Donnerstag, 1. Februar 2018

"Ein unterirdisches Angebot!"

4. Tarifrunde Buchhandel/Verlage in Bayern

München, den 1.2.2018. Der Arbeitgeberverband für den Buchandel und die Verlage in Bayern bleibt bei seiner Blockadehaltung in Sachen Tarifvertrag: Eine Gehaltserhöhung gibt es nur gegen Einbußen im Manteltarifvertrag. Konkret sah das "Angebot" der Unternehmervertreter so aus: 

2,0 % Lohnerhöhung ab  1.4.2018 nur gegen Wegfall der Spätöffnungszuschläge.
Nach Arbeitgebervorstellung soll der Tarifvertrag dann rückwirkend vom 1.4.2017 bis zum 31.3.2019 wieder in Kraft treten. Weitere Forderung der Kapitalseite: Ausweitung der AT-Beschäftigten.

Das bedeutet: 12 Null-Monate für den Zeitraum 1.4.2017 bis 31.3.2018 oder umgerechnet auf die Laufzeit von 24 Monaten eine Lohnerhöhung von 1%. Und das bei einer derzeitigen Inflationsrate von 1,8 %.

Dieses "Angebot" wurde von den Mitgliedern der ver.di-Tarifkommission einstimmig abgelehnt.
"Ein Armutszeugnis" nannte Stefan Kraft das Arbeitgeberangebot, als "unterirdisch" bezeichnete es Christa Hasenmeile. Beide führen die Verhandlungen der Tarifkommission für den Buchhandel und die Verlage in Bayern.

Man ging ohne weitere Terminvereinbarung auseinander, wobei die ver.di-Tarifkommission bei einem Angebot, das diesen Namen auch verdient, jederzeit gesprächsbreit ist. Entgelt- und Manteltarifvertrag bleiben dadurch weiterhin offen und für Gewerkschaftsmitglieder in der Nachwirkung. Selbstverständlich gibt es dadurch auch weiterhin keine Friedenspflicht, d.h. Arbeitskampfmaßnahmen und Streiks sind zur Durchsetzung des Tarifvertrages legitim und notwendig. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Kommentare:

  1. Und dafür habe ich im Weihnachtsgeschäft geschuftet. Beim nächsten Streik bin ich dabei.

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  2. 2 Prozent wären besser als nichts...jetzt wieder ein paar Monate oder ein Jahr mehr ohne gehaltserhöhung....

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    1. Es sind halt nicht 2%, sondern auf 24 Monate gerechnet nur 1%.
      Das Entscheidende: erkauft mit dem Wegfall der Spätöffnungszuschläge. Also doppeltes Minus: Verlust der Zuschläge und eine Lohnerhöhung unter der Inflationsrate von derzeit 1,8%. Und das soll "besser als Nichts" sein? Da mache ich nicht mit. Willst Du Dir bei der nächsten Tarifrunde 2019 dann eine mickrige Lohnerhöhung mit der Kürzung des Weihnachtsgeldes oder sonstigen Schweinereien erkaufen? Ich nicht!

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    2. Echt wütend hat vollkommen recht: die 2% sind eine Milchmädchenrechnung

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    3. Mindestens 3Prozent mehr und unveränderter Manteltarifvertrag!
      Die Arbeitgeber sollten sich schämen für ihr Angebot!!!!!!
      Streiken ist die Devise...

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    4. Es ist Kacke wie die Arbeitgeber uns verarschen.

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    5. Was heißt "wieder ein paar Monate oder ein Jahr"? Tarifverhandlungen sind keine Pflichtveranstaltungen und auch keine Kirchenfeste im Jahreskreis. Die kommen nicht alle Jahre wieder ganz von selber wie Weihnachten und Ostern. Wenn der Arbeitgeber keinen Druck hat, mit unserer Gewerkschaft zu verhandeln, braucht er es nicht zu tun - und wird es auch nicht tun. Wenn wir uns auf seine miserablen Bedingungen einlassen, dann natürlich schon. Denn dann wird er nächstes Jahr noch mehr von uns fordern. Das kann aber nicht unser Ziel sein. Wir müssen die Forderungen stellen - und den Arbeitgeber dazu bringen, dass er sie ernst nimmt.

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  3. Das "Angebot" ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten.
    Die Antwort darauf kann nur Arbeitskampf sein.

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  4. Bin beim nächsten Streik auf jeden Fall dabei.

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  5. Es ist unfassbar eigentlich!! Wir müssen doch auch leben.

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  6. Mir reicht´s langsam; ich will für meine gute Arbeit wenigstens einen Lohn, der von der Inflation nicht aufgefressen wird. Ständig wird Personal abgebaut, Arbeit verdichtet, alles mögliche kontrolliert - und ich soll WENIGER verdienen? Nicht mit mir!

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    1. Nicht mit dir bzw. nicht mit uns, das ist doch das Ziel. Die personalfreie Filiale mit Selbstbedienungsterminals und ein paar Hiwis für Warenverräumung und Kasse (wenn überhaupt). Dahin wird die Reise gehen!

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