Mittwoch, 17. August 2016

Solidarisch und internationalistisch

Deutsche Gewerkschafter-Delegation zu Besuch in Peru und Kolumbien


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Gewerkschafterdelegation von ver.di und GEW vor einem Cencosud-Supermarkt (Foto: Claudia Schröppel / junge Welt)


Cencosud ist einer der größten Handelskonzerne in Lateinamerika. Seine Profite erzielt das dem deutschstämmigen Chilenen Horst Paulmann gehörende Firmenimperium auf dem Rücken seiner Beschäftigten:

12-Stunden-Schichten waren keine Seltenheit, Lohnerhöhungen gab es jahrelang nur für Manager und Abteilungsleiter. Um sich gegen diese Ausbeutung zu wehren, gründeten die Beschäftigten eine Betriebsgewerkschaft und konnten erste Erfolge erzielen. Doch der Konzern holte über seine Verbindungen in die Politik zum Gegenschlag aus:

"Offenkundig auf Druck des Konzerns wurde im März der deutsche Gewerkschafter Orhan Akman aus Peru ausgewiesen. Als Beauftragter der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI Global Union hatte er die Beschäftigten von Cencosud beim Aufbau ihrer Gewerkschaft unterstützt. Als die Beschäftigten im vergangenen Herbst für einen Tarifvertrag streikten, war Akman dabei und sprach vor dem »Wong«-Supermarkt mit der Madonna am Eingang zu den Kollegen. Daraus machten die peruanischen Behörden eine »Störung der öffentlichen Ordnung« und verbaten dem Gewerkschafter »für immer« die Wiedereinreise.

Ende Juli dann ein Kurswechsel: Die Ausweisung wurde aufgehoben. Akman arbeitet inzwischen wieder in Lima. Am Sonntag begrüßte er zusammen mit Kollegen der Sutragrucep eine Gewerkschaftsdelegation mit ver.di- und GEW-Mitgliedern aus Deutschland, die sich auch als Reaktion auf die Ausweisung Akmans über die Lage in Peru informieren wollen."



Der vollständige Artikel von André Scheer, der für die Tageszeitung junge Welt die deutsche Gewerkschafter-Delegation begleitete, ist hier zu finden: Madonna am Eingang 
(junge Welt, 11.08.2016)

Kommentare:

  1. Wer zahlt den Verdis eigentlich diese Lustreise? Mitgliederbeiträge?

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    1. Mein lieber Anonymus! Die "Lustreise" war eine Solidaritätsaktion für Orhan Akman, wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten vorübergehend aus Perú ausgewiesen. Und jetzt zur Lust und zu den Finanzen: Was mich betrifft, hat mich die Reise von Europa nach Bogota und von dort nach Lima 1622,20€ gekostet. Hotelkosten: ca 420€ in relativ einfachen Etablissement, bezahlt von mir (und jedem/r der Teilnehmer). Weitere Aufwendungen - Taxi durch verstopfte Straßen, u.a. wegen der akuten Gefährdung in öffentlichen Verkehrsmitteln: rund 55€. Lust und Umwelt: Ich bin, bedingt durch den nasskalten Winter und den Smog in Lima, mit einem erheblichen Husten zurückgekommen. Lust und weiteres: Ein "Handy" gewaltsam entwendet, ein in München bekannter Gewerkschafter durch falsche Polizeipapiere in eine Falle gelockt und seine ganze Barhabe entwendet, nach meiner Kenntnis - ich war wieder zurück - ein weiterer feiger Überfall mit erheblichen Folgen. Jedenfalls sind Alle wieder zurück. Und jetzt zur Lust nach meiner Auffassung: Es gibt trotzdem ein gutes Gefühl, wenn man Menschen in ihren täglichen, offensichtlich gefährlichen Kämpfen unterstützen kann, wenn Solidarität gelebt wird, wenn dich Leute empfangen und umarmen, die du vorher noch nie gesehen hast, die aber fühlen und verstehen, wer man ist und warum man die Mühen eines Urlaubes in Gebieten auf sich genommen hat, in die sich Andere nicht einmal trauen. Und jetzt zu den Gewekschaftsbeiträgen: Sie summieren sich seit meiner Lehrzeit auf runde 11000€. Bist Du so nett und "anonym" Deine Beiträge dagegen zu setzen?

