Freitag, 29. März 2019

Sara Zinn statt Sarrazin

27 Kommentare:

  1. Da passen Bild und Überschrift mal so gar nicht zusammen, auf dem Bild sehen wir eben nicht Zinn statt Sarazin sondern beide. So wie es sein sollte in einem Land der Meinungsfreiheit, auf dass sich Kunden im Idealfall selber ein Bild davon machen können, wer den gröberen Unfug zu bieten hat.

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  2. Ich kann den Scheixx mit Meinungsfreiheit nicht mehr hören.
    Ja, genau, lasst uns den ganzen rechten Mist lesen, diese ganze Nazi-Schxx.. am besten noch Hitlers Kampf u. uns dann eine eigene Meinung bilden.

    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

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    1. Ist es nicht glaubhafter, eine Meinung zu einem Werk abzugeben, wenn Du es gelesen hast. Natürlich kannst Du als Blödsinn oder Faschismus klassifizieren, was Du willst. Auch das kommt aber besser, wenn Du weißt, was drinsteht. Diesen Dummsülz mit der Meinung und dem Verbrechen kannst Du gerne täglich wiederholen, so lange offen bleibt, wer dieser Faschist ist, den Du meinst, bringts nichts. Setzen wir voraus, das in unserem Land doch noch einiges funkioniert, ist Sarrazin jedenfalls kein Verbrecher, es reicht ja nicht mal der Partei, um ihn auszuschließen.

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    2. Ich habe, Anonym 18:06 Uhr, mich durch das erste Machwerk von Sarrazin durchgequält und bin zu dem Schluß gekommen, das es sich bei Sarrazin um einen Islamhasser und Antisemiten handelt.

      Muß ich alle Landtagsreden von Björn Höcke oder das gesamte Verlagsprogramm von Götz Kubitschek kennen, um beide als Neofaschisten bezeichen zu können(oder wie der Politologe Hajo Funke als "neo-nationalsozialistisch")? Wohl kaum. Die Berichterstattung in seriösen Medien ist vollkommen ausreichend, um sich ein klares Urteil bilden zu können.

      Sein eigener Verlag, der wahrlich nicht im Verdacht steht, linksradikal zu sein, ist anscheinend zum selben Schluß gekommen und weigerte sich den neuen Titel zu veröffentlichen. Sarrazin ist ein Rassist

      Der Hinweis auf das Brecht-Zitat ist kein "Dummsülz", sondern verweist darauf, wie weit nach rechts sich in den letzten Jahren der öffentliche Diskurs verschoben hat. Also: "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!" Von seiner eigenen Partei wurde er bislang deswegen nicht ausgeschlossen, weil ein erheblicher Teil seiner Parteigenossen wohl ähnlich denkt.

      Und was spielst Du für eine Rolle? Im stillen Kämmerlein anonym Kommentare schreiben und andere für die eigenen Interessen den Kopf hinhalten lassen? Auch dafür gibt es ein Brecht-Zitat:

      http://hugendubelverdi.blogspot.com/2017/05/ausrufezeichen.html

      Denk mal drüber nach...

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    3. Es ist eine Sache, auf Kundenwunsch einen Titel zu bestellen, der nicht verboten ist - oder ob man wie bei Hugendubel Sarrazin-Titel in riesigen Pyramiden offeriert oder gar Werbung für den Kopp-Verlag macht, indem man einen Büchertisch aufbaut. Man kann Haltung zeigen, NEIN sagen und nicht jeden Dreck verkaufen.

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    4. Der gute Brecht ist tot und man möge ihn ruhen lassen. Für jede Lebenslage findet sich im großen Brecht-Almanach bestimmt ein wohlfeiler Satz, wahrscheinlich auch in der Bibel (die ich zu wenig lese) und bei Sarrazin (den ich mir geschenkt habe). Sei gewiß, ich halte meine Rübe für meine eigenen Interessen hin, sie sind nur möglicherweise sehr wenig deckungsgleich mit den Deinen.

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    5. Brecht ist aktueller denn je, insbesondere das angesprochene Zitat über die KollegInnen, die andere für sich kämpfen lassen.

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  3. Dass man in einem Land frei seine Meinung äußern darf, heißt noch lange nicht, dass jeder Verlag jeden Bockmist drucken und jede Buchhandlung jeden Bockmist verkaufen muss - und vor allem nicht, dass man sie nicht dafür kritisieren darf, wenn sie es tun. Oder hört die Meinungsfreiheit auf, sobald der Sarrazin im Laden steht? Darf man dazu dann um der Meinungsfreiheit willen keine Meinung mehr haben? Ich verstehe die Kollegen sehr gut, die sagen, sie wollen in diesem Zusammenhang nichts mehr von Meinungsfreiheit hören. Es passt hier nämlich überhaupt nicht - oder ist zumindest ein ziemlich plumper Trick, um Sarrazin-Gegner als Antidemokraten zu diffamieren.

