Samstag, 13. April 2013

It's later than you think


Betriebsversammlung in München

Am 12. April fand im DGB-Haus in München die Betriebsversammlung statt.
Zu Gast waren außer unserem Gewerkschaftssekretär Georg Wäsler, Hr. Nitz von der Geschäftsleitung und der Personalleiter Herr Drouet.

Zu Anfang wurde das Ergebnis des Einigungsstellenverfahrens zur Arbeitszeit vorgestellt.
Dass es Veränderungen - und nicht unbedingt zum Positiven - geben wird, wurde leider jedem klar. Der BR hat sein bestmöglichstes versucht, um für alle MitarbeiterInnen eine Art Regelmäßigkeit in die Arbeitszeit zu bekommen. Das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats beim Personaleinsatzplan wird zukünftig eine zentrale Rolle spielen. Der BR wird den erstellten Plan der Vorgesetzten und die eingereichten Wünsche der Mitarbeiter sehr genau prüfen und gegebenenfalls bei Nichteinigung bzw. bei groben Abweichungen, Einspruch einlegen.


Was plant die Geschäftsführung?


Ein großes Thema auf der Betriebsversammlung waren natürlich die zukünftigen Planungen der Geschäftsleitung.
Diese Planungen haben ein Ziel: Kostenreduzierung. Dabei geht es selbstverständlich nicht alleine um Sachkosten, sondern auch und im Besonderen um Personalkosten!
Dem Wirtschaftsausschuß wurde am Montag von der GL verkündet, dass es bei unseren ehemaligen Weiland KollegInnen zu Kündigungen kommen wird. Bei diesem Treffen wurde der Abbau von 50 Vollzeitstellen mitgeteilt.
Herr Nitz wich der Frage nach der Anzahl gestern jedoch krampfhaft aus und wollte diese Zahl weder bestätigen noch revidieren. Klar ist, dass es dort in erheblichen Maße zu personellen Maßnahmen kommen wird. Nach Nitz' Meinung müßte man das Personal bei Ex-Weiland dem Personalniveau von Alt-Hugendubel anpassen.

Liebe KollegInnen aus Hamburg, Lübeck, Kiel usw. bitte ruft euch den STV in Erinnerung. Was jetzt benötigt wird ist eine tarifliche Absicherung.

Des Weiteren wurde mitgeteilt, dass die GL bei ca. 15 Filialen 'Handlungsbedarf' sehe. Sei es nun durch Mietvertragsverhandlungen, Verkleinerung der Ladenfläche bis hin zur Schließung.
Die Zukunft der Filiale OEZ z.B. liegt immer noch im Ungewissen. Zwar wurde der Mietvertrag nun bis zum 31. Januar 2014 verlängert, aber wie es dann weiter gehen wird, ist unklar.


 Verwaltung - wie geht es dort weiter?


Auch die Kosten in der Verwaltung sollen reduziert werden. Personal- und Sachkosten müssten dort drastisch gesenkt werden. Wie dies ganz genau umgesetzt werden soll - es geht dabei um Einsparungen in Millionenhöhe - auch dies liegt im Ungewissen. Eine konkrete Aussage dazu war von Hr. Nitz nicht zu vernehmen. Allerdings gab er zu, dass auch hier die Personalkosten ein Thema sein werden.


Einkäufer ade?

Ebenso wurden die angestrebten strukturellen Veränderungen in den Filialen angesprochen. Wenn es nach der GL gehen soll, wird es zukünftig außer den FilialleiterInnen und deren StellvertreterInnen nur noch das "Verkaufsteam" geben, dh. keine Einkäufer und auch keine Abteilungsleiter mehr.
Tarifgruppe 2 soll allem Anschein nach Standard werden. Herr Nitz bestätigte den Wunsch der GF die Tarifgruppe 3 abzuschaffen!

