Donnerstag, 12. Juni 2014

Information starts here

 
Netzwerkseite www.labourstart.org
 
 Es war die bisher größte Veranstaltung der Nachrichten- und Kampagnenplattform LabourStart, die vom 23. bis 25. Mai mehr als 300 Gewerkschafter/innen aus 75 Ländern in der ver.di-Zentrale am Berliner Paula-Thiede-Ufer zusammenführte. Gekommen waren Aktivisten und offizielle Vertreter von Gewerkschaften - u. a. aus Bangladesch, Südkorea, Pakistan, Indien, Südafrika, Kamerun, Togo, Russland, der Ukraine, Italien, Frankreich, den USA und Kanada. Unter dem Motto "Globale Krise - globale Solidarität" berieten sie über Möglichkeiten, über Grenzen hinweg den neoliberalen Umwälzungen organisierten Widerstand entgegenzusetzen und die Arbeiterbewegung dort zu unterstützen, wo sie staatlichen Repressionen ausgesetzt ist.
 
 
 
ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske unterstrich die Notwendigkeit von mehr internationaler Solidarität. Mit der Unterstützung von Kampagnen, der Verbreitung von Information und der Unterstützung der Organisierung Beschäftigter will LabourStart das in die internationale Gewerkschaftsbewegung tragen. Die Workshops und Podien ermöglichten Austausch und Begegnungen, wie sie so nur selten möglich sind.

In den Blick genommen wurden Arbeitsbedingungen und Beschäftigtenrechte in transnational operierenden Unternehmen wie etwa PepsiCo und Rio Tinto, aber auch marginalisierte Branchen und das Verhältnis der Gewerkschaften zu Kultur, Medien und Geschichte. An vielen Beispielen wurde deutlich, wie Kampagnen wirksam die Gewerkschafter/innen anderer Länder in ihrem Kampf unterstützen können.
Einen Schwerpunkt der Konferenz bildeten Methoden und Strategien digitaler Kommunikation. Als linke, demokratische Gewerkschaftsbewegung will LabourStart insbesondere an der Basis noch stärker für ein Denken und Handeln über den nationalen Tellerrand hinaus wirken.


LabourStart.org

Das unabhängige Netzwerk LabourStart wirkt als internationale gewerkschaftsnahe Bewegung und als Forum für Information und Diskussion. Ein breites Netz ehrenamtlicher Korrespondent/innen liefert Meldungen für die Webseite www.labourstart.org. Der Nachrichtendienst bedient in mehreren Sprachen hunderte gewerkschaftliche Internetseiten in aller Welt. Es gibt Ticker für verschiedene Themengebiete, Regionen und Kampagnen. LabourStart verbreitet darüber hinaus Videos mit Gewerkschaftsnachrichten und veranstaltet jährlich Wettbewerbe zu Film und Foto. Das 1998 in London von dem Autor Eric Lee gestartete Projekt zählt heute mehr als 125.000 Gewerkschafter zu seinen Unterstützern.



Druck machen auf den Handel: 
Interview mit Nazma Akter, Textil-Gewerkschafterin in Bangladesh
 

 

Was hat Sie zur LabourStart-Konferenz nach Berlin geführt?
Die internationale Solidarität ist für uns außerordentlich wichtig. Bei LabourStart kommen Menschen aus der weltweiten Gewerkschaftsbewegung zusammen, um Ideen auszutauschen und künftige globale Aktionen zu planen. Meine Gewerkschaft SGSF vertritt etwa 700.000 Beschäftigte in der Textilindustrie, dem größten Wirtschaftszweig von Bangladesch.

Wie wirkt sich die Globalisierung in Ihrem Land aus?
Die Unternehmen gehen vor allem wegen der billigen Arbeit nach Bangladesch. Das bedeutet niedrige Löhne, schlechte und oft gefährliche Arbeitsbedingungen, die Behinderung gewerkschaftlicher Organisation.

Wie können deutsche Gewerkschafter Sie unterstützen?
Deutschland ist der wichtigste Markt für unseren Export. Diejenigen, die Kleidung kaufen, haben die Macht, Druck auf Handel und Hersteller auszuüben. Verbraucher und Gewerkschaften können unsere Verhandlungsmacht für fairen Handel und würdige Arbeitsbedingungen stärken.




Quelle: www.verdi-news.de



 


Kommentare:

  1. Frau Akter hat Recht, niemand würde in Bangladesh irgendwas herstellen lassen wollen, wenn die Löhne höher und die Arbeitbedingungen besser wären. Dann würde sich das nicht lohnen und Bekleidung würde wieder in Deutschland hergestellt, wie sich das gehört. Solidarität gehört in erster Linie Produktion und Handel vor der eigenen Haustür. Diese ganze Gobalisierungs- und EU-Spielregeln nutzen nur den Konzernen, in unserem Fall deutlich sichtbar an Amazon. Und wenn das Erdöl mal weg ist, bricht das ganze schöne Spielzeug Globalisierung zusammen.

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  2. http://www.youtube.com/watch?v=0jsQEwW4DVw

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