013 von einem bundesweit agierenden, externen Dienstleister durchführen zu lassen (...)

Das Wachstum unseres Unternehmens mit der stark angestiegenen Zahl der zu versorgenden Filialen in erheblich ausgedehntem Territorium (hohe Reisezeiten!) sowie die stetig zunehmenden, immer komplexeren technischen Herausforderungen haben dazu geführt, dass eine funktionssichere Versorgung unserer Filialen durch unser internes System von Haustechnikern leider nicht mehr zu leisten ist (...)

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass dafür langjährige Mitarbeiter entlassen wurden.
Ein Gewissen scheint die Geschäftsführung nicht zu haben.

Des Weiteren wurde über den Stand zur Neuregelung der Arbeitszeit (noch keine Einigung), das Verfahren der Einigungsstelle an sich, über die chaosähnlichen Zustände bei HFI (drei Eigenkündigungen dort) und über neue IT-Projekte gesprochen. Dass die Software Logomate ein Mittel sein kann, um unsere Arbeitsplätze wegzurationalisieren, dürfte jedem klar geworden sein. Bekannt wurde auch, dass die GL im Falle eines Echtbetriebes von Logomate keine Bestandsgarantien, d.h.  Garantien, dass dadurch keine Arbeitsplätze abgebaut werden, geben wird. Nein, ganz im Gegenteil!

Es wurde berichtet, dass Nitz sich folgendermaßen geäußert hat: ...wir müssen dieses Rationalisierungspotential nutzen...

Außderdem wurde die immer noch ungewisse Zukunft der Filiale OEZ erörtert, die unbefriedigende Situation bei den Entgelttarifverhandlungen und es ging um die wichtigste Frage für jeden Arbeitnehmer: 

Wie sieht es in Zukunft mit unseren Arbeitsplätzen aus?

Gerade bei diesem Thema erwartete die Belegschaft konkrete Antworten von der Geschäftsführung, doch Herr Nitz und auch der Rest der GL blieben der Betriebsversammlung bewusst fern. Im Vorfeld hatte Nitz dem BR mitgeteilt, dass er sich auf der Betriebsversammlung nicht zur Lage des Unternehmens und zur Personalplanung äußern werde. Stattdessen würde man dem Gesamtbetriebsrat die Pläne der Geschäftsleitung bei einem Treffen im April offiziell vorstellen. Was hat das zu bedeuten?


Arbeitsplätze ade – Arbeitsamt wir kommen?

Auf der Betriebsrätekonferenz im Herbst letzten Jahres wurde den Betriebsräten bereits mitgeteilt, dass das Weihnachtsgeschäft für das weitere Handeln ganz entscheidend sei. Man hätte für die Zeit danach schon „Pläne“ griffbereit in der Schublade - im Falle eines schlechten Weihnachtsgeschäftes. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung müssten dann personelle Maßnahmen ergriffen werden.
Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, und nun?

Man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, was die Geschäftsführung dem Betriebsrat mitzuteilen hat. Nur das "wer", das "wie" und das "wann" ist anscheinend noch die Frage.
Wieso aber haben Nitz & Co. diese Gelegenheit nicht genutzt, um mit den Mitarbeitern Klartext zu reden? Wird etwa auch das Thema „Maßnahmen zur Personalreduzierung“ über das schwarze Brett verkündet?

Wenn Unternehmer die Kosten senken wollen, dann steht das Personal immer an erster Stelle. Ausgeklammert werden dabei die jahrelangen Managementfehler, die schlechte Unternehmensplanung und die nicht vorhandene Firmenvision. Wurde bei Hugendubel überhaupt an diesen Punkten gearbeitet? Wo, wann und wie?


Sozialtarifvertrag – wo bist Du?

Das Wichtigste für uns Arbeitnehmer ist und bleibt die Arbeitsplatzsicherung!
Was ist mit unserem Sozialtarifvertrag? Noch nie war er so wichtig wie gerade heute. Kurzarbeit statt Entlassungen, höhere Abfindungen, Unterstützung beim Arbeitsplatzwechsel und und und.
KollegInnen - Aufwachen! Aber: wie oft müssen wir dies noch rufen?