Die GL versteift sich bei dem Thema Einkauf ganz auf Logomate. Ein Knopfdruck aus der Hilblestraße genügt und schon werden die Filialen bestückt werden. Was passiert mit den jetzigen Einkäufern und Abteilungsleitern? Sie werden schlichtweg überflüssig. Kündigung, Abgruppierung?
Herr Nitz bekräftigte erneut, dass Hugendubel im Falle eines Echtbetriebes nicht bereit sei, Garantien zu geben, dass es durch Logomate nicht zu Kündigungen kommen wird.

Viele KollegInnen haben sich auf der Betriebsversammlung gefragt, ob es denn wirklich möglich ist, dass sie abruppiert werden?
Schorsch Wäsler klärte die KollegInnen auf, dass die "Tätigkeit über die Eingruppierung entscheidet". Außerdem stellte er die Frage, wie man sich auf seinen "Bestandsschutz mit Gehalt und Tarifgruppe" berufen will, wenn es dafür eigentlich keine Grundlage gibt. Der Entgelttarifvertrag ist immer noch in der Nachwirkung, da der Tarifabschluß fehlt. So sind für Änderungen Tür und Tor offen und wer garantiert, dass der Arbeitgeber nicht doch aus dem Tarifvertrag austritt?

Ohne einen Abschluß im Entgelttarifvertrag braucht man nicht über "Besitzstand der Eingruppierung" reden.
Er wies ebenfalls darauf hin, dass es in Sanierungsfällen, tarifliche Lösungen mit ver.di, mit der Haustarifkommission gibt. Und da wäre Hugendubel beileibe nicht die erste Firma die dies in Anspruch nimmt.
Im Mai sind außerdem Aktionen im Einzelhandel geplant. Die KollegInnen von Hugendubel könnten sich diesen anschließen und ebenfalls Transparente hochhalten, um auf ihre Situation und den fehlenden Abschluß beim Entgelt aufmerksam zu machen.

Wie wir erfahren haben, wurde dem Wirtschaftsausschuss am Montag auch mitgeteilt, dass die GL das Gehalt der Kolleginnen -dort wo der Tarifvertrag Buchhandel Bayern nicht zur Anwendung kommt- reduzieren 'möchte'. Der Lohn „soll sich den dort örtlichen Gegebenheiten anpassen“.
Wir hoffen nur, dass alle KollegInnen standhaft sind und sich nicht darauf einlassen. Eine Anpassung an schlechtere Arbeitsbedingungen und an ein schlechteres Gehalt sollte ein striktes NEIN hervorrufen. Eine Orientierung hin zum Schlechteren sollte niemals akzeptiert werden!
Man muß wissen, dass viele unserer KollegInnen dort in einer 40 Std./ Wo arbeiten und bereits mit niedrigerem Gehalt leben müssen, als in den Gebieten in denen der Bayerische Tarifvertrag gilt.


Was geschieht 2014 / 2015? 


Man kann sich ausmalen was passieren wird, wenn die gewünschte "Kostenreduzierung" nicht erreicht wird. Weitere radikale Einsparungen; und Personalkosten stehen immer an oberster Stelle! Personalabbau und Filialschließungen sind die Stichworte.
Wie Herr Nitz auf der Betriebsversammlung selbst verkündete: mit weniger Personal in den Filialen geht es nicht, dann bleiben nur Filialschließungen.

Wie aber sollen die Verwaltungskosten um diesen Millionenbetrag reduziert werden? Dies scheint schier unmöglich.
Welche Auswirkungen hätten Gehaltsreduzierung auf andere Hugendubel-Standorte? Man darf sich dies gar nicht ausmalen und hoffen, dass die KollegInnen sich mit Händen und Füßen wehren werden.
Wenn Einkäufer- und Abteilungsleiterpositionen nicht mehr existent sind, welche Auswirkung hat das auf unsere Gehaltstruktur? Was passiert an sich mit unseren Einkäufern, mit den Abteilungsleiter? Bekommen sie alternative Stellen, gibt es diese Stellen überhaupt im Unternehmen oder ist das von der GL gar nicht vorgesehen und sollen stattdessen Kündigungen ausgesprochen werden?

