Dienstag, 22. Oktober 2013

Weltbild-Kundenservice wird geschlossen - wann ist das HSC fällig?

WELTBILD Geschäftsführer Carel Halff will 140 Leute kündigen – aber der Betriebsrat stellt sich quer

Die WELTBILD-Geschäftsführung hat heute mitgeteilt, dass Herr Halff und Herr Dr. Beer beschlossen haben, unser CCC zu schließen und den WELTBILD-Kundendienst in die Hände von Dienstleistern zu übergeben. Rund 140 MitarbeiterInnen sollen deshalb gekündigt werden.


Der Betriebsrat hat heute morgen ein entsprechendes Papier der Geschäftsführung erhalten und ist zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgefordert worden. Das Gesetz sieht vor, dass im Rahmen des Interessensausgleichs nicht allein über „sozialverträgliche“ Kündigungs-Modalitäten verhandelt wird, sondern dass BR und GF gemeinsam nach alternativen Lösungen suchen und beraten, wie Kündigungen im Zuge einer Betriebsänderung (z. B. Outsourcing) vermieden werden können.

Montag, 21. Oktober 2013

Moving in the right direction

Erstmals Bezirks-Betriebsrat bei Weltbildplus/Jokers gewählt

Erstmals hat sich jetzt der komplette Bezirk Rhein-Ruhr von WELTBILDplus einen eigenen Betriebsrat gewählt. An dieser Wahl ist besonders erfreulich und bemerkenswert, dass dort endlich auch die Vierer-Filialen unmittelbar von einem Betriebsrat vertreten werden.

Die Rechtlosigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Vierer-Filialen war und ist der GBR-Vorsitzenden Nicole Molthan immer ein Stachel im Fleisch gewesen – und Antrieb für die stetige Aufforderung zu Betriebsratswahlen.

Wie die Wahl im Bezirk Rhein-Ruhr funktioniert hat? Ganz einfach: Die Kolleginnen und Kollegen haben zusammengehalten und sich gemeinsam gegen den Druck des Arbeitgebers gewehrt.

Freitag, 18. Oktober 2013

Massive Streiks vor nächster Tarifverhandlung

Neuer Streikhöhepunkt im bayerischen Einzelhandel


München u.a. 18.10.2013. Im harten Tarifkonflikt um existenzsichernde Tarifverträge im bayerischen Einzelhandel kommt es am Freitag zu einem neuen Streikhöhepunkt: Beschäftigte aus weit über siebzig Betrieben sind zum Streik aufgerufen. ver.di rechnet mit knapp 1.000 Streikenden. Betroffen sind ausgewählte Betriebe von AEZ, Edeka, Esprit, H&M, Ikea, Kaufhof, Kaufland, Karstadt, Marktkauf, netto, real,- und Zara in München, Regensburg, Augsburg, Hof, Landshut, Memmingen und weiteren Orten in der Oberpfalz, in Unter- und Oberfranken, Nieder- und Oberbayern..

„Fünf der zehn reichsten Personen in Deutschland sind Konzernherren aus dem Handel. Auf der anderen Seite können viele Beschäftigte nicht von ihrer Arbeit leben und müssen ergänzende staatliche Leistungen beziehen. Schon das ist ein Skandal. Dass aber die Konzerne erst dramatische Kürzungen bei den Beschäftigten durchsetzen wollen, bevor sie über berechtigte Entgelterhöhungen verhandeln, schlägt dem Fass den Boden aus“, argumentiert Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Fragen und Antworten zum Thema "Befristete Arbeitsverträge"

An dieser Stelle haben wir einige der häufigsten Fragen und Antworten zum Thema "Befristete Arbeitsverträge" gesammelt. Wir möchten damit allen unseren KollegInnen, die bei Hugendubel befristet beschäftigt sind, einen kurzen Überblick über die wichtigsten Themen bieten. Bei weiteren Fragen wendet Euch bitte an Euren Betriebsrat vor Ort.
 

Was muss ich beachten, wenn ich einen befristeten Arbeitsvertrag abschließe? 

Die Befristung des Arbeitsvertrages bedarf der Schriftform. Darunter fallen auch befristete Vertragsverlängerungen. Fehlt es an einer schriftlichen Vereinbarung, so gilt der Arbeitsvertrag als unbefristet.

Schriftlich muss die Dauer des Arbeitsverhältnisses vor Vertragsbeginn festgehalten werden. Die nach Vertragsbeginn vorgenommene schriftliche Niederlegung einer vor Vertragsbeginn mündlich getroffenen Befristungsvereinbarung kann den Formmangel nach der Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes nicht heilen. 

Montag, 14. Oktober 2013

Hugendubel: Betriebsräte wollen Tarifbindung für alle

Tarifverträge des Buch- oder des Einzelhandels galten früher bei Hugendubel in zahlreichen Filialen wie eine Selbstverständlichkeit. Heute geht's mit der Geltung von Tarifverträgen eher wie "Kraut und Rüben" zu: in Bayern (ausgenommen die Tochtergesellschaft Ganghofer), Frankfurt und Berlin wird beispielsweise der bayerische, in Thüringen der dortige Tarifvertrag angewandt. Doch die meisten Filialen sind davon völlig "abgeschnitten", "hängen in der Luft". Das könnte und sollte sich ändern, wenn es nach 19 von 33 Betriebsräten in den Filialen des Unternehmens ginge.
 

