Freitag, 8. April 2016

Wir lassen uns nicht spalten!

Demo gegen Mißbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen


Der Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen nimmt immer mehr zu, in allen Branchen, ob Automobilhersteller, Schlachthöfe, am Bau, im Einzelhandel und in Krankenhäusern, in Druckbetrieben, in Schulen, und Verkehrsbetrieben. So werden hunderttausende Kolleginnen und Kollegen schlechter bezahlt und schlechter behandelt als die Stammbelegschaft – und damit zum Lohndumping missbraucht.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD zugesagt: „Den Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit werden wir verhindern.“ Die CSU blockiert den Entwurf des Arbeitsministeriums zum Thema Werkverträge und Leiharbeit. Jetzt bekommen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: NICHTS.

Kundgebung am Samstag, den 9. April in München 
 ab 11 Uhr auf dem Odeonsplatz 


Der Missbrauch von Leiharbeit nimmt immer mehr zu.
Viele Arbeitgeber reduzieren die Leiharbeit nicht, sondern bauen sie sogar weiter aus. Im Juni 2015 waren in Deutschland über 960.000 Menschen in Form von Leiharbeit beschäftigt. Im Vergleich zum Juni 2013 sind das fast 100.000 Beschäftigte mehr.

Problem Werkverträge
Neben zeitlich befristeten Arbeitsverträgen und Leiharbeit haben die Arbeitgeber mit dem Werkvertrag einen weiteren Weg für sich entdeckt, die Schutzmechanismen des Arbeitsrechts auszuhebeln. Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung stuft viele Werkverträge als rechtlich problematisch ein.

Alle Branchen betroffen
Der DGB Bayern stellt branchenübergreifend eine zunehmende Spaltung der Beleg-schaften durch Leiharbeit und Werkverträge fest. Es besteht eine Art Mehrklassengesellschaft in den Betrieben und Dienststellen. Hunderttausende Kolleginnen und Kollegen werden schlechter bezahlt und schlechter behandelt als die Stammbelegschaft, sei es in der Automobilindustrie, im Baugewerbe oder im Krankenhaus. Lohndumping und geringere Sozialstandards sind die Folgen. Damit nimmt auch der Druck auf die Stammbelegschaften zu.

Regulierung notwendig
Eine sinnvolle Nutzung der Leiharbeit und Werkverträge stellt niemand in Frage. Wo jedoch Löhne gedrückt, Arbeitnehmerrechte unterlaufen und Mitbestimmungsrechte ausgehebelt werden, ist die Grenze deutlich überschritten. Leiharbeit muss auf seine Kernfunktion der Spitzenabdeckung zurückgeführt werden. Werkverträge müssen besser von der Leiharbeit abgegrenzt werden. Der DGB Bayern fordert von den politisch Verantwortlichen, dem systematisch betriebenen Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen endlich ein Ende zu setzen.

Koalitionsvertrag dank CSU auf Eis
Im Koalitionsvertrag schrieben Union und SPD fest: „Den Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit werden wir verhindern.“ Der DGB und die Mitgliedsgewerkschaften halten diese Vereinbarung weiterhin für richtig. Die Koalition hat sich darauf verständigt, „die Leiharbeit auf ihre Kernfunktionen hin zu orientieren. Auch „rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werkverträgen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen verhindert werden.“Es ist mehr als befremdlich, dass das geplante Gesetz vor allem durch Druck des Koalitionspartners CSU und der Arbeitgeber auf Eis liegt. Wir brauchen ein wirksames Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen.
Lasst uns  auf der Kundgebung in München Druck für eine faire Arbeitswelt machen!
 
  

Wir lassen uns nicht spalten!
 
Kommt zur Kundgebung am
9. April 2016 in München um 11 Uhr, Odeonsplatz
 
 
 

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