Donnerstag, 20. Februar 2014

Brüskierung Teil 2


Betriebsversammlung? - Nein, Danke!

Die letzte Betriebsversammlung in München fand am 30. Januar statt.
Um endlich einmal konkrete Informationen zu erhalten -die dem BR seit Monaten vorenthalten werden-, hatte der Betriebsrat zwei der Gesellschafter dazu eingeladen: Nina & Max Hugendubel.

Allerdings wartete der BR im Januar vergeblich auf eine Antwort. Kurz vor der Versammlung kam dann die Ansage aus der Hilblestraße, dass beide doch „wohl eher nicht“ daran teilnehmen werden. Man kann nicht bestreiten, dass die Hugendubels ziemlich beschäftigt sein dürften, allerdings sollte es doch bitte möglich sein, sich eine Stunde Zeit zu nehmen, um sich vor seinen MitarbeiterInnen zu äußern. Gerade in dieser unsicheren Situation ist dies sogar zwingend erforderlich!

Auf der Versammlung selbst, hatten die KollegInnen ihren Unmut über die Abwesenheit der beiden Gesellschafter sehr deutlich gezeigt.

Aus diesem Grunde lud der BR München die Geschwister Hugendubel zu der Fortsetzung der Betriebsversammlung ein. Der Termin sollte von den beiden frei gewählt werden, aber innhalb der nächsten drei Wochen stattfinden.
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Belegschaft deren Anwesenheit erwarte. Wir alle machen uns Sorgen um unsere Arbeitsplätze und fordern klare Informationen aus erster Hand – wir möchten nicht schon wieder hören: "wir aus der dritten oder vierten Reihe können dazu nichts sagen".

Nach dieser erneuten Einladung war nun Nitz der Überbringer der frohen Botschaft.
Aussage Nitz: Die Hugendubels werden sich zwar der Belegschaft stellen, allerdings: auf einer „eigenen“ Versammlung. Auf einer Betriebsversammlung werden sich Max & Nina definitiv NICHT äußern!


Soll hier der BR brüskiert werden oder weshalb weigern sich die Hugendubels auf einer Betriebsversammlung zu sprechen? Möchten sie eine Veranstaltung ohne unsere Gewerkschaft und ohne kritisches Nachfragen von BR und KollegInnen?
Wo ist die im Betriebsverfassungsgesetz festgehaltene „vertrauensvolle Zusammenarbeit“, zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft zum Wohle der Arbeitnehmer?


Richtig ist zwar:

der Arbeitgeber ist grundsätzlich berechtigt, Mitarbeiterversammlungen abzuhalten und die MitarbeiterInnen zu informieren. Dieses Recht wird allerdings rechtsmissbräuchlich genutzt, wenn die Versammlungen dazu missbraucht werden, die betriebsverfassungsrechtliche Ordnung durch diese Gegenveranstaltung zur Betriebsversammlung zu stören.
Für eine unzulässige „Gegenveranstaltung“ spricht z.B. die zeitliche Nähe zu einer Betriebsversammlung oder die Weigerung des Arbeitgebers an der Betriebsversammlung teilzunehmen oder seiner Berichtspflicht (§43 BetrVG) nachzukommen.


Es wurde monatelang massiv gegen die Informationspflicht verstoßen, jetzt findet eine Gegenveranstaltung zur Betriebsversammlung statt. Kann die Gf eigentlich immer machen, was sie will - ohne jede Konsequenzen?




(Die besagte Mitarbeiterversammlung soll nun übrigens am 25. Februar nach Ladenschluß in München stattfinden)




Kommentare:

  1. Natürlich gehören wichtige Dinge in eine Betriebsversammlung und selbstverständlich müssen die Chefs dort Rede und Antwort stehen. Offensichtlich drücken sich die Hugendubels davor, weil sie dort eher kritische Fragen und Statements befürchten, als in einer Veranstaltung, zu der sie selber einladen. Außerdem gibt es ja noch die "bösen" Gewerkschafter, vor denen sie eine Heidenangst zu haben scheinen.
    Am 30. Januar war der Ruf der anwesenden Kolleginnen und Kollegen unüberhörbar, dass sich unsere Gesellschafter jetzt endlich den Beschäftigten stellen müssen. Vermutlich ist es vielen aber ziemlich egal, in welcher Form das geschieht. Hauptsache, sie tun es. Der gewaltige Unterschied zwischen einer Betriebsversammlung und einem Mitarbeiterabend interessiert wohl nicht so sehr, wenn die Chance besteht, O-Ton von den Hugendubels zu hören.
    Deshalb sollte meiner Meinung nach gut überlegt sein, was man tut. Ein frontaler Angriff auf den Mitarbeiterabend mit dem Ziel, diesen zu unterbinden, hielte ich nicht für klug.
    Besser wäre eine angemessene "Begleitung", z.B. in Form eines klaren Statements des BR. Und möglichst bald die Fortsetzung der Betriebsversammlung!
    Damit sich nicht allzu viele Kolleginnen und Kollegen einlullen und mit lauwarmen Worten abspeisen lassen.

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  2. "Der Teufel scheut das Weihwasser" ... aber wieso scheuen die Gesellschafter Nina & Max Hugendubel offensichtlich den Dialog auf Betriebsversammlung(en) mit den MitarbeiterInnen und dem BR ...
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
    Ein Kunde

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  3. Wer die Einladung genau gelesen hat muss feststellen, dass der Betriebsrat zu der Veranstaltung eingeladen ist und ich erwartete auch, dass er kommt und ein klares Statement abgibt. Ich werde da sein.

