Freitag, 9. Februar 2018

Leibesvisitationen und Fahrzeugkontrollen

1, 3 oder 5:  GL plant Taschenkontrollen


 Bildergebnis für sechser würfel 
Tipp der Infoblog-Redaktion: Beim Würfeln den eigenen Würfel mitbringen!


Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück - oder Pech: Die GL plant die Einführung von Taschenkontrollen. Dazu legte sie den Entwurf für eine Betriebsvereinbarung vor, die möglichst rasch bundesweit in Kraft treten soll. Ziel: Die Reduzierung des Schwunds. Nachdem man beim Wareneingang ("alles ok") oder bei Kunden ("zu teuer, bringt nichts") keinen Ansatzpunkt für eine Schwundreduzierung sieht, knöpft man sich nun die Beschäftigten vor.

Konkret ist folgendes geplant: Bei allen ArbeitnehmerInnen kann die Filialleitung oder deren Stellvertretung beim Verlassen der Filiale eine Taschenkontrolle durchführen. Die Taschenkontrolle ist zulässig bei "begründetem Verdacht" oder wenn es sich um eine "regelmäßige Kontrolle" handelt.
Für letzteres sind die zu kontrollierenden ArbeitnehmerInnen "nach dem Zufallsprinzip auszuwählen": Pro Monat sollen an bis zu 15 Tagen Taschenkontrollen durchgeführt werden. Die einzelnen Tage legt die Filialleitung nach eigenem Ermessen fest. 

An den festgelegten Tagen muss jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin beim Verlassen des Arbeitsplatzes würfeln. Würfelt der Kollege eine 1, 3 oder 5, wird die Tasche kontrolliert.

Neben dem Durchwühlen der Taschen sollen auch Leibesvisitationen (!) und Fahrzeugkontrollen (!!) erlaubt sein.
Ist eine Leibesvisitation oder eine Fahrzeugkontrolle notwendig, darf dies nicht die Filialleitung machen, sondern muß unverzüglich die Polizei informiert und hinzugezogen werden.
Ebenfalls ist der Betriebsrat sofort zu informieren.

Die Schränke der Beschäftigten sollen bei Verdacht kontrolliert werden. Eine Öffnung ohne Einverständnis der ArbeitnehmerIn soll in Anwesenheit eines Betriebsratsmitgliedes erfolgen dürfen.

Die Mitnahme von Büchern aus dem Filialbestand in den Pausenraum ist nicht gestattet. Ausgenommen sind Leseexemplare.


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
was haltet Ihr von dem neuesten GL-Plan? 

  

Kommentare:

  1. Grosser Schaumstoffwürfel (80x80x80cm) zu verschenken! (Sieht beim abendlichen Werfen absolut putzig aus.) Und nicht vergessen: Immer schön frische Unterwäsche anziehen, gell! Ja das muss man schon verstehen: Klauen tut nicht der Kunde/König, sondern tun natürlich wir, wer denn sonst? Wir sind diese verdächtigen Gestalten, diese potentiellen Diebe, denen dann auch noch "Gehalt" in den A... geschoben wird. Das muß sich alles ändern.

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  2. Ist das ein Faschingsscherz oder tatsächlich ernst gemeint? Ich fasse es nicht. Beim nächsten Streik bin ich dabei.

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  3. Wareneinsatz und Kunden bleiben außen vor? Ja klar, ist ja auch am einfachsten alle Schuld auf die Mitarbeiter zu schieben.

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  4. Mein Würfel hat nur lauter 2er. Darf ich den mitbringen?

    Das ist ja fast schon Comedy, wenns nicht ernst gemeint wär:-(

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  5. Es ist leider ernst gemeint. Ich mache mir langsam echt Sorgen, was die Unfähigkeit unseres Managements angeht. Notwendig wäre eine Kontrolle des Wareneingangs, da geht richtig viel Geld verloren.

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  6. Mein BR hat mir nach der GBR-Sitzung nix davon erzählt. Ist also wahrscheinlich wie so vieles hier im Blog ein internes Münchener Thema, das wird dann schon Gründe haben

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    1. Nein, das ist keineswegs ein "Münchner" Thema. Die Taschenkontrolle soll bundesweit eingeführt werden. Die GL plant ein GBR-Vereinbarung. Wenn Dein BR Dir davon nichts erzählt, dann heisst das noch lange nicht, das es das nicht gibt. Aber wie ich sehe, informierst Du Dich ja über diesen Gewerkschaftsblog.

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    2. Tja, Anonym 18:48, dann denk mal scharf nach, warum Du anscheinend im Tal der Ahnungslosen lebst. Jedenfalls kannst Du Dich beim Blog bedanken.

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    3. Brauche ich nicht drüber nachzudenken. Gibt halt BRs, die sitzen sich kündigungsgeschützt den Hintern platt und betrachten Reisen zum GBR als Möglichkeit, drei Tage im Laden zu fehlen. Und wer das unbeirrt durchzieht, wird damit auch wiedergewählt. Merkel läßt grüßem. Daher gilt mein Dank in der tat dem Blog.

