Samstag, 13. Juli 2024

Tschüss Trittbrettfahrer*innen!

 Industriegewerkschaft BCE erkämpft Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder

ein Trittbrettfahrer sein - Redewendungen Bilder - illustriert

 

Bei den Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie-Industrie haben IG BCE und Arbeitgeber einen zusätzlichen freien Tag nur für Gewerkschaftsmitglieder vereinbart.

Erstmals wurden damit neben den allgemeinen Gehaltssteigerungen um 6,85 Prozent exklusive Vorteile für Gewerkschafter in einem großen Flächentarifvertrag festgeschrieben. Sie müssen dem Arbeitgeber ihre Mitgliedschaft aber anzeigen und erhalten bei Mitgliedsjubiläen noch zusätzlich einen zweiten Tag frei.

Ziel der Vereinbarung sei die Steigerung der Tarifbindung, teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Streng genommen gelten Tarifabschlüsse generell ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber wenden sie aber meist für alle Beschäftigten an, was gelegentlich zu Ärger über "Trittbrettfahrer" geführt hat, die Vorteile genießen, ohne Mitgliedsbeiträge an die Gewerkschaften zu zahlen. Diese betragen bei der IG BCE rund ein Prozent des durchschnittlichen monatlichen Brutto-Einkommens.

Gewerkschaftsmitglieder bekommen Bonus-Tag

Mittwoch, 10. Juli 2024

Klare Kante gegen Rechts!

 Verteidigen wir das Gewerkschaftshaus gegen AfD und MSA!


Der ver.di Bezirk München veranstaltet am heutigen Mittwoch, 10. Juli 2024 einen Themenabend gegen Rechts mit dem Titel "wer oder was ist 'München steht auf' (MSA)?" in den Räumlichkeiten des Gewerkschaftshauses. (Raum Kurt Eisner, 2.OG)

Anlässlich dessen ruft MSA nun zu einer Kundgebung gegenüber dem Gewerkschaftshaus in der Neumarkter Str. 22 ab 17.00 Uhr auf. Auch die AfD, konkret MdL Rene Dierkes1, kündigt seine Unterstützung dabei an. Ein klarer Einschüchterungsversuch, dem wir uns entgegenstellen!

ver.di hat daher ebenfalls eine Kundgebung vor UNSEREM HAUS angemeldet - Mittwoch ab 16.30 Uhr, wo wir klare Kante gegen rechts zeigen und dafür sorgen können, dass keine Provokateur*innen von MSA und AfD unser Haus betreten.

Die Gruppe MSA entstand aus Pandemieleugner*innen und Verschwörungstheoretiker*innen und ist inzwischen gut mit zahlreichen Rechten Akteur*innen vernetzt und arbeitet mit diesen aktiv zusammen.

Entschlossen gegen Rechts, zum Schutz unserer Demokratie!

Solidarische Grüße

Landesbezirksleitung ver.di Bayern 


Montag, 8. Juli 2024

Hugendubel-Beschäftigte sterben früher

DIW-Studie: Früherer Tod bei Niedriglöhnern

 

Höheres Einkommen geht mit höherer Lebenserwartung und besserer Gesundheit einher – Anders als bei Männern zeigt sich der Zusammenhang bei Frauen nur beim Haushaltseinkommen, nicht jedoch beim individuellen Einkommen – Äquivalenzprinzip in gesetzlicher Rentenversicherung wird unterlaufen – Geringere Rentenansprüche aufzuwerten ist auch deswegen sinnvoll

Wer in Deutschland besser verdient, lebt länger und hat eine bessere psychische und physische Gesundheit. Bei Frauen zeigt sich der Zusammenhang jedoch nur beim Haushaltseinkommen. Wie hoch ihr individuelles Einkommen ist, scheint keine Rolle zu spielen, bei Männern hingegen schon. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Dafür haben DIW-Ökonom*innen berechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Einkommensgruppen ist, im Alter von 55 bis 76 Jahren zu sterben. Die Berechnungen basieren auf Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin für die Jahre 1984 bis 2021.