Drei Jahre hatten wir alle Zeit uns für den STV stark zu machen. Drei Jahre in denen wir versucht haben mit Unterschriftenlisten, Gesprächen, Aktionen, Warnstreik, Demo und mit Unterstützung des Wirtschaftsreferenten einen Vertrag zustandezubringen. Doch was ist passiert? Hinhaltetaktik, Desinteresse von Seiten der Geschäftsführung und Bequemlichkeit und Desinteresse von Seiten vieler KollegInnen.
Wir waren, um es klar zu sagen: einfach zu wenige.
Nur wenige KollegInnen hielten einen STV vonnöten, zu wenige haben sich dafür eingesetzt. Und jetzt?

Die meisten von unseren KollegInnen haben all die Jahre 'ihren Hintern' nicht hoch bekommen; sind noch nicht einmal auf einer Betriebsversammlung erschienen. Haben sich bequem zurückgelehnt, den BR, die STV-Kommission und engagierte KollegInnen machen lassen; haben ihren Kopf in den Sand gesteckt, wollten ‚nur’ ihre Arbeit verrichten und nicht nach rechts und links schauen. Doch wie sieht es jetzt mit ‚will nur meine Arbeit tun' aus? Wie lange werden die KollegInnen noch ihrer Arbeit nachgehen können?

Es wäre so einfach gewesen: man halte sich nur das Beispiel Weltbild vor Augen. Hier haben alle zusammengehalten, haben für ihre Arbeitsplatzsicherung gekämpft und haben diese in Form eines Zukunftstarifvertrages auch erhalten. Für ein höheres Entgelt haben sie ebenso gekämpft und auch dieses bekommen.

Und wir Hugendubler? Wir haben Nichts!

Doch nein, so ganz richtig ist das nicht. Wir werden für unsere Untätigkeit und unsere Gleichgültigkeit auch etwas bekommen.

Und zwar: die Quittung. Und diese womöglich demnächst per Post.





Kommentare:

  1. Was konkret erwartet ihr denn, das wir für den STV tun sollen?
    Habt ihr auch nur einmal zur Arbeitsniederlegung aufgerufen?
    Da muß schon mal einer in die Filiale gehen und das organisieren und sagen: Liebe Kollegen, jetzt wird bis so und soviel Uhr gestreikt. Da würden schon welche mitmachen.

    Das ist aber nie so passiert. Was soll man also tun?
    Immer nur zur Betriebsversammlung rennen?
    Die FL machen diese Option attraktiver, indem sie an solchen Tagen die Pausen zusammenstreichen - da überlegt man sich ja schon, ob man nicht lieber hingegangen wäre.

    Aber für das Gros der Belegschaft scheint der STV einerseits zu abstrakt zu sein, man kann sich nichts rechtes darunter vorstellen.
    Andererseits auch wieder nicht so wirklich realisierbar - der BR konnte irgendwie auch keine Teilerfolge vorweisen, konnte nicht sagen: seht her, das haben wir schon geschafft.


    A propos Teilerfolg - was ist eigentlich wichtiger - Tariflohn, oder Arbeitsplätze retten?

    Und da wäre jetzt ja auch noch das Thema Arbeitszeit...

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    1. Mir ist mein Gehalt schon auch wichtig. Schließlich wird alles teurer nur der Lohn steigt nicht. Wenn man überlegt, man verzichtet seit 12 Monaten auf ca 50.- im Monat. Dann kann sich jeder ausrechnen, was ihm in der Tasche fehlt. Wenn man das dann auf etwa 400 Mitarbeiter umrechnet, kommt man auf über 250000.- was die GL sich schon eingespart hat. Trotz dieser Ersparnis will sie jetzt Leute rausschmeißen?

      50.- monatlich mehr bedeutet aber auch für mich mehr Arbeitslosengeld, wenn ich demnächst eine Nummer ziehen muss. Das wird ja von den letzten 3 Monatslöhnen berechnet. Da kommt es auf jeden Euro an!!!

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    2. Wieso? Das ist Geld, das die GL bis jetzt nicht zahlen musste

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  2. Sehe ich genauso. Ich gehe zu jeder BV, aber der BR in unserer Filiale bekommt den Hintern nicht hoch.
    Ich wäre bei allem dabei aber es passiert rein gar nix. Wir haben einen BR gewählt, unterstützen ihn immer, das ganze jahr!
    Wo bekommen wir nun was zurück?
    Ich bin Verdi Mitglied, ich tue alles was ich kann, aber es wird nichts, rein gar nichts angeleiert.
    Und der BR ist kündigungsgeschutzt DAMIT er eben Klartext reden kann ohne Konsequenzen, also warum soll ICH seinen Job übernehmen?

