Donnerstag, 9. August 2018
Offene Tarifverträge Buchhandel und Verlage in Bayern
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Montag, 6. August 2018
Die Weigerung, den Clown zu spielen
Gewährte eine
Zauberfee jedem Arbeitgeber drei Wünsche, würde der nach dem klar
positionierten Betriebsrat und der voll organisierten Belegschaft garantiert so
gut wie nie geäußert. Gewerkschaftsbekämpfung und Betriebsratsvermeidung stehen
in vielen Firmen auf der Agenda – und wenn schon Betriebsrat, dann bitte
wenigstens einen, der sich dem Arbeitgeber gegenüber loyal und im Übrigen
neutral verhält. Daher oft auch die allergische Reaktion auf den
gewerkschaftsnahen Betriebsrat: er wird als Fremdkörper, ein gefährliches
Bakterium, die linke Bazille im Betrieb, betrachtet und behandelt.
Wer sich überwindet
und gelegentlich einen Blick ins Betriebsverfassungsgesetz wirft, bemerkt
vielleicht mit Erstaunen, dass der Betriebsrat dort nirgendwo ausdrücklich als
Interessenvertretung der Arbeitnehmer definiert ist. Stattdessen wird er
gleichsam als Bestandteil eines partnerschaftlichen und ganzheitlichen
Wellnessprogramms gesehen: „Arbeitgeber und Betriebsrat“ – heißt es dort –
„arbeiten unter Beachtung der geltenden Tarifverträge vertrauensvoll und im
Zusammenwirken mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und
Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammen.“
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Donnerstag, 2. August 2018
Diesmal bei Zara: Mobbing gegen Betriebsräte
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Montag, 30. Juli 2018
Ein Gegengift für Streikende
Unsere Chefs lieben es nicht, wenn ihre Läden bestreikt werden. Das kann man verstehen. Doch zeugt es schon von einer geradezu erstaunlichen Unverfrorenheit, Beschäftigten mitten in Tarifauseinandersetzungen allen Ernstes einreden zu wollen, sie hätten keinen Grund zu streiken und wüssten daher auch gar nicht, wofür sie streiken. Dies sei nur dem schädlichen Einfluss ihrer Gewerkschaft geschuldet, die ein rein wirtschaftliches Interesse daran hätte, im Betrieb Unruhe zu stiften.
Als Begründung für die angebliche Überflüssigkeit von Tarifverträgen muss dabei meist die Behauptung herhalten, nachwirkende Tarifverträge und dynamische Bezugnahmeklauseln in Arbeitsverträgen würden doch völlig ausreichen. Leider fällt vielen Kolleginnen und Kollegen nicht immer gleich ein, was sie auf solche vergifteten Argumente erwidern sollen. Deshalb hier ein Gegengift für Streikende.
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Donnerstag, 26. Juli 2018
"Ich habe starke Zweifel"
Arbeitsrichter zur BR-Kündigung bei WELTBILD
Vor dem Augsburger Arbeitsgericht ging es gestern laut und bunt zu.
Die Gewerkschaft ver.di hatte zu einer Solidaritäts-Kundgebung für den
Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD aufgerufen. Rund 70 KollegInnen
und VertreterInnen anderer DGB-Gewerkschaften sowie der
Betriebsseelsorge kamen zur Unterstützung und setzten ein starkes
Signal.
In seiner Begrüßung bezog sich ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck auf eine
Mail, die vor dem Termin von der Geschäftsführung an alle
MitarbeiterInnen von WELTBILD gesendet wurde: Man habe gar nicht anders
reagieren können, nachdem man von besorgten Mitarbeitern über die
angeblichen Verfehlungen des Betriebsratsvorsitzenden informiert worden
sei, hieß es darin. "Doch!", rief Thomas Gürlebeck; "Natürlich hätte man
anders reagieren können. Da wo ich herkomme, spricht man erstmal
miteinander, bevor man auf Grund von irgendwelchen Verdächtigungen aktiv
wird." In der Tat hat die Geschäftsführung bis heute nicht mit dem
Betriebsratsvorsitzenden über die Vorwürfe gesprochen, stattdessen
treiben Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries
die Kündigung bei Gericht weiter voran.
Samstag, 21. Juli 2018
Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle
Solidaritätskundgebung vor dem Augsburger Arbeitsgericht
Am
12.06.2018 hat die Geschäftsführung von WELTBILD ein Kündigungsverfahren gegen
den Betriebsratsvorsitzenden eingeleitet. Der langjährige Betriebsrat soll
fristlos gefeuert werden, weil er angeblich einem Kollegen geraten haben soll,
sich krank zu melden. Dieser Mitarbeiter war im Februar gekündigt worden,
später wurde die Kündigung in eine Versetzung umgewandelt.
Die Vorwürfe sind haltlos, und der Betriebsrat hat sich einstimmig gegen die Kündigung seines Vorsitzenden ausgesprochen. Trotzdem treibt der Arbeitgeber das Verfahren gegen den verdienten Interessenvertreter weiter voran. WELTBILD versucht jetzt, sich die verweigerte Zustimmung zur Kündigung vom Arbeitsgericht ersetzen zu lassen.
Die KollegInnen von WELTBILD
haben sich auf einer Betriebsversammlung am 09.07.2018 hinter ihren
Betriebsrat gestellt und dem Arbeitgeber symbolisch die Rote Karte gezeigt.
Außerdem haben die Beschäftigten
spontan über hundert Unterschriften gesammelt und fordern die Geschäftsführung
auf, die Angriffe auf den Betriebsrat sofort einzustellen.
Am kommenden Montag,
23.07.2018, findet der erste Termin vor dem Augsburger Arbeitsgericht in der Frohsinnstraße statt. Die
Gewerkschaft ver.di hat um 9:30 Uhr zu einer Kundgebung aufgerufen. Kommt zum
Gericht und zeigt, dass es euch nicht egal ist, wie WELTBILD mit gewählten Interessenvertretern
umgeht !
Auch die Katholische Betriebsseelsorge unterstützt den
Betriebsratsvorsitzenden und hat einen offenen Brief an den Eigentümer von
WELTBILD – Milliardär Walter Droege in Düsseldorf – geschrieben:
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