Die Geschäftsleitung hat allerdings andere Pläne. Sie möchte mit den Betriebsräten so genannte Betriebsvereinbarungen "Vergütungsordnung" abschließen. In Hannover schreckte sie dabei nicht davor zurück, heftig die "Standortkeule" zu schwingen, also mit der Schließung zu drohen, um sogar gesetzwidrige Regelungen in eine solche Vereinbarung aufzunehmen. Beispielsweise wurde der dortige Betriebsrat gezwungen, einer Anhebung der Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden und einer Verringerung des Weihnachtsgeldes zuzustimmen, obwohl er dies nach Betriebsverfassungsgesetz überhaupt nicht hätte vereinbaren dürfen.

Diesem (gesetzwidrigen) Vorgehen treten die Betriebsräte dere 19 Filialen entgegen und schlagen einen besseren Weg vor: den der Tarifbindung über Verhandlungen mit ver.di. Dadurch bliebe die tarifliche soziale Sicherheit nicht auf bestimmte Buchhandlungen beschränkt, sondern würde bundesweit für alle gelten - und selbstverständlich allen nützen! Die Betriebsräte wissen, dass dies kein einfacher, in aller Regel auch kein schneller Weg zum Ziel sein wird. Sie beginnen ihn mit der Information der Beschäftigten in den Filialen und der gemeinsamen Meinungsbildung über die Sinnhaftigkeit sowie Notwendigkeit von Tarifverträgen. Sobald die Bereitschaft wächst und erkennbar groß genug ist, sich für die Tarifbindung in den Filialen aktiv einzusetzen, dann folgt der nächste Schritt.


Meldung im Börsenblatt: http://www.boersenblatt.net/639955/


Donnerstag, 10. Oktober 2013

"Unser Wissen lässt sich nicht outsourcen!"

WELTBILD-Beschäftigte vom Customer Care Center appellieren an Halff

Ungewohnter Aufruhr in den Fluren der Geschäftsleitung von WELTBILD. Am Dienstag Mittag versammelten sich rund 60 MitarbeiterInnen, um dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Carel Halff, einen Brief zu übergeben, in dem sie selbst Stellung nehmen zur Situation im Bereich Kundendienst.

Die Geschäftsführung hat kürzlich angekündigt, dass im Customer Care Center (CCC) umfangreiche Personal-Maßnahmen bevorstehen. Was genau geplant ist, war bisher nicht zu erfahren. In diesem Zusammenhang wurde den MitarbeiterInnen vorgehalten, dass sie dreimal soviel kosten würden wie der teuerste externe Dienstleister. Deshalb fürchten viele das komplette Outsourcing des Bereichs Kundenservice und damit den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Und was wird aus dem Hugendubel Service Center?


Die Beschäftigten des CCC präsentieren ihren Brief mit 70 Unterschriften vor der Übergabe an
Geschäftsführer Carel Halff der Lokalpresse. Die Augsburger Allgemeine und die Stadtzeitung
hatten RedakteurInnen und Fotografen zu der Aktion entsandt.

Montag, 7. Oktober 2013

Little machines

Buchmesse-Special Kleinverlage: Laika, Kulturmaschinen, Liebeskind, Belleville

"Ökonomische Krisen führen nicht automatisch zu politischen Krisen. (...)  Es ist dennoch immer wieder schwer zu begreifen, wie das kapitalistische System sich aus diesen Krisen heraus erneuert. Es verwundert auch, wie das politische System diesen Herausforderungen trotzt und stabil bleiben kann."


Diese Sätze stehen in dem von Christian Gaedt im März 2013 herausgegebenen Band "Krise der Ökonomie - Krise der Hegemonie". Der Titel ist im Laika-Verlag erschienen und enthält - ausgehend von Ansätzen des italienischen Theoretikers Antonio Gramschi - Aufsätze und Essays zur aktuellen Lage.

Wir nehmen die in dieser Woche stattfindende Buchmesse in Frankfurt zum Anlaß, hier im Infoblog vier kleine Verlage vorzustellen: Laika-Verlag, Kulturmaschinen-Verlag, Liebeskind und Belleville.

Freitag, 4. Oktober 2013

Buch um Buch zugeklappt


September 2013

Westermann, Cornelsen und Klett streichen Arbeitsplätze


Das Bundeskartellamt hat dem Schulbuchverlag Westermann mit Sitz in Braunschweig im Mai genehmigt, den kleineren Verlag "Bildungshaus Eins" in Köln zu übernehmen. Die Folgen: Zum Jahresende sollen 20 Beschäftigte in Braunschweig entlassen und die Sparte Berufsbildung mit zwei Abteilungen geschlossen werden. Die Aufgaben werden nach Köln verlagert. "Wir befürchten, dass dies erst der Anfang ist", sagt ver.di-Landesfachbereichsleiter Lutz Kokemüller.