    Was konkret steht an an Aktionen im Rhein Main Gebiet?
    Ich sehe und höre von nix. An was soll ich mich beteiligen? Da gibt es nix!!

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  3. Das stimmt schon. Der BR hat natürlich eine Vorreiterfunktion. Das ist Gott sei Dank in München besser. Hier gab es Demo u Warnstreik. Aber trotzdem waren viel zu wenige dabei. Hier hätte man zeigen können, dass man für seinen Arbeitsplatz was tut. Aber auch hier hätten eigentlich mind 100 Leute jeweils mitmachen müssen. Aber Pustekuchen. Man wollte lieber die Abteilung hüten oder es kam die Aussage, es machen zu wenige mit, dann mache ich auch nicht mit. Anstatt man sagt: ich bin dabei, wurden Ausreden gesucht, wieso es grad ungünstig ist.

    Ja so wird das nie was und ohne Masse gibt es eben keinen Druck.

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    1. Also hier gibt es nix, absolut nix. Nächstes Jahr läuft für Darmstadt der Mietvertrag aus. Bad Homburg verkleinert dieses Jahr. Die Zahlen in anderen Rhein Main Häusern sind teilweise nicht sehr gut.
      Aber die BR in sämtlichen Häusern scheinen nur zuzuschauen.

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    2. Ich bin Münchner, und sehe es leider genau so wie der Kollege aus Rhein-Main. Es bedarf Aktionen, Unterschriftenlisten, Streikaufrufen. Ich habe sowas im letzten Jahr nicht erlebt, und die einzige Demo, die es gegeben hat, war im Anschluß an eine Betriebsversammlung.

      Davon ist in den Filialen nichts angekommen. Man hat es zwar irgendwie mitbekommen, aber keiner vom Betriebsrat war konkret vor Ort und hat gesagt: wir legen jetzt ein Mal die Arbeit nieder.
      So ist dann alles verpufft.

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    3. Es gab doch noch die Demo beim Kardinal Marx. Der BR und Kollegen haben dazu bei uns Flugblätter verteilt

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  4. GL, ihr müßt Schlecker nicht alles nachmachen (sonst geht's euch noch wie denen)Donnerstag, 21. März 2013 um 23:21:00 MEZ

    Die ausbeuterischen Arbeitszeitprojekte des Managements - das ist doch ein Thema, das den meisten von uns wirklich auf den Nägeln brennt. Da wäre das Mobilisierungspotential wirklich groß.
    Aber auf die Idee, im Anschluß an die Betriebsversammlung einen Warnstreik zu machen, ist heute wohl keiner gekommen. Bitte macht das! Ruft dazu auf! Wozu noch bis April rumverhandeln?

    Die halten euch nur hin. Aber jetzt gäbe es die Möglichkeit, klarzumachen: ihr seid wenige, wir sind Viele. Ich denke, die Belegschaft wäre jetzt dazu bereit, ihre Schockstarre zu überwinden, und wirklich mal gegen die GL aufzustehen und endlich mal zu zeigen: so nicht!

    Ihr könnt uns mobben, ihr könnt uns rausschmeißen,ihr könnt die Firma gegen die Wand fahren, aber wir sind nicht eure Fußabstreifer, und wir lassen uns nicht wie den letzten Dreck behandeln!

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  5. Was mich zum Nachdenken gebracht hat, war heute die Aussage von einem Kollegen auf der Betriebsversammlung: die GL kann sich das alles mit uns erlauben, weil wir es mit uns machen lassen. Es gibt so gut wie keinen Wiederstand. Es fängt schon damit an, auf die Betriebsversammlung zu gehen und da gehen viel zu wenige hin.

    Das war wirklich enttäuschend. Bei so wichtigen Themen und es scheint nicht wirklich viele zu interessieren. Wieso ist das so? Der BR braucht doch irgendwie auch Unterstützung und das zeigt man ja auch dadurch.

    Wie sieht das dann beim Streik aus? Kommen da auch nur so wenige???? Man muss halt auch selbst was tun und nicht andere tun lassen.

    Wie Herr Kraft auch sagte, man muss endlich an sich denken. Denken, dass man selbst leben muss und diese Arbeitsgeberdenkweise endlich bei Seite legen.

    Wir sind nicht der Arbeitgeber, sondern Arbeitnehmer

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    1. Die Betriebsversammlung ist Routine, Ritual. Da müssen kreativere Protestformen her.
      Vor allem muß es jetzt konkret Warnstreiks geben, sonst kriegen wir Arbeitszeiten wie bei McDoof - and we will be loving it, won't we?