Freitag, 5. Juli 2024

Flughafen will engagierte Kandidatin für den Aufsichtsrat loswerden

Engagierte Betriebsrätin am Flughafen München fristlos gekündigt 



Das Tochterunternehmen des Flughafen Münchens, die Eurotrade, hat der engagierten Betriebsrätin und Kandidatin für die am 1. Juli stattfindenden Aufsichtsratswahl, Neli Birks, fristlos gekündigt. Die Kündigung erfolgte ohne Angabe von Gründen. Dem Vernehmen nach wirft man ihr aber wohl vor, eine dienstliche Mail auf ihre private Mail weitergeleitet zu haben. ver.di bewertet die fristlose Kündigung als absoluten Skandal, da es aus Sicht der Gewerkschaft nur darum geht, eine engagierte Kollegin loszuwerden. 

Dem für Eurotrade zuständigen Gewerkschaftssekretär Dominik Datz sind Versuche, unliebsame Arbeitnehmervertreter*innen loszuwerden, durchaus bekannt. Aber: „Der Vorgang bei Eurotrade sticht durch seine Einzigartigkeit heraus! Eine aussichtsreiche Aufsichtsratskandidatin, die sich stets in den Dienst der Beschäftigten stellt, zuletzt engagierte sie als Mitglied der Verhandlungskommission in den Tarifverhandlungen beim Bayerischen Einzelhandel und nun wollte sie das heiß umkämpfte Thema der Arbeitszeit-Gestaltung und der widrigen Arbeitsbedingungen angehen, bevor sie auf eine plumpe und konstruierte Art und Weise durch die Kündigung gestoppt wurde. Das ist einfach skandalös,“ so Dominik Datz von ver.di München. 

Dass die fristlose Kündigung ausgerechnet im Vorfeld der Aufsichtsratswahlen am Flughafen München ausgesprochen wird, ist aus Sicht von ver.di kein Zufall und ein massiver Eingriff in die Wahlen. Eine aktive Kollegin, die auf der ver.di Liste für den Aufsichtsrat kandidiert, soll, so ver.di. mit einer rechtlich nicht haltbaren fristlosen Kündigung an einem fairen Wahlkampf gehindert werden. 

„Scheinbar wurde illegal auf die Mail-Adresse einer aktiven Betriebsrätin zugegriffen. Das ist der eigentliche Datenschutzskandal am Flughafen München. Erschwerend kommt hinzu, dass der Arbeitgeber, trotz Aufforderung, seiner Verpflichtung nicht nachkommt, diesen Datenschutzverstoß aufzuklären. Besonders absurd macht die fristlose Kündigung, dass der Arbeitgeber selbst regelmäßig Emails mit datenschutzrelevanten Informationen an die privaten Email Adressen von Betriebsrät*innen schickt“, empörte sich Hubert Thiermeyer, ver.di Fachbereichsleiter für den Handel in Bayern. 

Samstag, 29. Juni 2024

Montag, 24. Juni 2024

Handeln und Verhandeln

Zur Diskussion um das HSC


Seit über einem Jahr beschäftigt sich der Münchner Betriebsrat mit der geplanten Einführung einer neuen Software für die E-Mail-Bearbeitung und Telefonie im Hugendubel Servicecenter.

Da jedem klar sein musste, dass das gewünschte System eine umfassende Kontrolle der HSC-Beschäftigten  ermöglichen   und   die Arbeitsbedingungen dort verschlechtern würde, hat der Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung entworfen, die Kolleg*innen bestmöglich vor Überwachung und erhöhtem Leistungsdruck schützen würde. Beim Gegenentwurf des Arbeitgebers wäre genau das nicht der Fall.