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    1. Richtig Marley! Und die Kollegin oder den Kollegen, der die geschichtliche Erfahrung, dass Faschismus ein Verbrechen sei, für "Dummsülz" hält, möchte ich fragen, was genau er meint, wenn er voraussetzt, dass "in unserem Land noch einiges funktioniert"?
      In unserer Verfassung steht: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährt." Wie passt das denn allein mit dem Pauschalvorwurf im Untertitel des Sarrazin-Elaborats zusammen, wonach angeblich (nicht etwa einzelne fanatische Muslime, sondern) "der Islam den Fortschritt tatsächlich behinder[e] und die Gesellschaft bedroh[e]"? Wenn in unserem Staat noch alles funktionieren würde, dann wäre das Ding längst aus dem Verkehr gezogen und eingestampft!

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    2. Sorry, das "tatsächlich" sollte nicht nach "Fortschritt", sondern nach "unserem Land" stehen.

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    3. Du legst die Verfassung meiner Meinung nach ein bisschen zu eng aus, Mirko. Ich zum Beispiel finde, dass im Moment vor allem die CSU den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht - und das möchte ich schon sagen dürfen.

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    4. Darfst du ja auch! Für mich ist da nämlich ein gewaltiger Unterschied. Die Wahrscheinlichkeit, dass du damit bewirkst, dass CSUler deswegen diskriminiert werden, dürfte derzeit gleich null sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sarrazin bewirkt, dass Muslime diskriminiert werden, sehr viel größer. Deswegen bleibe ich dabei: sein Machwerk sollte aus dem Verkehr gezogen werden.

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    5. @ Mirko
      was funktioniert, noch und meiner Meinung nach, ist daß sich in unserem Land sehr viel Mühe damit gegeben wird, zu prüfen, welche Machwerke verboten und aus dem Verkehr gezogen gehören. Das betrifft gleichermaßen rechte und linke Agitation, Böhmermänner und islamistische Umtriebe. Das muß im Einzelfall nicht meiner Meinung entsprechen oder Deiner.
      Im übrigen wird dieses Sarrazin-Buch deutlich überwertet. Glaubt Ihr wirklich, daß Muslime WEGEN dieses Buchs diskriminiert werden? Oder haben es nicht die Leute gekauft, die ohnehin islamfeindlich waren?
      Die AFD generiert ja auch nur wenige Rechte. Die waren vorher schon da, sie sind nun nur sichtbarer und können nicht mehr totgeschwiegen werden.

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    6. Die Wahrheit ist, dass in unserem Land wie eh und je alles unternommen wird, um die Linken nicht hochkommen zu lassen, und so gut wie gar nichts, um ein Comeback der Rechten zu verhindern. Wenn du zum Beispiel für das Bundesland - den sogenannten "Freistaat" - Bayern arbeiten willst, kriegst du eine Liste von Vereinen und Organisationen vorgesetzt, denen du nicht angehören darfst. Und jetzt rate mal, ob da die Linkspartei oder die AfD oder beide oder keine von beiden drinsteht! Ich verrate es dir: natürlich nur die Linkspartei! Wenn du also deinen Unvoreingenommene-Hüter-der-Demokratie-Schrott wirklich glaubst, was ich nun meinerseits kaum glauben kann, dann bleibt mir nur zu sagen: Träum schön weiter! Lasst uns hoffen, dass es nicht wieder ein böses Erwachen gibt!

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    7. Was in diesem sogenannten Freistaat passiert, ist den anderen Menschen in diesem unseren Vaterland schon immer ein Rätsel, man will aber nicht ausschliessen, dass es ähnliche Listen auch in anderen Bundesländern gibt.
      Dass "die Linke" nicht hochkommt, liegt wohl eher an den Menschen, den Wählerinnen und Wählern. Es gibt genug Probleme hier und anderswo und für viele hätten die Linken Ansätze zu bieten, die sich deutlich von Groko & Co unterscheiden und mit denen sich was machen liesse. Also konkret so was wie Wohnungsnot und Altersarmut, nicht unbedingt dieser Kein-Mensch-ist-illegal-Murks oder die Grundsteuerdebatte. Anscheinend sind die Menschen, die von diesen Problemen am meisten betroffen sind, zu uninteressiert oder zu blöd, um daraus was zu machen. Ich schätze, dass 95% aller Menschen keinen Gesinnungscheck bei der Einstellung machen müssen. Mutmasslich haben es die Linken (als Partei und als Gesinnung) einfach nicht drauf.

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    8. Was möchtest Du uns mit Deinem Kommentar mitteilen? Klingt wie eine Ausrede für´s eigene Nichtstun.