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  6. Als ehemaliger Mitarbeiter und Betriebsratsmitglied, der - Gott sei Dank ! - den Absprung noch rechtzeitig in ein anderes Berufsfeld gefunden hat, hab' ich die Nachricht von der baldigen Ausstellung der Haustechniker mit Ent- aufgenommen.
    Es müßte nun auch dem letzten Vogel Strauß klar sein, daß dies ein Dammbruch ist, dessen Durchflutung in Kürze leider auch die buchhändlerischen Mitar- beiter erfassen dürfte; sich weiterhin selbst nur in die innere Emigration seines eigenen Arbeitsbereichs zurückzuziehen und die Bombenseinschläge umher zu ignorieren, wird nicht mehr taugen: nur Schafe beugen ihren Schlächtern klaglos die Nacken - laßt euch euere schleichende Tötung wenigstens teuer abverhandeln !!

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  7. Tja Kollegen-ist wohl zu befürchten, dass Freund "Veteran" und Anonym Freitag 00:17 Recht haben, der Wind immer rauher wird und den Belegschaften in absehbarer Zeit ein konzernweiter Schulterschluß mit deutlichen Signalen "bis hierher und nicht weiter!!!" nicht erspart bleiben wird!

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  8. Es gab hier vereinzelt Stimmen, dass über den STV zuwenig informiert worden sei oder dass es keine Streikaufrufe gäbe; also für den Standort München gilt dies definitiv nicht. Über einen Zeitraum von drei Jahren haben die Mitglieder der STV-Kommission und auch der BR über dieses Thema informiert, mehr geht nicht. Aber auch in München geht nur eine kleine Minderheit zur Betriebsversammlung und noch weniger nehmen am Warnstreik teil. Es ist genauso wie der Kollege auf der BV gesagt: Sie machen es mit uns so, weil wir es so mit uns machen lassen. Das muss sich ändern. An allen Standorten! Sofort!

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  9. Hier nochmal für Alle zum Mitschreiben:
    Zum Streik dürfen Betriebsräte nicht aufrufen, das obliegt unserer Gewerkschaft ver.di. 2011 gab es in München einen Warnstreik für die Durchsetzung eines Sozialtarifvertrags, im November letztes Jahr streikten Münchner KollegInnen für eine angemessene Tariferhöhung. Daran haben sich selbstverständlich die Betriebsratsmitglieder beteiligt.
    Wenn jetzt darüber geklagt wird, man habe davon nichts erfahren, so kann das nur daran liegen, dass die- oder derjenige sich die Ohren wohl ganz fest zugehalten hat. Auf Betriebsversammlungen wurde immer wieder für die Tarifverträge geworben. Nützt nur nicht so viel, wenn sich zuwenig KollegInnen daran beteiligen.
    Stefan Kraft von ver.di hat uns nochmals das Angebot gemacht, mit uns zusammen für einen STV und für mehr Entgelt zu kämpfen. Nutzen wir es endlich!

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  10. Lieber besorgter Hugendubler
    Ich würde mich sehr freuen wenn nicht immer von München die Rede wäre. Es gibt noch mehr Regionen.

    Ich bin in Rhein MAin und hier ist NICHTS. Davon ist die Rede, nicht von München wo's die Kollegen verpennen.

    Nenne mir eine Aktion in Rhein MAin, an der ich hätte teilnehmen können.

    Wo ist hier Verdi? Wofür zahle ich Beiträge? Wo ist der hiesige zuständige Verdi Kollege?

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  11. Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Marienplatz, von den Fünf Höfen, vom OEZ, von Riem, vom PeP, von Pasing und vom Stachus,

    wo ward Ihr alle?

    Wieso seid Ihr nicht auf der Betriebsversammlung gewesen?

    Ich kann es Euch sagen: "Weil Ihr Hosenscheisser seid! Gaffer am Rande eines Autounfalls! Mitläufer im Dritten Reich!
    Ihr behauptet von Euch, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben und seid ja so intellektuel! Wo wären all die Bücher, wenn es nur Menschen wie Euch geben würde?
    Es sind 4 langjährige (Münchner) Kollegen von Euch gekündigt worden. Die übrigens geschlossen auf der Betriebsversammlung waren. Die sich wahrscheinlich Beistand und Unterstützung von Euch erwartet hatten. Doch Ihr hattet was Besseres zu tun!
    Wenn Ihr nicht das bekommen wollt, was Ihr eigentlich verdient habt- einen Arbeitsplatz bei Amazon, dann beteiligt Euch bei nächster Gelegenheit! Wacht endlich auf und steht auf!
    Haltet zusammen und wehrt Euch!
    Macht es wie die Helden in unseren Büchern und zeigt das Ihr Amazon nicht verdient habt!

