Sonntag, 12. November 2017

Make Amazon pay!

Aktionswoche bei Amazon

 

AktivistInnen kritisieren krankmachende Arbeitsbedingungen und Gängelung

Linke Gruppen rufen für die Woche vom 20. bis 26. November zu einer bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Make Amazon Pay“ auf. Sie wollen mit Veranstaltungen und Aktionen in verschiedenen deutschen Städten die anhaltenden betrieblichen Auseinandersetzungen in verschiedenen Amazon Standorten europaweit unterstützen.

Für Freitag, den 24. November, haben sich die AktivistInnen das Innenstadtversandlager der Amazon City Logistik Alpha GmbH im Berliner Kudamm-Karree (Kurfürstendamm 206 – 209, 10719 Berlin) als Ziel gewählt. Es beliefert KundInnen des Dienstes Amazon Prime und garantiert den Erhalt der Bestellung innerhalb von maximal zwei Stunden. Am sogenannten Black Friday, dem vor allem aus den USA bekannten Schnäppchen-Freitag im Rahmen des vitalen Weihnachtsgeschäfts, lockt Amazon mit zahlreichen Angeboten neue KundInnen – und baut so seine Marktstellung aus. Diese Prime–Garantie ist in den engen Gassen Charlottenburgs allerdings durchaus angreifbar.

Die AktivistInnen betonen, dass es bei ihrer Kampagne nicht allein um die laufenden Tarifauseinandersetzungen geht. Im Fokus stehen die krankmachenden Arbeitsbedingungen, Überwachung und Gängelung durch den Konzern. „Amazon verspricht seinen KundInnen günstige Preise und schnelle Lieferung. Dieses Versprechen kann nur durch extreme Ausbeutung der MitarbeiterInnen gehalten werden“, so Maria Reschka, Pressesprecherin der Kampagne.

 


Da die befristeten und durch inner- wie zwischenbetrieblichen Wettstreit bestimmten Arbeitsbedingungen bei Amazon sowohl gewerkschaftliche Organisierung, als auch Arbeitskämpfe erschwerten, sei die Solidarisierung auch von außerhalb des Unternehmens besonders wichtig, so Reschka weiter.

Die AktivistInnen thematisieren außerdem die Marktmacht von Amazon. Das Unternehmen hat weltweit den drittstärksten Börsenwert und setzt im Logistikbereich auch Standards für andere Betriebe. Die weitreichende Daten-Erfassung zur permanenten Bewertung und Lenkung betrifft bei Amazon nicht nur die Angestellten, sondern auch die NutzerInnen seiner digitalen Dienste. 

Diese gigantische Anhäufung an Daten und Wissen ist dabei jeglicher gesellschaftlicher Kontrolle entzogen. „Amazon ist Vorreiter bei der Nutzung von Big Data und intelligenter Maschinen, welche der Optimierung sämtlicher Bereiche seines Produktionsmodells dienen. Der Mensch wird zum Anhängsel der Apparate gemacht. Wir streiten für eine Zukunft, über die wir gemeinsam bestimmen.“, so Maria Reschka abschließend.


Mehr Infos unter:



 

Kommentare:

  1. "Make Amazon pay" wird der Konzern mit einem müden Lächeln wegstecken.
    Es hilft nur konsequenter Boykott und Aufklärung über das warum und wieso. Niemand, der sich auch nur ein wenig mit den angsprochenen Themen beschäftigt, kann doch ernsthaft eine Bestellung bei A in Erwägung ziehen. Wer selber im Einzelhandel arbeitet, gleich gar nicht. Keine Bestellung, keine Mark für Amazon, das muß die Devise sein. Scheint aber kein Thema zu sein. Lieber wird zum Boykott israelische Avocados aufgerufen, wahrscheinlich auch im schnieken Charlottenburg.

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  2. Die Blockade der Amazon-Auslieferung ist eine konkrete Aktion. Konkreter jedenfalls als im Kämmerchen zu sitzen und darauf zu warten, dass die Leute bei A. nicht mehr einkaufen. Was die Aktion mit israelischen Avocados zu haben soll, ist mir schleierhaft.

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    1. Weil ich nicht zu hoffen wage, daß die faule und verdummende Kundenschar von A dort nicht mehr einkauft, sollte für ein entsprechendes Umdenken geworben werden. Das mache ich im privaten Umfeld, aber eine große Organisation, derer Mitglied Du Dich nennst, könnte da mehr!

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