Montag, 2. März 2015

"Buchhandlungen sind Orte der Kultur und der Begegnung!"

Poet´s Corner am Marienplatz mit Konstantin Wecker, AutorInnen, KundInnen und Beschäftigten



Schon seit Monaten machen Beschäftigte von Hugendubel ihren Sorgen um ihre und die Zukunft des stationären Buchhandels Luft. Hintergrund ist die beabsichtigte Schließung von Hugendubel am Marienplatz, denn nach Ansicht von ver.di, sind nicht nur akut 85 Beschäftigte gefährdet, sondern damit auch eine wesentliche Stütze von Hugendubel. Die Gerüchte um eine mögliche Fortführung werden von der Geschäftsführung immer wieder dementiert. Deshalb haben sich heute AutorInnen, allen voran Konstantin Wecker, KundInnen, und Beschäftigte in einer neuen Aktionsform zu Wort gemeldet und ihre Solidarität unter Beweis gestellt.



Mit einer öffentlichen Lesung auf dem Marienplatz in München, wollten die Aktiven nicht nur auf die Bedeutung des Buches in unserer Gesellschaft hinweisen, sie setzten auch ein Zeichen für diejenigen, die dafür sorgen, dass wir gute Beratung beim Buchkauf bekommen und gute Bücher unter die Menschen bringen.




Allen voran ließ es sich Konstantin Wecker, trotz übervollem Terminkalender mit seiner neuen Tournee, nicht nehmen für die Beschäftigten zu lesen. Dabei sicherte er nicht nur seine Solidarität und Unterstützung zu, sondern verwies auf die Bedeutung des Buches in unserer Gesellschaft und auf die Menschen die für und mit dem Buch arbeiten. „Buchhandlungen sind Orte der Kultur und der Begegnung, um zu Papier gewordenes Wissen unter die Menschen zu bringen. Die Buchhändlerinnen leisten damit einen unschätzbaren Dienst an der Gesellschaft und verdienen unsere Unterstützung“, so Konstantin Wecker.



Mit der Aktion wollen die ver.di Aktiven für ein Standortkonzept bei Hugendubel werben. „Wir sehen die große Gefahr, dass ohne ein nachhaltiges Standortkonzept, welches Beratung in den Mittelpunkt stellt und Antworten auf die Herausforderungen des Internethandels gibt, die Existenz des Unternehmens und damit des stationären Buchhandels gefährdet ist“, begründete Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel die Aktion. „Wichtig ist, dass Hugendubel für die Kunden im Herzen von München erhalten bleibt“, so Thiermeyer weiter







Anton G. Leitner, Autor und Herausgeber der Zeitschrift "Das Gedicht", der uns bei unserer Aktion "Poet´s Corner" tatkräftig unterstützte, las als sein Lieblingsgedicht "Fünf Faden tief" von Richard Dove


Wolfgang Oppler präsentierte "Ein Leben"



Michael Sailers Lieblingsgedicht: "8 M Tr"



Autor Hardy Scharf wählte "Frühlings Erwachen" aus



Autor in voller Aktion: Georg "Grög!" Eggers bringt den Marienplatz mit "Die Rache des Inbus oder dem Buch sein Fluch"zum Beben


Die Lyrikerin Gabriele Trinckler widmete ihr Poem "Onuphrius".
Wer das ist? Das ist nicht nur der Beiname des Gottes Osiris und ein altägyptischer Vorname, der "Das ewig gute Wesen" bedeutet, nein, es ist auch der Name des heiligen  Onuphrius - Patron der Stadt München und -  auch der Hermaphroditen!


Ein sichtbar begeistertes Publikum.



Beate Carlsen mit den Friday Writers von der Ludwig-Maximilian-Universität...


...präsentierten ein Gemeinschaftsgedicht.



Mehrere Kundinnen und Kunden zeigten ihre Unterstützung indem sie aus ihren Lieblingswerken kurze Passagen lasen.Hier unsere Kundin Norma M. mit dem "Lob der Dialektik" von Bertolt Brecht.



Auch der katholische Betriebsseelsorger Christian Bindl präsentierte auf dem Podium sein Lieblingsgedicht.


Aber auch Beschäftigte nutzten ihre Mittagspause, um aus ihren Lieblingsbüchern zu lesen oder einfach nur die Lesung zu genießen.


Hier eine Kollegin mit einem Aphorismus von Che Guevara über Solidarität...


...oder mit ihrem ganz persönlichen Lieblingsgedicht.


Ganz klassisch mit dem Goethe-Gedicht "Der Kläffer"


....oder ganz modern mit dem Song-Text "Geldunter" von Tobias Levin.


Konstantin Wecker wies nicht nur auf die kulturelle Bedeutung des Buchhandels...


