Montag, 14. Januar 2013

Wo ist das Personal?

Oder: wie man was wann und wo zu tun hat

Während es in den Filialen an allen Ecken und Enden knallt, läuft es in München offenbar rund.
Wahrscheinlich tut es das gar nicht, bestimmte Abteilungen sind auch dort unterbesetzt, das bekommen wir in den Filialen sehr wohl mit.

Warum also hat man doch immer wieder das Gefühl, sämtliches Personal befindet sich in München?
Womöglich liegt es an all den Schriftstücken, mit denen die Filialleiter, Abteilungsleiter und auch die Buchhändler und Kassierer so täglich beglückt werden.

Es handelt sich um das reinste Bombardement an Anweisungen. Anweisungen, Regelungen, neue Regelungen, neueste Regelung und die neueste Regelung der neuesten Regelungen und dann wieder ein Formular, eine Anweisung und eine Vorgabe.

Gleichzeitig ist das Personal in den Filialen so heruntergeschraubt worden, dass gerade noch die Kunden bedient und die Ware verräumt werden kann. Dazu müssen alle mit anpacken. Wer also soll sich rund um die Uhr um die ständig aufploppenden neuen Anweisungen und Regelungen kümmern?

Hat man sich doch mal die Zeit genommen und sich durch alles gekämpft, was es so gibt – und das ist täglich eine ganze Menge – dann kann man all das eigentlich gar nicht mehr aufnehmen. Diese täglich neue Menge kann niemand mehr aufnehmen. Schon gar nicht mit dem Wissen, dass kurze Zeit später die nächste geballte Ladung an Anweisungen, wie man was wann und wo zu tun hat, kommt.

Neue Projekte, neue Aktionen (durchaus lobenswert, aber oft wenig durchdacht), neue Regelungen – ich bin der felsenfesten Ansicht, es gibt in den Filialen niemanden mehr, der wirklich alles im Blick und im Griff hat, sämtliche Termine, Aktionen, Regelungen, neue Regelungen, Gewinnspiele, Ramschaktionen, Eintüt-Anweisung ja oder nein, ab wann hat was wo in welcher Reihenfolge und wie präsentiert zu sein, wer muss was bis wann machen, welche Liste und welche Checkliste muss noch ausgefüllt werden…

Gerne auch Anweisungen sinngemäß „Die Tablet PCs und das Zubehör sind ordentlich und in Stapeln zu präsentieren“. Welche Tablet PCs und v.a. welches Zubehör? Gerne würden wir in Stapeln präsentieren, nur wo sind sie, die Stapel? Nicht lieferbar. Wie konnte das passieren.

Nur dazu herrscht dann Schweigen. Womöglich würde man sich einen Zacken aus der Krone brechen, würde man eingestehen, dass bestimmte Dinge eben nicht klappen. In München. Und auch in den Filialen, durchaus. Nur dort wird kontrolliert und getadelt. Wer kontrolliert und tadelt München? Man könnte dazu eine Checkliste erstellen.

Man fragt sich nur noch: Gibt es in München sonst nichts zu tun? Und wenn nicht, warum schickt man uns nicht das überflüssige dort vorhandene Personal?   Wir könnten es gebrauchen.  


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Anmerkung der Infoblog-Redaktion:    Dieser Beitrag erreichte uns vor einigen Tagen. Wer über seine Erfahrungen berichten oder über andere Themen schreiben möchte, der sende bitte eine E-Mail an die Redaktion: hugendubel.verdi@yahoo.de Wir behandeln jede Zusendung absolut vertraulich und wahren Eure Anonymität.   Wir informieren Euch - Ihr informiert uns.

