Montag, 5. Dezember 2016

Silvester? Dieses Jahr später!

Während in Villa... äh.. an den anderen Standorten schon gefeiert wird, wird in München noch gearbeitet...


Bundesweit schließen die Filialen von Hugendubel (bis auf zwei Ausnahmen) an Silvester spätestens um 14 Uhr.
Viele Geschäfte in der Münchner Innenstadt haben dieses Jahr jetzt erstmals am 31.12. bis 16 Uhr geöffnet. Hugendubel möchte seine Filialen hier nun ebenfalls bis 16 Uhr geöffnet lassen.

Der Münchner Betriebsrat hat dem Arbeitseinsatz unserer KollegInnen am 31.12. nach 14 Uhr am Standort München deshalb widersprochen.


Unsere Arbeitsbelastung wird immer größer, gerade auch im Hinblick auf die Schließung der Filiale Marienplatz und die daraus folgende Abwanderung von Kunden auf die umliegenden Filialen. Dazu kommt das anstrengende Weihnachtsgeschäft, das alle die im Einzelhandel arbeiten nur zu gut kennen. Der Aspekt des Gesundheitsschutzes ist auch nicht zu vernachlässigen.
Außerdem hat der Betriebsrat im Blick, dass Unternehmen nichts unversucht lassen das Ladenschlussgesetz bis zum Anschlag auszunutzen. Gesetzlich ist es nämlich sogar zulässig an diesem Tag bis 20 Uhr zu arbeiten!

Hugendubel wollte diesen Widerspruch des Betriebsrats nicht hinnehmen und hat daraufhin die Einigungsstelle einberufen. Dort wurde nach stundenlanger Verhandlung folgende Betriebsvereinbarung abgeschlossen:

Der Arbeitseinsatz nach 14 Uhr erfolgt am 31.12. ausschließlich auf freiwilliger Basis. Diese Vereinbarung gilt bis zum 31.12.2018


Auf eine Vereinbarung, dass am 31.12. zukünftig nicht länger als 16 Uhr gearbeitet wird, wollte Hugendubel sich unter keinen Umständen einlassen. Auch die jetzt abgeschlossene Betriebsvereinbarung, dass nach 14 Uhr nur auf freiwilliger Basis gearbeitet wird, konnte nur nach zäher Verhandlung erreicht werden. Hugendubel wollte auch dazu zuerst keine schriftliche Garantie abgeben.

Kommentare:

  1. Ist doch klar, wohin die Reise gehen soll: Silvester ab 2018 bis 20:00 Uhr, 10 Sonntagsöffnungen (HDE) bzw. 12 Sonntagsöffnungen (Karstadt-Chef Fanderl) als Vorstufe zur totalen Freigabe der Öffnungszeiten, selbstverständlich dann nicht mehr freiwillig und ohne Zuschläge.
    Dass das alles illegal ist, wie das Bundesverwaltungsgericht und die Verwaltungsgerichtshöfe mittlerweile mehrfach festgestellt haben, interessiert nicht. Gut, dass unser BR in München dagegen gehalten hat.

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    1. Das Internet schläft nie. 24/7 Shopping!
      Daher kommt das...

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    2. Ist das wirklich "alles illegal"? Im Artikel selbst steht doch, dass Silvester bis 20:00 geöffnet werden darf (in Bayern, in normalen Bundesländern sieht das anders aus). Dazu hat das Bundesverwaltungsgericht leider gar nix zu gesagt, Kollege Trump MUC

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    3. Illegal, Anonym 9:48, ist nicht die Silvesteröffnung, sondern ein Grossteil der Sonntagsöffnungen.

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    4. Im Gefolge des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts sind bislang Sonntagsöffnungen in Frankfurt, München und anderen Städten untersagt worden. Übrigens nicht nur was den stationären Einzelhandel betrifft, sondern auch Sonntagsarbeit bei Amazon. Weitere Urteile werden folgen, insbesondere in den neuen Bundesländern, wo es teilweise exzessive Sonntagsöffnungen gibt.

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    5. Zum Thema "Internet schläft nie". Ich kann mir schwer vorstellen, dass einer, der es bequemer findet, seinen Kram vom Wohnzimmer aus zu ordern und ihn sich ins Haus schicken zu lassen, plötzlich in unsere Läden stürmen würde, wenn sie länger geöffnet wären - selbst dann nicht, wenn sie 24 Stunden geöffnet wären. Denn der Witz beim Internet-Shopping besteht ja wohl darin, dass man nicht in die Läden zu gehen braucht.

