Mittwoch, 2. Oktober 2013

Tarifgeschichte schreiben

Amazon geht nach Polen  -  Tarifkampf geht weiter  -  Interview mit Amazon-Kollege


Gestern wurde bekannt, daß Amazon fünf neue Logistikzentren in Polen und Tschechien aufbauen will, berichtet die polnische Wirtschaftszeitung Puls Biznesu unter Berufung auf Insider-Informationen. An drei Standorten in Polen sollen demnach insgesamt 6000 Arbeitsplätze entstehen. Zwei weitere Zentren sind laut Bericht in der Tschechischen Republik geplant. Eine offizielle Ankündigung der Expansionspläne seitens Amazon gab es noch nicht, der US-Konzern bestreitet derzeit die Pläne für Standortschließungen in Deutschland.

Das verschärft den ohnehin harten Tarifkampf bei Amazon. Denn die Streiks und Proteste bei dem Online-Versandhändler gehen weiter. Mehr als 90000 weltweit, rund 9000 Beschäftigte in Deutschland - der US-amerikanische Online-Versandhändler Amazon ist in knapp 20 Jahren zu einem Global Player gewachsen. Zu einem Riesen, der im Jahr 2012 einen Umsatz von gut 60 Milliarden Dollar gemacht hat. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um 27 Prozent. Und der Konzern wächst weiter. In Brieselang bei Berlin soll im Dezember 2013 das achte Versandzentrum in Deutschland eröffnet werden.

Montag, 30. September 2013

"Organisierte Unverantwortlichkeit"?

Faktencheck:  Die katholische Kirche und der Weltbild-Konzern

Am vergangenen Freitag ging die in Fulda stattfindende Herbsttagung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende. Eines der Hauptthemen war die durch Insolvenz-Gerüchte verschärfte Krise der Verlagsgruppe Weltbild GmbH. Bereits am Mittwoch erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende, Generalvikar Prälat DDr. Peter Beer:

„Die Gesellschafter haben sich intensiv und differenziert mit der aktuellen Problemlage um die Verlagsgruppe Weltbild GmbH beschäftigt. Sie haben sich über die Situation von der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und externen Sachverständigen berichten lassen.  Die Gesellschafter bemühen sich um eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens. Entsprechende Schritte und ein Zeitplan sind besprochen worden. Der Aufsichtsrat ist beauftragt, die Schritte und den Zeitplan umzusetzen.

Die Gesellschafter sind sich der Verantwortung bewusst, die sie zusammen mit dem Unternehmen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben.“

Konkrete Aussagen über die Stiftungskonstruktion und den anvisierten Zeitplan für deren Umsetzung, geschweige denn zur Zukunft der Beschäftigten des Weltbild-Konzerns bekam man nicht.
Die Infoblog-Redaktion hat im folgenden einige Hintergründe recherchiert.

Mittwoch, 25. September 2013

Offener Brief an die Bischöfe

Weltbild-KollegInnen schreiben an die deutschen Bischöfe

Seit vorgestern tagt die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda.
Die 67 Bischöfe bilden das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland und treffen sich in dieser Zusammensetzung nur zweimal im Jahr. Unzweifelhaft werden die Kirchenvertreter dabei auch über ihre Stellung zu WELTBILD diskutieren und Entscheidungen fällen, die uns direkt betreffen.

Der Betriebsrat hat deshalb einen offenen Brief an die deutschen Bischöfe geschickt. Im Namen der Belegschaft bittet der BR die Eigentümer, WELTBILD zu unterstützen und "das Schicksal vieler Hunderter Menschen mit ihren Angehörigen in eine positive Richtung zu führen."

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Montag, 23. September 2013

Buchhändlerisches Kerngeschäft – mit Gustl & Jasmin



Jasmin und Gustl
 

O'zapft is !

ein buntes Wiesn-Kaleidoskop

mit Ira, Beppo, Luna, Justin, Nola, Gilet-Ricardo, Kris, Armin, Roxy

Quellen (Text und Bild) : hugendubel.de / weltbild.de

Sonntag, 22. September 2013

Cartoon zur Bundestagswahl

Karikatur: Reinhard Alff




Wir danken Reinhard Alff für das Zurverfügungstellen seines Cartoons. 
  
