Mittwoch, 21. August 2013

Yes, we scan!

Eine Bücherschau zum Thema "Überwachungsstaat"

"Die neuesten Opfer der außer Rand und Band geratenen Geheimdienstclique sind also kleinere amerikanische Anbieter, die sich den Verfassungsgrundsätzen verpflichtet fühlen, und als Kollateralschaden die Zehntausende privaten Unternehmen, die zu Lavabits Kunden zählten. (…) Die Causa Snowden wird somit immer mehr zum Moment, in dem die Masken fallen und der »deep state«, wie die ­Washington Post den gigantischen Sicherheitsapparat in den Vereinigten Staaten getauft hat, seine wahres Gesicht zeigt. Das Vorgehen gegen Lavabit liegt verdächtig nahe an Erpressung und Nötigung. (…)

Nach CIA-Foltergefängnissen, massenweisen, noch immer anhaltenden Drohnen-Morden und mit auf nachgewiesenen Lügen begründeten Kriegen, die aber fern der Heimat stattfinden und für den normalen amerikanischen Bürger gut zu ignorieren sind, ist die Abschaffung der Grundrechte im Namen der Sicherheit nun ganz sichtbar zu Hause angekommen."

   Graphik: https://netzpolitik.org/wp-upload/1012366_534624166585046_1146520866_n.png

Freitag, 16. August 2013

Hugendubel Undercover Boss (1): "Bitte lächeln!"

Erster Teil

Ein unbekannt bleiben wollender Informant aus dem Umfeld der ver.di-Betriebsgruppe von RTL in Köln spielte der Infoblog-Redaktion das Sendemanuskript der Folge der Undercover Boss-Reihe zu, die bei Hugendubel spielt und in einigen Monaten auf RTL ausgestrahlt werden soll.

Protagonisten der Sendung sind bekanntlich Führungskräfte von großen Unternehmen,die mit der Zeit den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern und der alltäglichen Arbeit in der Praxis verloren haben. Um dies zu ändern, sollen sie ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiter vor Ort als Berufseinsteiger oder Praktikant kennenlernen. Durch Veränderungen von Kleidung und Aussehen (teilweise auch mit Perücken oder falschen Zähnen) soll sichergestellt werden, dass niemand von den Mitarbeitern erkannt wird.

Unter dem Vorwand eine Fernsehreportage zu drehen, die einen Arbeitslosen begleitet, wird die getarnte Führungskraft dabei offen von einem Kamerateam begleitet. Über eine Woche hinweg lernt der Manager verschiedene Mitarbeiter und Unternehmensbereiche kennen und arbeitet dabei wie ein neuer Mitarbeiter aktiv mit. Die Mitarbeiter erzählen dabei neben Verbesserungsvorschlägen für ihren Arbeitsbereich und das Unternehmen meist auch von persönlichen Wünschen und Problemen. Am Ende der Sendung findet eine Aufklärung des Experiments statt, wobei speziell auf die Tätigkeiten und Perspektiven der Beteiligten eingegangen wird. Zum Abschluss erhalten die „Opfer“ vom Geschäftsführer Belohnungen wie einen Gutschein, eine Reise oder auch eine Beförderung (zit. n. Wikipedia).

Wir bringen die wichtigsten Teile des Sendemanuskript ab heute in den nächsten Wochen in einer mehrteiligen Reihe. Liebe Infoblog-LeserInnen, seid also gespannt, welche Hugendubel-Führungskraft sich in welchen Situationen und Unternehmensbereichen bewähren wird. Es wird sehr spannend werden!

Mittwoch, 14. August 2013

Eat the rich

Ernährungs-Tipps für Arme

Sarrazin war wohl der erste, der damit anfing: Menschen am Existenzminimum zu erklären, wie man von Hartz-IV leben kann. Demnach können sich Arbeitslose schon für 3,76 Euro "völlig gesund, wertstoffreich und vollständig ernähren", erklärte 2008 der Rassist und Antisemit, der trotz vollmundiger Ankündigung des Parteivorsitzenden Gabriel bis heute nicht aus der SPD ausgeschlossen worden ist. Damit ließe sich "sogar etwas sparen, da der Regelsatz von 4,25 Euro pro Tag sogar noch unterboten wird", faselte er, der den Hartz-IV-Monatssatz am Tag zur Verfügung hat. Gegen hohe Heizkosten helfe es, die Zimmertemperatur zu drosseln und einen Pullover anzuziehen.