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    4. Es gibt eine ganz einfache Lösung, Anonym 11:07. Im Frühjahr gibt es wieder BR-Wahlen. Dann kannst Du selber antreten und die Sache besser machen. Oder weiter wie bisher hier im Blog anonym herummaulen.

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    5. Ein faktisch unkündbarer Schwfelkopp zu werden, hätte natürlich seinen Reiz. Aber wie das bei Wahlen so ist, es gewinnt nicht der Beste, sondern die die schon immer das waren. Stichwort Merkel.

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    6. War ja klar, dass da nichts kommt.

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  7. Wer kontrolliert eigentlich die Filialleiter?

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  8. Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin, ja sogar jede Filialleiterin weiß, dass durch nicht angelieferte Packstücke/Wannen ein Großteil des Schwundes verursacht wird. Und bei der personellen Unterbesetzung in den Filialen und der kaum noch stattfindenden Überwachung wird sicher nicht wenig an den Kassen vorbei aus den Verkaufsräumen getragen. Statt hier sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, verdächtigt die Geschäftsleitung uns Mitarbeiter. Mehr und mehr zeigt sich, wie sehr die Führung dieses Unternehmens gegenüber ihren Mitarbeitern eine feindselige Haltung eingenommen hat. Ich finde das regelrecht schockierend.

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    1. Nicht nur die Mitarbeiter und Filialleiter wissen, dass man sich bei Hugendubel bedienen kann. Unter den Münchener Jugendlichen soll angeblich schon der Spruch kursieren: "Wenn du ein Buch brauchst, geh zu Hugendubel und leih es dir!" - Ob die geliehenen Bücher dann allerdings wiedergebracht werden, weiß ich nicht. Aber unsere Geschäftsleitung hat da bestimmt Zahlen. Oder etwa nicht?

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  9. Ist das überhaupt erlaubt mein Auto zu kontrollieren? Wo steht das?
    Mein Auto geht niemanden was an!

    Auch die Dinge die ich in meiner Tasche hab, gehen keinen was an! Muss ich erst überlegen, was ich morgens mitnehmen kann, weil ich evtl meine Tasche dem Filialleiter zeigen muss?
    Was ist mit meiner Privatsphäre?
    Hallo?

    Generalverdacht gegen Mitarbeiter. Das ist schon echt krass. Wo bleibt die Wareneingangskontrolle, wo die Warensicherung, wo sind die ausreichenden Detektive?

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  10. Detektive? Nicht mal ein einziger, höchstens zweimal im Monat einen halben Tag lang. Kein Personal, nirgends. Kann jeder Kunde praktisch alles mitnehmen, merkt keiner. Buchhändlerpersonal ist damit beschäftigt, zu GRÜßEN, anstatt arbeiten zu können und dabei die Augen offen zu halten.

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  11. Keinen Cent Lohnerhöhung, dafür Taschenkontrollen. Dankeschön!
    Anonym 22:05 hat vollkommen recht: "Mehr und mehr zeigt sich, wie sehr die Führung dieses Unternehmens gegenüber ihren Mitarbeitern eine feindselige Haltung eingenommen hat." Wann kommt der nächste Streik? Mir reichts langsam.

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  12. Der Fahrzeugkontrolle sehe ich gelassen entgegen. Ich habe nämlich keins. Könnte ich mir bei meinem Gehalt auch gar nicht leisten.

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  13. Man sieht am Beispiel der Fehleinschätzung des Schwunds beim Wareneingang, dass die oberen Etagen von der Regionalleitung über die GL bis zu den Hugendubels keinen Schimmer von der Realität im Betrieb haben. Und die FL und AL trauen sich nichts zusagen, obwohl sie es besser wissen möchten. Diese Unkultur lässt sich in vielen Bereichen beobachten. Und wenn dies Firma untergeht, dann nicht weil wir zuviel Personal haben, die zuviel verdienen, sondern wg. einem miserablen Management.

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  14. Wer wissen will, wie verbreitet es mittlerweile ist, bei Hugendubel Bücher zu klauen, braucht sich nur diesen Trailer zu "Fack ju Göhte" anzuschauen:

    https://www.youtube.com/watch?v=YjAEm75LZdc

    (da wird Hugendubel namentlich genannt bei 0:20)

    Unter Jugendlichen ist es längst bekannt, seine Bücher bei Hugendubel nicht mehr zu kaufen, sondern sie "auszuleihen". Wenn sogar schon im Kino Witze darüber gemacht werden...

    Ist ja auch klar! Schnell ist durchschaut, dass bei uns keine Warensicherung vorgenommen wird und man die Bücher einfach aus der Tür raustragen kann, ohne dass was passiert.
    Dabei ist der Jugendliche, der hin und wieder mal ein Reclam klaut, höchstwahrscheinlich nicht das Hauptproblem (wobei sich das mit der Zeit auch läppert).
    Schlimmer sind die professionellen Diebe, die uns stapelweise DVDs entwenden.

    Und wie reagiert die GL darauf? Taschenkontrollen bei den Mitarbeitern! Es ist zum heulen!

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