Die Hugendubel Infoblog Redaktion                      



Reinhard Alff:   www.alffcartoon.de



Samstag, 21. September 2013

"Neuaufbau" der Verlagsgruppe Weltbild beginnt mit Entlassungwelle

Eigentümer und Geschäftsführung wollen WELTBILD radikal neu ausrichten 

Letzte Woche hat die FAZ berichtet, WELTBILD stehe vor der Insolvenz. Das ist falsch. Trotzdem ist die Lage sehr, sehr ernst. Deshalb hat die Geschäftsführung – auch unter dem Druck der kirchlichen Eigentümer – dramatische und radikale Schnitte beschlossen. Der sogenannte „Neuaufbau“ der Verlagsgruppe könnte mehrere Hundert KollegInnen ihren Job kosten. Die ersten betroffenen Bereiche stehen schon fest: In der Buchproduktion und im Laserdruckzentrum sollen bis zu 50% der MitarbeiterInnen gehen. Aber das ist erst der Anfang.

Als nächstes soll der Bereich CCC (Customer Care Center) unter die Lupe genommen werden. Das hat die Geschäftsführung dem Wirtschaftsausschuss des Betriebsrats bereits angekündigt. Allerdings ohne zu sagen, in welche Richtung die Reise geht. Von einer weiteren Ausdünnung des Personals bis hin zum kompletten Outsourcing ist alles denkbar.

Alle Bereiche sind betroffen

Freitag, 20. September 2013

Abkassiert und abserviert

Was hat es mit der neuesten Schlagzeile auf sich, dass allen Kassenkräften bei Hugendubel in Hannover (ehemals Schmorl und von Seefeld) gekündigt wurde?

Wir sind dem nachgegangen und können nur mit Bedauern bestätigen, dass diese Nachricht der Wahrheit entspricht.
Alle MitarbeiterInnen, die dort an der Kasse gearbeitet haben sind ihre Jobs los. Ersetzt werden sie durch ein externes Unternehmen, welches diese Tätigkeit in Zukunft übernehmen soll. KassiererInnen, die im Gehaltsgefüge bei Hugendubel sowieso schon ganz unten stehen, werden nun von ArbeitnehmerInnen ersetzt, die noch „billiger“ sind. Hugendubel hat sich damit unter die Firmen eingereiht, die Dumpinglöhne bezahlen und denen langjährige, erfahrene Mitarbeiter in keinster Weise etwas wert sind.
Hauptsache billig.

Doch nicht nur die Kassenkräfte sind von diesen „Umstrukturierungen“ betroffen, sondern auch die restlichen MitarbeiterInnen in Hannover müssen sich in Zukunft warm anziehen.

Mittwoch, 18. September 2013

"Die Kollegen hätten am liebsten ihren alten Turnus beibehalten."

Während die Berliner Filialen schon seit einiger Zeit mit einem neuen Arbeitszeitmodell arbeiten, haben nun für Oktober die Münchner Filialen nachgezogen. Nun gilt auch für alle Kollegen dort: kein fester Turnus, monatlich neue Arbeitszeiten und nur noch begrenzte Planungssicherheit. Aber hat der neue Arbeitsplan nur Nachteile? Werden die Wünsche der Kollegen ausreichend berücksichtigt? 

Wir haben uns mit einem Münchner Betriebsrat zum neuen Arbeitszeitmodell und den ersten Erfahrungen, die damit gemacht wurden, unterhalten. 
 
Anfangs des Monats habt Ihr nun zum ersten Mal für alle Filialen in München die neuen Arbeitszeitpläne vorgelegt bekommen. Welche Filialen habt Ihr davor bereits betreut?

Ja, das stimmt. Davor haben wir die Arbeitspläne der Filialen Neuhausen, Pasing, Perlacher Einkaufszentrum und die Fünf Höfe überprüft

Welche Erfahrungen habt Ihr bei diesen Filialen vor dem großen Start in allen Filialen gemacht? Es gab ja auch dort bereits die Wunschlisten?

Was sehr auffallend war ist, dass die Prüfung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Selbst bei nur vier Filialen war der BR tagelang beschäftigt.
Zu den Wunschlisten: die Wünsche - im speziellen die generellen Wünsche - vieler Kolleginnen und Kollegen waren nicht immer ganz eindeutig und oftmals musste selbst der Betriebsrat grübeln, was sich die KollegInnen eigentlich wünschen. Deshalb nochmals der Appell an alle: bitte darauf achten, dass eure Wünsche präzise und eindeutig formuliert sind!