Was wir aber auf jeden Fall seit gestern wissen ist, dass die Geschäftsführung versuchen wird, ganze Tarifgruppen bei Hugendubel auszulöschen.


BR & Gewerkschaft - Hand in Hand

Es wird auf jeden Fall eine Menge Arbeit auf die Betriebsräte und auf ver.di zukommen.
Wie gestern wieder angemerkt wurde, ist die Möglichkeit des Betriebsrates sehr eingeschränkt, da er sich nur auf das Betriebsverfassungsgesetz berufen kann. Es wurde klar gestellt, wie wichtig das Zusammenspiel von Gewerkschaft UND BR ist, da man nur so etwas erreichen kann.

Es macht sich zwar ganz gut, wenn Herr Nitz seine MitarbeiterInnen zu beruhigen versucht, indem er ein paar arme Worte in Richtung BR verlauten lässt. "Dass das ja alles gemeinsam mit den ArbeitnehmervertreterInnen geregelt werden soll", aber im Endeffekt versucht er so die Gewerkschaft außen vor zu lassen, da er genau weiß, dass die richtig guten und wichtigen Ergebnisse FÜR die MitarbeiterInnen nur gemeinsam von BR UND ver.di erzielt werden können.

Eines ist wieder ganz deutlich geworden: ohne tarifliche Absicherung wird es nicht gehen.
Deshalb nocheinmal der Aufruf an alle: setzt euch für den STV ein. Engagiert euch auch in anderen Regionen dafür. Nehmt eure Betriebsräte zur Seite und besteht darauf, dass diese mit Hilfe der Gewerkschaft aktiv werden. Nur so können wir uns noch einigermaßen absichern und den tiefen Fall etwas abdämpfen. Ohne Aktivitäten, ohne Druck werden wir nichts erreichen. 

Wir alle brauchen eine tarifliche Absicherung – eher früher als später, denn dann kann es zu spät sein.


Kommentare:

  1. Sorry verstehe das nicht.
    - ist die Runterstufung meines Gehaltes (kein Tarif) jetzt freiwillig meinerseits oder wie sonst kann ich das "Bitte sagt nein" verstehen?

    - wie kann man seinen AL Posten einfach abgenommen bekommen, per Änderungskündigung oder wie?

    - und nach welchen Kriterien wird entschieden wer Stellvertreter wird, und wie sieht es da mit dem Gehalt aus.

    Ich wäre dankbar hier Antworten bekommen zu können, da ich weit weg von München bin, konnte ich nicht zur BV kommen.

    AntwortenLöschen
  2. Die Eingruppierung wird nach dem Entgeltrahmen vorgenommen und der tatsächlichen Tätigkeit angepasst. Durch die mittlerweile stark eingeschränkte Buchhändlertätigkeit kann der AG gut argumentieren. Einkäufer und AL können freiwillig eine andere Tätigkeit annehmen, ansonsten droht Änderungskündigung oder sogar betriebsbedingte Kündigung.

    Auch die altern 3er müssen sich in Acht nehmen, da die Entgeltordnung sich im Betrieb geändert hat und die Einstellungen in tg2 mit Zustimmung des BR erfolgten.

    Alles in allem kann ich nur sagen: Jetzt trifft es jene, die vorher immer nur zugeschaut haben, solche Dinge hätte man in einem STV regeln können.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Jetzt trifft es die, die vorher immer zugeschaut haben"... Was ist das denn für eine *** Aussage?! Und woher willst du das wissen?