Kommentare:

  1. Oh ja. Das spricht mir aus der Seele. Man könnte sich darüber amüsieren leider ist es zu traurig.

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  2. "München" ist gleich "München Hilblestraße (Leitungsebene)"! In den Münchner F i l i a l e n nämlich wird der obige Text hundertprozentige Zustimmung erfahren, denn dort muß man sich mit exakt den selben Problemen herumschlagen wie in allen anderen Filialen sonstwo in Deutschland. Denn die selbstherrlichen Hilblestraßen-Chefs halten ihre Filial-Angestellten samt und sonderns für unkundiges und unmündiges Bodenpersonal.

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  3. 100 prozent zustimmung!!! Dieses Gegängel muss unbedingt ei gestellt werden oder verringert. Klar ist hier die zentrale gemeint. Die filialen in münchen nicht.

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    1. Was Du Gegängel nennsz, ist in grossen Filialbetrieben üblich. Schlußendlich ist ein Hugendubel, der Bücher und Co. verkauft, dabei nicht anders als ein Karstadt, Lidl oder ein Saturn. Das müssen wir nicht mögen, aber akzeptieren. Wenn jeder seinen eigenen Brei kocht...naja, Du kennst das Sprichwort. Es war nämlich nicht alles besser, als es für jeder Reclam-Reihe einen eigenen Einkaufsberechtigten gab (jedenfalls nicht in unserer Filiale).
      Über Anzahl und Sinnhaftigkeit der "Anweisungen" ließe sich trefflich streiten, da gebe ich dem Autoren des Artikels durchaus recht.

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  4. Der beitrag trifft den Nagel auf den Kopf!

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  5. Wahrscheinlich denkt jede Abteilung in der Zentrale, dass sie die einzige ist, die Infos los lässt. Die Menge, die täglich in den Filialen ankommt, ist dort vielleicht gar nicht so bewusst.
    Aber ich gebe auch Recht, das kann sich keiner mehr ernsthaft durchlesen. Nicht bei der MAK.

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  6. Hallo,

    wir haben ständig mit den Zentralen Diensten zu tun. Die Anzahl der dort arbeitenden, wirklich kompetenten Mitarbeiter schätze ich auf 65%.
    Der Rest machts nach dem alten Motto: Wenn Du nicht mehr weiterweisst, gründe einen Arbeitskreis.
    Und irgendwas müssen die produzieren....

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    1. Pauschalurteile über die Zentralen Dienste führen nicht weiter; die personelle Situation bei HFI, HSC oder in der Buchhaltung ist nicht besser als in den Filialen. Letztendlich alles ein Resultat der Zentralisierung und Rationalisierung, da man langfristig mit Billigarbeitskräften arbeiten möchte.

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  7. Jeder hat ständig mit den zentralen Diensten zu tun. Lässt sich ja schlecht vermeiden. Kompetent mögen sie sein, es geht schlicht darum, dass sie einen den eigentlichen Job nicht machen lassen.

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  8. Mal eine ganz andere Frage: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für Aktionen, die verramscht werden (müssen), oder für die Topsellermengen, die wieder remittiert werden oder für die ZL-Titel, die keinen interessieren? Wer hat wem freie Hand gegeben?

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  9. Womit wir beim Thema sind. Wer kontrolliert eigentlich in München ZD?

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  10. "Die Zentrale ist eine Einrichtung, die dazu dient, Ansätze von Energie und Tatkraft der Unterstellten zu deppen. Der Zentrale fällt nichts ein, und die andern müssen es ausführen. Die Zentrale ist eine Kleinigkeit unfehlbarer als der Papst, sieht aber lange nicht so gut aus."
    Vollständiger Text siehe:
    http://de.wikisource.org/wiki/Die_Zentrale

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  11. ich hätte ja nicht gedacht, daß die situation noch schlimmer kommt als sie bei meiner kündigung war...
    ich sah mich um und fand einen platz, wo ich mein hirn benutzen darf und muß und ich drücke zukünftigen deserteuren die däumchen, daß sie das auch schaffen und den kämpfern, daß sie gewinnen und sich was ändert...
    schade eigentlich, daß sich hugendubel immer weiter kaputt macht!

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