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  12. Ich empfinde es als unverschämtheit dass hier Kollegen als Mitläufer im 3. Reich betitelt werden.
    Und ich belle nicht als getroffener hund, da ich nicht wie die Angeprangerten aus München komme.

    Irgendwann langt es mal mit eurem Hass.

    Eine absolute Frechheit, die gelöscht gehört.

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    1. Die Wortwahl "Mitläufer im Dritten Reich" ist überzogen; dennoch: die Wut von "Buchhändler" teile ich. Das unsolidarische Fernbleiben von Betriebsversammlungen, das Desinteresse am Geschehen in der Firma, die devote Haltung vieler Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsleitung: das ist doch wirklich ein unerträglicher Zustand, ein Skandal, der wirklich einmal thematisiert gehört.

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    2. Nicht überzogen sondern eine Beleidigung.

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  13. Die Wortwahl mag aus der Wut heraus überzogen sein, der Inhalt ist es nicht. Zur Betriebsversammlung in München erschienen fast 90% der Belegschaft NICHT, obwohl Massenentlassungen bevorstehen. Das ist ein Armutszeugnis sondergleichen. Es wäre auch ein Zeichen der Solidarität gegenüber den gekündigten Kollegen von der Haustechnik gewesen. Aber wenn man sich nicht für seine eigenen Interessen einsetzt, wieso soll man dann mit anderen solidarisch sein. Und dann wird wieder der Spruch kommen: "Wir können ja sowieso nichts bewirken". Es ist eine faule und verlogene Ausrede für die eigene Feigheit, Trägheit und Dummheit. Dafür wird uns demnächst die GL die Rechnung präsentieren.

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    1. Ach so, wenn alle zur Betriebsversammlung gehen, dann wird automatisch alles gut? Seid doch mal ein bißchen innovativ!

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    2. Dann wird nicht "automatisch alles gut", sondern es ist der erste Schritt. Weitere wären Teilnahme am Warnstreik, Mitglied in unserer Gewerkschaft werden und an Aktionenn teilnehmen - so wie es die Belegschaft bei Weltbild mit einer Massendemonstration vor dem Augsburger Dom und mit einem dreitätigen Warsntreik uns vorgemacht haben. Sie haben ihre Ziele erreicht: Entgelttarifvertrag und Zukunftstarifvertrag mit einer Beschäftigungssicherung bis einschließlich 2014. Im übrigen waren BR und STV-Kommission in den letzten Jahren sehr aktiv und innovativ. Die Frage ist nur, ob Du selber auch mitgemacht hast.

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  14. Gewerkschaftlich organisierte BuchhändlerinSamstag, 23. März 2013 um 11:49:00 MEZ

    Liebe Kolleginnen und Kollegen aus Rhein-Main!

    Eure BetriebsrätInnen sind von Euch gewählt worden. Wenn sie nichts auf die Reihe kriegen, dann sprecht sie darauf an bzw. wählt sie ab.

    Wenn hier im Infoblog meistens über München berichtet wird, dann liegt es daran, dass es hier aktive KollegInnen gibt. Wenn Eure BR-Mitglieder den Blog nicht als Forum benutzen wollen, bzw ihn sogar boykottieren, weil hier gelegentlich Kritik geübt wird. dann könnt ihr im Blog schreiben, z.B. über Betriebsversammlungen.

    Und zum Thema ver.di: wie man hier im Montags-Artikel lesen konnte, wird der Gewerkschafts-Sekretär vom Betriebsrat eingeladen. Sprecht eure BR-Mitglieder darauf an. Außerdem: ver.di ist kein ADAC-Abschleppdienst, sondern besteht aus aktiven Gewerkschaftsmitgliedern vor Ort. Allein kann der ver.di-Sekretär nichts ausrichten - also organisiert Euch!

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    1. Abwählen, geht erst nächstes Jahr. Für meine Filiale zu spät.