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  2. Interessant bei der Münchener Betriebsversammlung war, wie Drouet sich vor einer klaren Aussage zur vielbeschworenen Freiwilligkeit gedrückt hat. Wir werden 2018 sehen wie lange dann geöffnet sein wird - bis 20:00 Uhr nämlich - und wie viele Freiwillige sich dann melden werden.

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  3. "Freiwillig" klingt irgendwie nach Freiheit der Enscheidung, nach persönlicher Souveränität. Das könnte sogar zutreffen, wenn es sich um eine Kooperative handelt, an deren Entscheidungen und Ergebnissen alle gleichermaßen beteiligt sind. Wäre da nicht ein "eigentümer-geführtes Unternehmen", an dessen strategischen Entscheidungen weder die Belegschaft noch der Betriebsrat massgeblich beteiligt sind. Und schon wird aus Freiheit schnell Zwang und sei es nur ein "Sachzwang" (andere machen es auch). Fragt sich nur, wie der Zwang in die Sachen kommt. Das wird alles solange weiter gehen, bis eine radikale Neubesinnung auf die Anwendung des Grundgesetzes gesellschaftlich greift: Menschenwürde, Persönlichkeitsentwicklung, Recht auf Gesundheit und Familie, Meinungsfreiheit, Eigentumsverpflichtung zu Wohle der Allgemeinheit ... Auf dem Weg dahin ist der Widerstand des Betriebsrates notwendig und richtig. Wer im Einzelnen aufgibt, wird im Ganzen nichts verändern.

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  4. Ich vermisse die üblichen Pro-Europa-Stimmen! Sonst wollen doch alle den letzten Mist, Hauptsache es ist europäisch. Ist nicht die Sonntagsöffnung fester Bestandteil der Lebenswirklichkeit in vielen Ländern Europas und ob die Menschen, die dort Sonntags arbeiten, das mit Zuschlägen tun, darf bezweifelt werden. Es gibt also Errungenschaften, die gegen die Brüsseler Kraken verteidigt werden sollten.

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    1. Dann solltest Du aber auch die 3-stündige Siesta in diesen Ländern nicht unterschlagen.

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    2. Diese Mehrstundensiesta hast Du aus einem Reiseführer der Siebziger Jahre! In den letzten Jahren mal in England, Spanien, Griechenland usw. gewesen? Da ist der Sonntag nicht nur in entlegenen Touristenregionen ein Verkaufstag, höchstens weniger lang, als die anderen.

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    3. Komisch, ich war kürzlich in Rom. Die meisten inhabergeführten Geschäfte waren mittags zu. Im übrigen geht es hier um die Ladenöffnungszeiten und Sonntagsöffnungen in Deutschland, da gibt es genug zu tun, anti-europäische Invektiven sind da fehl am Platz. Im Handel sind mittlerweile extrem arbeitnehmerfeindliche Arbeitszeiten an der Tagesordnung. Gut, dass unser Münchener BR diesem Wahnsinn Einhalt geboten hat.

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  5. Ich hoffe, dass sonntags die Geschäfte zu bleiben. Der Sonntag ist ein Ruhetag für viele Arbeitnehmer und auch die meissten Bürger. Er tut gut, ein ruhiger Sonntag. Die Ruhephasen wurden in der Vergangenheit hart erkämpft und wir müssten alle eigentlich alles tun, um sie zu erhalten. Und wir müssen für mehr Geld streiten, zu wenig um in Münchrn zu leben. Wacht auf, ihr Leute. Grade, die ihr halbes Weihnachtsgeld schon im Sommet brauchen und sich auszahlen lassen. Grade die setzen sich nicht aktiv für mehr Geld ein, komisch

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  6. Aber in München ist doch immer alles so super?!

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    1. Dank unseres engagierten Betriebsrates ist es in München auch besser wie woanders. Wir haben keinen einzigen verkaufsoffenen Sonntag, weil unser BR konsequent die Interessen der Beschäftigten vertritt. Silvester gilt arbeitsrechtlich als normaler Arbeitstag, deswegen wurde hier das Mögliche herausgeholt. Und wie sieht es bei Dir aus?

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    2. Besser wie woanders. Das heißt also: Besser, so wie es überall besser ist. Und das Mögliche herauszuholen, ist immerhin möglicher, als das Unmögliche herauszuholen. Man kann sogar sagen, es ist das einzig mögliche.

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