Sarrazin ist aber nicht der einzige, der an Arme und Arbeitslose Koch-Ratschläge gratis erteilt.                                                                                                                                                                           



Montag, 12. August 2013

Eine Filiale wird abgewickelt

E-Mail an uns

Vor einigen Tagen erreichte folgende E-Mail eines/einer Weltbildplus-Kollegen/in die Infoblog-Redaktion:

"Guten Morgen,

über eine Veröffentlichung im Blog würde ich mich sehr freuen:

Am Donnerstag stand plötzlich die RL Nord und der BL vor meiner Filiale und begutachteten das Schaufenster. Das war schon aussergewöhnlich, denn der BL war erst 2 Tage zuvor da und der Besuch war nicht angekündigt. Also warum dieser Besuch? Geht es um mein Bestreben, einen Betriebsrat zu gründen? Sind die Gerüchte wahr und wir werden kurzfristig dichtgemacht? Nach der Begrüssung bat die RL mich und die anwesende Kollegin um ein Gespräch.

Freitag, 9. August 2013

Von "Hand-Erotik" und "Hygienefaktoren"

Lachen oder weinen - das ist hier die Frage

Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, werden wir BuchhändlerInnen (beginnend in München) demnächst mit einer Schulung zum Thema Verkauf und Service beglückt. Ein paar Auszüge aus den Schulungsunterlagen wurden uns anonym zugespielt.

Um euch zu unterstützen und auf diese Schulung einzustimmen, möchten wir schon heute einige Aufgaben mit euch durchgehen. So habt ihr die Chance, in den geplanten "Murmelgruppen" (= Gruppenarbeiten) zu punkten.

Mittwoch, 7. August 2013

Einen Betriebsrat wählen - jetzt die richtigen Weichen stellen!

Handeln oder behandelt werden?


"Strukturwandel", "Rückbau", "Filialschließungen", "elektronische Medien", "Versandhandel", "Mieterhöhungen"... Das sind nur einige Schlagwörter, mit denen sich unsere Branche seit geraumer Zeit schon auseinandersetzen muss. Die Zukunft insbesondere des stationären Buchhandels ist ungewiss und wirft an jedem Standort die Frage nach der Wirtschaftlichkeit auf.

Die Filialschließungen oder Verkleinerungen mit entsprechendem Personalabbau innerhalb unseres Konzernes nehmen rasant an Fahrt auf. Alleine bei Weltbildplus/Jokers werden seit Dezember 2012 nach derzeitigem Kenntnisstand 24 Filialen geschlossen bzw. sind schon dicht. Dass der Wandel sich nur schwer bremsen lässt ist ebenso gewiss wie die Tatsache, dass die Arbeitsmarktsituation im Buchhandel alles andere als rosig aussieht und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Montag, 5. August 2013

Weiland: Kurze Geschichte eines Niedergangs

Es war einmal ein mittelständisches Buchhandelsunternehmen mit über 30 Filialen. Das hieß Weiland. Es wurde 1848 gegründet und beglückte Bücherfreunde über viele Jahre mit einem ausgewählten Buchsortiment, vielen sehr motivierten und engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern an ausgewählten Standorten, hauptsächlich im Norden unseres Landes.

Im Guten Glauben, im besten Sinne für sich und seine Beschäftigten zu handeln und für ein Fortbestehen dieses Familienunternehmens zu sorgen, beschloss Herr Henning Hamkens, einstmaliger Inhaber Weilands und Nachfahre der Weiland-Familie, sein Unternehmen an die DBH zu verkaufen. Seine Bedingung an die DBH und sein Versprechen an die MitarbeiterInnen war, dass alles so bleiben sollte, wie es seiner Firmenpsychologie und der Art dieses Unternehmen zu führen, entsprach. Weiland sollte weiterhin Weiland heißen, alle KollegInnen ihren Arbeitsplatz behalten, Herr Hamkens weiterhin Geschäftsführer sein usw. Traumarbeitsbedingungen gab es allerdings unter Herrn Hamkens Führung auch schon nicht mehr. Vor einigen Jahren führte er die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ein, trat aus dem Arbeitgeberverband aus und zahlte seit dem nur noch an den Tarif angelehnt, seit dem gab es für die Weiland-Beschäftigten nur noch marginale Gehaltserhöhungen.

Freitag, 2. August 2013

Christmas in July

Der vergangene Sonntag, der 28.Juli 2013, war der heißeste Tag des Jahres. Wer denkt da nicht sofort an
richtig: Weihnachten. Man macht es sich in der kuschelig-warmen Wohnung gemütlich, trinkt einen heißen Glühwein, zündet den Adventskranz an und beobachtet durch´s Fenster die schwebenden Schneeflocken draußen.

Das dachte sich vermutlich auch die Marketing-Abteilung bei WELTBILD, die sich die Rabattaktion Christmas in July ausdachte, in der Weihnachtsartikel um bis zu 62% billiger angeboten werden und deren letzter Aktionstag just jener 28. Juli 2013, der heißeste Jag des Jahres, gewesen ist.