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  15. Es ist traurig, wie wenig Kollegen vom Marienplatz da waren. Wir wussten alle, dass die Haustechniker entlassen worden sind und trotzdem waren viel zu wenige auf der Betriebsversammlung.
    Da hätte man ein Zeichen setzen können, indem man geschlossen auf die Versammlung geht.
    Wo ist da die Unterstützung für die Kollegen, wo die Solidarität?
    Es kann einfach nicht sein, dass man davon nichts wissen möchte, sich nicht für so eine Sauerei interessiert. Gibt es bei uns Buchhändlern nur Egoisten ohne Mitgefühl für Kollegen?

    Ich will das nicht glauben. Das ist so enttäuschend

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    1. Im richtigen Leben interessiert sich doch kaum jemand für seine Mitmenschen und dessen Arbeits- und Lebensbedingungen.
      Wenn so ein armes indisches Mädchen im Fernsehen sagt, wie lange sie für ein faktische Nix für Lidl Klamotten zusammennähen muß, schmeckt der Latte eine Zeitlang nicht so gut, aber hast Du von einem Umsatzeinbruch bei Lidl gehört? Oder bei Amazon.
      Und dann erwartest Du eine Welle der Solidarität für eine Handvoll von Haustechnikern? Der Buchhändler an sich ist kein besserer Mensch. Es gab keine Kategorie Empathie oder soziale Verantwortung im Prüfungsblock. Jedes land bekommt die Buchhändler, die es verdient.
      Und am Ende wählen alle wieder Frau Merkel!

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    2. Da machst Du Dir es doch ein bißchen zu einfach! Niemand zwingt Dich, Kleidung aus Ausbeutungsverhältnissen zu kaufen oder Merkel zu wählen. Mach Deine Trägheit nicht zum Maßstab für andere!

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    3. Du hast nicht wirklich verstehen wollen, was ich meinte, gelle?Wenn Dir das Gleichnis aus dem politischen Leben zu kompliziert war, laß es weg!
      Träge ist nach Meinung der vielen Kommentare in diesem Zusammenhang anscheinend ein großer Teil der Belegschaften, weil er nicht zu den Betriebsversammlungen geht.

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    4. Welcher Anonym redet jetzt gerade? Es ist ein bisschen einfallslos, immer nur unter Anonym zu schreiben; also falls 17:08 und 16:01 identisch sind:

      Ich verstehe Dich sehr wohl. Ich habe es nämlich satt, immer diese "Die Welt ist halt so und die Buchhändler sind keine besseren Menschen"-Phrasen zu hören. Was soll dieser Unsinn von der fehlenden Empathie im Prüfungsblock?

      - Wer nicht zur Betriebsversammlung geht, der ist nicht nur träge, der steckt den Kopf in den Sand und kriegt dann den verdienten Tritt in den Hintern, den er zuvor nicht hochgekriegt hat. Und mir gehen die Leute auf die Nerven, die immer schön in der Filiale bleiben, sich damit beim Vorgesetzten einschleimen und dann sofort neugierig fragen, was denn los gewesen ist.

      - Wer als Nicht-Gewerkschaftsmitglied seit Jahren die Lohnerhöhungen einkassiert ohne Gewerkschaftsbeiträge zu zahlen ist ein Trittbrettfahrer/in.

      - Wer sich nicht am Warnstreik beteiligt hat - mit welcher Ausrede auch immer - ist für mich unsolidarisch.

      - Wer seine eigene Passivität mit allgemeinen Phrasen über die Schlechtigkeit der Welt zu bemänteln versucht, ist für mich ein Feigling. Im übrigen bleibe ich dabei: Niemand zwingt Dich, Kleidung aus Ausbeutungsverhältnissen zu kaufen oder Merkel zu wählen.

      Lassen wir doch mal die Allgemeinplätze weg und fragen Dich:

      Kommst Du zur Betriebsversammlung?
      Hast Du am letzten Warnstreik teilgenommen?
      Hast Du an der Demo bei Kardinal Marx teilgenommen?
      Bist Du gewerkschaftlich organisiert?

      Für einen Kollegen/in von Weltbild sind das alles Selbstverständlichkeiten, worüber bei uns in der Firma absurde Diskussionen stattfinden (vgl. vorletzte Betriebsversammlung, auf der du wahrscheinlich auch nicht gewesen bist oder Dich rechtzeitg wor dem Warnstreik aus dem Staub gemacht hast.)


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    5. @Anonym 17:08

      Sorry, für mich schwafelst Du nur herum. Sag doch einfach, was Dein Standpunkt ist, dann können wir darüber diskutieren. Das Absondern von Allgemeinplätzen ist Zeitverschwendung.