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    2. Die Frage wurde hinreichend beantwortet. 1 mit Stern. Setzen!
      Mit Menschen Solidarität zeigen, die in ihrem täglichen Kampf Unterstützung brauchen, ließe sich auch bei den Obdachlosen usw. an jedem S-Bahnhof in Berlin und anderswo. Damit läßt sich natürlich nicht so gut angeben. "Bilder auf meiner Facebook-Seite" mir wird schlecht.

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    3. Und mir wird schlecht, wenn ich Deinen Kommentar lese, Anonym 15:09 Erst versuchst Du die Solidaritätsaktion als "Lustreise" zu diffamieren. Dann spielst Du Dich als Oberlehrer auf und willst Zensuren über das Engagement anderer Leute verteilen, die Du nicht mal kennst. Was machst Du eigentlich? Was soll dieses unsinnige Ausspielen zwischen der Solidarität mit einem Gewerkschafter und einem Obdachlosen? Beides gehört zusammen. Das alles ist nicht nur unkollegial und unsolidarisch, sondern bösartig und widerwärtig.
      Für diese Diffamierung gewerkschaftlichen Engagements sollte hier kein Platz sein.

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    4. Ehrlich gesagt, mir gehts gut, wenn es dem Anonymus und seinen Gesinnungsgenossen schlecht wird. Nur hätte ich trotzdem gern gewusst, wieviele Gewerkschaftsbeiträge - ich meine nicht Beiträge auf Kosten der Gewerkschaft hier im Verdi-Blog - er dagegen zu setzen hat.

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    5. Natürlich keinen einzigen Cent; denn nachdem sich die "Lustreisen"-Unterstellung als Rohrkrepierer erwiesen hat, müssen jetzt die Obdachlosen herhalten. Aber darum geht´s Anonym 15:09 ja auch nicht. Hier geht es einzig und allein um die Diffamierung gewerkschaftlichen Engagements. Und es ist die Wut auf den Blog, der nach 6 Jahren immer noch voll aktiv ist.

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  2. "Solidarität wächst aus der Fähigkeit des Menschen zur Anteilnahme am Schicksal des anderen und aus Mitgefühl. Sie gründet auf der Bereitschaft, für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen. Sie ist die unverzichtbare Grundlage des Sozialstaates.
    Solidarität ist die Grundlage der nationalen und internationalen Gewerkschaftsbewegung und beruht auf gemeinsamen Überzeugungen und Interessen." Aus: "Wofür wir stehen" (ver.di-Grundsatzprogramm)

    Solidarität und Internationalismus sind einer der zentralen Eckpfeilfer unserer Gewerkschaft. Deshalb ist ver.di Mitglied bei UNI Global, deshalb haben aktive Gewerkschaftsmitglieder den Kollegen Orhan Akman unterstützt.

    Wenn Du damit nichts anfangen kannst, dann ist das deine Sache. Dann solltest Du aber so konsequent sein, von unserer Gewerkschaft erkämpfte Tarifleistungen zurückzugeben. Die stehen Dir als Trittbrettfahrer nämlich nicht zu.

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    1. Ya mei, der Trittbrettfahrer, da ist er wieder, der Volksverräter des 21. Jahrhunderts.
      Wird die Frage in einem späterer Agitat beantwortet oder entfällt das?

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    2. Ein Trittbrettfahrer oder eine Trittbretfahrerin ist laut Duden "jemand, der an Unternehmungen anderer Anteil hat, davon zu profitieren versucht, ohne selbst etwas dafür zu tun".
      In Deinem Fall ist es das Einkassieren von tariflichen Leistungen ohne dafür aktiv als Gewerkschaftsmitglied etwas getan zu haben bzw. Mitgliedsbeiträge gezahlt zu haben.

