Mittwoch, 24. Juli 2019

Sitzstreik bei H&M in München



Wohl in keiner anderen Branche gibt es so kreative Formen des Arbeitskampfes wie im Handel. Nach einem Flashmob gab es nun einen dreitägigen (!) Sitzstreik vor der H&M-Filiale in der Haupteinkaufszone Kaufingerstraße in München, die das Management dicht machen will. Nach einem Go-In wehrten sich die Beschäftigten jetzt dort mit einem Sit-In, wie die KollegInnen in ihrem ver.di-Infoblog berichten:

"Vom 08.07.2019 bis 10.07.2019 gab es für Passanten, potentielle KundInnen und Touristen ab 10 Uhr ein etwas ungewöhnliches Bild in der Münchener Fußgängerzone. Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen rief die Gewerkschaft ver.di die MitarbeiterInnen, der im Januar 2020 schließenden H&M Filiale, KollegInnen aus Rosenheim und einer Nachbarfiliale zum Streik auf. 




Aber nicht etwa zu einem der Streiks bei dem laut mit Trillerpfeifen demonstriert wird. Nein!

Diesmal gab es etwas ganz Einzigartiges – einen stundenlangen Sitzstreik MITTEN in der Kaufingerstraße, direkt vor der zu schließenden Filiale. Die KollegInnen, die wenn es nach H&M geht, nach der Schließung dreist „vor die Tür“ gesetzt werden, machten es sich genau dort gemütlich: VOR DER TÜR! 





Genauer gesagt platzierten sich die Beschäftigten mit Picknickdecken, Campingstühlen, Sitzkissen, Tischen & Luftmatratzen vor dem Haupteingang und waren somit zum einen ein bewusstes und gewolltes „Hindernis“ für KundInnen, aber zum anderen auch ein Blickfang für jeden Bummler.

Aber auch wenn der Sitzstreik mit den bunten Decken, Stühlen & Co einen Hauch von Urlaubsfeeling ohne Meer auf den ersten Blick vermittelt, ging es den Beschäftigten nach wie vor um die bevorstehende Schließung und das asoziale Verhalten von H&M gegenüber den eigenen Mitarbeitern, über welches sie die Fußgänger in der Kaufinger Straße ausgerüstet mit Plakaten, Bannern und Schildern aufklärten.



Denn nach wie vor weigert sich das schwedische Unternehmen die 85 betroffenen KollegInnen nach der Schließung - trotz massenhaft freier Stellen in anderen Filialen – weiter zu beschäftigen.

Mit solch direkten Worten richteten sich also die Beschäftigten die vergangenen Tage an die Passanten, die sichtlich am Schicksal der vielen MitarbeiterInnen interessiert waren. 



Die Reaktionen? Wut, Mitgefühl, & das Bedürfnis zu helfen. Viele Passanten, denen die Aktion vor dem Laden erklärt wurde, erwiesen sich sogar sehr solidarisch & setzten ein Statement, indem sie auf ihren Einkauf bei H&M bewusst verzichteten.

Setze auch du ein Statement und teile Beiträge wie diesen, damit jeder davon erfährt, wie H&M derzeit mit seinen Beschäftigten umgeht!"




Quelle: http://verdi-hm.blogspot.com/


















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