... sondern auch auf die enorm wichtige politische Rolle der Gewerkschaften für existenzsichernde Lebens- und Arbeitsbedingungen hin


Im Hintergrund unser Kunde Stephan M. bei seiner Gedicht-Lesung, im Vordergrund verabschiedet unser Betriebsratsvorsitzender Uwe Kramm Konstantin Wecker, der zum Flughafen mußte, um seine Tournee fortzusetzen. Danke Konstantin, daß Du Dir für uns die Zeit genommen hast!



Kräftiger Beifall für die gelungene Aktion "Poet´s Corner" am Marienplatz





Weitere Fotos sind im Blog der Zeitschrift "Das Gedicht" zu sehen:

www.dasgedichtblog.de/rueckblick-poets-corner-fuer-den-erhalt-der-hugendubel-filiale-am-marienplatz/2015/03/01/



Kommentare:

  1. Tolle, kluge Aktion! Herzlichen Glückwunsch. Mir ist es großes Anliegen, für München als Kulturhauptstadt einzutreten - dazu gehört im Zentrum das Buch. Als gelernter Buchdrucker kenne ich die besondere "Wertschöpfungskette": Den/die, die Gedanken formuliert, die uns wichtig sind, den, der sie verlegt, der sie druckt und vor allem den/die, die sie kompetent empfiehlt: Die Arbeit der Buchhändlerin. Aller Reichtum, auch der geistige, geht auf Arbeit zurück. Viel Erfolg aus der Verdi-Schulungsstätte Brannenburg.

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  2. Dank an alle, die diese Veranstaltung auf die Beine gestellt haben!

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  3. Den solidarischen Auftritt der Autorinnen und Autoren fand ich beeindruckend!

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  4. Schöne Veranstaltung? Beeindruckend?
    Gut so, wenn Kunden, Buchhändler und ein Herr Wecker sich zu einem gemeinsamen Happening treffen.
    Was passiert nun? Haben sich GL, Telekom, Stadt München mit einem Iota zu der Veranstaltung geäußert und dem, was dort gewünscht und gefordert wurde?

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  5. Sehr schöne Veranstaltung! Vielen Dank an die Organisatoren und mitwirkenden Kunden, VIPs und Kollegen.
    Aber warum sollen sich bitteschön die Stadt München und die GL zu der Veranstaltung äußern? Die Stadt hat doch bereits gesagt, dass sie die Entscheidung von Schörgruber bedauert, die GL hat mehrfach betont, dass sie gerne am MPL bleiben würde, auch auf einer anderen Fläche. Und wenn man der Presse glauben darf, führt sie auch intensive Gespräche mit der Telekom. Fragt doch dort einmal an. Schließlich ist die Telekom die einzige, die etwas an dem zukünftigen Auftritt am MPL ändern kann. Wenn Ihr Druck erzeugen wollt, tut es in Bonn. Bei allen anderen ist es vollständig nutzlos.

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  6. @Anonym 10:21

    Wenn Du mehr wissen willst, dann komm zur Betriebsversammlung am 18.März.

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  7. Betriebsversammlung am 18. März?
    Mutmaßlich in München.
    Ihr Münchener habt aber schon begriffen, dass es Hugendubel auch noch woanders gibt? Und dass möglicherweise auch ein gewisses Interesse daran herrscht, was mit dem Marienplatz geschieht? Auch wenn Ihr natürlich überhaupt kein Interesse daran habt, was anderswo geschieht?

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  8. Klasse Aktion am Freitag! Konstantin Wecker war super, die AutorInnen von DAS GEDICHT und die Friday Writers ebenfalls. Georg Egger hat den Marienplatz gerockt. Danke, Grög! Grad schee war´s!

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  9. Ich fands auch super. Eine gute Aktion. Vielen Dankvan Konstantin Wecker.
    Wirklich schade um den Mpl.Hoffe, es geht sich noch was mit der Telekom.
    PS: Natürlich interessieren uns auch Hugendubelmitarbeiter, -themen etc ausserhalb von München.
    Informiert uns zb in diesem Blog.
    Die Betriebsversammlung am 18.März ist in
    München, ja das ist so.
    Ich denke, wenn Ihr im Blog nachfragt, wird Euch sicher drüber berichtet.

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  10. Hugendubel 4ever. Ihr seid die besten und ich hoffe, dass es ab 2016 am Stachus ebenso erfolgreich weitergehen wird und möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden können.

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  11. Konstantin Wecker wies am Schluß seiner Lesung auf die enorm wichtige Rolle der Gewerkschaften hin. Und das völlig zu Recht. Denn wir befinden uns bei Hugendubel auch in einer Tarifauseinandersetzung: der Manteltarifvertrag wurde vom Hugendubel-Management gekündigt, Nitz als Verhandlungsführer der Arbeitgeber brüskierte beim letzten Verhandlungstermin durch unentschuldigtes Fernbleiben die Arbeitnehmervertreter und es ist zu befürchten, daß sie Tarifflucht begehen wollen, um neue schlechtere "Vergütungsordnungen" durchzusetzen, wie dies außerhalb von Bayern schon vielfach passiert ist. Auch dagegen setzte der Poet´s Corner ein wichtiges Signal

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