Montag, 15. Januar 2018

Aufklärung für 2018: Raus aus der Konsumentenrolle!

Jeder und jede kann beim Infoblog mitmachen!


"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung." (Immanuel Kant)

Also: sapere aude! Oder: raus aus der bequemen Konsumentenrolle, die an der einen oder anderen Sache herummosert, aber selber keinen aktiven Beitrag zur Veränderung der Verhältnisse leistet.
Über 1200 Beiträge und 8300 Kommentare könnt Ihr mittlerweile hier im Infoblog finden.
Anonym, frei zugänglich und ohne Zensur (außer der Netiquette, die wir zu beachten bitten).
Denn eines ist klar: an Themen mangelt es uns nicht.

Unterstützung kann man jedoch nie genug haben und so freuen wir uns über jeden Leser, jede Leserin, der vom Konsumenten zum Produzenten wird. Gibt es Themen, über die dringend in unserem Blog berichtet werden sollte? Habt Ihr Informationen, von denen Ihr denkt, dass sie auch für andere Hugendubel-Mitarbeiter von Interesse sind? Könnt Ihr aus erster Hand von Dingen berichten, die uns alle etwas angehen? Was denken die Kollegen über drohende Filialschließungen? Wie seht Ihr die momentane Situation bei Hugendubel?  Was bringt die Zukunft: uns interessiert, was Ihr denkt!

Meist weiß der Süden nicht, was im Norden vor sich geht, der Westen nicht, was im Osten los ist und umgekehrt. Das wollen wir ändern.

Sagt Eure Meinung, berichtet aus Eurem Arbeitsalltag und werdet selbst aktiv!


Mit diesem Blog haben die Mitarbeiter von Hugendubel die Möglichkeit, abseits von schönfärberischen GL-Pressemitteilungen ihre Sichtweise der Dinge in der Öffentlichkeit zu vertreten. Anonymität wird dabei selbstverständlich zugesichert, so dass sich keiner Gedanken über irgendwelche Konsequenzen machen muss.
Wir freuen uns über Eure Artikel und Themenvorschläge!
Schreibt uns: hugendubel.verdi@yahoo.de

Kommentare:

  1. Zweifellos verdanken wir bei Hugendubel den Machern dieses Blogs alle sehr, sehr viel. Soll ihre Aufklärungsarbeit künftig jedoch weitere und breitere Resonanz finden, reichen Appelle wohl kaum. Da gilt es zu beherzigen, was man einst dem Fünfkämpfer zurief, der auf der fernen Insel Rhodos einen Weitsprungrekord aufgestellt haben wollte: Hier ist Rhodos! Hier springe! Auffällig nämlich ist, dass die Blog-Kommentare im Verhältnis zu den Blog-Beiträgen abnehmen - und dies keineswegs ohne Grund.

    Wir haben (zumindest in Bayern) nach einem halben Jahr Tarifauseinandersetzungen weder den Mantel zu noch mehr Geld in der Tasche. Wir haben Auszubildende, für die -wie es aussieht - nicht die geringste Chance auf Übernahme besteht. Wir haben in unseren Filialen eine (inzwischen bis zur Führungsebene hinauf) lauter werdende Kritik an laufenden Zentralisierungsmaßnahmen, die von einem Personalabbau (plus Leistungsverdichtung) begleitet werden, dass es bloß so kracht. Wir haben - mit einem Wort und gänzlich unnett gesagt - einen Riesenhaufen von Scheißproblemen.

    Doch statt dass sie thematisiert und analysiert würden, jagt hier neuerdings eine Menschenrechtsdeklaration die andere - und dann plagen uns auch noch die Sorgen, wie es in fernen Ländern um die Meinungs- und Pressefreiheit bestellt sei. Mag ja gewiss alles schrecklich nett gemeint sein - bleibt aber halt eben leider nur Widerhall eines medialen Mainstreamdiskurses, der mir ebenso verdächtig erscheint, wie er salonfähig ist. Wenn ihr demnächst noch Sportnachrichten oder Skandalstorys über Heidi Plumps-oder-so raushaut, weiß ich, was die Stunde geschlagen hat.