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    6. Dilbert AKA as anonyum 16:01 & 17:08Sonntag, 24. März 2013 um 19:26:00 MEZ

      Um das Verhör an dieser Stelle zu beantworten.

      Ich war auf der letzten BV an meinem Standort. Ein schlechter Scherz.

      An meinem Standort gab es keinen Warnstreik.Die Frage ist also gegenstandslos.

      Die Demo bei/für/gegen den Kardinal fand wohl in München statt? Bitte erinnert Euch, daß Ihr und wir inzwischen einem bundesweit operierenden Konzern angehört und nicht jeder Hugendubler mal eben nach München fährt. Antwort also: nein

      Ich bin nicht in Eurer Gewerkschaft. Dafür mögt Ihr mich Trittbrettfahrer nennen, damit KANN ich leben.
      Wenn es wirklich so ist, wie SOL 13:15 vberichtet, daß es BR gibt, die der Gewerkschaft ablehnend gegenüberstehen (ich konnte das gar nicht so glauben, wie es dort stand, aber es scheint ernst gemeint zu sein), dann muß ich mich dessen auch nicht schämen.
      Manche Filialen sind voll von Trittbrettfahrern, die wenig leisten und das gleiche Tarifgehalt bekommen. Damit MUSS ich leben.

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  16. Es muss hier einmal grundsätzlich über die Rolle unserer BetriebsrätInnen gesprochen werden. Es scheint je nach Standort große Unterschiede zu geben, was Engagement und Aktivität angeht.

    Problematisch erscheint mir ebenfalls zu sein, daß ein erheblicher Teil der BetriebsrätInnen nicht gewerkschaftlich organisiert ist bzw. der Gewerkschaft sogar ablehnend gegenüber stehen. Damit verzichtet der Betriebsrat aber auf aktive Gestaltungsmöglichkeiten, sprich: Arbeitskampf.
    Er degradiert sich zum Bittsteller.

    Als die STV-Kommisssion zur Unterstützung ihre "Farbe bekennen"-Aktion startete, weigerte sich ein großer Teil der BetriebsrätInnen - leider auch in München - sich daran zu beteiligen. Generell gab es außerhalb von München seitens der BetriebsrätInnen für den STV meistens nur Desinteresse.Diese Haltung muss sich ändern, weil wir der GL sonst nichts entgegensetzen können. Bei Weltbild haben sie einen Zukunftstarifvertrag erkämpft weil BR, Belegschaft und ver.di an einem Strang gezogen haben.

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  17. Es kann doch nicht wahr sein, daß alles immer nur auf ein Gemäkel über zu schlecht besuchte Betriebsversammlungen hinausläuft. Da nehmen eben nur soviele teil, wie erfahrungsgemäß hingehen. Vielleicht kann man auch mal was anderes versuchen.

    Wenn nur die Gewerkschaft Ver.di und nicht der Betriebsrat selbst zum Warnstreik aufrufen kann (Danke für die Information, besorgter Hugendubler, ich nehme an, daß genau darauf sehr viele eigentlich warten), dann redet mal mit denen, ob sie nicht doch mal dazu aufrufen. Bitte. Es geht doch momentan um so vieles! Ist das neue Arbeitszeitmodell etwa nicht zustimmungspflichtig? Dann stimmt halt nicht zu!
    Geht an die Öffentlichkeit, jetzt, und nicht erst im April - laßt euch von denen nicht hinhalten.

    Die Amazon-Debatte hat doch gezeigt, daß das was bringt. Was ist mit Twitter, Flugblättern, Sit-Ins? Twitter? Den Zeitungen, münchen.tv? Es muß doch möglich sein, mit Medienmitteln, ein Unternehmen öffentlich an seine soziale Verantwortung zu erinnern.

    Inhumane Produktionsmethoden sieht das Publikum halt nicht so gern, das wäre doch der Hebel, wo man ansetzen könnte.

    Und auch unserem Management müßte eigentlich daran gelegen sein, daß dieser Eindruck nicht entsteht.

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    1. Lieber Anonym 00:38, dein Beitrag ist besonnen und enthält gute Überlegungen-was aber die inhumanen Produktionsbedingungen in unserer Arbeitswelt betrifft, glaube ich, dass das Publikum darauf scheisst, sonst gäbe es keine 1-€-Shops, wären Aldi/Lidl, Zalando, H&M, Ikea, Amazon, Nokia, Sony etc. alle Pleite bzw. nonexistent! Der Amazon-"Skandal" ist mal ein bescheidener 3-Tage-Aufreger, mal gespannt, wie die nächste Jahresbilanz aussieht. Ich glaube, die Aktion muss von den Betroffenen und nicht den Käufern kommen (die bevorzugen den billigsten Anbieter)!.