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  3. Was soll das denn heissen? Erstens stammt das Wort "Trittbrettfahrer" bestimmt nicht aus dem 21. Jahrhundert. Dazu habe ich es zu oft von meinem Großvater gehört, der lebte in den Zeiten als es für Leute wie dich ganz einfach abends vor dem Werkstor eins aufs Maul gab. Das ist jetzt allerdings schon etwas länger her.
    Wenn dir von deinen Altvorderen stattdessen tatsächlich der Ausdruck "Volksverräter" geläufiger ist, solltest du das vielleicht besser nicht an die große Glocke hängen. Es klingt so ein bisschen entnazifiziert und könnte der in guter demokratischer Tradition bewährten Familienehre schaden. Außerdem glaube ich nicht, dass eine Reise in ein Land, in dem Gewerkschafter noch immer mit Morddrohungen eingeschüchtert werden, für Gewerkschafter eine Lustreise ist.
    Wie alt und veralzheimert muss einer eigentlich sein, der seit 1933 nichts mehr dazu gelernt hat und sich anscheinend auch noch was darauf einbildet? Oder spricht hier gar nicht der Volkszombie von anno damals, sondern der Millennium-Premium-Depp des 21. Jahrhunderts? Der verlorene Enkel, auf den nicht mal der Opa mit Parteibuch und Persilschein stolz wäre? So oder so - um die Familienehre steht es schlecht!

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    1. Muß das schwer sein, eine Frage zu beantworten... (Es entfällt.)

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    2. Und Du wünscht Dir natürlich die Zeiten zurück, in denen es für Leute wie mich abends aufs Maul gab?

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    3. Ich frage mich eher, Anonym 13:48, wenn man weder mit Gewerkschaft, Betriebsrat, Internationalismus, Solidarität noch mit sonst irgendwas auf dieser Seite übereinstimmt, warum man dann als Gewerkschaftshasser anscheinend jeden Tag auf diese ver.di-Seite surft...

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    4. Es kostet mich Überwindung zugegeben, aber ein morbides Interesse an austerbenden Arten ist dem Menschen wohl eingehaucht. Versteh mich nicht falsch, eine Menge Dinge, die hier angesprochen werden, sind gut, aber anscheinend wird nur gemäkelt - und bei der nächsten Wahl werden die gleichen Rüben gewählt wie immer, die den Mindestlohn um 6 Cent anheben und die Krankenkasse zeitgleich um 10 Euro. Die Beobachtung der Diskussionen hier sollte mir helfen, diese Diskrepanz zu verstehen. Gelingt mir aber nicht. Ich versuche es weiter.

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    5. Der Blog im Niedergang? Bei 1,5 Millionen Seitenzugriffen scheint mir unser Hugendubel-Infoblog eher quicklebendig zu sein. Inhaltlich kommt von Dir nichts. Also musst Du weiter als Arbeitgeber-Troll durch diesen Blog spuken. Ein trauriges Schicksal.

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  4. @ Anonym 10:12

    ver.di unterstützt in Ländern, in denen Gewerkschafter verfolgt und ermordet werden, den Aufbau von Gewerkschaften. Dafür sind politische Informationsreisen notwendig. Für eine international vernetzte Gewerkschaft wie ver.di ist das die normalste Sache der Welt. Die Kosten für diese Reisen kannst Du im jährlichen Rechenschaftsbericht nachlesen, obwohl du weder Mitglied bist noch Beiträge zahlst.

    Aber darum geht es dir gar nicht. Du willst provozieren und anti-gewerkschaftliche Hetze betrieben. Dein Versuch, die Unterstützung für Orhan Akman zu diffamieren, der in einer schwierigen Situation hervorragende Gewerkschaftsarbeit leistet, ist nicht nur unkollegial und unsolidarisch, sondern einfach nur mies.

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    1. Um die letzten Missverständnisse zu klären: ich konnte die Frage nach der, Reisekosten tatsächlich nicht beantworten und halte sie auch angesichts der Sache, um die es hier geht, für unerheblich - zumal sie in der Absicht gestellt wurde, zu provozieren. Unseren Anonymus, der "Ja" mit "Y" schreibt, möchte ich daher auch nicht im Unklaren darüber lassen, dass ich mir die Zeiten, in denen es für Leute wie ihn abends eins aufs Maul gab, keineswegs generell zurückwünsche, ich dachte mehr an die Wiederholung des Vorgangs in seiner Besonderheit. Denn ich finde diesen Lustreisen- und Reisekosten-Schwachsinn auch "einfach nur mies".

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    2. Wow! Es gibt tatsächlich noch Leute, die etwas anderes im Kopf haben, als Reisekostenabrechnungen! Seht ihr, geht doch!

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