      Löschen
  3. Bei uns gibt es aber keine Eingruppierung. Und ich habe es so verstanden dass auch in den neuen HUG Filialen ohne bayr. Tarif das Gehalt von allen gekürzt werden soll und da frage ich mich auf welcher Grundlage sollte das geschehen? Ist das jetzt freiwillig oder wie kann man ohne Eingruppierung dazu gezwungen werden auf Gehalt zu verzichten.

    AntwortenLöschen
  4. Gezwungen werden wohl nicht, aber es kann einem "nahe gelegt" werden. Allerdings muß der BR da natürlich auch kräftig gegen halten. Ganz übergangen kann er bestimmt nicht werden, oder?

    Schaut euch doch die Kollegen von der Mayerschen Buchhandlung an, was dort unter Druck und durch minimale Zugeständnisse der Geschäftsführung zugestimmt wurde.

    Allerdings bin ich kein Rechtsexperte.

    AntwortenLöschen
  5. Hm, also ganz ehrlich, es gibt die Form der Kurzarbeit, da bekomme ich auch weniger, muss aber auch weniger arbeiten.
    Warum sollte ich also genauso viel arbeiten, aber weniger bekommen?
    Da ist ja Kurzarbeit noch ne bessere Option!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und über Kurzarbeit bestimmen wir alle selber?
      Oder nur Dein BR und Du?
      Ihr ruftbei der GL an und sagt: "weil wir ohnehin schon zu wenig Personal in der Filiale haben und auch mal etwas Tolles vorschlagen wollen, geht unsere Belegschaft nun in Kurzarbeit. Hochachtungsvoll..."
      Gibt es noch mehr Ideen, die uns weiterbringen?

      Löschen
    2. Nichts kapiert, was? Ich rede davon dass ich nicht einsehe, für weniger Geld genauso viel zu arbeiten!

      Löschen
    3. Das habe ich sehrwohl verstanden. Das fänden wir alle nicht gut. Fanden die Mitarbeiter der Mayerschen übrigens auch nicht, was ihnen wenig geholfen hat.
      Kurzarbeit in diesem Zusammenhang zu erwähnen macht doch wohl keinen Sinn, weil es typischerweise darum geht, Phasen geringen Arbeitsaufkommens abzudecken. Kann ja in Bayern immer noch anders sein, in unserer Filiale sieht es eher so aus, daß die Mitarbeiter immer mehr zu tun haben.
      Was Du vielleicht meintest, daß Du weniger arbeiten willst für's gleiche Geld, kannst Du nicht nur in unserer Firma vergessen.

      Löschen
    4. Die sogenannte "Kurzarbeit" wg. schlechter Auftragslage kann nicht einfach so eingeführt werden, da hier arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Fragen berührt werden. Um die Entgeltersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung, das so genannte Kurzarbeitergeld, beanspruchen zu können, muß in Deutschland die Arbeitsagentur eingeschaltet werden. Kurzarbeit kann immer nur Überbrückung sein, kein Dauerzustand (die Vermittlung in Arbeit hat für die Arbeitsagentur Priorität). So hat es sich vor ca 10 Jahren verhalten, als Hugendubel für einige Zeit Kurzarbeit eingeführt hat. D.h. die Löhne wurden teilweise von der Arbeitsagentur übernommen.

      Interessant ist auch folgender Aspekt: Im Sozialtarifvertrag gibt es einen Passus, der zur Sicherung der Arbeitsplätze auch die Einführung von Kurzarbeit vorsieht. Dies wurde und wird von der GL kategorisch abgelehnt.
      Ihnen geht es nicht um eine befristete Maßnahme, sondern um endgültigen flächendeckenden Personalabbau.

      Löschen
    5. Noch eine Ergänzung zur Mayerschen: dort ging es nicht um Kurzarbeit, sondern um eine "freiwillige" Erhöhung der Wochenarbeitszeit;
      vgl. den aufschlußreichen Artikel im Infoblog:
      http://hugendubelverdi.blogspot.de/2012/12/unbezahlte-mehrarbeit-bitte-hier.html

      Bei der Mayerschen gab es fast nirgends Betriebsräte, der gewerkschaftliche Organisationsgrad war katastrophal. Resultat: die Kapitalseite kann machen, was sie will. Daraus sollten wir lernen.
      Nur mit Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft zusammen kann so etwas verhindert werden.