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    9. Ich möchte mitteilen oder wenigstens untertänigst darauf hinweisen, dass die Linke und die Linken offensichtlich massive Probleme haben, die Zielgruppen anzusprechen. Es gibt genug drängende Themen, aber kaum jemand geht dafür wählen.
      Nimm für einen Augenblick die AFD als Gegenbeispiel (ungeachtet der Inhalte). Die bekommen realpolitisch nichts auf den Kamm, machen in meiner Heimat praktisch keine Wahlwerbung für die Europawahl, treten im Grunde für ein Parlament ab, das sie eigentlich ablehnen, sind also keine attraktive Wahlmöglichkeit. Trotzdem sagen ihnen alle Prognosen deutlich mehr Stimmen voraus, als der Linkspartei. Ist mir unerklärlich, hängt aber sicher nicht damit zusammen, dass Du im Freistaat nicht für eben diesen arbeiten darfst, wenn Du Mitglied in der Linkspartei bist.
      Das eigene Nichtstun steht auf einem anderen Blatt. Wenn ich mit dem Stress in der Filiale fertig bin, fehlt mir einfach die Energie, abends bei illegalen Demos noch die Hamburger Innenstadt in Schutt und Asche zu legen oder Holzkreuze abzubrennen. Sorry!

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    10. Das Problem der Linken ihre ureigene Klientel der lohnabhängig Beschäftigten zu erreichen und Deine eigene Bequemlichkeit stehen nicht auf einem jeweils anderen Blatt, sondern sind zwei Seiten derselben Medaille.

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  4. Der Finanzbuchverlag brachte nicht nur den letzten Sarrazin-Titel raus, den den sein Hausverlag wegen Islamophobie abgelehnt hat, sondern es erscheint dort auch der neue Titel von Bernd Lucke. Was die These bestätigt, dass Neoliberalismus und Rassismus gut zusammenpassen.

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  5. Tja, vielleicht hat nach den Anschlägen in Sri Lanka, Frankreich, Spanien, England, Deutschland,Schweden und Dänemark der Sarrazin irgendwo auch ein Zacken Recht. Die Linke kritisiert zu Recht die Katholische Kirche aber nicht einen völlig rückwärtsgewandten, chauvinistischen Islam ?! Nie kapiert.

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    1. Sarrazin ist Rassist, Islamhasser und Antisemit. Darüber gibt es nichts zu diskutieren oder zu relativieren. Im übrigen gibt es weder DEN Islam noch DAS Christentum.

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    2. Warum gilt das nicht zu diskutieren ? Beweise oder Argumente die Sie anführen? Wenn wir Dinge nicht mehr diskutieren können und Basta-Kultur einführen und sogar über Buchverbote sprechen, dann erinnert mich das schon an Drittes Reich, DDR und andere Diktaturen. Sorry, ist so.

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    3. In diesem Gewerkschaftsblog gibt es keinen Platz für Rassisten wie Sarrazin. Das ist alles hinreichend belegt. Du kannst das anderswo "diskutieren", die AfD ist in den social media sehr präsent. Hier nicht. Rassistische Thesen haben in einem Gewerkschaftsblog nichts zu suchen.

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  6. Ich frage mich ernsthaft ob die lieben Kolleginnen wenn sie Verbote auf rechter Seite einfordern auch soviel Empathie aufbringen Bücher von linker Seite nicht mehr öffentlich auszulegen oder gar verbieten zu lassen ?! Nur mal so zum nachdenken...

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  7. "ver.di bringt die Menschenwürde in der Arbeit zur Geltung und trägt dazu bei, die allgemeinen Menschenrechte zu verwirklichen. Wir wollen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft demokratisieren und setzen uns für gleiche Teilhabemöglichkeiten von Frauen und Männern ein. Wir kämpfen gegen jede Form von Ausbeutung, Unterdrückung, Diskriminierung und Rassismus."

    Zitat aus: Grundsatzerklärung der ver.di vom 18. März 2010

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    1. Diese ganzen hehren Ziele und zudem noch die Aussicht auf bessere Entlohnung - und trotzdem der schlechte Organisationsgrad im Handel. Wie geht das zusammen? Offenbar glaubt kaum jemand daran, dass diese Aufzählung vom Gemeinplätzen mehr ist, als ein Lippenbekenntnis. Irgendwie wollen doch alle keine Ausbeutung, Unterdrückung etc pp und doch gehen sie nicht weg. Also lieber zum 1. Mai ordentlich was hinter die Binde kippen!

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    2. Falsch, lieber Anonym 21:22. Am 1.Mai auf die Straße gehen und z.B. für die Abschaffung der sachgrundlosen Befristungen ein zeichen setzen und im Betrieb konsequente Betriebsratsarbeit machen und am Streiktag nicht in die Filiale schlurfen um sich beim Chef oder der Chefin einzuschleimen sondern aktiv sich anm Arbeitskampf beteiligen für höhere Löhne.

      Warum sollten außerdem die Werte einer Grunsatzerklärung falsch sein? Es sit ein gewaltiger Unterschied, ob mir das alles egal ist oder den neoliberalen Sozialdarwinismus gar gutheiße oder ob ich ein klares Statement abgebe, z.B. kein Rassismus und keine Rassisten im Betrieb.

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