Mittwoch, 11. Juli 2018

„Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“


Betriebsrats-Mobbing bei Weltbild
 
Die Nachricht traf die ohnehin gebeutelte Restbelegschaft bei WELTBILD wie ein Guss kaltes Wasser: Der Betriebsratsvorsitzende soll fristlos gekündigt werden. Der direkte Angriff auf die demokratisch gewählte Interessenvertretung ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um die Sanierung des ehemaligen Vorzeigeunternehmens. Nach einer Betriebsversammlung am Montag unterzeichneten die anwesenden Beschäftigten eine Unterstützungserklärung für ihren BR-Vorsitzenden: „Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“.
Denn bei WELTBILD läuft schon lange nichts mehr rund. Im vergangenen Jahr hatte Gesellschafter Walter Droege aus Düsseldorf die Schließung der Logistik in Augsburg gegen den erbitterten Widerstand des Betriebsrats durchgesetzt. Seither kämpft der Versandhändler mit massiven internen Problemen. Die Beschäftigten sind ratlos angesichts der irrlichternden Strategie der Unternehmensführung.

Und nun das: Der langjährige Betriebsrat war erst Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit im Amt bestätigt worden. Im Februar kündigte die Geschäftsführung einen weiteren Personalabbau an, dem sich der Betriebsrat entschlossen entgegenstellte. Nachdem der Arbeitgeber gemerkt hat, dass er gegen den kompetenten und engagierten Betriebsrat nicht durchkommt, greift er nun zu schmutzigen Tricks.

Schmutzige Tricks der Geschäftsführung, um den Betriebsrat loszuwerden

„Es ist typisch, was hier die Geschäftsführung von WELTBILD vorhat. Um die planlosen Strategien des Gesellschafters, Herrn Dröge aus Düsseldorf, gegen jede Vernunft und den Willen der Belegschaft durchzusetzen, will man den Betriebsratsvorsitzenden auf ganz schäbige Art und Weise aus dem Unternehmen entsorgen. Mit schmutzigen Tricks und ehrverletzenden Behauptungen will man den starken und beschäftigtenorientierten Betriebsrat einschüchtern und schwächen. Die Geschäftsführung will so Angst und Verunsicherung im Unternehmen schüren, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken und weiter die Arbeitnehmerrechte massiv einzuschränken“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.

„Der Vorwurf an den Betriebsratsvorsitzenden er habe aktiv zu Straftaten angestiftet ist skandalös und sucht seines Gleichen. Wir werden uns das nicht bieten lassen. Ab heute werden wir mit einer Postkartenaktion, die direkt an den Geschäftsführer Herr Sailer gerichtet ist, die Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat" starten. Wir werden die Kundinnen und Kunden von WELTBILD informieren, wie mit Arbeitnehmerrechten und insbesondere mit Betriebsräten bei WELTBILD umgegangen wird. Die WELTBILD-Geschäftsführung und der Gesellschafter Walter Dröge sind gut beraten, wenn sie diese Sauerei stoppen,“ ergänzt Gürlebeck.





http://weltbild-verdi.blogspot.com/


Kommentare:

  1. Dass das ein Skandal ist, glaube ich euch ja. Aber hättet ihr es nicht einen Tick genauer? Welche Straftaten verübt denn ein Betriebsratsvorsitzender so? Hat er aus dem Betriebsratsbüro einen Bleistift mit nach Haus genommen?

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  2. Der langjährige Betriebsrat soll fristlos gefeuert werden, weil er angeblich einem Kollegen geraten haben soll, sich krank zu melden. Dieser Mitarbeiter war im Februar gekündigt worden, später wurde die Kündigung in eine Versetzung umgewandelt. Die Vorwürfe sind haltlos, und der Betriebsrat hat sich einstimmig gegen die Kündigung seines Vorsitzenden ausgesprochen. Trotzdem treibt der Arbeitgeber das Verfahren gegen den verdienten Interessenvertreter weiter voran. WELTBILD versucht jetzt, sich die verweigerte Zustimmung zur Kündigung vom Arbeitsgericht ersetzen zu lassen.

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    1. Daß der Betriebsrat sich einstimmig gegen die Kündigung eines Mitglieds und Vorsitzenden ausspricht ist wohl nicht verwunderlich. Die übliche Vetternwirtschaft eben. Das kann wohl kaum Maßstab dafür sein, ob die Vorwürfe berechtigt sind oder nicht.

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    2. Solidarisch gegen BR-MobbingFreitag, 20. Juli 2018 um 12:32:00 MESZ

      Die Zahl der Fälle, in denen Firmen mit kriminellen Methoden unbequeme Betriebsräte loswerden wollen, hat sich in den letzten Jahren dramatisch vervielfacht. Weltbild versucht seit langem, viele Beschäftigte mit Mobbing-Methoden rauszuwerfen oder Löhne zu drücken. Der dortige Betriebsrat vertritt entschlossen die Interessen der Beschäftigten und ist deswegen Droege ein Dorn im Auge. Also hör mit deiner Diffamierung auf.

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    3. Der Betriebsrat von Weltbild leistet hervorragende Arbeit und wird deswegen jetzt angegriffen. Ich gehe davon aus, daß das Gericht dieses Mobbing sofort stoppt. "Vetternwirtschaft" ist für mich eher Gemauschel zwischen Unternehmensbesitzern und opportunistischen Betriebsräten, die die Interessen ihrer Kollegen verraten.

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