      Löschen
    6. Oh Mann. Ich will nicht "weniger arbeiten fürs gleiche Geld" sondern logischerweise weniger arbeiten wenn ich weniger Geld bekommen soll.
      Was bitte ist daran so schwer zu verstehen.

      Löschen
    7. Deinen Wunsch verstehe ich sehr wohl; allerdings ist er mit den Plänen der GL leider nicht kompatibel. Die GL möchte, daß Du weniger Geld bekommst - aber genau so lange oder am besten noch länger arbeitest wie bisher. Ist DAS so schwer zu verstehen?

      Im übrigen gilt: die Wochenarbeitszeit ist im Manteltarifvertrag geregelt, der Verdienst ist im Entgelttarifvertrag geregelt (sofern ein Tarifvertrag in Deinem Bundesland wirksam ist).
      Innerhalb dieses Rahmens kannst Du deine Arbeitszeit (und damit dein Gehalt) reduzieren - falls die GL mit deinem Wunsch einverstanden ist.
      Falls die GL aus dem Tarifvertrag aussteigt, ist die Situation offen bzw. gilt die Nachwirkung.

      Löschen
  6. Gehaltskürzungen:

    Wenn sich dein Arbeitsvertrag auf den bayrischen Tarifvertrag bezieht, hast du individualrechtlich ein Anspruch auf diesen (Bestandsschutz). Entweder du verzichtest freiwillig auf Gehalt oder erhältst ähnlich wie vorhin schon beschrieben eine Änderungskündigung. Sollte Hugendubel dir plötzlich weniger bezahlen, kann man die Differenz schriftlich geltend machen und muss den Anspruch notfalls auch gerichtlich durchsetzen. Wichtig ist eine Tarifbindung, egal wo bei Hugendubel. Sollte dies so weit kommen, dass Hugendubel den bayrischen TV nicht mehr anwendet oder gar ganz aus dem TV aussteigt, müssen die KollegInnen sich organisieren und Hugendubel mit Druck an den Tarifvertrag binden. Auch wenn Hugendubel aus dem Arbeitgeberverband aussteigt, so kann immer noch ein Haustarifvertrag (Anerkennunstarifertrag) euch an den Tarifvertrag binden, aber mal ehrlich: Ist dazu die gewerkschaftliche Kraft bei Hugendubel vorhanden?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unsere Filiale ist NICHT im bayrischen Tarif. Jeder bekommt irgendein irgendwann ausgehandeltes Gehalt.
      Was ist da dann?

      Löschen
    2. Jetzt wäre noch interessant, unter welchen Bedingungen eine Änderungskündigung Erfolg hat. Nachdem man ja nach seinem Tätigkeitsprofil bezahlt wird, macht es ja z. B. keinen Sinn nach Annahme einer Änderungskündigung freiwillig die ursprünglichen Tätigkeiten weiter zu leisten... Wer also soll in Zukunft die Arbeit der AL und EK machen - und kommt mir jetzt nicht mit Software, das funktioniert nur bei programmierbaren Tätigkeiten!

      Löschen
  7. Hugendubels Umgang mit dem Personal scheint dem Vorbild Schlecker zu folgen. Die Deklassierung der Buchhändler muss dringend in die Öffentlichkeit gebracht werden. Die Haltung der Geschäftsleitung gegenüber den Mitarbeitern ist unverschämt; man möchte fast von einer Art ethischen Verwahrlosung in Bezug auf soziale Verantwortung und Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sprechen. So wird dieses Unternehmen keine Zukunft haben, auch die Kunden werden glücklicherweise endlich sensibler.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Glücklicherweise endlich sensibel" bedeutet einen vorübergehenden Boykott und damit noch weniger Geld, in Folge Personalentlassungen und Schliessungen.