Nach den  Regeln, der Betriebsverfassung, hätten beide Seiten über eine endgültige Lösung verhandelt. Angesichts der sehr weit auseinanderliegenden Positionen beider Seiten war von einer   längeren   Dauer der Verhandlungen auszugehen. Das hat Hugendubel erkennbar nicht gefallen.

Anstatt also, wie einvernehmlich   beschlossen, Anfang Mai in Verhandlungen einzutreten, wurde der Termin arbeitgeberseitig abgesagt.

Nicht  genug:  Hugendubel  drohte  auch  aus  heiterem  Himmel mit  einer Verlagerung von Arbeitsplätzen aus dem HSC, wenn der Betriebsrat nicht spurt.

Das heißt:  Abschluss einer Betriebsvereinbarung ausschließlich im Sinne des Arbeitgebers,  Hugendubel   möchte  weitgehend  ungehindert  mit der neuen Software machen können, was es will! Dies ist ein  Verstoß gegen den Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit, zu der beide Seiten gesetzlich verpflichtet sind.

Ein Gespräch mit der Arbeitgeberseite in der vorletzten Woche hat nun endgültig und eindeutig gezeigt, dass Hugendubel nicht ernsthaft an offenen und ehrlichen Verhandlungen interessiert ist. 

Unter weitest gehendem Verzicht auf die vernünftigen Regelungsvorschläge aus seinem Betriebsvereinbarungsentwurf  und eingeschnürt in ein äußerst enges Zeitkorsett sollte sich der BR mehr oder weniger kampflos einem Diktat des Arbeitgebers beugen.

Der Betriebsrat hält sich an die Regeln! Weil mit dem Arbeitgeber erkennbar keine freien, ehrlichen Verhandlungen möglich sind, hat er beschlossen, eine Vermittlung in Form einer sog. „Einigungsstelle“ anzurufen.

Das Betriebsverfassungsgesetz sieht eine Einigungsstelle vor, wenn sich Betriebsrat  und Arbeitgeber in wichtigen Angelegenheiten   (z. B. der Einführung einer neuen Software) nicht alleine verständigen können.

Dieses Gesetz gilt auch für Hugendubel.

Für Hugendubel ist eine Einigungsstelle übrigens kein Novum, es hat solche bereits mehrfach in der Vergangenheit gegeben, z.B. als es um eine neue Arbeitszeitregelung für München ging.

Der  Arbeitgeber hat schon mehrfach auf die Einigungsstelle zurückgegriffen,  wenn  es ihm in den Kram passte. Er hat also keinen Anlass, sie abzulehnen und zu verteufeln!

In dieser schwierigen Situation, in der wir alle zusammenhalten müssen, unterstützt bitte unseren Betriebsrat!

Macht nicht bei Versuchen mit, uns zu spalten!


Wehren wir uns gemeinsam gegen die Panikmache des Arbeitgebers! 




Freitag, 21. Juni 2024

Danke für nichts!

Zur aktuellen Gehaltsentwicklung bei HugendubelDanke für nichts - Tasche - Jutebeutel - PÖBELWERK

Vergangene Woche fand abends nach Feierabend eine schwach besuchte Mitarbeiter*innenversammlung des Unternehmers in München in der Filiale am Stachus statt. Aus den kleineren Filialen war praktisch niemand da, einige Kolleg*innen aus den Zentralen Diensten kamen, die Personalabteilung war befehlsgemäß vollzählig angetreten.

Hauptredner: Herr Dr. Maximilian Hugendubel.

Viele dürften gekommen sein, um Neuigkeiten zu erfahren.Was ist mit der Inflationsausgleichprämie? Gibt es eine Lohnerhöhung?

Angesichts der Reallohnverluste der Beschäftigten bei Hugendubel in den letzten Jahren sind das eminent wichtige Punkte für die Kolleginnen und Kollegen, von den viele mittlerweile finanziell auf dem Zahnfleisch daherkommen.

Sehen wir uns zunächst die Lohnentwicklung bei Hugendubel seit 2021 an: