Mittwoch, 31. Juli 2013

Verkaufen um jeden Preis?


 E-Mail an uns


In den Hugendubel-Filialen soll es demnächst von der GL geplante Verkaufsschulungen geben, die gezielt auf den "aktiven Verkauf" eingehen. Gegen gute Verkaufsschulungen wird kein Kollege einen Einwand haben, sehr wohl aber gegen das darauf folgende geplante "Überwachungssystem" durch die Vorgesetzten. Wie wir erfahren haben sind die Vorgesetzten angehalten, genau zu kontrollieren, ob diese Schulungsmaßnahmen umgesetzt werden. Ansonsten drohen den MitarbeiterInnen "Sanktionen".

Da passt es sehr gut, dass der Blog-Redaktion ein Erfahrungsbericht zu diesem Thema von KollegInnen aus den Weltbildplus-Filialen zugesendet wurde.

Lest selbst und fragt euch anschließend, ob uns bald die gleichen Zustände erwarten?
Wurde die Idee des "aktiven Verkaufens" etwa von Weltbild übernommen?



Liebe Redaktion,

ich würde mich sehr freuen, wenn ihr den folgenden Artikel in eurem Blog veröffentlichen würdet.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, wenn die Öffentlichkeit mal erfährt, wie es für einen Mitarbeiter in einer Weltbildplus Filiale so ist, für ein an einem christlichen Menschenbild ausgerichteten Unternehmen zu arbeiten.

Zur Erklärung:
Wir müssen jedem Kunden ein bestimmtes Buch (z.B. einen Krimi oder einen Liebesroman) aufdrängen, egal ob Kind oder jenseits der 80. Wenn dann nicht genügend Bücher verkauft werden, schreit uns der Bezirksleiter an und droht mit Abmahnung oder gleich Kündigung. Nicht jeder von uns hat eine dicke Haut. Hinzu kommt der unsichere Arbeitsplatz aufgrund von Befristung und die Erpressbarkeit, die damit einhergeht. Verständlich, dass manche dann zu Weinen anfangen.

Montag, 29. Juli 2013

Altersarmut für Hugendubel-Beschäftigte?

Wer bei Hugendubel nach Tarifgruppe II des für Bayern gültigen Entgelttarifvertrages bezahlt wird, kommt nach 40 Jahren durchgehender Arbeit ohne Unterbrechung in Vollzeit auf eine Rente, die nur wenige Euro über der gesetzlichen Mindestsicherung von derzeit 688 Euro liegt. Die Kolleginnen und Kollegen von Ex-Weiland oder Weltbildplus/Jokers erreichen - nicht zuletzt als Folge von Tarifflucht oder Teilzeitjobs - bei wesentlich geringeren Gehältern nicht einmal das.

Und dennoch müssen wir uns alle, egal ob zu Konditionen von Alt-Hugendubel, Ex-Weiland, Ex-Habel oder Ex-Schmorl arbeitend, von den Unternehmensbesitzern und ihren Managern anhören, dass wir nichts weiter als Kostenfaktoren auf zwei Beinen sind. Dass wir abgruppiert werden sollen. Dass wir durch neue Rationalisierungs-Software überflüssig gemacht werden sollen. Weil wir alle angeblich zu "teuer" sind.

Ein Leben lang arbeiten für nicht mal eine Armutsrente? In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?
Was ist das für ein politisch und ökonomisches System, das diese Zustände produziert?
Und wie können wir es verändern, dass wir als lohnabhängig Beschäftigte ein gutes Leben führen können?
Höchste Zeit also, um nicht nur über unsere Löhne, sondern auch über unsere Renten zu diskutieren!



Mittwoch, 24. Juli 2013

Buchhändlerin: Ich bin nicht überbezahlt!

Email für uns


Die Infoblog-Redaktion:  Nachfolgend veröffentlichen wir eine Mail an uns


Liebe Blogmitglieder,

mit Interesse verfolge ich euren Blog. Anfangs war ich skeptisch, doch ich muß sagen, ohne den Blog wüßte ich nicht, was in unserer Firma so los ist. Größtenteils stimme ich mit euren Artikeln überein, doch jetzt muss ich meinen Unmut über den Artikel "Ein Konzern = ein Gehalt für den gleichen Job?" loswerden.

Um gleich Mißverständnisse vorzubeugen, ich persönlich finde es auch zum Ko... (T'schuldigung), daß in einem Unternehmen / in einem Konzern für beinahe identische Tätigkeiten, unterschiedliche Gehälter bezahlt werden. Jeder sollte das gleich "gute" Gehalt erhalten. Diese regionalen Unterschiede und auch diese Unterschiede im Konzern sind nicht gerecht.
ABER: Ich, Buchhändlerin aus München, bin in keinster Weise überbezahlt!

Montag, 22. Juli 2013

Ein Konzern = ein Gehalt für den gleichen Job?



Normalerweise nimmt man an, dass alle vergleichbaren Angestellten innerhalb eines Konzerns nach einem einheitlichen Entgelttarif bezahlt werden. Jedes Unternehmen hat seine eigene Entgeltstaffelung. Manche Betriebe haben einfach „alte“ Tarif-Strukturen des Vorgängers übernommen.

Die Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg zahlt nach dem Entgelttarifvertrag Buchhandel und Verlage in Bayern. Ebenso Hugendubel in München. Nur zahlt Hugendubel das nicht überall. Auch bei den anderen Unternehmen gibt es Unterschiede nach Bundesland. Diese Liste lässt sich für alle Unternehmen innerhalb des Konzerns beliebig weiterführen.


Durch dieses Durcheinander gibt es unterschiedliche Bezahlungen für den gleichen Job. Und das obwohl wir alle Bücher verkaufen!

Freitag, 19. Juli 2013

Arbeitskampf im Freizeitpark


Freizeitparks sind bei vielen Mitmenschen  ein beliebtes Urlaubsziel. Eine kunterbunte Welt öffnet sich hinter dem Haupteingang. Bunte Farben, fantastische Geschichten – eine Märchenwelt in welcher der Alltag schnell vergessen ist.
Diese Welt ist für die dort Beschäftigten Alltag, für jene die dort tagtäglich ihrer Arbeit nachkommen und versuchen von ihren Löhnen zu leben. Und das ist oftmals gar nicht so leicht. 

Mittwoch, 17. Juli 2013

Bloggen gegen das Hartz-4-System

Eine Jobcenter-Angestellte wehrt sich

Die Hartz-Gesetze wurden vor einem Jahrzehnt von Rot-Grün beschlossen und von CDU/CSU/FDP mitgetragen. Es war und ist eine Kriegserklärung an die lohnabhängig Beschäftigten in diesem Land.
Sie ebneten Lohndumping, Leiharbeit und prekären Jobs den Weg.

Exekutiert wird dieses System von der Bundesagentur für Arbeit. Wenige der dort Angestellten wehren sich so massiv dagegen wie Inge Hannemann, Mitarbeiterin eines Jobcenters im Hamburger Bezirk Altona.
Wir dokumentieren hier ihren Offenen Brief an den Bundesvorstand für Arbeit in ihrem Blog Altonabloggt.

Montag, 15. Juli 2013

Was lange währt, wird endlich gut – oder doch nicht?

Das Hinhalten der Geschäftsleitung - alles nur Taktik?


Viele unserer Kolleginnen haben mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn sie nach der Elternzeit wieder an ihren Arbeitsplatz bei Hugendubel zurückkehren möchten.
Um den Kolleginnen die Rückkehr zu erleichtern, um notwendige Regeln zu schaffen und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, hat sich der Münchner Betriebsrat um diese Problematik gekümmert.

Der Betriebsrat hat der Geschäftsleitung im Jahre 2011 einen Entwurf über eine Betriebsvereinbarung von Vereinbarkeit Familie und Beruf vorgelegt.
Damals hieß es von Seiten der Geschäftsführung: „Es gäbe jetzt Wichtigeres zu tun“. Punkt.