Samstag, 12. Mai 2012

"Beim Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Hugendubel geht es auch um den Erhalt des Berufs des Buchhändlers"


... mit diesem Zitat Nobert Niemanns beendet Franziska Brüning ihren Bericht in der Süddeutschen Zeitung über den  Protest am Palais

Außerdem heißt es in dem Artikel: 

...  die Hugendubel-Mitarbeiter nehmen die katholische Kirche als Arbeitsplatzgefährderin wahr.  
http://www.sueddeutsche.de/U5s38L/610844/Protest-am-Palais.html

Und deshalb ...

... lassen sie auch dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx keine Ruhe 
(so der Buchreport
: Sozialtarif wird zur Kardinalfrage).
http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2012/05/07/sozialtarifvertrag-wird-zur-kardinalfrage.htm

Dies allerdings ist nicht weiter verwunderlich, wenn Marx sich auch jetzt wieder - wie schon seit Monaten - seiner Verantwortung nur entziehen will und meint, die Belegschaft von Hugendubel mit den immer gleichen gebetsmühlenartig vorgebrachten inhaltsleeren Floskeln hinhalten, besänftigen oder gar "abschütteln" zu können:

Über die Katholische Nachrichten Agentur KNA und das Münchner Kirchenradio ließ Marx erneut längst bekannte Dinge verbreiten: Er habe sei­nen Ge­ne­ral­vi­kar Peter Beer an­ge­wie­sen, in Sa­chen Welt­bild tätig zu wer­den. Als Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der des Un­ter­neh­mens sei er seit De­zem­ber 2011 be­auf­tragt, das Er­for­der­li­che zu tun, damit die kirch­li­chen und sozial­ethi­schen As­pek­te eines mög­li­chen Ver­kaufs im Blick blie­ben. Marx habe mittlerweile mehr­mals ver­si­chert, dass die Erz­diö­ze­se in der Tra­di­ti­on der Ka­tho­li­schen So­zi­al­leh­re stehe und ent­spre­chend ver­ant­wort­lich han­deln werde.
http://www.muenchner-kirchenradio.de/nachrichten/nachrichten/article/erzdioezese-zur-demo-von-hugendubel-mitarbeitern-bei-marx.html


Der Hugendubel-Betriebsrat jedoch gab am Demo-Samstag deutlich zu verstehen, dass er sich mit diesem mittlerweile schon fast hilflos wirkenden "Sonntagspredigt-Ton" eben nicht abspeisen lässt - wie die Rede von Jürgen Horn und die erneute Übergabe eines Briefes an den Kardinal unmissverständlich gezeigt haben.

http://hugendubelverdi.blogspot.de/2012/05/nicht-nur-bachmann-preistrager-niemann.html

Bereits die bischöfliche Reaktion auf die angekündigte Kundgebung zeugt von großer Irritation und Verunsicherung; so versuchte das erzbischöfliche Ordinariat in ungewohnter Eile noch am Tage vor der Demonstration mithilfe einer in sich widersprüchlichen Presseerklärung die Gesellschafterstrukturen von Weltbild-DBH-Hugendubel zu entwirren und Zuständigkeiten ab- bzw. zuzuweisen:

Einerseits wird zwar die eigene Verpflichtung zu einem verantwortungsvollen und fürsorglichen Verhalten gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschworen (siehe oben) - andererseits heißt es jedoch, die Erzdiözese sei zwar Gesellschafterin von Weltbild, aber keine unmittelbare Gesellschafterin der DBH und damit auch nicht der Tochtergesellschaft „Hugendubel“.
An der Buchhandelsgesellschaft Hugendubel ist neben der Familie Hugendubel zu gleichen Teilen die Verlagsgruppe Weltbild beteiligt. Die Buchhandlung Hugendubel wird durch die Geschäftsführung und hier insbesondere durch den geschäftsführenden Gesellschafter, Maximilian Hugendubel, vertreten. Zu aktuellen Fragen verweist die Erzdiözese München und Freising deshalb an die Gesellschaft; somit sei Maximilian Hugendubel zu­stän­dig für die An­lie­gen der Be­schäf­tig­ten.

Kardinal Marx hingegen sah sich allein schon deswegen nicht in der Lage, zum Kundgebungstermin persönlich anwesend zu sein, weil er außerhalb Münchens einen seit langer Zeit zugesagten Festgottesdienst zelebrieren, u.a. ... Hauskapelle und Altar weihen ... und ein restauriertes Feldkreuz habe segnen müssen ...

Und so klopfte die Belegschaft von Hugendubel vergeblich an die Tür des Dieners Gottes auf Erden - wie unsere Kolleg/innen vom Weltbild-Verdi-Blog in ihrem äußerst informativen und sehr gut geschriebenen (und bebilderten) Beitrag zur Hugendubel-Demo: "Keine Menschenopfer auf dem Altar der Rendite" konstatierten.
(An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die erneut sehr überzeugend unter Beweis gestellte Solidarität der Augsburger Weltbild-Kolleg/innen bei der Münchner Demo!)

http://weltbild-verdi.blogspot.de/2012/05/hugendubel-demo-keine-menschenopfer-auf.html

Weite Medien-Resonanz (AZ, MM, tz, Bild, ...) fand die dpa-Meldung Hugendubel-Mitarbeiter demonstrieren in München, mit der "Information" endend, dass Hugendubel für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen sei - und, wen wundert's: Das erzbischöfliche Ordinariat München teilte mit, die Erzdiözese stehe zu ihrer sozialen Verantwortung.
http://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen-regional/hugendubelmitarbeiter-demonstrieren-in-muenchen-23998634.bild.html


An diesem Tag wurde erneut erfahrbar, wie wenig selbstverständlich "soziale Verantwortung" weder bei  "Hugendubel" noch seitens der "Erzdiözese" sind. 
Daher gilt bis auf Weiteres unverändert - wie das Börsenblatt schreibt:  
Die Hugendubel-Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze und fordern eine vertraglich vereinbarte Jobgarantie. 
http://www.boersenblatt.net/528425/

Zumindest der "aktive Kern" der Belegschaft bei Hugendubel wird weiterhin hartnäckig bleiben - und, angeregt durch Niemanns Demo-Rede, wohl auch neue
Bündnisse/Allianzen mit Schriftstellern suchen und (weiter-)entwickeln:
einige Kommentare zum Börsenblatt-Artikel weisen bereits in diese Richtung!

http://www.boersenblatt.net/528425/#comments


Kommentare:

  1. Auch unsere Kollegen des Weltbild Infoblogs haben einen Artikel zur Demo verfasst: http://weltbild-verdi.blogspot.de/2012/05/hugendubel-demo-keine-menschenopfer-auf.html?m=1

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das steht schon oben drin, mit Link. Jedenfalls ist der Weltbild-Artikel sehr lesenswert!

      Danke nochmal den Augsburgern für die Solidarität, auch jetzt wieder beim Münchner Kardinal:

      Da könnten sich sehr viele Hugendubel-Kollegen, die zuhause geblieben sind, eine ganz dicke Scheibe abschneiden!!!

      Löschen

Ihr könnt Eure Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählt dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Ihr unter einem Pseudonym schreiben wollt, wählt die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir freuen uns, wenn Ihr statt "Anonym" die Möglichkeit des Kommentierens unter Pseudonym wählt. Das Kommentieren und Diskutieren unter Pseudonym erleichtert das Austauschen der Argumente unter den einzelnen Benutzern.