    Schon klar dass der Blick über den Tellerrand des Betriebes das A und O ist, wenn es darum geht Gegenmacht zur Kapitalseite zu entwickeln Aber der konkrete Standpunkt, von dem aus wir die sozialen und politischen Verhältnisse betrachten, darf uns dabei nicht verloren gehen - weil sie allein von einem solchen aus wirklich sichtbar werden. Die großen Narrative helfen nichts, wenn sie keinen Platz im Leben mehr haben. Denn zum Aufmucken und Weltverbessern braucht man ein starkes Motiv - und das kommt (aller historischen Erfahrung nach) selten von ungefähr.

    Jürgen Horn

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    1. Dann schreib doch selber einen Artikel zu den von Dir angesprochenen Themen anstatt die Situation hier in einem sehr umfangreichen Kommentar zu bejammern.

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  2. Mal schauen! Wenn man ihn so nett bittet, wird er vermutlich schwer widerstehen können.

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  3. Ich finde es gut, dass es den Blog gibt. Vor allem, um unseren Chefs zu zeigen, dass wir kämpfen, um mehr Lohn zu erhalten und unseren Manteltarifvertrag unverändert zu erhalten. Unsere Gehälter sind viel zu niedrig mittlerweile; das grenzt in Städten wie München an Ausbeutung. Nur in Zusammenarbeit mit Verdi können wir gegensteuern.
    Deshalb bin ich auch Mitglied.

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    1. Und Du meinst, Deine Chefs erfahren, daß Du kämpfst, weil sie in diesem Blog lesen? Ich dachte, dafür macht Ihr diese Streiks und die Kundenaktionen! Seltsame Logik!
      Der Blog dient dem Austausch, in seltenen Fällen auch der Darstellung abseitige Positionen und linken Spinnereien, aber der Sicherung und Steigerung von Gehältern dient er sicherlich nicht. Und ganz ehrlich, wen interessiert München. Meinst Du in Frankfurt, Leipzig und Hannover läßt sich von einem Hugendubel fürstlich leben, Knappen auftanzen lassen, Schampus und so?

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    2. Nein, in Frankfurt, Leipzig und Hannover läßt sich von einem Hugendubel-Gehalt ebenfalls nicht gut leben. Der Unterschied: in München bzw. in Bayern gibt es nach wie vor einen Tarifvertrag, der bedeutend besser ist als die Vergütungsordnungen, die es sonst in der Firtma gibt. Und warum gibt es diesen Tarifvertrag immer noch? Weil in Bayern und speziell in München es einen vergleichsweise hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad gibt, weil es hier Arbeitskämpfe gibt - und weil es einen Infoblog gibt, der darüber berichtet und mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgt, daß auch Börsenbblatt und die Presse darüber berichten. Das erzeugt genauso Druck wie Aktionen und sind Teil des Arbeitskampfes.

      Und jetzt kommen wir zur Kernfrage: warum organisierst Du Dich nicht? Warum gibt es bei Euch keine Streiks? Vermutlich bekomme ich darauf keine Antwort. Es muß sich auch niemand organisieren und streiken. Nur dann wird eine Gehaltserhöhung zum Gnadenakt des Arbeitgebers, vielleicht alle 10 Jahre mal. Es bleibt ihm nur wie es das Bundesarbeitsgericht mal formuliert hat: "Kollektive Bettelei". Das mag dein Weg sein. Meiner ist es nicht.

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  4. In Berlin z.B. hat ein Teil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen freiwillig neue Vergütungsordnungen unterschrieben, weil ihnen von der Führung suggeriert wurde, dass dies ein wichtiger Beitrag zur Rettung des Unternehmens sei. Für die Argumente des Betriebsrates und der Gewerkschaftsmitglieder waren viele Kollegen nicht empfänglich, da vielleicht der "moralische Druck" für sie zu hoch war oder sie den Ausführungen der Arbeitgeber eher folgen wollten. Unter diesen Voraussetzungen ist es schwerer geworden, gemeinsam Arbeitnehmerinteressen zu verhandeln.
    Die Arbeitsbelastung etwa durch Personalabbau ist enorm angestiegen, viele Kollegen und Kolleginnen sind erschöpft. Nicht wenigen Mitarbeitern ist im Weihnachtsgeschäft klar geworden, dass etwas nicht mehr stimmt in diesem Unternehmen. Die Folge ist aber eher Resignation und Ratlosigkeit.

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  5. Nordglanz, fang an Dich in Deinem Bundesland so zu engagieren wie wir in Bayern. Ich engagiere mich in Bayern für eine bessere Vergütung. Und glaub mir: die Gl liest diesen Blog. Und die Presse auch. Engagiere Dich wie wir!

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