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  4. Trotzdem: eine Mitarbeiterversammlung ist keine Betriebsversammlung.
    Das ist von den Hugendubels ganz bewußt so gewählt worden, das dürfte doch jedem klar sein.

    Mich interessiert WIESO konnen sie nicht auf eine Betriebsversammlung??

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    1. Genau DIESE Frage müssen wir bei der Mitarbeiterversammlung an Herrn und Frau Hugendubel stellen. Und sich dann nicht abspeisen lassen mit Ausreden. Wenn die Frage nicht korrekt beantwortet wird, muß sie eben nochmal von jemand anderen und dann nochmal von jemand anderen gestellt werden.
      Aber ich fürchte, das traut sich keiner. Pfff...

      Vom Betriebsrat erwarte ich ein entsprechendes Statement. Und nichts Lasches. Die MÜSSEN mal auf den Tisch hauen. Dieses ständige "Es ist zwar nicht korrekt, aber dieses eine Mal lassen wir es noch durchgehen" ist doch Verarsche hoch drei. Zeigt endlich mal Gegenwehr!!! Es sind bald Betriebsratswahlen. Und wir schauen uns genau an, wer echter Betriebsrat ist oder wer nur wegen des Kündigungsschutzes dabei ist.

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  5. Wieso?
    Weil auf einer Betriebsversammlung auch Gewerkschaftssekretäre anwesend sind und weil dort viel eher kritische Fragen zu erwarten sind.

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    1. Tja, dann müssen halt einfach WIR dafür sorgen, dass trotzdem Kritische Fragen gestellt werden. Wie eben bei der letzten Betriebsversammlung. Ich fürchte nur, wenn da nicht nur die netten Frau Lange und Herr Brunn vorne stehen, sondern Nitz und Hugendubel persönlich, traut sich keiner was zu sagen. Ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Ich halte meine Klappe jedenfalls nicht. Ich hoffe, es gibt genügend Mitstreiter, die das genauso sehen!

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    2. Apropos Brunn .... die Ratten verlassen das sinkende Schiff?

      Börsenblatt 20.02.

      "Geschäftsführer Einkauf verlässt Hugendubel

      Torsten Brunn wechselt zu Schweitzer

      Torsten Brunn, zuletzt Geschäftsführer für Einkauf, Logistik und Sortimentsmanagement bei Hugendubel, verlässt nach 23 Jahren das Unternehmen. Zum 1. Juni wird er Geschäftsführer beim Schweitzer Sortiment in München.
      http://www.boersenblatt.net/742428/

      Und Halff hat nun viel freie Zeit .... genau wie die vielen Arbeitslosen, die durch die Filialschließungen bei Weltbildplus/Jokers/Hugendubel/Wohlthat und Weiland nun auf der Straße stehen ....

      http://www.boersenblatt.net/740390/


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    3. Das erinnert sehr stark an den dubiosen Abgang des Weltbild-Geschäftsführers Klaus Driever im Dezember 2012:

      "Ende November hat Dr. Klaus Driever mit großem Tamtam seinen Rückzug aus der Geschäftsführung von WELTBILD verkündet. Er sprach in einer eilig einberufenen Personalversammlung davon, eine längere Auszeit zu nehmen. Insider vermuteten gesundheitliche Gründe hinter dieser überraschenden Entscheidung.

      Seit gestern ist klar, dass Dr. Klaus Driever der Belegschaft von Weltbild im Kuppelsaal dreist ins Gesicht gelogen hat. Der Manager fängt am 1. Februar nächsten Jahres bei der Allianz-Versicherung an:

      Bei den WELTBILD-MitarbeiterInnen stößt diese Wendung der Dinge auf Unverständnis: "Es ist ja nichts Schlimmes dabei, wenn sich einer einen neuen Job sucht", spricht eine aus, was viele denken: "Aber muss man dabei lügen?!" Andere verunsichert der Abgang des Top-Managers mitten in der Buchhandelskrise. Das Sprichwort von Ratten, die das sinkende Schiff verlassen, macht die Runde."


      http://weltbild-verdi.blogspot.de/2012/12/von-wegen-urlaub-dr-klaus-driever-ab.html

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  6. Gewerkschaftlich organisierte BuchhändlerinDonnerstag, 20. Februar 2014 um 14:26:00 MEZ

    Die GL weigerte sich jahrelang, an einer Betriebsversammlung teilzunehmen, wenn jemand von ver.di kommt: klarer Fall von Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

    Die GL setzt zeitnah eine Mitarbeiterversammlung an, obwohl sie wissen, daß eine Betriebsversammlung geplant ist: klarer Fall von Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

    Vertrauensvolle Zusammenarbeit?
    Dass ich nicht lache.

    Wenn sich unser BR dies alles bieten läßt, dann muß man sich nicht wundern, wenn die GL sich über uns alle totlacht.

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  7. In der Zentrale werden Personalkosten gespart!!! Ob das Gehalt dort soooo unerträglich niedrig war oder ist es als Flucht zu sehen? Rationalisierung auf freiwilliger Basis, dabei haben wir Arbeitnehmer gar kein Druck gemacht.

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