      Ob uns das dann weiterbringen wird? Ich weiss es nicht.

      Löschen
    2. Hugendubel hätte in der aktuellen Situation die einmalige Chance, darauf zu verweisen, daß z.B in Bayern nach Tarifvertrag bezahlt wird und daß es in vielen Filialen BetriebsrätInnen gibt. Man könnte gegenüber Amazon damit punkten, daß man immer noch soziale Standards einhält. Aktuelle Berichte im Buchreport deuten darauf hin, daß viele Kunden sich von Amazon abgewandt und dem stationären buchhandel (wieder) zugewandt haben.

      Diese Chance zur profilierung wird nicht genutzt, da die GLja am liebsten selber Tarifflucht begehen möchte und Lohndumping betreiben möchte. So sieht´s aus.

      Löschen
  8. Herzlichen Dank an unseren Betriebsrat, daß er in Sachen Arbeitszeitmodell das für einen Betriebsrat mögliche herausgeholt hat. Danke auch an den Kollegen Horn, der uns mit deutlichen Worten daran erinnert hat, daß wir mit unserer Gewerkschaft noch mehr erreichen könnten (und wie auf der BV von einem Kollegen angemerkt wurde, ist es ja kein Zufall, daß wenn Nitz von "Arbeitnehmervertretern" spricht, er nie unsere Gewerkschaft meint).

    Eine kritische Anmerkung möchte ich allerdings schon noch machen:
    ich fand es sehr schade, daß während der Diskussion kritische Fragen an Nitz nur von einer einzigen Betriebsrätin gestellt wurden. Hier hätte ich mir von den anderen Betriebsräten und Betriebsrätinnen mehr Unterstützung und Engagement erwartet. Vielleicht klappt´s ja beim nächsten mal!

    AntwortenLöschen
  9. Ich lese hier regelmäßig Berichte über die Betriebsversammlung in München.
    Den Autoren danke ich für die Arbeit, die sie sich machen, da ich es für sehr wichtig halte, daß man hier offen über unsere Situation diskutieren kann. Ich interessiere mich aber auch für die Entwicklung bei Ex-Weiland, im Rhein-Main-Gebiet oder in Berlin. Gibt es dort keine gewerkschaftlich organisierten Betriebsräte oder sonstige Gewerkschaftsmitglieder, die darüber schreiben könnten? Oder einfach kritische Kolleginnen und Kollegen, die darüber berichten könnten? In der jetzigen Situation brauchen wir dringend einen bundesweiten Informationsaustausch. Diese Vereinzelung ist kontraproduktiv und hilft nur der GL.

    AntwortenLöschen
  10. Danke für den informativen Bericht, die interessanten Kommentare.Kuurzum, es bleibt dabei: Ohne die noch (laut Eingruppierung Entgelttarifvertrag) Buchhändlerinnen und Buchhändler, die Kolleginnen und Kollegen können die Betriebsräte und ver.di nur begrenzt dem "Arbeitgeber" Einhalt gebieten. Miteinander, alle zusammen an einem Seil ziehen, da sieht das schon anders aus. Das ziehen am Seil kann der Sozialtarifvertrag sein, wenn alle das wollen und sich dafür einsetzen: mit Stimme und der ganzen Person.

    AntwortenLöschen
  11. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Gesetze können wunderbare Sachen sein – oder eben nur bedrucktes Papier.

    Worauf es ankommt ist
    g e m e i n s a m e s ,
    s o l i d a r i s c h e s
    H a n d e l n ! ! !

    Wohin es führt, wenn man nicht gemeinsam und solidarisch handelt, haben wir in der Vergangenheit erlebt.

    z.B. http://hugendubelverdi.blogspot.de/2012/10/weiland-offener-brief-die-hugendubel.html

    Aber die Zukunft ist noch offen...