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    2. Langjährige MitarbeiterinSonntag, 24. März 2013 um 19:00:00 MEZ

      @Anonym 00:38

      Es geht doch gar nicht darum, daß die teilnahme an der betriebsversammlung ein Allheilmittel wäre; es geht darum, daß die Kollegen, die nicht dorthin gehen, an allem anderen ja auch nicht teilnehmen. Und wie man an der vorletzten Betriebsversammlung sehen konnte, hat von den Anwesenden nur die Hälfte am dann folgenden Warnstreik teilgenommen. Die andere Hälfte hat sich verdrückt. Und wieviele sind denn zur Demo bei Marx gekommen. Es ist eine Schweinerei, wie unsolidarisch sich viele hier in unserer Firma verhalten. So schaut´s aus.

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    3. Hallo Anonym 0.38

      "Ist das neue Arbeitszeitmodell etwa nicht zustimmungspflichtig? Dann stimmt halt nicht zu!"

      Auf den vergangenen Betriebsversammlungen hat der Kollege Horn ausführlich erklärt, warum es dem Betriebsrat schon rein rechtlich nicht möglich ist, das neue Arbeitszeitmodell einfach abzulehnen.

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    4. "Es geht darum dass die Kollegen an allem anderen auch nicht teilnehmen".

      NOCHMAL: auch wenn darauf niemals eingegangen wird, es gibt hier in RHEIN MAIN nichts aber auch rein gar nichts, wo ich hätte hingehen können. Hier findet nichts statt! Nichts!
      Wo also soll ich mich beteiligen??

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    5. OK, verstanden.
      Aber dann müßt ihr euren Betriebsräten Dampf machen.
      Sie haben arbeitrechtliche Privilegien, damit sie für Euch den Mund aufmachen. Ansonsten 2014 abwählen.

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  18. Und es sollte eigentlich jedem klar sein, daß mit diesem neuen Arbeitszeitmodell eben nicht nur die Arbeitszeit optimiert werden kann - sondern der Arbeitnehmer gleich mit.
    Denn es handelt sich hierbei um ein ausgezeichnetes Tool, um gewisse Arbeitnehmergruppen mürbe zu machen!

    Die sind, sagen wir einmal, schon ein Weilchen im Unternehmen, befinden sich in einer Tarifgruppe, in die sie heute nie mehr gelangen würden - sie haben Familien und sind auf gewisse (Teilzeit-)Arbeitszeiten angewiesen.

    Und denen kann man jetzt immer kleinteiligere, immer schneller getaktete Vorschriften machen, wann sie eingesetzt werden sollen, zu Zeiten die für sie sowieso nicht günstig liegen...
    Wo sie dann gezwungen sind, die mühsam ausbalancierte Organisation ihrer familiären Verpflichungen immer wieder von neuem über den Haufen zu werfen und stattdessen alles mehr schlecht als recht irgendwie zu improvisieren.
    Das streßt enorm, und darunter leiden dann auch die Kinder (Ihr da oben, tun euch diese Kinder denn nicht leid?).

    Und das ist einfach eine Sauerei, das so etwas von nun an möglich sein soll!
    Und ja, das gehört wirklich an die Öffentlichkeit, diese neue "Familienfreundlichkeit" eines "christlichen" Unternehmens!
    Frohe Ostern!

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    1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich sehe das alles leider genau so.

      Ich finde, das gehört an die Öffentlichkeit, in die Zeitung, ins TV etc.

      Herr Nitz und Co sollten sich u.a. mal beim Bundesministerium für Familie den Leitfaden zur Umsetzung von familienfreundlicher Unternehmenspolitik zu Herzen nehmen (siehe auch bei www.bmfsfj.de).

      Ansonsten frage ich mich auch: Wo waren all meine Kollegen auf der Betriebsversammlung? Denken zB die Kollegen am Marienplatz, sie könnten nicht gekündigt werden, da sie am Marienplatz arbeiten und der sicher nicht geschlossen wird? Trugschluss, liebe Kollegen; der Sozialplan gilt münchenweit.

      Ich bin für Unterschriftenaktionen gegen flexible Arbeitszeiten und für Streiks.
      Und in der Gewerkschaft bin ich auch.

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