Montag, 11. Juni 2018

Achtung: KVP-Spitzel sind unterwegs!


Gesamtbetriebsrat schreibt Protestbrief






Sehr geehrter Herr Dr. Hugendubel, 
 

im Rahmen unserer letzten GBR-Sitzung haben wir Informationen zu Ihrem Vorgehen in Bezug auf den „Bewertungsbogen Review AV 2.0“ gesammelt. 
Wir sind enttäuscht und erschüttert darüber, dass in diversen Filialen der Einsatz dieses Bewertungsbogens zur sofortigen Androhung u.a. von Abmahnungen geführt hat. 

Ist dies das Konzept „Buchhandlung der Zukunft“, dass die KollegInnen auf Schritt und Tritt überwacht und beurteilt werden? 

Wie üblich haben Sie es verabsäumt, den Gesamtbetriebsrat vorab zu informieren, in diesem Fall darüber, dass Sie flächendeckend die KVP-Trainerinnen als "Mystery-Shopperinnen"/Testkäuferinnen einsetzten. 
 
Wenn Sie ein Interesse daran haben, dass die KollegInnen nur noch in Angst und nach normierten Vorgaben ihrem Beruf nachgehen, dann weiter so! 
Ob dies allerdings im Interesse des Unternehmens in dieser schwierigen Geschäftssituation ist, wagen wir zu bezweifeln. 


Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Gesamtbetriebsrat 


Anmerkung der Infoblog-Redaktion: 

Selbstverständlich hielt es Herr Hugendubel nicht für notwendig, dem Gesamtbetriebsrat selbst zu antworten. Das überließ er einem seiner Befehlsempfänger. Tenor: Natürlich bespitzeln wir weiter! Die Namen der KVP-Spitzel Margit I., Susanne R., Markus K. und Claudia H. sind der Infoblog-Redaktion bekannt.
 

18 Kommentare:

  1. Eines muss man unseren Chefs lassen: sie liegen in der Frage, wie die Zukunft aussehen wird, ganz offensichtlich voll im Trend.

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  2. Hintergrund für die Bespitzelungsaktion dürfte sein, daß die ganze Aktiv verkaufen-Kampagne nicht funktioniert. Anstatt dann wie der Osiander-Chef darüber nachzudenken, ob diese Maßnahme sinnvoll ist und etwas daran geändert oder ganz abgeschafft wird, ist bei Hugenduebl natürlich immer nur der Mitarbeiter schuld, niemals das eigene Management und nie, nie, nie Herr Hugendubel.

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    1. Ich nehme an, dass Herr Hugendubel gar keine Veranlassung sieht, über sowas nachzudenken, weil er von seinen Regional-, Filial- und Sonstwasleitern ohnehin nur Erfolgsmeldungen bekommt. Die wollen ja schließlich auch ihre Jobs behalten.

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  3. Zuerst die Taschenkontrolle, jetzt die Bespitzelung. Es gibt anscheinend für Herr und Frau Hugendubel keine größeren Feinde als die eigenen Mitarbeiter. Beim nächsten Streik bin ich auf jeden Fall dabei.

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  4. Wie schrieb Bertolt Brecht in seinem Gedicht "Die Lösung":

    "...daß das Volk Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
    Und es nur durch verdoppelte Arbeit zurückerobern könne.
    Wäre es da Nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und
    wählte ein anderes?"

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  5. Spitzel in die Produktion - bzw. in den Verkauf! Und besten gleich noch ein paar andere auch, die nichts besseres zu tun haben, als sich Mist auszudenken, mit dem sie denen, die wirklich arbeiten, das Leben sauer machen. Das wäre die Lösung!

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    1. Pass bloß auf, du! Wenn die Distrike sich gegen das Kapitol erheben, gibt's am Ende noch Hungerspiele. Aber eigentlich gibt's die sowieso schon!

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  6. Bin beim nächsten Streik auf jeden Fall dabei.

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  7. Vom Prinzip her war KVP (= Kontinuierlicher Verbesserungs Prozess) ja keine schlechte Idee, weil z u s a m m e n mit den Mitarbeitern die Dinge verbessert werden sollten. Jetzt haben sie eine guten Idee in KONTROLLE, VERDACHT und RePRESSION pervertiert.