    AntwortenLöschen
  12. Ich denke, dass Streik wie heute bei der Lufthansa ein gutes Mittel ist - ich will mehr Geld und die geichen Arbeitsbedingungen wie bisher!

    Dafür streike ich mit!

    Lieber BR: Wie wärs mal mit nem Artikel im Merkur oder in der Süddeutschen?
    Habt ihr da Kontakte?

    AntwortenLöschen
  13. Das Lufthansa-Management, verglichen mit unserer GL, ist schon einen Schritt weiter: Kürzung des Weihnachtsgeldes, Verlängerung der Wochenarbeitszeit, Outsourcing. Man kann davon ausgehen, daß das auch noch auf uns zukommt. Die Kolleginnen und Kollegen bei der Lufthansa haben darauf die richtige Antwort gegegebn: ganztägiger Warnstreik.

    Wann sind wir soweit?

    AntwortenLöschen
  14. @ Freundlicher Buchhändler: Liest Du eigentlich Deine eigentliche Branchenpresse oder evtl sogar einmal über den Tellerrand hinaus? Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, für den Buchhandel vs Luftfahrt trifft das aber auf jeden Fall zu. Luftfahrt = steigende Nachfrage; stationärer Buchhandel = sinkende Nachfrage. Du kannst sicher nach höherem Gehalt und warum nicht gleich Arbeitsplatzgarantie fragen, realistisch ist das allerdings nicht. Ein wenig betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen würde manchem hier ganz gut stehen. Mir bleibt nur Kopfschütteln ob solcher Ignoranz ...

    AntwortenLöschen
  15. @Ratlos

    "Ein wenig betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen würde manchem hier ganz gut stehen."

    Seltsam, daß BWL- bzw. VWL-Wissen immer das Monopol der Unternehmer sein soll und daß es nie Alternativen geben soll.

    Oder wie beurteilst Du das zunehmende 08/15-Sortiment, daß durch die neue Software noch langweilioger werden wird? Oder den Imageschaden durch den Kirchenfilter? Kann es vielleicht sein, daß wir mehr Buchhändler-Wissen statt BWL- und VWL-Wissen brauchen könnten?
    Was meinst Du?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ verdi-Mitglied

      Gut wäre die Kombination von beiden Wissensbereichen.
      Die GL denkt immer nur in den BWL-Kategorien (was nicht ganz falsch ist, denn ohne Kohle läuft einfach nichts) und die hier Auftretenden gefallen sich oft darin, diese Kategorien zu ignorieren.
      Natürlich wäre die Kohle für den Filter im Online-Angebot woanders besser angelegt! Wenn im Blog an andere Stelle die gute alte Zeit der Buchlaufkarten beschworen wird, in der die Bestände stimmten usw. muß ich mich aber doch fragen, ob wirklich alle meiner Mitbeschäftigten in der Jetztzeit angekommen sind. Oder überhaupt ankommen wollen.
      Wenn es ein vertrauenswürdiges System gibt, das die Arbeit der Einkäufer übernehmen kann (was ich persönlich bezweifle), dann werden wir es bekommen und keine Einkäufer mehr haben. Nur weil etwas da ist, heißt es doch nicht, daß es immer da sein wird. Der Kaiser, die Pferdedroschken und die Musikcassette sind auch irgendwie verschwunden, weil es keinen wirklichen Bedarf mehr gibt.

      Löschen

Ihr könnt Eure Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählt dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Ihr unter einem Pseudonym schreiben wollt, wählt die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir freuen uns, wenn Ihr statt "Anonym" die Möglichkeit des Kommentierens unter Pseudonym wählt. Das Kommentieren und Diskutieren unter Pseudonym erleichtert das Austauschen der Argumente unter den einzelnen Benutzern.