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    1. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt wurde da faktisch nix. Ein lustiges Kennenlernspielchen und danach wurde uns vermittelt, was doch so naheliegend war zum Wohle aller und was selber zu erblicken wir einfach zu blöd gewesen sind.
      Leider kommt nun niemand der KVPs vorbei und vermittelt uns, wie mit weniger Köpfen die gleiche Arbeit gemacht werden und dabei noch jedem arglosen Kunden an der Kasse die Vorzüge der Kundenkarte eingebimst werden könnte. Die wirklichen Mystery Shopper sind nämlich die ganz normalen Kundinnen und Kunden, die sich (be)rat(ungs)los durch die Läden irren, weil so ne MKKM auch nur hilft, wenn ein Mensch dranhängt. Das ganze Projekt war von Anfang an Murks.

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    2. Wenn man an ein Projekt, das auf Kooperation und Kommunikation ausgerichtet ist, mit der autoritären Denke herangeht, wie sie in unserem Management (und wahrscheinlich sogar im ganzen Buchhandel) trotz aller Schönwetter-Rhetorik immer schon üblich war und bis heute üblich ist, dann kann eben nur Murks herauskommen. Was da für Betonköpfe unterwegs sind, merkt man schon daran, wie sie mit Kritik, Reklamationen, Vorschlägen umgehen bzw. sich gegen diese via Filialhotline abschotten.

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  8. Taschenkontrolle, Aktiv verkaufen: das alles ist keineswegs blinder Aktionismus eines unfähigen Managements, sondern - wie ich Dank eines Spitzels in der GL weiß - Ausdruck einer systematischen und langfristigen Strategie: Herr Hugendubel arbeitet das 1000-seitige Handbuch "Wie zerstöre ich die Motivation meiner Mitarbeiter" Kapitel für Kapitel ab.

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  9. Ich bin maßlos enttäuscht von den KVP-Trainerinnen, nicht nur weil sie sich so unglaublich unkritisch, fast sektenartig in die Aktiv-Verkaufen-Ideologie hineingesteigert haben und von den Mitarbeiterinnen ein reflexartiges Befolgen dieser zweifelfaften Verkaufspsychologie erwarten, sondern nun mit ihren Kontrollgängen auch die letzten Reste gegenseitiges Vertrauen zerstören. Warum ist in dieser Firma kein selbstkritischer, kreativer und lernender Umgang mit den Auswirkungen der bisherigen Aktiv-Verkaufen-Maßnahmen möglich wie z.B. bei Osiander? Warum thematisiert von diesen "Trainern" niemand jemals die Folgen des fortschreitenden Mitarbeiterabbaus, den Stress für die Mitarbeiter, die fehlende Wertschätzung der Mitarbeiterinnen seitens der Entscheidungsträger in diesem Unternehmen? Kritiklose Unterordnung ist gefordert und wird vorgelebt. Das ist erschreckend. Müssten die Trainer nicht einmal zur Rede gestellt werden?

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    1. Menschlich enttäuscht bin ich ebenfalls. Auf der anderen Seite: wer sich zu einer sogenannten "KVP Trainerin" machen lässt, von dem ist sowieso nicht viel zu erwarten.

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  10. Falls in euren Filialen auch Kalender hängen, empfehle ich euch ab und zu hinter diese Kalender-Wände zu gucken! Dort verstecken sich die KVP-Spitzel besonders gerne.

    Und falls ihr dann nicht auf jeden Kunden zugestürzt seid und ihm die Kundenkarte aufgedrängt habt, kann es sein dass die Androhung einer Abmahnung in der Luft liegt. Gerne gehen sie auch noch einen Schritt weiter und wollen sich dann komplett von euch trennen, indem mit einem Aufhebungsvertrag gewunken wird.

    Lasst euch nicht einschüchtern! Nehmt einen BR zu solchen Gesprächen mit oder sagt einfach: Nein Danke!

    es ist traurig, dass bei uns 1984 Realität ist und wir als Mitarbeiter Null wertgeschätzt werden.

    Zuckerbrot und Peitsche? Bei uns gibts nur noch die Peitsche wie zu Gutsherrenzeiten. Leider ist Hr. Dr. Hugendubel so selbstkritisch wie ein.. sorry.. gehirnamputierter Affe.
    Kritik ist bei Hugendubel überhaupt unerwünscht. Bei Kunden nimmt man gerne Kritik an und bedankt sich sogar noch für die Verbesserungsvorschläge. Aber was wir Mitarbeiter sagen, was wir kritisieren und welche Ideen wir haben, das interessiert keinen

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